27. Januar 2021/2: YouTube Stream #NieWieder

27. Januar // Samuel Koch am 9.11.2019 vor der Synagoge in Halle – ein Monat nach dem Anschlag © Andre Wirsig

 

Kassel, Halle, Hanau. Hass und Diskriminierung in Deutschland fordern immer noch Todesopfer.

77 Jahre nach Auschwitz müssen wir dem wiederauflebenden Antisemitismus in Europa entgegenwirken.

 

Es braucht eine neue Form

…des Erinnerns und Versöhnen – für Alte wie Junge.

…des voneinander Lernens & angstfreien Miteinander.

…des aktiven Gestaltens der gemeinsamen Zukunft.

 

77 Jahre später: #NieWieder

 

Rechte wie linke Extremisten wird man nur schwer überzeugen, anders zu denken. Das ist ein mühsamer Weg.

Wir müssen daher langfristig in die Jugend investieren, damit sie versteht, erinnert und gestaltet.

 

Indem der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar Jugendliche betrifft, sie den Holocaust begreifen, sie unsere deutsche Geschichte berührt, wird es sie hoffentlich gemeinsam zu einem neuen Handeln bewegen: Liebe überwindet Hass – gemeinsam statt einsam, Leben statt Tod.

 

Durch persönliche Lernreisen. Wie die von Samuel Koch, der nur einen Monat nach dem Anschlag in Halle an der Synagoge -genau wie Ronald Lauder- zu Recht sagte: Taten statt Worte.

 

 

Gut ein Jahr später ist es soweit: Taten statt Worte. Nachdem wir die 75 Jahr Befreiungsfeier in Auschwitz am 27. Januar 2020 erlebt haben (hier ein Video mit Samuel Koch in Birkenau) wollen wir einen Startschuss setzen: Vom 27. Januar 2021 an planen wir 82 kleine Aktionen, die eine Lernreise nachvollziehbar macht. Veränderung gelingt nicht von Heute auf Morgen. Diese Aktionen sollen in einem 30minütigen Roadmovie münden, welcher zum 27. Januar 2022 Premiere feiern soll. Damit wollen wir das Thema für Schüler*Innen neu erzählen. Nachhaltiger als bisher. Denn es ist dringender, denn je:

 

 

Die Idee: YouTube Stream am 27. Januar 2022

 

In Kooperation mit dem Holocaust Mahnmal Berlin und dem Kölner Festjahrsverein #2021JLID wird jüdisches Er-Leben erlebbar gemacht. Mit Erinnerung aus der Vergangenheit für einen Blick in den Morgen, welches unser heutiges Miteinander prägt. Das wird eine spannende, lebensfrohe Reise. Dazu laden wir YouTuber ein, uns zu unterstützen.

 

Konkret planen wir ein 30minütiges YouTube Format für 9./10. Schulklassen am 27.1.2022 von 9:30-10 Uhr. In diesem erzählen wir zielgruppenaffin, erlebnishaft drei Geschichte(n) zwischen Hanau, Halle und Berlin über Hass, Diskriminierung und Antisemitismus von und mit jungen Protagonisten. So ermöglichen wir Lernreisen und laden zum Dialog im Rahmen der Schulklassen vor Ort ein.

 

Eine Begegnung mit Holocaust-Überlebenden aber auch heutigem jüdischen Leben. Rassismus und Hass vermitteln die nötige Bandbreite, die jede/n Schüler*in vom Pausenhof kennt. Wir stehen erst am Anfang, wollen aber #einfachmalmachen.

27 Januar DANKE

Damit setzen wir ein hoffnungsvolles Zeichen. Und zwar für die nächsten 82 Jahre. Jedes Jahr neu aufs Neue, immer für die 9/10. Klassen. In der Hoffnung, dass sich in den nächsten 82 Jahren etwas verändert.

 

Trotz social-distancing bauen wir reale Brücken und reißen Mauern ein – bei gegenseitigem Respekt und Toleranz. Eine Umsetzung in 2021 ist leider unter den aktuellen Corona Bedingungen nicht möglich – allein schon weil kein Austausch nach dem Film in Schulklassen möglich ist. Da wollen wir nichts übers Knie brechen, sondern über das Jahr verteilt längerfristig arbeiten. Wir haben Zeit. Dafür nehmen wir uns Zeit.

 

Unser Aufruf: Taten statt Worte. Helfen Sie uns zu helfen und werden Sie eine/r von 82 Spender*Innen (aktueller Spendenstand unterhalb). Alle Infos auf Betterplace.org. Ihr/Sie erhalten im Nachgang über MediaVision e.V. eine Spendenbescheinigung sowie obiges Plakat in einer limitierten Sonderauflage als kleines Dankeschön…

 

Wie Sie uns helfen können & wozu es die Revolution des Gebens braucht

 

Hier übrigens der Grund, warum wir eine Revolution des Gebens in Deutschland benötigen.

 

Aktuell suchen wir noch Pädagogen, die uns bei dem Konzept für begleitendes Unterrichtsmaterial unterstützen. Jede weitere Verlinkung oder Empfehlung an Geschichtslehrer der 9/10. Klasse und Schulleiter*Innen hilft!

 

Danke, danke, danke! Werde einer der noch 74 verbleibenden Spender auf Betterplace.org <3.

Samuel Koch + Chris Cuhls für die Initiative 27. Januar

 

PS: Weil das Leben trotz allem weiter geht – MAZEL TOV COACKTAIL (hier der ganze 30min Film auf arte zu finden 😉 ):

 

 

FAQs zu Umsetzung, Verbreitung, Team…

 

01 > Das Format: Was soll das sein? Wie wird es am Ende laufen?

 

Antwort: Der 30min Kurzfilm soll ein Road Movie werden. Samuel Koch wird an drei Orten in deutschland auf jeweils zwei Protagonisten treffen. In dieser Begegnung werden die Themen Hass, Diskriminierung und Antisemitismus thematisiert.

Durch junge Menschen werden die Themen so diskutiert, dass sie von den 9./10. Klässlern verstanden werden. Es soll sie ja betreffen, unsere Zielgruppe soll die Themen begreifen und in den Herzen wie Köpfen etwas bewegen.

Wir planen übrigens in den nächsten Jahren immer eine neue Folge zu realisieren mit neuen Menschen und Geschichten. So lange, bis wir merken es ist obsolet über #NieWieder sprechen zu müssen…

 

02 > Das Timing: Wann findet das ganze statt und wie lange geht es?

 

Antwort: Wir planen am 27.1.2022 um 9:30 Uhr die Premiere des halbstündigen Formats über Youtube. Danach ist der Film jederzeit und überall abrufbar. Also selbst in Lockdown Zeiten von zu Hause aus empfangbar – auch wenn wir uns das alle für 2022 nicht mehr wünschen…

Natürlich wissen wir, dass nicht jede Schulklasse deutschlandweit um 9:30h Zeit hat. Kein Problem, einfach im Tagesverlauf anschauen – oder auch in den Monaten danach… Es soll keiner überfordert werden, so wie es passt!

 

03 > Die Teilnahme: Wie kann ich teilnehmen?

 

Antwort: Einfach einschalten. Wir werden rechtzeitig hier und über Pressearbeit den YouTube Link kommunizieren. Aktuell versuchen wir mit der Bundeszentrale für politische Bildung Kontakt aufzunehmen. Wenn wir eine Antwort erhalten läuft das Projekt bestenfalls über die bpb. Außerdem sprechen wir mit dem Jugendsender der öffentlich-rechtlichen FUNK und hoffen hier ebenso auf eine Kooperation.

 

04 > Kann ich mir die Aufzeichnung im Nachhinein anschauen?

 

Antwort: Ja, das ist möglich. Das Video wird über YouTube verfügbar bleiben. So kann das Video zu einem späteren Zeitpunkt in den 9./10. Schulklassen angeschaut werden. Oder auch für Hausarbeiten im Nachgang nochmals individuell angeschaut werden.

Übrigens haben wir bereits tolle Ideen für 2023. Mit entsprechendem Vorlauf werden wir gute Interaktionsmöglichkeiten entwickeln. Spoiler: Die Stolpersteine von Gunter Demnig in der jeweiligen Stadt vor Ort werden da eine Rolle spielen…

 

05 > Die Macher: Wer steckt dahinter?

 

Antwort: Unsere Initiative ist eine ganze Gruppe von engagierten, demokratischen Deutschen – jeder bringt seine Expertise ein:

 

Samuel Koch > Moderation & Initiator

Chris Cuhls > Idee, Konzept, Netzwerk

Sophie Campbell > Regie

Björn Kowalewsky > Kamera

Axel Beyer > Autor des Buchs (Ex-Unterhaltungschef ZDF, WDR)

Matthias Müller > Sprecher der Initiative 

Dr. Nicolas Dreyer > inhaltliche Beratung

Jakob Bergmann > Performance Marketing

Magnus Wacinski > Social Media Strategie

Barbara Weber > Organisation

Jürgen Single, Martin Sass, David Wessler, Matthias Boyer > Spendenabwicklung über Media Vision e.V. 

und viele weitere… > die Protagonisten des Films verraten wir erst später 😉

 

06 > … sonstige Fragen? 

 

Antwort: Mail uns einfach, wir ergänzen fortlaufend!

 

 

Übersicht der Spender für den 27. Januar 2021/2:

 

1/82: Reiner Kafitz, Köln

2/82: Carsten Seibt & StreamLive, Leipzig

3/82: Michael Herberger, Mannheim

4/82: Sprecher Thomas Friebe, Köln

5/82: Barbara Stüttgen & William Good, Düsseldorf

6/82: NN, Frankfurt am Main

7/82: Sven & Esther Passig, Lübeck

8/82: A.B., Köln

9/82 …Du/Sie?! > spende JETZT auf Betterplace.org <3

 

Weitere Infos von Samuel Koch hier: #NieWieder 2020

 

Wir brauchen eine REVOLUTION des GEBENS

Revolution des Gebens // Ein Plädoyer für den Sinn des Gebens (Foto: pixabay) 

 

Geben macht glücklich. Dennoch geben die Deutschen immer weniger.

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. In Deutschland wird in diesen Tagen traditionell wieder gut gespendet, auch mit Corona-Pandemie. Den Rest des Jahres sieht es mit unserer Freude am Geben dann aber wieder Mau aus. Immer weniger Deutsche spenden und überlassen die guten Taten lieber der älteren Generation. Wir brauchen dringend eine Revolution des Gebens. Vielleicht kann gerade die aktuelle Pandemie zu ihrem Startschuss werden.

 

Geben macht glücklich. Das haben Neuro-Wissenschaftler aus Lübeck erforscht. Dafür haben sie zwei Probandengruppen in den Kopf geschaut. Sie wollten herausfinden, wie sich das Geben auf ihr Wohlbefinden und Verhalten auswirkt. Im Test war eine Gruppe angehalten ein anvertrautes Budget ausschließlich für andere Menschen auszugeben, indem sie spenden oder jemanden beschenken. Die andere Gruppe sollte das Geld nur für sich selbst ausgeben. Das Ergebnis: Die großzügige Gruppe gab an glücklicher zu sein und verhielt sich auch in folgenden Tests durchweg großzügiger. Ihr Gehirn verknüpfte Großzügigkeit mit Glücksgefühlen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass man Geben zu einer guten Gewohnheit kultivieren kann.

 
 

In Sachen Geben ist Deutschland Entwicklungsland.

 

Der Trend in Deutschland ist eindeutig. Laut der GfK Studie „Bilanz des Helfens“ spenden seit Jahren immer weniger Menschen. Die Generation 70+ ist Jahr für Jahr die spendenfreudigste. Von ihnen spendet jeder Zweite. Insgesamt machten sie im Jahr 2019 über 40% des Spendenvolumens aus. Bei nachfolgenden Generationen ist die Anzahl der Geber*innen rückläufig, auch wenn die durchschnittliche Spendenhöhe zwischenzeitlich angestiegen ist.

Wenn wir über den großen Teich schauen, spenden die Amerikaner pro Kopf 5-mal so viel wie wir. Weniger Wohlhabende engagieren sich dort stark im Ehrenamt. Wenn, dann sind die Deutschen in der Adventszeit traditionell großzügig. Die Amerikaner hingegen spenden das ganze Jahr über. Während wir uns in Deutschland darauf verlassen, dass der Gesetzgeber unsere Steuern sinnvoll verteilt, wollen die Amerikaner lieber selbst entscheiden, welche gesellschaftlichen Themen sie unterstützen.

 
 

Was steckt hinter unserer Spendenunlust?

 

Zum Beispiel eine schwache Spendenkultur: Bei uns wird grundsätzlich ungern über Geld gesprochen, öffentlich schon gar nicht. Darunter leidet auch das Spenden. Wer sich mit einer großzügigen Tat doch einmal hervortut, erntet dafür eher Kritik als Wertschätzung. Wir sind es gewohnt, dass das Geld für wichtige Themen in der Regel schon da ist. Warum sollten wir uns also dafür engagieren? Gemeinnützige Organisationen müssen für ihre guten Anliegen immer aufwendiger um Unterstützung werben. Dem Geben fehlt es immer mehr an Vorbildern: Wenn immer weniger Menschen gerne Geben, werden auch immer weniger junge Menschen die Freude daran entdecken können.

 
 

Corona – Unsere Chance für eine Revolution des Gebens?

 

Bei allen Unsicherheiten und Nöten, die die aktuelle Corona-Pandemie mitbringt, zeigt sie ebenso eindrücklich, wie wir zusammenrücken können und müssen. Auf einmal merken wir, was fehlt, wenn kulturelle, gastronomische und soziale Angebote ums Überleben kämpfen oder einfach nicht mehr da sind. Auf einmal starten wir kreative Spendenaktionen für unseren Friseur, kaufen symbolische Tickets unseres Lieblingskünstlers oder spendieren unserem Fußballclub eine virtuelle Bratwurst. Genau dieses Engagement brauchen wir in Deutschland! Auch ohne Pandemie und vor allem nachhaltig. Das wäre eine echte Revolution des Gebens. Die Chance dafür ist jetzt da und jeder von uns ist eingeladen die Freude am Geben neu zu entdecken.

Und nicht vergessen: Geben macht glücklich!

 
 

Lars Flottmann


Lars Flottmann
ist Fundraiser & Kommunikationsberater. Er setzt sich mit seiner Agentur www.fundraising-strategen.de für mehr Freude am Geben ein. Er unterstützt gemeinnützigen Organisationen dabei neue Spender, Freunde und Fans für ihre gute Sache zu finden.

 

Neues Inspirationsbuch: “Begegnung gestalten”

Begegnung gestalten – 33 Interviews mit Weggefährten

 

Alles wirkliche Leben ist Begegnung.

// Martin Buber

Dieses Zitat des jüdischen Religionsphilosophen begleitet mich schon lange. Als Regisseur und Konzepter bringt es den Kern meiner Arbeit auf den Punkt: Ich gestalte die Begegnung zwischen Menschen und Marken. Grund genug nach einer fünfteiligen Blogserie rund um das Thema Begegnung aus Sicht der Sinnesorgane das Experiment weiter zu treiben.

 

Tadaa – und hier ist es, mein zweites Buch nach Events wirkungsvoll inszenieren: Begegnung gestalten – 33 Interviews!

Wow Christopher Cuhls was für schöne Begegnungen, was für ein schönes Werk!

Thank you 🙏

Gepostet von Klaus Motoki Tonn am Mittwoch, 20. Februar 2019

 

33 Weggefährten aus 11 Gesellschaftsbereichen habe ich dazu die immer selben drei Fragen gestellt. Von Typograph Stefan Sagmeister über den deutschen Kaffeeröstmeister Benjamin Pozsgai, die Managementvordenker Anja Förster & Peter Kreuz, sowie den Creative Director Helge Thomas und Singer-Songwriter Samuel Harfst bis zu meiner liebenswürdigen Mutter (du bist mein Vorbild!) sind spannende Persönlichkeiten & Freude dabei. 😉

 

Ich bin fasziniert, wie divers die Antworten ausfallen. Wir Menschen sind einfach komplex, vielschichtig und überraschend anders. Genau so wie gute Events, auf denen es um wirkungsvolle Begegnungen geht. Durch die Antworten zieht sich dennoch ein roter Faden. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken – hier noch ein paar Appetithäppchen…

 

Die drei Fragen zu Begegnung gestalten…

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

3. Was sollte ich für meine nächste Begegnung beachten?

 

Reputationsberater Rainer Wälde über die Bedeutung des Scheiterns:

Begegnung gestalten ehrlich Rainer Wälde

Der katholische Priester Christian Olding ergänzt (unbedingt sein TEDx Talk anschauen):

Begegnung gestalten Olding

Danke Ami Falk für die erneute Gestaltung des einfach wunderbaren Designs – love it!

Begegnung gestalten Buch

Hier noch alle 33 Mitwirkenden im Überblick – eine ganz SCHØNE Bandbreite:

Begegnung gestalten Inhalt

 

Viel Inspiration und Freude beim lesen und gestalten von tollen Begegnungen – die Welt braucht mehr davon!

 

Alle Beiträge der fünfteiligen Sinnes-Blogserie zum Thema Begegnung gestalten: {Riechen > Parfumeur | Fühlen > StuntWoman | Sehen > Exterieur Designer | Hören > Musikproduzent | Schmecken > Chocolatier}

 

Hier das Inspirationsbuch zum blättern, entdecken und verschenken: “Begegnung gestalten – 33 Interviews

Frage: Welches Erlebnis kommt dir beim Wort “Begegnung” in den Sinn? Ich freue mich über deine Geschichte!

Begegnung gestalten – mit Mut!

Begegnung gestalten – mit Mut!

 

Tadaa! Es ist da! Mein neues Buch!

 

Als Regisseur und Konzepter gestalte ich vor allem Begegnungen – zwischen Menschen und Marken. Wer mich kennt, weiß, dass ich zentralen Themen gerne nachspüre. Dazu habe ich 33 Weggefährten die immer gleichen drei Fragen gestellt. Herausgekommen sind genial unterschiedliche Antworten, die mich selbst begeistern. Ein paar davon möchte ich in den nächsten Wochen hier vorstellen.

 

Los geht jedes Interview mit der Frage: “Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?
Business Speaker Anja Förster & Peter Kreuz sagen unter anderem: Mut!

 

Begegnung gestalten Förster & Kreuz

Zitat von Business Speaker Förster & Kreuz

 

 

Haben wir Mut?

 

Begegnungen brauchen Mut und Risikobereitschaft. Das ist nicht immer bequem, aber lohnenswert. Ich habe auch noch kein richtig geniales Event erlebt, bei dem die Veranstalter nicht mutig waren. Sich auf spannende Leute einzulassen. Neue Formate – mit Ausgang offen – auszuprobieren. Andere Orte zu bespielen. Innovative Redner auf die Bühne zu holen. Andere Gäste einzuladen. Den Mut zum Scheitern zu haben. Denn erst wenn wir uns mutig auf Neues einlassen, kann auch Neues entstehen. Und das bleibt in der Erinnerung haften. Dazu müssen wir lernen anders zu denken.

 

Mehr Inspiration findet ihr im Interview mit Förster & Kreuz und 32 anderen spannenden Menschen in “Begegnung gestalten – 33 Interviewshier auf Amazon. Viel Freude beim Lesen!

 

Begegnung durch Hören: Marvin Glöckner

Hören – Marvin Glöckner zum Thema Begegnung // Photo by Mohammad Metri on Unsplash

 

 

Marvin ist ein Naturtalent und musikalisches Genie zugleich. Ich erinnere mich noch gut an eine Produktion für die IAA 2011. Wir arbeiteten mit einem international renommierten Künstler an der Musik für einen Showpart. Aber die Musik passte nicht zu dem Produkt. Mehrere Anläufe führten ins Leere. Erst kurz zuvor lernte ich den damals 25jährigen Musikproduzenten kennen, der schon mit “Wir glauben an euch” zur WM 2010 mit und für Sebastian Hämer einen Hit landete. Was dann innerhalb von weniger als 24 Stunden folgte, schrieb IAA Geschichte:

 


Ein weiteres starkes Projekt aus seiner Feder war die Musik bei dieser Präsentation auf der CES Las Vegas 2015. Deshalb gehen meine drei Fragen der fünfteiligen Sinnesorgan-Serie im Bereich Hören an Marvin:

 

 

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Zur Begegnung gehört für mich ein persönlicher Zusammenstoß von zwei Seelen. Es gibt nichts ernüchternderes als mit dem Telefon eine 20-stellige Durchwahlnummer einzutippen, um dann doch am anderen Ende von einem computergenerierten “Willkommen bei der Hotline…” begrüßt zu werden.

 

Richtig wirkungsvolle Begegnungen sind die, wo es tief geht – eine Berührung, die es geschafft hat Schutzhüllen und Abwehrmechanismen zu passieren. Wo jemand sich öffnet und damit verwundbar macht, erlaubt von der Begegnung verändert zu werden.

 

Es gab ein paar wenige Momente in meinem Leben, wo jemand mir direkt ins Herz sprach und eine Wahrheit verbalisierte, für die ich bisher taub war und derer ich mir nun schlagartig bewusst wurde. Diese Begegnungen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

 

 

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

 

Wem begegne ich? Für wirkungsvolle Begegnungen gibt es kaum eine wichtigere Frage als die des Kontexts, der Erwartungen beziehungsweise der Situation der zu-Begegnenden. Natürlich kann man eine Reise starten und auf dem Weg alle Teilnehmer der Begegnung Stück für Stück einsammeln. Aber wer den Kontext versteht, wer weiß, was die Anwesenden denken – der kann mit ein paar präzisen Worten den gesamten Großstadthirnverkehr umgehen.

 

Das gilt für die erste Minute eines Films, für die erste Seite eines Buches, genau wie für die ersten Sekunden eines Songs. Ein super Beispiel ist “Chasing Cars” von Snow Patrol. 7 Sekunden davon im richtigen Moment und die Tränen kullern. 😉 Ich liebe diese Momente einer perfekten Antwort auf die unausgesprochene Frage des Kontexts. Nach diesen Antworten suche ich mit meiner Arbeit.

 

 

3. Was können Eventgestalter bei der Planung von Begegnungen davon lernen?

 

Ich meine es hat sogar neurophysiologische Gründe, aber Musik und Ton sind einfach Meister der Kommunikation von Emotion. Insbesondere, wenn die Aufmerksamkeit einem anderen Sinn gehört. Ich kann wärmstens empfehlen einmal den Test zu machen und die spannendste Stelle eines Thrillers oder Horrorfilms ohne Ton zu sehen. Ein ziemlich ernüchterndes Erlebnis. Interessanterweise passiert jedoch ähnliches, wenn man seine Aufmerksamkeit zu 100% dem Gehör widmet und kritisch-analytisch bewusst auf den Ton beziehungsweise die Musik achtet. Sofort verliert die Szene an Magie.

 

Inception Soundtrack von Hans Zimmer zum Hören // Quelle: Youtube

 

Es ist ähnlich wie bei Inception: Wer es versteht Musik und Ton effektiv (unbemerkt) einzusetzen, aktiviert einen Superagenten, der in das Gehirn seiner Opfer schleicht und dort die Türen für verändernde Begegnung öffnet.

 

 

Apropos Hören & Begegnung…

 

Ich habe den Eindruck unsere Gesellschaft sucht mehr und mehr nach individueller Begegnung. Menschen wollen ihr ganz eigenes Erlebnis, statt wie alle anderen regulären Teilnehmer die Standard-Experience mitzumachen. Wir nehmen ein Schulsystem mit 30 Kindern pro Lehrer als absolutes Problem wahr. Eine Veranstaltungen mit 2.000 Teilnehmern pro Redner ist aber normal (Mario Barth’s Weltrekord lässt grüßen…). Wir werden es wohl nicht schaffen für jeden Besucher unserer Events einen persönlichen Soulmate-Begleiter per Knopf im Ohr zu engagieren (vielleicht wird das per AI bald möglich). Mich fasziniert aber der Gedanke, wie viel effektiver unsere Events wären, würden wir sie nur für eine einzige Person kreieren. Absolut alles, was geschieht, dreht sich (zumindest aus der Wahrnehmung des Teilnehmers) einzig und alleine um diesen einen Menschen.

 

 

Hören Marvin Glöckner inteativ musicAbout Marvin Glöckner: I am all about smart creativity.
Learned to play piano at the age of 5, added trumpet, drums and then got lost in producing music on the computer. I studied music production and international music business, recorded bands, choirs, symphony orchestras and ran with binaural microphones through the woods. I played in front of 500.000 live and 3.4 million on TV, ran into a bit of pop music fame but didn’t like the taste of it. I love big productions though – especially live shows, but in general everything where a bunch of talented people join together to create audiovisual art. In my free time I play board games till 05:00am and build space ships in Unity 3d. I am based with wife & two kids in Madrid.

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Sinnes-Blogserie zum Thema Begegnung:

Riechen > Parfumeur // Fühlen > StuntWoman // Sehen > Exterieur Designer // Schmecken > Chocolatier

Hier das Inspirationsbuch zum blättern, entdecken und verschenken: Begegnung gestalten – 33 Interviews

 

 

Frage: Welches Hör-Erlebnis kommt dir beim Wort “Begegnung” in den Sinn? Ich freue mich über deine Geschichte:

 

Begegnung durch Bewegung: StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

Fühlen: Begegnung durch Bewegung – StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

 

 

Mich interessiert die Einzigartigkeit einer Begegnung.”

// Cornelia Dworak zum Thema Fühlen

 

Wir verfügen über fünf Sinne. Eins davon ist das Fühlen. Wie dieser Sinnesorgan unsere Begegnungen beeinflusst, das habe ich StuntWoman, Fight Coordinator, Stagecombat Teacher und Dance Instructor Cornelia Dworak gefragt:

 

 

1. Was macht für dich eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Ich erinnere mich meist an Momente meines Lebens, die mich in irgendeiner Form bewegt haben. Das kann in positivem, aber auch im negativen Sinne sein. Ein Foto kann dieses Gefühl genauso auslösen, wie Musik oder ein Augenblick der Verbundenheit mit einem anderen Menschen.

 

Es geht dabei für mich um die Intensität und die „Echtheit“ des Erlebten.

 

Im Tanz ist Improvisation daher für mich das spannendste Ausdrucksmittel, da ich immer unmittelbar im Jetzt auf Input reagiere und jede Bewegung im Moment entsteht. Ein Tanzpartner löst durch seine Art sich zu bewegen, Beschaffenheit einer Berührung oder unsere Beziehung zueinander im Raum, immer eine Reaktion bei mir aus und verändert dadurch die Natur meiner Bewegung. Interaktionen dieser Art ermöglichen aus eigenen Mustern auszubrechen, sich neu zu entdecken und die Grenzen auszuloten.

 

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben geht, kann das im Zusammentreffen mit anderen Menschen auch im Alltag erleben. Oft führt dies zu unglaublich spannenden und ehrlichen Begegnungen.

 

 

2. Fühlen: Worauf achtest du bei der Gestaltung einer Begegnung?

 

Für mich haben Begegnungen einen eigenartigen Beigeschmack, wenn sie nicht echt sind. Ich merke sehr schnell, wenn man versucht mir etwas vorzuspielen, den eigentlichen Grund der Begegnung verbirgt oder sich hinter einer Inszenierung versteckt. Der Körper spricht immer. Die meisten Menschen spüren, dass etwas nicht stimmig ist, können es aber oft nicht erklären. Was übrig bleibt ist ein Partner oder Kunde, der nicht überzeugt ist.

 

Ein Mensch kann mich dann bewegen, wenn ich seine wahre Natur erkenne und spüre wofür er steht, wenn er mir offen entgegenkommt und mir gleichzeitig Raum gibt, ich selbst zu bleiben. Das kann man für mich 1:1 auf ein Produkt umlegen.

 

Cornelia Dworak in Bewegung

 

Hier noch (m)ein Moment der Erinnerung: Dieses Foto entstand in Argentinien in Mar del Plata. Da war ich 2017, um mit einer Kollegin und argentinischen Musikern ein zeitgenössisches Tanzstück an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum zu zeigen. An diesem Tag des Fotos, hatte ich den ersten Nachmittag frei (sonst laufend Proben und choreographisches Arbeiten) und bin mit dem Rad gefahren. Ich habe mich so frei gefühlt und diesen Ort an der Küste entdeckt, an dem ich mich sofort wohl gefühlt und circa 90 Minuten für mich getanzt habe. Das hat mich mit dem Universum connected und mich in völlige Harmonie gebracht. Hinter mir war schon das Meer…

 

 

3. Was können wir bei der Planung von Begegnungen von dir lernen?

 

Als Bewegungsmensch trete ich oft bewusst in Berührung mit anderen Menschen, es ist Teil des Arbeitsprozesses als Stuntfrau, Tänzerin und Coach. Eine Berührung ist die direkteste Art mit jemandem in Kontakt zu treten und löst immer eine körperliche Reaktion aus. Sie definiert innerhalb eines Augenblicks sofort die Beziehung zueinander und kann als achtsam und einladend, aber auch als fordernd, einengend oder zu intim empfunden werden. Dabei ist nicht nur der berührte Körperteil ausschlaggebend, sondern auch, ob ich mit den Fingerspitzen, der Handfläche, dem Unterarm oder mit dem ganzen Körper berühre. Da jeder Mensch eine andere Geschichte und Energie mitbringt, wird keine Begegnung gleichartig ausfallen.

 

In Bezug auf eine Performance ist daher zu überlegen, welche Zielgruppe ich ansprechen möchte, da ich zum Beispiel auf Jugendliche anders zugehe, als auf Erwachsene. Möchte ich starke Reaktionen auslösen, gebe ich viel Spielraum für Interpretation und riskiere dabei sogar Unverständnis? Oder ist es mir ein Anliegen eine klare Botschaft unmissverständlich zu vermitteln? Möchte ich in direkten Kontakt mit dem Publikum treten, es womöglich gar einbeziehen? Oder wähle ich absichtlich eine Distanz zwischen Performer und Zuschauer?

 

Fazit: Wie auch immer das Setting gestaltet ist, es ist immer eine Bereicherung, sich auf Begegnung gerade durch den Sinn Fühlen einzulassen und sich selbst trotzdem treu zu bleiben.

 

 

Cornelia Dworak StuntWoman Cornelia Dvorak ist das Gegenteil von Stillstand. Genaugenommen hält sie Stillstand nicht aus. Sie liebt Herausforderungen und das Ungewisse. Sie vertraut ihrer Intuition und ist offen das Magische mancher Augenblicke zu erkennen und sich davon berühren zu lassen. Durch die vielseitigen Eindrücke und gewonnenen Erfahrungen ist ihr Leben immer in Bewegung. Als Performerin und Coach möchte sie andere Menschen berühren und ein Stück auf ihrer spannenden Reise mitnehmen. Infos rund ums Fühlen auf Website | YouTube | CrewUnited.

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Blogserie Fühlen zum Thema Begegnung:

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begegnung durch Sehen: Mercedes-Benz Exterior Designer Robert Lesnik

Begegnung gestalten – Event-Tipps rund ums Schmecken vom Chocolatier Max

 

Frauen in der Eventbranche: You have, what it takes. Go for it!

Frauen in der Eventbranche – ein unverstellter Blick auf den Status Quo // Photo: Priscilla Bucher

 

 

In meinem Sabbatical besuchte ich mit obiger liebenswürdig-verrückten Feministin die Pinakothek der Moderne in München. Ein herrlicher Streifzug durch die Epochen mit spannenden Gesprächen. Dabei stellte Priscilla mir eine Frage, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht:

 

“Chris, stell dir vor du wachst morgen auf. Du bist noch genau derselbe Chris, der du bist. Einzig dein Körper ist der einer Frau.”

 

Soweit, so gut. Ehrlich gesagt: Ein aufregender Gedanke. 😉 Warum nicht. Tolles Gedankenspiel. Dann der Haken:

 

“Du sitzt bei deinem Chef zum Jahresgespräch. Es geht um deine Lohnverhandlung.”

 

Mir dämmerte es sofort. Scheiße. Das Äußere verändert sofort alles. Einfach, weil ich im Körper einer Frau stecke, schlagen mir Vorurteile ins Gesicht. Ich werde nicht das gleiche Gehalt bekommen, was meinem Kollegen gewährt wird. Ich werde nicht die Anerkennung durch eine Beförderung erhalten, wie sie mein Kollege erhält.

 

Männer – dranbleiben. Ja, es mag stereotyp klingen. Aber wenn wir ehrlich sind: Das ist so. Als Frau werde ich belächelt, muss mich beweisen. Der Weg als Mann ist vorprogrammiert: Die Beförderung samt Lohnerhöhung steht mir natürlich zu. Als Frau muss ich dafür kämpfen, was es nicht besser macht. Das ist unverkennbar: ungerecht.

 

 

Tragödie des Genders – Mann vs. Frau

 

Die Begegnung mit Priscilla und ihre Frage lässt mich seit einem halben Jahr nicht mehr los. Wenn ich den Gedanken weiterdenke, folgen eine Menge herausfordernder Situationen. Gerade für Frauen ist die Eventbranche kein leichtes Eisen. Natürlich ist bei weitem nicht alles stereotyp. Dennoch einige Erlebnisse aus den letzten Monaten:

 

1. Frauenquote in Unternehmen

 

Neulich erst redete sich wieder ein Chef auf einer Veranstaltung um Kopf und Kragen. Leider kann ich die Worte nicht zitieren, wären sie doch zu treffend gewesen. Aber jeder kann sich diese Situationen vorstellen. Alt-Herren-Mentalität par excellence – peinlich bis körperlich schmerzend. Puh. Wäre es nur ein Satz gewesen, hätte Mann wie Frau es vielleicht ertragen können. Aber mit jedem weiteren Satz verstrickte er sich und offenbarte, wie wenig er den Sinn hinter dieser wichtigen Maßnahme verstanden hat. Das offenbart, wie wenig das Thema im Herzen angekommen ist. So wird ein konstruktives, gleichberechtigtes, unvorbelastetes Miteinander sicher nicht gefördert. Es ist Zeit, dass sich daran etwas ändert!

 

Gleichzeitig stelle ich fest, dass aufgrund der Frauenquote in manchen Konzernen Männer mittlerweile das nachsehen haben. Ohne das Thema statistisch validieren zu können stosse ich in letzter Zeit immer wieder auf Kollegen, die einfach frustriert waren. Das als Wahrnehmung, ohne bewerten zu wollen.

 

2. Arbeit als Regisseurin…

 

In dem Gedankenspiel würde ich konsequenterweise als Regisseurin sowohl Vorstände auf der Bühne, aber auch ein zu 98% männliches Technikteam führen. Da muss Frau erstmal ihren Mann stehen. Welches Alphatier im Vorstand lässt sich schon gerne vor der ganzen Mannschaft von einer Frau korrigieren? Das Thema ist sowieso sensibel und bedarf Fingerspitzengefühl: Klar, solide, ruhig kommunizieren. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber folgendes Beispiel bestätigt die Regel:

 

Kürzlich habe ich ein Projekt konzeptionell beraten. Für die Durchführung habe ich einige Regie-Kolleginnen vorgeschlagen. Die Rückmeldung war, dass es definitiv keine Frau sein soll. “Der CEO lässt sich nicht von einer Frau führen.” Das ist natürlich höchst pauschal und unfair. Julia Möller, Nadine ImbodenMonika Graf, Andreana Clemenz oder Konstanze Agatz machen einen hervorragenden Job als Regisseurin. Vielleicht sind Männer bei euch gerade wegen der Diskretion und Empathie in besten Händen. Mein Respekt, wie ihr eure Aufgabe täglich mit Bravour meistert (oder ist das eine der leichtesten Übungen? Bei der nächsten Begegnung werden wir drüber sprechen…)! Dieses hinterfragen Kundenseits gilt übrigens nicht nur für Regisseurinnen, sondern auch für ModeratorInnen aber auch ProjektleiterInnen, wie mir kürzlich eine Kollegin bestätigte.

 

3. Selbstbewusstsein

 

Ein anderes Phänomen ist für mich das Thema Selbstbewusstsein. Oder anders: Sich seiner selbst bewußt zu sein. Was kann ich, was nicht. Was davon teile ich mit, was nicht. Verbal wie nonverbal. Allein meine Körperhaltung verrät unfassbar viel darüber, was ich mir selbst zutraue. Eine Vorstandsdame erzählte kürzlich beiläufig diese Geschichte: Eine junge Porjektmanagerin entschuldigte sich vor ihrer Präsentation für ihr unperfektes Englisch. In den Köpfen der Zuhörer war sofort verankert: Jetzt kommt schlechtes Englisch. Dabei brillierte sie auf fachlicher wie sprachlicher Ebene. Nur waren die Zuhörer gedanklich gar nicht dabei… Danach kam ein älterer Mann, der sich hinstellte und im breiten Bayern-Kauderwelsch seine englischsprachige Präsentation hielt. Es lagen Welten dazwischen, aber der Mann hat es einfach gemacht. Die Leute haben zugehört. Die Moral: Einfach machen, nicht entschuldigen.

 

Ein Phänomen, welches mir auch im Gespräch mit meiner Frau aufgefallen ist. Als Mann neige ich bei Jobanfragen dazu einfach JA zu sagen – auch wenn ich das fachlich noch nie gemacht habe. Die Entscheidung ist wenig reflektiert, sie ist instinktiv. Traue ich mir zu, mache ich, klar. Meine Frau wägt die Fallstricke eher kritisch ab. Das ist keine Wertung, sondern nur eine Wahrnehmung: Männer sagen einfach Ja, Frauen denken oft (über)kritisch darüber nach. Da können wir uns durchaus etwas von der jeweils anderen Seite abschauen.

 

Frauen in der Eventbranche

„Gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Kraft

Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu trennen.”

 

 

Natürlich geht es dabei nicht darum sich selbst zu überschätzen, sondern zu spüren: Was könnte ich hin bekommen, auch wenn ich davor großen Respekt habe und was ist einfach nicht möglich. Heute weiß ich: Denken hilft. Ich habe gelernt einmal mehr nachzudenken, bevor ich handle. Das bewahrt mich vor mancher Peinlichkeit – ob offensichtlich oder nicht. Aber ohne Mut wäre ich nicht da, wo ich bin. Meine Frau konnte ich genau dazu ermutigen, sich öfter auf das Abenteuer einzulassen. Natürlich hat sie Job-Anfragen immer gekonnt umgesetzt – und war froh, dass sie JA gesagt hat. Manchmal merken wir ja erst beim Tun, was so alles in uns steckt…

 

Mein Punkt: Ich kenne so viele Projektmanagerin im Eventbereich, die einfach unfassbar gut, durchdacht, stringent, souverän und umsichtig agieren. Egal auf welchem Level (und ohne Ranking) – ich bin beeindruckt von Frauen wie Hanna Hasenbank, Alexa Küddelsmann, Weijie Yang, Barbara Zickler, Eva Heid, Stefanie Dieterich, Andrea Bergheim, Sabine Pollmann, Swantje Marquardt, Gabi Garmatz, Claudia Krause, Louise Amelie Leuchtenberger, Eugenie Jung, Julia Arnold, Silja Neumann, Britta Bahlow, Miriam Gundlach, Gaby Bartolomeo, Fran Koetter, Uta Brinksmeier, Antonia Eisert, Vivien Stamm, Stephanie Fottner, Grit Aßmuß, Grit Scholz, Nadja Pohle, Vera Viehöfer, Kerstin Riedmüller, Andela Riedel, Eva Pehle, Anne Reinhardt, Nadja Meister, Yvonne Katz, Kerstin Hoffmann-Wagner, Daniela Seemann, Nadja Bartels, Maren Neumeier und viele mehr, die ich jetzt vergessen habe. You have, what it takes. Go for it!

Update: Katharina Stein vom Eveos Blog reagiert auf diese Gedanken mit diesem Plädoyer zur Haltung.

 

4. Kinderwunsch

 

Als zweifacher Vater erlebe ich die Dramatik, die sich im Körper der Frau abspielt, besser mit. Ich wußte vorher nicht, wie intensiv zum Beispiel die Geburt ist. Viele Freunde hegen seit Jahren einen Kinderwunsch. Nicht die Norm – aber immer öfter bekomme ich mit, wie sich ein Paar auf eine Hormon-Therapien einlässt. Das hat krasse Auswirkungen auf den Körper, aber auch die Seele. Bei vielen anderen Freunden gab es Totgeburten. Ein unvorstellbares Leid. Nicht nur emotional, sondern auch physisch. Das hinterlässt Spuren.

 

Dies ist aber ja nur der erste Schritt. Was ist, wenn dann die Kinder größer werden. Wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt – beziehungsweise eben auch nicht – darüber haben vier Kolleginnen höchst ehrlich geschrieben. Gerade im Eventbereich ist das mit den krassen Arbeitszeiten fast unmöglich. Ok, man könnte meinen egal ob Mann oder Frau: Wer sich für die Eventbranche entscheidet braucht einen toleranten Partner und eine verlässliche Kinderbetreuung. Aber die Frage wer zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, brauche ich gar nicht zu stellen. Natürlich der Mann. Äh…?

 

 

Frauen in der Eventbranche – ein Segen!

 

Vor einiger Zeit habe ich den grandiosen Dokumentarfilm “Where to invade next” des US-Oscarpreisträgers Michael Moore gesehen. Am Ende des Films stellt er den Einfluss von Frauen in die Gesellschaft Island’s vor. Island wählte die erste Präsidentin weltweit. Die einzige Bank, die die Wirtschaftskrise überstand war eine von Frauen geführte Bank. Moore’s Aufforderung: Frauen an die Macht – denn sie sorgen sich um durchdachte, langfristige und für alle Seiten faire Entscheidungen. Das führt zu Fairness und Nachhaltigkeit. Ich kann ihm da nur beipflichten. Wir müssen Frauen faire Chancen geben.

 

Mein Frauenbild ist grundsätzlich sehr positiv durch meine Oma geprägt worden (hier ein filmisches Porträt). Meine Mutter ist eine sehr starke, mutmachende, lebensbejahende, stringente, verändernde Frau. Auch aufgrund dieser Prägung halte ich immer wieder Ausschau nach Möglichkeiten, wie ich Frauen bei Events fördern kann. Es macht Spaß zu entdecken, wie konsequent ich positiv überrascht werde. Frauen können es, sie brauchen nur öfters die unvoreingenommene Chance. Geben wir Ihnen, was Ihnen zusteht!

 

 

Mit diesen Gedanken möchte ich dazu inspirieren, das Geschlecht als Kriterium unseres (Vor)Urteils zu verbannen! Ein unverstellten Blick (wie Priscilla Bucher in diesem Video vorlebt) tut uns allen gut. Lasst uns offen und fair miteinander Chancen verwandeln. Für alle Männer, die es bis hierhin durchgehalten haben: Nur Mut, ihr werdet überrascht werden! Das gilt auch für euch Frauen – nur Mut, ihr werdet überrascht werden “was alles möglich ist”! Lasst uns das Gute vom anderen Geschlecht abschauen, voneinander lernen, besser im Umgang miteinander werden.

 

 

Frage: Männer wie Frauen: Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema in der Eventbranche gemacht?