27. Januar 2021/2: YouTube Stream #NieWieder

27. Januar // Samuel Koch am 9.11.2019 vor der Synagoge in Halle – ein Monat nach dem Anschlag © Andre Wirsig

 

Kassel, Halle, Hanau. Hass und Diskriminierung in Deutschland fordern immer noch Todesopfer.

77 Jahre nach Auschwitz müssen wir dem wiederauflebenden Antisemitismus in Europa entgegenwirken.

 

Es braucht eine neue Form

…des Erinnerns und Versöhnen – für Alte wie Junge.

…des voneinander Lernens & angstfreien Miteinander.

…des aktiven Gestaltens der gemeinsamen Zukunft.

 

77 Jahre später: #NieWieder

 

Rechte wie linke Extremisten wird man nur schwer überzeugen, anders zu denken. Das ist ein mühsamer Weg.

Wir müssen daher langfristig in die Jugend investieren, damit sie versteht, erinnert und gestaltet.

 

Indem der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar Jugendliche betrifft, sie den Holocaust begreifen, sie unsere deutsche Geschichte berührt, wird es sie hoffentlich gemeinsam zu einem neuen Handeln bewegen: Liebe überwindet Hass – gemeinsam statt einsam, Leben statt Tod.

 

Durch persönliche Lernreisen. Wie die von Samuel Koch, der nur einen Monat nach dem Anschlag in Halle an der Synagoge -genau wie Ronald Lauder- zu Recht sagte: Taten statt Worte.

 

 

Gut ein Jahr später ist es soweit: Taten statt Worte. Nachdem wir die 75 Jahr Befreiungsfeier in Auschwitz am 27. Januar 2020 erlebt haben (hier ein Video mit Samuel Koch in Birkenau) wollen wir einen Startschuss setzen: Vom 27. Januar 2021 an planen wir 82 kleine Aktionen, die eine Lernreise nachvollziehbar macht. Veränderung gelingt nicht von Heute auf Morgen. Diese Aktionen sollen in einem 30minütigen Roadmovie münden, welcher zum 27. Januar 2022 Premiere feiern soll. Damit wollen wir das Thema für Schüler*Innen neu erzählen. Nachhaltiger als bisher. Denn es ist dringender, denn je:

 

 

Die Idee: YouTube Stream am 27. Januar 2022

 

In Kooperation mit dem Holocaust Mahnmal Berlin und dem Kölner Festjahrsverein #2021JLID wird jüdisches Er-Leben erlebbar gemacht. Mit Erinnerung aus der Vergangenheit für einen Blick in den Morgen, welches unser heutiges Miteinander prägt. Das wird eine spannende, lebensfrohe Reise. Dazu laden wir YouTuber ein, uns zu unterstützen.

 

Konkret planen wir ein 30minütiges YouTube Format für 9./10. Schulklassen am 27.1.2022 von 9:30-10 Uhr. In diesem erzählen wir zielgruppenaffin, erlebnishaft drei Geschichte(n) zwischen Hanau, Halle und Berlin über Hass, Diskriminierung und Antisemitismus von und mit jungen Protagonisten. So ermöglichen wir Lernreisen und laden zum Dialog im Rahmen der Schulklassen vor Ort ein.

 

Eine Begegnung mit Holocaust-Überlebenden aber auch heutigem jüdischen Leben. Rassismus und Hass vermitteln die nötige Bandbreite, die jede/n Schüler*in vom Pausenhof kennt. Wir stehen erst am Anfang, wollen aber #einfachmalmachen.

27 Januar DANKE

Damit setzen wir ein hoffnungsvolles Zeichen. Und zwar für die nächsten 82 Jahre. Jedes Jahr neu aufs Neue, immer für die 9/10. Klassen. In der Hoffnung, dass sich in den nächsten 82 Jahren etwas verändert.

 

Trotz social-distancing bauen wir reale Brücken und reißen Mauern ein – bei gegenseitigem Respekt und Toleranz. Eine Umsetzung in 2021 ist leider unter den aktuellen Corona Bedingungen nicht möglich – allein schon weil kein Austausch nach dem Film in Schulklassen möglich ist. Da wollen wir nichts übers Knie brechen, sondern über das Jahr verteilt längerfristig arbeiten. Wir haben Zeit. Dafür nehmen wir uns Zeit.

 

Unser Aufruf: Taten statt Worte. Helfen Sie uns zu helfen und werden Sie eine/r von 82 Spender*Innen (aktueller Spendenstand unterhalb). Alle Infos auf Betterplace.org. Ihr/Sie erhalten im Nachgang über MediaVision e.V. eine Spendenbescheinigung sowie obiges Plakat in einer limitierten Sonderauflage als kleines Dankeschön…

 

Wie Sie uns helfen können & wozu es die Revolution des Gebens braucht

 

Hier übrigens der Grund, warum wir eine Revolution des Gebens in Deutschland benötigen.

 

Aktuell suchen wir noch Pädagogen, die uns bei dem Konzept für begleitendes Unterrichtsmaterial unterstützen. Jede weitere Verlinkung oder Empfehlung an Geschichtslehrer der 9/10. Klasse und Schulleiter*Innen hilft!

 

Danke, danke, danke! Werde einer der noch 74 verbleibenden Spender auf Betterplace.org <3.

Samuel Koch + Chris Cuhls für die Initiative 27. Januar

 

PS: Weil das Leben trotz allem weiter geht – MAZEL TOV COACKTAIL (hier der ganze 30min Film auf arte zu finden 😉 ):

 

 

FAQs zu Umsetzung, Verbreitung, Team…

 

01 > Das Format: Was soll das sein? Wie wird es am Ende laufen?

 

Antwort: Der 30min Kurzfilm soll ein Road Movie werden. Samuel Koch wird an drei Orten in deutschland auf jeweils zwei Protagonisten treffen. In dieser Begegnung werden die Themen Hass, Diskriminierung und Antisemitismus thematisiert.

Durch junge Menschen werden die Themen so diskutiert, dass sie von den 9./10. Klässlern verstanden werden. Es soll sie ja betreffen, unsere Zielgruppe soll die Themen begreifen und in den Herzen wie Köpfen etwas bewegen.

Wir planen übrigens in den nächsten Jahren immer eine neue Folge zu realisieren mit neuen Menschen und Geschichten. So lange, bis wir merken es ist obsolet über #NieWieder sprechen zu müssen…

 

02 > Das Timing: Wann findet das ganze statt und wie lange geht es?

 

Antwort: Wir planen am 27.1.2022 um 9:30 Uhr die Premiere des halbstündigen Formats über Youtube. Danach ist der Film jederzeit und überall abrufbar. Also selbst in Lockdown Zeiten von zu Hause aus empfangbar – auch wenn wir uns das alle für 2022 nicht mehr wünschen…

Natürlich wissen wir, dass nicht jede Schulklasse deutschlandweit um 9:30h Zeit hat. Kein Problem, einfach im Tagesverlauf anschauen – oder auch in den Monaten danach… Es soll keiner überfordert werden, so wie es passt!

 

03 > Die Teilnahme: Wie kann ich teilnehmen?

 

Antwort: Einfach einschalten. Wir werden rechtzeitig hier und über Pressearbeit den YouTube Link kommunizieren. Aktuell versuchen wir mit der Bundeszentrale für politische Bildung Kontakt aufzunehmen. Wenn wir eine Antwort erhalten läuft das Projekt bestenfalls über die bpb. Außerdem sprechen wir mit dem Jugendsender der öffentlich-rechtlichen FUNK und hoffen hier ebenso auf eine Kooperation.

 

04 > Kann ich mir die Aufzeichnung im Nachhinein anschauen?

 

Antwort: Ja, das ist möglich. Das Video wird über YouTube verfügbar bleiben. So kann das Video zu einem späteren Zeitpunkt in den 9./10. Schulklassen angeschaut werden. Oder auch für Hausarbeiten im Nachgang nochmals individuell angeschaut werden.

Übrigens haben wir bereits tolle Ideen für 2023. Mit entsprechendem Vorlauf werden wir gute Interaktionsmöglichkeiten entwickeln. Spoiler: Die Stolpersteine von Gunter Demnig in der jeweiligen Stadt vor Ort werden da eine Rolle spielen…

 

05 > Die Macher: Wer steckt dahinter?

 

Antwort: Unsere Initiative ist eine ganze Gruppe von engagierten, demokratischen Deutschen – jeder bringt seine Expertise ein:

 

Samuel Koch > Moderation & Initiator

Chris Cuhls > Idee, Konzept, Netzwerk

Sophie Campbell > Regie

Björn Kowalewsky > Kamera

Axel Beyer > Autor des Buchs (Ex-Unterhaltungschef ZDF, WDR)

Matthias Müller > Sprecher der Initiative 

Dr. Nicolas Dreyer > inhaltliche Beratung

Jakob Bergmann > Performance Marketing

Magnus Wacinski > Social Media Strategie

Barbara Weber > Organisation

Jürgen Single, Martin Sass, David Wessler, Matthias Boyer > Spendenabwicklung über Media Vision e.V. 

und viele weitere… > die Protagonisten des Films verraten wir erst später 😉

 

06 > … sonstige Fragen? 

 

Antwort: Mail uns einfach, wir ergänzen fortlaufend!

 

 

Übersicht der Spender für den 27. Januar 2021/2:

 

1/82: Reiner Kafitz, Köln

2/82: Carsten Seibt & StreamLive, Leipzig

3/82: Michael Herberger, Mannheim

4/82: Sprecher Thomas Friebe, Köln

5/82: Barbara Stüttgen & William Good, Düsseldorf

6/82: NN, Frankfurt am Main

7/82: Sven & Esther Passig, Lübeck

8/82: A.B., Köln

9/82 …Du/Sie?! > spende JETZT auf Betterplace.org <3

 

Weitere Infos von Samuel Koch hier: #NieWieder 2020

 

Wir brauchen eine REVOLUTION des GEBENS

Revolution des Gebens // Ein Plädoyer für den Sinn des Gebens (Foto: pixabay) 

 

Geben macht glücklich. Dennoch geben die Deutschen immer weniger.

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. In Deutschland wird in diesen Tagen traditionell wieder gut gespendet, auch mit Corona-Pandemie. Den Rest des Jahres sieht es mit unserer Freude am Geben dann aber wieder Mau aus. Immer weniger Deutsche spenden und überlassen die guten Taten lieber der älteren Generation. Wir brauchen dringend eine Revolution des Gebens. Vielleicht kann gerade die aktuelle Pandemie zu ihrem Startschuss werden.

 

Geben macht glücklich. Das haben Neuro-Wissenschaftler aus Lübeck erforscht. Dafür haben sie zwei Probandengruppen in den Kopf geschaut. Sie wollten herausfinden, wie sich das Geben auf ihr Wohlbefinden und Verhalten auswirkt. Im Test war eine Gruppe angehalten ein anvertrautes Budget ausschließlich für andere Menschen auszugeben, indem sie spenden oder jemanden beschenken. Die andere Gruppe sollte das Geld nur für sich selbst ausgeben. Das Ergebnis: Die großzügige Gruppe gab an glücklicher zu sein und verhielt sich auch in folgenden Tests durchweg großzügiger. Ihr Gehirn verknüpfte Großzügigkeit mit Glücksgefühlen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass man Geben zu einer guten Gewohnheit kultivieren kann.

 
 

In Sachen Geben ist Deutschland Entwicklungsland.

 

Der Trend in Deutschland ist eindeutig. Laut der GfK Studie „Bilanz des Helfens“ spenden seit Jahren immer weniger Menschen. Die Generation 70+ ist Jahr für Jahr die spendenfreudigste. Von ihnen spendet jeder Zweite. Insgesamt machten sie im Jahr 2019 über 40% des Spendenvolumens aus. Bei nachfolgenden Generationen ist die Anzahl der Geber*innen rückläufig, auch wenn die durchschnittliche Spendenhöhe zwischenzeitlich angestiegen ist.

Wenn wir über den großen Teich schauen, spenden die Amerikaner pro Kopf 5-mal so viel wie wir. Weniger Wohlhabende engagieren sich dort stark im Ehrenamt. Wenn, dann sind die Deutschen in der Adventszeit traditionell großzügig. Die Amerikaner hingegen spenden das ganze Jahr über. Während wir uns in Deutschland darauf verlassen, dass der Gesetzgeber unsere Steuern sinnvoll verteilt, wollen die Amerikaner lieber selbst entscheiden, welche gesellschaftlichen Themen sie unterstützen.

 
 

Was steckt hinter unserer Spendenunlust?

 

Zum Beispiel eine schwache Spendenkultur: Bei uns wird grundsätzlich ungern über Geld gesprochen, öffentlich schon gar nicht. Darunter leidet auch das Spenden. Wer sich mit einer großzügigen Tat doch einmal hervortut, erntet dafür eher Kritik als Wertschätzung. Wir sind es gewohnt, dass das Geld für wichtige Themen in der Regel schon da ist. Warum sollten wir uns also dafür engagieren? Gemeinnützige Organisationen müssen für ihre guten Anliegen immer aufwendiger um Unterstützung werben. Dem Geben fehlt es immer mehr an Vorbildern: Wenn immer weniger Menschen gerne Geben, werden auch immer weniger junge Menschen die Freude daran entdecken können.

 
 

Corona – Unsere Chance für eine Revolution des Gebens?

 

Bei allen Unsicherheiten und Nöten, die die aktuelle Corona-Pandemie mitbringt, zeigt sie ebenso eindrücklich, wie wir zusammenrücken können und müssen. Auf einmal merken wir, was fehlt, wenn kulturelle, gastronomische und soziale Angebote ums Überleben kämpfen oder einfach nicht mehr da sind. Auf einmal starten wir kreative Spendenaktionen für unseren Friseur, kaufen symbolische Tickets unseres Lieblingskünstlers oder spendieren unserem Fußballclub eine virtuelle Bratwurst. Genau dieses Engagement brauchen wir in Deutschland! Auch ohne Pandemie und vor allem nachhaltig. Das wäre eine echte Revolution des Gebens. Die Chance dafür ist jetzt da und jeder von uns ist eingeladen die Freude am Geben neu zu entdecken.

Und nicht vergessen: Geben macht glücklich!

 
 

Lars Flottmann


Lars Flottmann
ist Fundraiser & Kommunikationsberater. Er setzt sich mit seiner Agentur www.fundraising-strategen.de für mehr Freude am Geben ein. Er unterstützt gemeinnützigen Organisationen dabei neue Spender, Freunde und Fans für ihre gute Sache zu finden.

 

Neues Inspirationsbuch: “Begegnung gestalten”

Begegnung gestalten – 33 Interviews mit Weggefährten // Mein neues Buch hier auf Amazon

 

 

Alles wirkliche Leben ist Begegnung.

// Martin Buber

 

 

Dieses Zitat des jüdischen Religionsphilosophen begleitet mich schon lange. Als Regisseur und Konzepter bringt es den Kern meiner Arbeit auf den Punkt: Ich gestalte die Begegnung zwischen Menschen und Marken. Grund genug nach einer fünfteiligen Blogserie rund um das Thema Begegnung aus Sicht der Sinnesorgane das Experiment weiter zu treiben.

 

Tadaa – und hier ist es, mein zweites Buch nach Events wirkungsvoll inszenieren: Begegnung gestalten – 33 Interviews!

 

Wow Christopher Cuhls was für schöne Begegnungen, was für ein schönes Werk!

Thank you 🙏

Gepostet von Klaus Motoki Tonn am Mittwoch, 20. Februar 2019

 

33 Weggefährten aus 11 Gesellschaftsbereichen habe ich dazu die immer selben drei Fragen gestellt. Von Typograph Stefan Sagmeister über den deutschen Kaffeeröstmeister Benjamin Pozsgai, die Managementvordenker Anja Förster & Peter Kreuz, sowie den Creative Director Helge Thomas und Singer-Songwriter Samuel Harfst bis zu meiner liebenswürdigen Mutter (du bist mein Vorbild!) sind spannende Persönlichkeiten & Freude dabei. 😉

 

Ich bin fasziniert, wie divers die Antworten ausfallen. Wir Menschen sind einfach komplex, vielschichtig und überraschend anders. Genau so wie gute Events, auf denen es um wirkungsvolle Begegnungen geht. Durch die Antworten zieht sich dennoch ein roter Faden. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken – hier noch ein paar Appetithäppchen…

 

 

Die drei Fragen zu Begegnung gestalten…

 

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

 

3. Was sollte ich für meine nächste Begegnung beachten?

 

 

Es braucht MUT, sagen die Business Speaker Förster & Kreuz:

Begegnung gestalten Förster & Kreuz

 

 

Reputationsberater Rainer Wälde über die Bedeutung des Scheiterns:

Begegnung gestalten ehrlich Rainer Wälde

 

 

Filmemacher Priscilla & Jonas Bucher sehen vor allem Chancen:

Begegnung gestalten Geschichten Bucher

 

 

Psychologe & Karnevalsforscher Wolfgang Oelsner:

Begegnung gestalten Sinne Oelsner

 

 

Der katholische Priester Christian Olding ergänzt (unbedingt sein TEDx Talk anschauen):

Begegnung gestalten Olding

 

 

Danke Ami Falk für die erneute Gestaltung des einfach wunderbaren Designs – love it!

Begegnung gestalten Buch

 

 

Hier noch alle 33 Mitwirkenden im Überblick – eine ganz SCHØNE Bandbreite:

Begegnung gestalten Inhalt

 

 

Viel Inspiration und Freude beim lesen und gestalten von tollen Begegnungen – die Welt braucht mehr davon!

 

 

Alle Beiträge der fünfteiligen Sinnes-Blogserie zum Thema Begegnung gestalten: {Riechen > Parfumeur | Fühlen > StuntWoman | Sehen > Exterieur Designer | Hören > Musikproduzent | Schmecken > Chocolatier}

 

Hier das Inspirationsbuch zum blättern, entdecken und verschenken: “Begegnung gestalten – 33 Interviews

 

 

Frage: Welches Erlebnis kommt dir beim Wort “Begegnung” in den Sinn? Ich freue mich über deine Geschichte:

 

Begegnung gestalten – mit Mut!

Begegnung gestalten – mit Mut!

 

Tadaa! Es ist da! Mein neues Buch!

 

Als Regisseur und Konzepter gestalte ich vor allem Begegnungen – zwischen Menschen und Marken. Wer mich kennt, weiß, dass ich zentralen Themen gerne nachspüre. Dazu habe ich 33 Weggefährten die immer gleichen drei Fragen gestellt. Herausgekommen sind genial unterschiedliche Antworten, die mich selbst begeistern. Ein paar davon möchte ich in den nächsten Wochen hier vorstellen.

 

Los geht jedes Interview mit der Frage: “Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?
Business Speaker Anja Förster & Peter Kreuz sagen unter anderem: Mut!

 

Begegnung gestalten Förster & Kreuz

Zitat von Business Speaker Förster & Kreuz

 

 

Haben wir Mut?

 

Begegnungen brauchen Mut und Risikobereitschaft. Das ist nicht immer bequem, aber lohnenswert. Ich habe auch noch kein richtig geniales Event erlebt, bei dem die Veranstalter nicht mutig waren. Sich auf spannende Leute einzulassen. Neue Formate – mit Ausgang offen – auszuprobieren. Andere Orte zu bespielen. Innovative Redner auf die Bühne zu holen. Andere Gäste einzuladen. Den Mut zum Scheitern zu haben. Denn erst wenn wir uns mutig auf Neues einlassen, kann auch Neues entstehen. Und das bleibt in der Erinnerung haften. Dazu müssen wir lernen anders zu denken.

 

Mehr Inspiration findet ihr im Interview mit Förster & Kreuz und 32 anderen spannenden Menschen in “Begegnung gestalten – 33 Interviewshier auf Amazon. Viel Freude beim Lesen!

 

Begegnung durch Hören: Marvin Glöckner

Hören – Marvin Glöckner zum Thema Begegnung // Photo by Mohammad Metri on Unsplash

 

 

Marvin ist ein Naturtalent und musikalisches Genie zugleich. Ich erinnere mich noch gut an eine Produktion für die IAA 2011. Wir arbeiteten mit einem international renommierten Künstler an der Musik für einen Showpart. Aber die Musik passte nicht zu dem Produkt. Mehrere Anläufe führten ins Leere. Erst kurz zuvor lernte ich den damals 25jährigen Musikproduzenten kennen, der schon mit “Wir glauben an euch” zur WM 2010 mit und für Sebastian Hämer einen Hit landete. Was dann innerhalb von weniger als 24 Stunden folgte, schrieb IAA Geschichte:

 


Ein weiteres starkes Projekt aus seiner Feder war die Musik bei dieser Präsentation auf der CES Las Vegas 2015. Deshalb gehen meine drei Fragen der fünfteiligen Sinnesorgan-Serie im Bereich Hören an Marvin:

 

 

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Zur Begegnung gehört für mich ein persönlicher Zusammenstoß von zwei Seelen. Es gibt nichts ernüchternderes als mit dem Telefon eine 20-stellige Durchwahlnummer einzutippen, um dann doch am anderen Ende von einem computergenerierten “Willkommen bei der Hotline…” begrüßt zu werden.

 

Richtig wirkungsvolle Begegnungen sind die, wo es tief geht – eine Berührung, die es geschafft hat Schutzhüllen und Abwehrmechanismen zu passieren. Wo jemand sich öffnet und damit verwundbar macht, erlaubt von der Begegnung verändert zu werden.

 

Es gab ein paar wenige Momente in meinem Leben, wo jemand mir direkt ins Herz sprach und eine Wahrheit verbalisierte, für die ich bisher taub war und derer ich mir nun schlagartig bewusst wurde. Diese Begegnungen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

 

 

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

 

Wem begegne ich? Für wirkungsvolle Begegnungen gibt es kaum eine wichtigere Frage als die des Kontexts, der Erwartungen beziehungsweise der Situation der zu-Begegnenden. Natürlich kann man eine Reise starten und auf dem Weg alle Teilnehmer der Begegnung Stück für Stück einsammeln. Aber wer den Kontext versteht, wer weiß, was die Anwesenden denken – der kann mit ein paar präzisen Worten den gesamten Großstadthirnverkehr umgehen.

 

Das gilt für die erste Minute eines Films, für die erste Seite eines Buches, genau wie für die ersten Sekunden eines Songs. Ein super Beispiel ist “Chasing Cars” von Snow Patrol. 7 Sekunden davon im richtigen Moment und die Tränen kullern. 😉 Ich liebe diese Momente einer perfekten Antwort auf die unausgesprochene Frage des Kontexts. Nach diesen Antworten suche ich mit meiner Arbeit.

 

 

3. Was können Eventgestalter bei der Planung von Begegnungen davon lernen?

 

Ich meine es hat sogar neurophysiologische Gründe, aber Musik und Ton sind einfach Meister der Kommunikation von Emotion. Insbesondere, wenn die Aufmerksamkeit einem anderen Sinn gehört. Ich kann wärmstens empfehlen einmal den Test zu machen und die spannendste Stelle eines Thrillers oder Horrorfilms ohne Ton zu sehen. Ein ziemlich ernüchterndes Erlebnis. Interessanterweise passiert jedoch ähnliches, wenn man seine Aufmerksamkeit zu 100% dem Gehör widmet und kritisch-analytisch bewusst auf den Ton beziehungsweise die Musik achtet. Sofort verliert die Szene an Magie.

 

Inception Soundtrack von Hans Zimmer zum Hören // Quelle: Youtube

 

Es ist ähnlich wie bei Inception: Wer es versteht Musik und Ton effektiv (unbemerkt) einzusetzen, aktiviert einen Superagenten, der in das Gehirn seiner Opfer schleicht und dort die Türen für verändernde Begegnung öffnet.

 

 

Apropos Hören & Begegnung…

 

Ich habe den Eindruck unsere Gesellschaft sucht mehr und mehr nach individueller Begegnung. Menschen wollen ihr ganz eigenes Erlebnis, statt wie alle anderen regulären Teilnehmer die Standard-Experience mitzumachen. Wir nehmen ein Schulsystem mit 30 Kindern pro Lehrer als absolutes Problem wahr. Eine Veranstaltungen mit 2.000 Teilnehmern pro Redner ist aber normal (Mario Barth’s Weltrekord lässt grüßen…). Wir werden es wohl nicht schaffen für jeden Besucher unserer Events einen persönlichen Soulmate-Begleiter per Knopf im Ohr zu engagieren (vielleicht wird das per AI bald möglich). Mich fasziniert aber der Gedanke, wie viel effektiver unsere Events wären, würden wir sie nur für eine einzige Person kreieren. Absolut alles, was geschieht, dreht sich (zumindest aus der Wahrnehmung des Teilnehmers) einzig und alleine um diesen einen Menschen.

 

 

Hören Marvin Glöckner inteativ musicAbout Marvin Glöckner: I am all about smart creativity.
Learned to play piano at the age of 5, added trumpet, drums and then got lost in producing music on the computer. I studied music production and international music business, recorded bands, choirs, symphony orchestras and ran with binaural microphones through the woods. I played in front of 500.000 live and 3.4 million on TV, ran into a bit of pop music fame but didn’t like the taste of it. I love big productions though – especially live shows, but in general everything where a bunch of talented people join together to create audiovisual art. In my free time I play board games till 05:00am and build space ships in Unity 3d. I am based with wife & two kids in Madrid.

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Sinnes-Blogserie zum Thema Begegnung:

Riechen > Parfumeur // Fühlen > StuntWoman // Sehen > Exterieur Designer // Schmecken > Chocolatier

Hier das Inspirationsbuch zum blättern, entdecken und verschenken: Begegnung gestalten – 33 Interviews

 

 

Frage: Welches Hör-Erlebnis kommt dir beim Wort “Begegnung” in den Sinn? Ich freue mich über deine Geschichte:

 

Begegnung durch Bewegung: StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

Fühlen: Begegnung durch Bewegung – StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

 

 

Mich interessiert die Einzigartigkeit einer Begegnung.”

// Cornelia Dworak zum Thema Fühlen

 

Wir verfügen über fünf Sinne. Eins davon ist das Fühlen. Wie dieser Sinnesorgan unsere Begegnungen beeinflusst, das habe ich StuntWoman, Fight Coordinator, Stagecombat Teacher und Dance Instructor Cornelia Dworak gefragt:

 

 

1. Was macht für dich eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Ich erinnere mich meist an Momente meines Lebens, die mich in irgendeiner Form bewegt haben. Das kann in positivem, aber auch im negativen Sinne sein. Ein Foto kann dieses Gefühl genauso auslösen, wie Musik oder ein Augenblick der Verbundenheit mit einem anderen Menschen.

 

Es geht dabei für mich um die Intensität und die „Echtheit“ des Erlebten.

 

Im Tanz ist Improvisation daher für mich das spannendste Ausdrucksmittel, da ich immer unmittelbar im Jetzt auf Input reagiere und jede Bewegung im Moment entsteht. Ein Tanzpartner löst durch seine Art sich zu bewegen, Beschaffenheit einer Berührung oder unsere Beziehung zueinander im Raum, immer eine Reaktion bei mir aus und verändert dadurch die Natur meiner Bewegung. Interaktionen dieser Art ermöglichen aus eigenen Mustern auszubrechen, sich neu zu entdecken und die Grenzen auszuloten.

 

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben geht, kann das im Zusammentreffen mit anderen Menschen auch im Alltag erleben. Oft führt dies zu unglaublich spannenden und ehrlichen Begegnungen.

 

 

2. Fühlen: Worauf achtest du bei der Gestaltung einer Begegnung?

 

Für mich haben Begegnungen einen eigenartigen Beigeschmack, wenn sie nicht echt sind. Ich merke sehr schnell, wenn man versucht mir etwas vorzuspielen, den eigentlichen Grund der Begegnung verbirgt oder sich hinter einer Inszenierung versteckt. Der Körper spricht immer. Die meisten Menschen spüren, dass etwas nicht stimmig ist, können es aber oft nicht erklären. Was übrig bleibt ist ein Partner oder Kunde, der nicht überzeugt ist.

 

Ein Mensch kann mich dann bewegen, wenn ich seine wahre Natur erkenne und spüre wofür er steht, wenn er mir offen entgegenkommt und mir gleichzeitig Raum gibt, ich selbst zu bleiben. Das kann man für mich 1:1 auf ein Produkt umlegen.

 

Cornelia Dworak in Bewegung

 

Hier noch (m)ein Moment der Erinnerung: Dieses Foto entstand in Argentinien in Mar del Plata. Da war ich 2017, um mit einer Kollegin und argentinischen Musikern ein zeitgenössisches Tanzstück an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum zu zeigen. An diesem Tag des Fotos, hatte ich den ersten Nachmittag frei (sonst laufend Proben und choreographisches Arbeiten) und bin mit dem Rad gefahren. Ich habe mich so frei gefühlt und diesen Ort an der Küste entdeckt, an dem ich mich sofort wohl gefühlt und circa 90 Minuten für mich getanzt habe. Das hat mich mit dem Universum connected und mich in völlige Harmonie gebracht. Hinter mir war schon das Meer…

 

 

3. Was können wir bei der Planung von Begegnungen von dir lernen?

 

Als Bewegungsmensch trete ich oft bewusst in Berührung mit anderen Menschen, es ist Teil des Arbeitsprozesses als Stuntfrau, Tänzerin und Coach. Eine Berührung ist die direkteste Art mit jemandem in Kontakt zu treten und löst immer eine körperliche Reaktion aus. Sie definiert innerhalb eines Augenblicks sofort die Beziehung zueinander und kann als achtsam und einladend, aber auch als fordernd, einengend oder zu intim empfunden werden. Dabei ist nicht nur der berührte Körperteil ausschlaggebend, sondern auch, ob ich mit den Fingerspitzen, der Handfläche, dem Unterarm oder mit dem ganzen Körper berühre. Da jeder Mensch eine andere Geschichte und Energie mitbringt, wird keine Begegnung gleichartig ausfallen.

 

In Bezug auf eine Performance ist daher zu überlegen, welche Zielgruppe ich ansprechen möchte, da ich zum Beispiel auf Jugendliche anders zugehe, als auf Erwachsene. Möchte ich starke Reaktionen auslösen, gebe ich viel Spielraum für Interpretation und riskiere dabei sogar Unverständnis? Oder ist es mir ein Anliegen eine klare Botschaft unmissverständlich zu vermitteln? Möchte ich in direkten Kontakt mit dem Publikum treten, es womöglich gar einbeziehen? Oder wähle ich absichtlich eine Distanz zwischen Performer und Zuschauer?

 

Fazit: Wie auch immer das Setting gestaltet ist, es ist immer eine Bereicherung, sich auf Begegnung gerade durch den Sinn Fühlen einzulassen und sich selbst trotzdem treu zu bleiben.

 

 

Cornelia Dworak StuntWoman Cornelia Dvorak ist das Gegenteil von Stillstand. Genaugenommen hält sie Stillstand nicht aus. Sie liebt Herausforderungen und das Ungewisse. Sie vertraut ihrer Intuition und ist offen das Magische mancher Augenblicke zu erkennen und sich davon berühren zu lassen. Durch die vielseitigen Eindrücke und gewonnenen Erfahrungen ist ihr Leben immer in Bewegung. Als Performerin und Coach möchte sie andere Menschen berühren und ein Stück auf ihrer spannenden Reise mitnehmen. Infos rund ums Fühlen auf Website | YouTube | CrewUnited.

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Blogserie Fühlen zum Thema Begegnung:

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begegnung durch Sehen: Mercedes-Benz Exterior Designer Robert Lesnik

Begegnung gestalten – Event-Tipps rund ums Schmecken vom Chocolatier Max

 

Frauen in der Eventbranche: You have, what it takes. Go for it!

Frauen in der Eventbranche – ein unverstellter Blick auf den Status Quo // Photo: Priscilla Bucher

 

 

In meinem Sabbatical besuchte ich mit obiger liebenswürdig-verrückten Feministin die Pinakothek der Moderne in München. Ein herrlicher Streifzug durch die Epochen mit spannenden Gesprächen. Dabei stellte Priscilla mir eine Frage, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht:

 

“Chris, stell dir vor du wachst morgen auf. Du bist noch genau derselbe Chris, der du bist. Einzig dein Körper ist der einer Frau.”

 

Soweit, so gut. Ehrlich gesagt: Ein aufregender Gedanke. 😉 Warum nicht. Tolles Gedankenspiel. Dann der Haken:

 

“Du sitzt bei deinem Chef zum Jahresgespräch. Es geht um deine Lohnverhandlung.”

 

Mir dämmerte es sofort. Scheiße. Das Äußere verändert sofort alles. Einfach, weil ich im Körper einer Frau stecke, schlagen mir Vorurteile ins Gesicht. Ich werde nicht das gleiche Gehalt bekommen, was meinem Kollegen gewährt wird. Ich werde nicht die Anerkennung durch eine Beförderung erhalten, wie sie mein Kollege erhält.

 

Männer – dranbleiben. Ja, es mag stereotyp klingen. Aber wenn wir ehrlich sind: Das ist so. Als Frau werde ich belächelt, muss mich beweisen. Der Weg als Mann ist vorprogrammiert: Die Beförderung samt Lohnerhöhung steht mir natürlich zu. Als Frau muss ich dafür kämpfen, was es nicht besser macht. Das ist unverkennbar: ungerecht.

 

 

Tragödie des Genders – Mann vs. Frau

 

Die Begegnung mit Priscilla und ihre Frage lässt mich seit einem halben Jahr nicht mehr los. Wenn ich den Gedanken weiterdenke, folgen eine Menge herausfordernder Situationen. Gerade für Frauen ist die Eventbranche kein leichtes Eisen. Natürlich ist bei weitem nicht alles stereotyp. Dennoch einige Erlebnisse aus den letzten Monaten:

 

1. Frauenquote in Unternehmen

 

Neulich erst redete sich wieder ein Chef auf einer Veranstaltung um Kopf und Kragen. Leider kann ich die Worte nicht zitieren, wären sie doch zu treffend gewesen. Aber jeder kann sich diese Situationen vorstellen. Alt-Herren-Mentalität par excellence – peinlich bis körperlich schmerzend. Puh. Wäre es nur ein Satz gewesen, hätte Mann wie Frau es vielleicht ertragen können. Aber mit jedem weiteren Satz verstrickte er sich und offenbarte, wie wenig er den Sinn hinter dieser wichtigen Maßnahme verstanden hat. Das offenbart, wie wenig das Thema im Herzen angekommen ist. So wird ein konstruktives, gleichberechtigtes, unvorbelastetes Miteinander sicher nicht gefördert. Es ist Zeit, dass sich daran etwas ändert!

 

Gleichzeitig stelle ich fest, dass aufgrund der Frauenquote in manchen Konzernen Männer mittlerweile das nachsehen haben. Ohne das Thema statistisch validieren zu können stosse ich in letzter Zeit immer wieder auf Kollegen, die einfach frustriert waren. Das als Wahrnehmung, ohne bewerten zu wollen.

 

2. Arbeit als Regisseurin…

 

In dem Gedankenspiel würde ich konsequenterweise als Regisseurin sowohl Vorstände auf der Bühne, aber auch ein zu 98% männliches Technikteam führen. Da muss Frau erstmal ihren Mann stehen. Welches Alphatier im Vorstand lässt sich schon gerne vor der ganzen Mannschaft von einer Frau korrigieren? Das Thema ist sowieso sensibel und bedarf Fingerspitzengefühl: Klar, solide, ruhig kommunizieren. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber folgendes Beispiel bestätigt die Regel:

 

Kürzlich habe ich ein Projekt konzeptionell beraten. Für die Durchführung habe ich einige Regie-Kolleginnen vorgeschlagen. Die Rückmeldung war, dass es definitiv keine Frau sein soll. “Der CEO lässt sich nicht von einer Frau führen.” Das ist natürlich höchst pauschal und unfair. Julia Möller, Nadine ImbodenMonika Graf, Andreana Clemenz oder Konstanze Agatz machen einen hervorragenden Job als Regisseurin. Vielleicht sind Männer bei euch gerade wegen der Diskretion und Empathie in besten Händen. Mein Respekt, wie ihr eure Aufgabe täglich mit Bravour meistert (oder ist das eine der leichtesten Übungen? Bei der nächsten Begegnung werden wir drüber sprechen…)! Dieses hinterfragen Kundenseits gilt übrigens nicht nur für Regisseurinnen, sondern auch für ModeratorInnen aber auch ProjektleiterInnen, wie mir kürzlich eine Kollegin bestätigte.

 

3. Selbstbewusstsein

 

Ein anderes Phänomen ist für mich das Thema Selbstbewusstsein. Oder anders: Sich seiner selbst bewußt zu sein. Was kann ich, was nicht. Was davon teile ich mit, was nicht. Verbal wie nonverbal. Allein meine Körperhaltung verrät unfassbar viel darüber, was ich mir selbst zutraue. Eine Vorstandsdame erzählte kürzlich beiläufig diese Geschichte: Eine junge Porjektmanagerin entschuldigte sich vor ihrer Präsentation für ihr unperfektes Englisch. In den Köpfen der Zuhörer war sofort verankert: Jetzt kommt schlechtes Englisch. Dabei brillierte sie auf fachlicher wie sprachlicher Ebene. Nur waren die Zuhörer gedanklich gar nicht dabei… Danach kam ein älterer Mann, der sich hinstellte und im breiten Bayern-Kauderwelsch seine englischsprachige Präsentation hielt. Es lagen Welten dazwischen, aber der Mann hat es einfach gemacht. Die Leute haben zugehört. Die Moral: Einfach machen, nicht entschuldigen.

 

Ein Phänomen, welches mir auch im Gespräch mit meiner Frau aufgefallen ist. Als Mann neige ich bei Jobanfragen dazu einfach JA zu sagen – auch wenn ich das fachlich noch nie gemacht habe. Die Entscheidung ist wenig reflektiert, sie ist instinktiv. Traue ich mir zu, mache ich, klar. Meine Frau wägt die Fallstricke eher kritisch ab. Das ist keine Wertung, sondern nur eine Wahrnehmung: Männer sagen einfach Ja, Frauen denken oft (über)kritisch darüber nach. Da können wir uns durchaus etwas von der jeweils anderen Seite abschauen.

 

Frauen in der Eventbranche

„Gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Kraft

Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu trennen.”

 

 

Natürlich geht es dabei nicht darum sich selbst zu überschätzen, sondern zu spüren: Was könnte ich hin bekommen, auch wenn ich davor großen Respekt habe und was ist einfach nicht möglich. Heute weiß ich: Denken hilft. Ich habe gelernt einmal mehr nachzudenken, bevor ich handle. Das bewahrt mich vor mancher Peinlichkeit – ob offensichtlich oder nicht. Aber ohne Mut wäre ich nicht da, wo ich bin. Meine Frau konnte ich genau dazu ermutigen, sich öfter auf das Abenteuer einzulassen. Natürlich hat sie Job-Anfragen immer gekonnt umgesetzt – und war froh, dass sie JA gesagt hat. Manchmal merken wir ja erst beim Tun, was so alles in uns steckt…

 

Mein Punkt: Ich kenne so viele Projektmanagerin im Eventbereich, die einfach unfassbar gut, durchdacht, stringent, souverän und umsichtig agieren. Egal auf welchem Level (und ohne Ranking) – ich bin beeindruckt von Frauen wie Hanna Hasenbank, Alexa Küddelsmann, Weijie Yang, Barbara Zickler, Eva Heid, Stefanie Dieterich, Andrea Bergheim, Sabine Pollmann, Swantje Marquardt, Gabi Garmatz, Claudia Krause, Louise Amelie Leuchtenberger, Eugenie Jung, Julia Arnold, Silja Neumann, Britta Bahlow, Miriam Gundlach, Gaby Bartolomeo, Fran Koetter, Uta Brinksmeier, Antonia Eisert, Vivien Stamm, Stephanie Fottner, Grit Aßmuß, Grit Scholz, Nadja Pohle, Vera Viehöfer, Kerstin Riedmüller, Andela Riedel, Eva Pehle, Anne Reinhardt, Nadja Meister, Yvonne Katz, Kerstin Hoffmann-Wagner, Daniela Seemann, Nadja Bartels, Maren Neumeier und viele mehr, die ich jetzt vergessen habe. You have, what it takes. Go for it!

Update: Katharina Stein vom Eveos Blog reagiert auf diese Gedanken mit diesem Plädoyer zur Haltung.

 

4. Kinderwunsch

 

Als zweifacher Vater erlebe ich die Dramatik, die sich im Körper der Frau abspielt, besser mit. Ich wußte vorher nicht, wie intensiv zum Beispiel die Geburt ist. Viele Freunde hegen seit Jahren einen Kinderwunsch. Nicht die Norm – aber immer öfter bekomme ich mit, wie sich ein Paar auf eine Hormon-Therapien einlässt. Das hat krasse Auswirkungen auf den Körper, aber auch die Seele. Bei vielen anderen Freunden gab es Totgeburten. Ein unvorstellbares Leid. Nicht nur emotional, sondern auch physisch. Das hinterlässt Spuren.

 

Dies ist aber ja nur der erste Schritt. Was ist, wenn dann die Kinder größer werden. Wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt – beziehungsweise eben auch nicht – darüber haben vier Kolleginnen höchst ehrlich geschrieben. Gerade im Eventbereich ist das mit den krassen Arbeitszeiten fast unmöglich. Ok, man könnte meinen egal ob Mann oder Frau: Wer sich für die Eventbranche entscheidet braucht einen toleranten Partner und eine verlässliche Kinderbetreuung. Aber die Frage wer zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, brauche ich gar nicht zu stellen. Natürlich der Mann. Äh…?

 

 

Frauen in der Eventbranche – ein Segen!

 

Vor einiger Zeit habe ich den grandiosen Dokumentarfilm “Where to invade next” des US-Oscarpreisträgers Michael Moore gesehen. Am Ende des Films stellt er den Einfluss von Frauen in die Gesellschaft Island’s vor. Island wählte die erste Präsidentin weltweit. Die einzige Bank, die die Wirtschaftskrise überstand war eine von Frauen geführte Bank. Moore’s Aufforderung: Frauen an die Macht – denn sie sorgen sich um durchdachte, langfristige und für alle Seiten faire Entscheidungen. Das führt zu Fairness und Nachhaltigkeit. Ich kann ihm da nur beipflichten. Wir müssen Frauen faire Chancen geben.

 

Mein Frauenbild ist grundsätzlich sehr positiv durch meine Oma geprägt worden (hier ein filmisches Porträt). Meine Mutter ist eine sehr starke, mutmachende, lebensbejahende, stringente, verändernde Frau. Auch aufgrund dieser Prägung halte ich immer wieder Ausschau nach Möglichkeiten, wie ich Frauen bei Events fördern kann. Es macht Spaß zu entdecken, wie konsequent ich positiv überrascht werde. Frauen können es, sie brauchen nur öfters die unvoreingenommene Chance. Geben wir Ihnen, was Ihnen zusteht!

 

 

Mit diesen Gedanken möchte ich dazu inspirieren, das Geschlecht als Kriterium unseres (Vor)Urteils zu verbannen! Ein unverstellten Blick (wie Priscilla Bucher in diesem Video vorlebt) tut uns allen gut. Lasst uns offen und fair miteinander Chancen verwandeln. Für alle Männer, die es bis hierhin durchgehalten haben: Nur Mut, ihr werdet überrascht werden! Das gilt auch für euch Frauen – nur Mut, ihr werdet überrascht werden “was alles möglich ist”! Lasst uns das Gute vom anderen Geschlecht abschauen, voneinander lernen, besser im Umgang miteinander werden.

 

 

Frage: Männer wie Frauen: Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema in der Eventbranche gemacht?

 

 

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

 

 

Emotionen sind der Schlüssel zum Herzen der Menschen – und damit auch zu ihrem Kopf.” Axel Beyer

 

 

Wie weckt man Emotionen? Diese Frage treibt mich seit Jahren um. Warum erzeugt die Mona Lisa im Louvre eine magische Anziehung und andere Bilder nicht? Warum nimmt mich der eine Redner erfolgreich mit auf seine Gedanken-Reise und der andere nicht? Warum berühren mich einige Lieder und andere eben nicht?

 

Emotionen zu wecken ist die Kernaufgabe für die Konzeption von Events. Wer Emotionen weckt, bekommt auch eine Reaktion. So werden Beziehungen aufgebaut. Eine gute Währung für die Live-Kommunikation. Daher habe ich sieben Kreativdirektoren gebeten, ihre Gedanken und Erfahrungswerte zu schenken. Wie unmöglich es ist, das in eine paar Sätze zu packen, zeigt der Prolog von Helge Thomas auf…

 

 

Helge Thomas: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen?!

 

 

Diese Frage kann ich definitiv nicht beantworten. Das hat vielerlei Gründe. Lass mich vielleicht zwei davon kurz heraus greifen. Zum einen hat das Wort „Emotionen“ einen so riesigen semantischen Hof, dass man Russland darin parken könnte. Zweimal. Ach was rede ich. Viermal. Von den rein biologischen Partys, die da im limbischen System abgehen, ganz zu schweigen. Und dann dieser Volksmund mit seinem Angerlatein „Das geht zu Herzen“. Ja, eben nicht! „Da schüttet der Hippocampus mal wieder tonnenweise Endorphine in die Blutbahn,“ müsste das korrekt heißen. Egal. Wo war ich? Ach ja. Zum anderen: Gäste sind niemals gleich Gäste. Und meistens sind es nicht einmal meine Gäste, sondern die Gäste meines Kunden oder auch die seines Chefs oder seiner Frau. Im Falle öffentlicher Veranstaltungen sind es gar völlig fremde Menschen, die man der Einfachheit halber dann eben auch Gäste oder besser Besucher nennt. Was die Sache nicht einfacher macht. Was sagst du? Meine Reaktion auf deine Frage erscheint dir etwas zu emotional? Mitnichten, mein Lieber! Ich versuche dir lediglich zu erklären, warum ich dir kein „Rezept“ nennen kann, wie ich Emotionen bei Gästen wecke. Und überhaupt: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen. Vielleicht sind sie auch gerade ganz woanders. In Gedanken. Oder sie haben sich nur versteckt. Unter der Oberfläche. Siehst du. Das meine ich. Schon sind wir mitten drin, im Deutungslabyrinth der menschlichen Gefühle. Und wenn ich jetzt weiter schreibe, kommen wir da beide nicht mehr raus. Weißt du noch, was ich oben schrieb? Eben. Ich auch nicht. 🙂

 

 

Helge Thomas pro event live-communication creative director Helge Thomas, 1964 in Heidelberg geboren, Schauspieltalent vom Vater geerbt, schon viele künstlerische und wirtschaftliche Bühnen bespielt: Als Darsteller auf und Beleuchter hinter der Bühne von Theaterproduktionen, in Marketing- und Vertriebsverantwortung bei großen Unternehmen sowie neun Jahren als freiberuflicher Start-Up-Coach, SocialMedia-Experte und Filmemacher. Heute ist er Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei pro event.

 

 

 

Kai Janssen: Es ist wie bei einem Rendezvous…

 

 

Wenn man davon ausgeht, dass Emotionen mit dem Ziel erzeugt werden, beim Gast zu punkten und eine Beziehung aufzubauen, dann ist es wie bei einem Rendezvous:

 

Zunächst sorgt man mit dem passenden Ambiente für die gewünschte Stimmung. (Location, Licht, Musik, Essen)

 

Dann stellt man seinem Gegenüber Fragen – das signalisiert Interesse und ist die Basis für einen unterhaltsamen Austausch. (Einbeziehung des Gastes, Interaktion)

 

Ganz wichtig nun – der Überraschungsmoment! Plötzlich tritt etwas ein, womit mein Gegenüber nicht gerechnet hat, was anscheinend nur für ihn bestimmt ist, verbunden mit einer persönlichen Botschaft. (Setzt voraus, dass ich die Zielgruppe verstanden habe). Der Höhepunkt einer perfekt durchdachten Inszenierung. Trifft ins Herz und bleibt im Kopf. Meistens jedenfalls.

 

 

Kai Janssen Matt Circus Event KreativdirektorKai Janssen, seit 2012 Geschäftsführer und Creative Director der MATT CIRCUS GmbH in Köln, davor freier Creative Director und Konzeptioner in diversen Event- und PR-Agenturen, studierte bildende Künste, Fokus Raum und Medien, regelmäßiger Gastdozent zum Thema “Konzeption in der Live-Kommunikation”, 2. Präsident der FICA, Cross-Crocket-Spieler und -Weltmeister, in fester Beziehung.

 

 

 

Petra Lammers: Geschichten, Geschichten, Geschichten

 

 

Mit Geschichten!
… und einem genauen Blick auf alle „Figuren“, Raum/Situation, Handlungsstränge, Plotpoints und Inhalte.

 

(Auf die Bitte nach Beispielen sandte Petra folgendes): Die interaktive Bodenprojektion beim Energiesee oder das Storytelling mit Lampen, die als Figuren das Wiesbadener Kurhaus und die Welt von Fraunhofer erkunden:

 


Creative Director Petra Lammers onlivelinePetra Lammers, inszeniert seit über 15 Jahren Theater-, Public Space- und Eventproduktionen, gemeinsam mit Norwin Kandera Geschäftsführerin von onliveline, einem Büro für Konzeption und Inszenierung. Davor Creative Directorin / Konzeptionerin bei Panroyal in Wuppertal sowie freie Theaterregisseurin, studierte MBA und MFA in Dramaturgie und Regie.

 

 

 

Philipp Dorendorf: Man inszeniert oder inszeniert um

 

 

Heilig Abend im Kreise der Lieben. Deep house statt Last Christmas. Rot ist nicht rot, sondern pink. Der Baum ist aus Draht. Die Lichterketten geben Strobo-Blitze ab.

 

U5-Kindergeburtstag. Nicht Volker Rosin, nein, dafür Rammstein. Rammstein ist auch alt, aber düsterer und dazu schwarzes Konfetti statt bunten Luftballons.

 

Apropos Schwarz: Warum nicht mal für eine Grabrede die Kebekus einsetzen: Pussy Terror.

 

Nein? Okay, denn wir unterliegen Lernstrukturen, assoziativen Mustern und Neuro-Programmen. Und weil das so ist, sind Stimmungen und Emotionen künstlich auslösbar, zu verändern oder zu beeinflussen. Man inszeniert oder inszeniert um. Mit: Musik, Licht, Farben, Tageszeit, Temperatur, unter Umständen Gerüche, Appearance von Akteuren – räumlich und zeitlich verdichtet. Das ist eigentlich gar nicht so schwer.

 

 

Philipp Dorendorf CD facts and fiction EventagenturPhilipp Dorendorf, Ü37, aus Hamburg. Ausbildung zum Grafik Designer und Marketing-Kommunikationswirt, seit 2010 Creative Director bei facts and fiction für Köln und Berlin.
Kreatives auf: www.neopdo.com

 

 

 

Martin Klingler: Content is King

 

 

Am Anfang steht immer die Idee! Daraus wird dann die Storyline entwickelt. Und die muss im funktionalen Eventdesign und in einer multisensorischen zweckorientierten Inszenierung erzählt werden. Nur dann können Botschaften überhaupt ankommen, verstanden werden und gar hängen bleiben – und in anderen Kanälen weiter erzählt werden. Stichwort Storytelling und Wirkungspotenz durch Multisensorik.

 

Was wirklich zählt, ist schlicht das klassische Kommunikationshandwerk, beschrieben mit den bekannten und inflationär gebrauchten Marketingfloskeln… aber wahr bleiben sie trotzdem und genau deshalb: Content is King – und ist das neue Storytelling. Wenn die Story aber nicht spannend erzählt wird, so dass der Zuhörer mit mehreren Sinnen emotional berührt wird, wenn sie nicht auf anderen Kanälen vor und nach dem Event weiter erzählt wird – Stichwort Vernetzung, die wir früher integrierte Kommunikation nannten – dann darf sich keiner wundern, wenn die Botschaft entweder gar nicht ankommt oder schnell verloren geht. Und auf keinen Fall echte Emotionen weckt.

 

Was mache ich also, um Emotionen zu wecken?
Definitiv nichts weltbewegendes Neues: eine gute Story entwickeln, sie anregend, spannend und vielschichtig erzählen. Und dafür verwenden wir gerne neueste Technik und Methoden – immer dann wenn es Sinn macht. Hat!

 

 

Kreativdirektor Martin Klingler Creative DirectorMartin Klingler, Creative Director bei marbet in Künzelsau. (Und mit dieser Bemerkung: “kann mich für unfassbar viel begeistern, immer wenn es mich berührt…” Ideengeber für diesen Blogpost.)

 

 

 

 

Miriam Wüstefeld: Bedürfnisse erkennen, überraschen, passender Rahmen

 

 

Wir leben heute in einer sehr beschleunigten Welt, in der das Überangebot regiert und in der kaum Zeit zum Innehalten bleibt. Aus meiner Perspektive bedarf es daher vor allem der Fähigkeit individuelle Bedürfnisse zu erkennen, um echte Emotionen wecken zu können.

 

Die Kunst und Herausforderung liegt dann darin zu überraschen und einen sehr persönlichen Nerv zu treffen.

 

Neben den wichtigsten Parametern, die nach meiner Auffassung inhaltlicher Anspruch und Respekt sind, ist der passende Rahmen relevant. Dazu zählt neben einer entsprechenden Räumlichkeit auch das Thema Ergonomie. Der Wohlfühlfaktor ist eng an Emotionen geknüpft – zumindest wenn diese positiv ausfallen sollen.

 

 

Miriam Wuestefeld freiberufliche Kreativdirektorin MünchenMiriam Wüstefeld, München, 32 Jahre, freiberufliche Kreativdirektorin, Schwerpunkt: Kommunikation im Raum, Markenwelten, Zusammenarbeit und Festanstellung in diversen Agenturen unter anderem Zibert + Friends, CE+Co, VOK DAMS, BBDO Live, Uniplan.

 

 

 

Stephan Schäfer-Mehdi: Erprobte Rituale nutzen und intuitiv vorgehen

 

 

Live-Kommunikation nutzt jahretausendealte erprobte Rituale, um Emotionen zu wecken. Religion mit ihren Kulten und das Theater mit seinen inszenatorischen Mitteln sind dafür die Grundlage. Ihr Studium und deren Anwendung ist hilfreich, aber der intuitive Umgang letztlich effektiver.

 

Was rational am Reisbrett entstand ist zwar oft richtig, aber nicht immer erfolgreich. Wer hört die Kammermusik des Computerkollegen Iamus, der nach allen Regeln der Kunst programmiert wurde wie Mozart zu schreiben? Wir gehen immer noch in die Zauberflöte, obwohl der Rechner alles richtig macht. Deshalb bedient sich auch die virtuelle Welt der gleichen Muster, der Überraschungen und Ansprache möglichst vieler Sinne.

 

Das wird vielleicht erst anders, wenn die Künstliche Intelligenz Kommunikation für ihresgleichen konzipiert. Aber davon sind wir noch weit entfernt.

 

 

Creative Director Stephan Schaefer-Mehdi Eventmarketing CD CCO Live-KommunikationStephan Schäfer-Mehdi, freiberuflicher Creative Director und ¬Consultant, vorher Chief Creative Officer/CD von VOK DAMS und Quasar Communications, mit nationalen und internationalen Awards ausgezeichnet, Mitglied im Art Directors Club für Deutschland, Autor des Standardwerkes “Event-Marketing“, 2014 den Kriminalroman “Tod in den Bergen” veröffentlicht. Wuppertaler.

 

 

 

Creative Director – habt herzlichen Dank für eure Gedanken. Chapeau!

Frage: Wie weckst du Emotionen? Freue mich auf einen Kommentar oder Beispiele unterhalb.

Tipp: Weitere Hinweise darauf, wie Emotionen geweckt werden, geben 7 Inszenierungs-Experten in diesem Buch.

 

 

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Technikbriefing: Worauf es in der Zusammenarbeit ankommt // Teil 2/3

Technikbriefing: Worauf kommt es bei der Technikbestellung an, damit sich das Event-Ergebnis sehen lässt?!

 

 

Events sind dann erfolgreich, wenn Logistik und Idee zusammen spielen.

Nach den Faktoren für ein gutes Agentur-Briefing hier Teil 2 in der Serie Briefingkultur.

 

Zusammenspiel ist auch das Stichwort wenn es um die notwendige Technik geht. Damit die passenden Elemente vor Ort ankommen, bedarf es eines guten Technikbriefings. Dabei sprechen Agentur, Technik-Dienstleister und Kunde oftmals in unterschiedlichen Sprachen. Wie das “perfekte” Technikbriefing aussieht, das habe ich den technischen Planer Jens Labuschewski gefragt.

 

 

Technikbriefing: Auf das Zusammenspiel kommt es an…

 

Das Zusammenspiel zwischen Kreation, Konzept und Technik beginnt natürlich mit einem ersten Briefing, kann aber nur durch eine intensive, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit perfekt werden. Ein gutes Ergebnis wächst aus dem Prozess und nicht aus dem Einzelereignis. Jeder Beteiligte kann und muss im Team Input aus seiner persönlichen und professionellen Sicht liefern. Jedes Detail kann wichtig sein oder es später werden.

 

Versucht man diesen Prozess wie einen Staffellauf getreu dem Motto: „Mein Teil ist erledigt, jetzt bist Du dran…“ durchzuführen, besteht die Gefahr, in kleinen Schritten immer weiter vom Kurs abzuweichen ohne es zu bemerken. Am Ende kommt dabei eine Veranstaltung heraus, die womöglich handwerklich solide umgesetzt ist, die es aber nicht schafft, eine nachvollziehbare Story zu liefern.

 

 

Crossed Disciplines – übergeordnete Betrachtung aller Bedürfnisse

 

Welchen Planer man zu welchem Zeitpunkt ins Team holt hängt sehr vom Projekt ab. Einen Setdesigner kann man durchaus in einer Pitchphase schon hinzuziehen um kreativen Input zu erhalten. Eine Fachplanung der Energieversorgung wäre zu diesem Zeitpunkt überzogen. Die Zusammenarbeit mit einem Technischen Leiter kann hingegen nicht früh genug beginnen.

 

Crossed Disciplines steht hierbei für eine übergeordnete Betrachtung von technischen und baulichen Bedürfnissen. Anders als bei der Fachplanung einzelner Gewerke gilt unser Augenmerk dem Construction Management, also der Schnittstellenkoordination, die das reibungslose Zusammenspiel komplexer Einzelplanungen erst ermöglicht.

 

 

Was für den Planer wichtig ist:

1) Erzählt uns alles, was Ihr euch denkt und vor allem alles, was Ihr dem Kunden erzählt habt.
2) Lasst uns gemeinsam Umsetzungsideen diskutieren, entwickeln und vervollständigen.
3) Seit konkret bei den Ideen, aber offen bei den Lösungsansätzen. Alternative Technikansätze können sinnvoll sein, sind aber schwer umsetzbar, wenn beim Kunden schon eine sehr konkrete Erwartungshaltung geweckt wurde.
4) Passt bei der Auswahl der Location auf, nicht nur eure Gäste brauchen Platz.

 

 

Neben den Schnittstellen im eigenen Team ist in einer frühen Phase die Wahl der Location von entscheidender Bedeutung. Wenn es hier aus technischer und logistischer Sicht schon Diskrepanzen zwischen dem Konzept und den Möglichkeiten vor Ort gibt steht man vor Herausforderungen, die vermeidbar sein können. Bei einer Umsetzung baulich nicht „mit“ sondern „gegen“ eine Location arbeiten zu müssen kann nur dann ein befriedigendes Ergebnis liefern, wenn man unverhältnismäßig viel Zeit, Energie und natürlich Geld investiert.

 

Die Auswahl der ausführenden Dienstleister geschieht häufig über eine Ausschreibung, die projektabhängig sehr unterschiedlichen Anforderungen unterliegt. Neben gesetzlichen Bestimmungen können hier beispielsweise auch Vorgaben der Einkaufsabteilung des jeweiligen Endkunden maßgeblich sein. Ausschreibungsunterlagen sollten auf einem weit fortgeschrittenen Planungsstand basieren und möglichst präzise alle notwendigen Informationen liefern, damit die Dienstleister ihr Angebot sauber kalkulieren können. Das bedeutet, dass wichtige Details nicht im Kleingedruckten verschwinden, aber auch, dass eine ausreichende Bearbeitungszeit gewährt wird.

 

 

Was für die Ausschreibung wichtig ist:

1) Prüft sehr genau, welche Ausschreibungsregeln für euch gelten. Sobald die VOB oder die VOL ins Spiel kommen werden die Formalitäten deutlich komplizierter. (Relevant sobald öffentliche Auftraggeber oder Fördergelder eine Rolle spielen.)
2) Stellt klare Regeln und Vorbemerkungen auf, aber überfrachtet sie nicht.
3) Schreibt erst aus, nachdem Ihr geplant habt und beschreibt, was Ihr wirklich braucht. Umfassende Änderungen sowie Mehrungen und Minderungen, insbesondere nach der Vergabe, sind nicht unbedingt ein Zeichen für stringente Planung.
4) Gebt den Dienstleistern Zeit zu kalkulieren. Geschätzte Zahlen helfen weder euerm Budget, noch dem Dienstleister und schon gar nicht dem Projekt. Der Satz „Scheiße, wir haben den Job bekommen…“ fällt öfter als man denkt und ist häufig genau so gemeint.

 

 

Bei der Auswertung der Angebote ist dann nicht zwingend der vermeintliche Gesamtpreis ausschlaggebend. Es muss sehr genau untersucht werden, ob die angebotenen Leistungen vollständig und qualitativ akzeptabel sind. Auch absehbare Änderungen am Konzept sollten vor einer Vergabe auf die Auswirkungen beim Preis untersucht werden.

 

In der Praxis erlebt man hier durchaus Überraschungen. Die im jeweiligen Projekt ausschlaggebenden Details können sehr unterschiedlich sein, allgemein gültig kann man aber sagen: Geht man fair mit den Dienstleistern um hat man eine gute Chance, ein hohes Maß an Service zu erfahren. Verhandelt man (zu) hart nach wird man hingegen für die Ungenauigkeiten in der Ausschreibung oder etwaige Änderungen teuer bezahlen müssen.

 

 

Was für die Auswertung wichtig ist:

1) Unten rechts steht ein erstes Indiz, danach kommt viel Detailarbeit. Prüft genau und rechnet nach. Verbindlich sind in der Regel Einzelpreise. Berechnungsfehler in Tabellenblättern liegen dann im Risiko des Ausschreibenden.
2) Ist alles komplett? Habt Ihr das Gefühl, dass der Bieter die Ausschreibung konzentriert bearbeitet hat? Manchmal ist der Bieter, der viele und gute Rückfragen hatte auf dem besseren Weg als der vermeintlich günstigste.
3) Prüft sehr genau, ob und auf welcher Basis Ihr in der Nachverhandlung pauschalieren wollt (wenn rechtlich möglich), oder ob ein prozentualer oder absoluter Rabatt auf bestimmte Positionen mehr Sinn macht. Eine Pauschale ist verlockend für die Projektkalkulation, macht aber die transparente Abrechnung von Mehrleistungen oder Änderungen deutlich komplizierter. Und irgendwas ist bekanntlich immer…
4) Nehmt unter Betrachtung aller Aspekte das WIRTSCHAFTLICHSTE Angebot an – das ist nicht unbedingt das billigste.

 

 

Fazit: Fand die Veranstaltung statt oder hat sie eine Story erzählt?!

 

Natürlich kann es anstrengend sein, wenn Designer und Planer auf ihre mitunter kreative, nerdige oder penible Art schon frühzeitig jedes Detail hinterfragen und manches Mal Ideen äußern, die auf den ersten Blick überzogen oder unrealistisch wirken. Hier bedarf es dann einer guten Technischen Leitung, die alle Details koordiniert und zu einem Gesamtbild zusammenfügt. Im Endergebnis kann aber nur die unnachgiebige Detailverliebtheit aller Beteiligten in der Konzeption und Planung die letzten fünf Prozent aus der Veranstaltung herauskitzeln. Und mehr ist es häufig nicht, was zwischen     „Die Veranstaltung fand statt.“     oder     „Die Veranstaltung hat eine Story erzählt.“     steht.

 

 

Jens Labuschewski technischer Planer Event Technikbriefing Jens Labuschewski ist seit 20 Jahren im Eventbereich tätig. Er leitet das Ingenieur Planungsbüro für Event Construction Management (Crossed Disciplines), ist als Dozent tätig und engagiert sich im Prüfungswesen. Neben der Weiterbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik absolvierte er ein Studium zum Dipl.-Ing. an der TU Dortmund, Abschluss als Bauingenieur mit Schwerpunkt auf Prozessmanagement, Bauorganisation und Baurecht. In der Planung ist er penibel und detailverliebt, in der Umsetzung bekannt für Konzentration und Gelassenheit bei der Zusammenarbeit.

 

 

Hier geht es zum Teil 3: Bessere Agenturberatung im Eventmarketing

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