27. Januar 2021/2: YouTube Stream #NieWieder

27. Januar // Samuel Koch am 9.11.2019 vor der Synagoge in Halle – ein Monat nach dem Anschlag © Andre Wirsig

 

Kassel, Halle, Hanau. Hass und Diskriminierung in Deutschland fordern immer noch Todesopfer.

77 Jahre nach Auschwitz müssen wir dem wiederauflebenden Antisemitismus in Europa entgegenwirken.

 

Es braucht eine neue Form

…des Erinnerns und Versöhnen – für Alte wie Junge.

…des voneinander Lernens & angstfreien Miteinander.

…des aktiven Gestaltens der gemeinsamen Zukunft.

 

77 Jahre später: #NieWieder

 

Rechte wie linke Extremisten wird man nur schwer überzeugen, anders zu denken. Das ist ein mühsamer Weg.

Wir müssen daher langfristig in die Jugend investieren, damit sie versteht, erinnert und gestaltet.

 

Indem der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar Jugendliche betrifft, sie den Holocaust begreifen, sie unsere deutsche Geschichte berührt, wird es sie hoffentlich gemeinsam zu einem neuen Handeln bewegen: Liebe überwindet Hass – gemeinsam statt einsam, Leben statt Tod.

 

Durch persönliche Lernreisen. Wie die von Samuel Koch, der nur einen Monat nach dem Anschlag in Halle an der Synagoge -genau wie Ronald Lauder- zu Recht sagte: Taten statt Worte.

 

 

Gut ein Jahr später ist es soweit: Taten statt Worte. Nachdem wir die 75 Jahr Befreiungsfeier in Auschwitz am 27. Januar 2020 erlebt haben (hier ein Video mit Samuel Koch in Birkenau) wollen wir einen Startschuss setzen: Vom 27. Januar 2021 an planen wir 82 kleine Aktionen, die eine Lernreise nachvollziehbar macht. Veränderung gelingt nicht von Heute auf Morgen. Diese Aktionen sollen in einem 30minütigen Roadmovie münden, welcher zum 27. Januar 2022 Premiere feiern soll. Damit wollen wir das Thema für Schüler*Innen neu erzählen. Nachhaltiger als bisher. Denn es ist dringender, denn je:

 

 

Die Idee: YouTube Stream am 27. Januar 2022

 

In Kooperation mit dem Holocaust Mahnmal Berlin und dem Kölner Festjahrsverein #2021JLID wird jüdisches Er-Leben erlebbar gemacht. Mit Erinnerung aus der Vergangenheit für einen Blick in den Morgen, welches unser heutiges Miteinander prägt. Das wird eine spannende, lebensfrohe Reise. Dazu laden wir YouTuber ein, uns zu unterstützen.

 

Konkret planen wir ein 30minütiges YouTube Format für 9./10. Schulklassen am 27.1.2022 von 9:30-10 Uhr. In diesem erzählen wir zielgruppenaffin, erlebnishaft drei Geschichte(n) zwischen Hanau, Halle und Berlin über Hass, Diskriminierung und Antisemitismus von und mit jungen Protagonisten. So ermöglichen wir Lernreisen und laden zum Dialog im Rahmen der Schulklassen vor Ort ein.

 

Eine Begegnung mit Holocaust-Überlebenden aber auch heutigem jüdischen Leben. Rassismus und Hass vermitteln die nötige Bandbreite, die jede/n Schüler*in vom Pausenhof kennt. Wir stehen erst am Anfang, wollen aber #einfachmalmachen.

27 Januar DANKE

Damit setzen wir ein hoffnungsvolles Zeichen. Und zwar für die nächsten 82 Jahre. Jedes Jahr neu aufs Neue, immer für die 9/10. Klassen. In der Hoffnung, dass sich in den nächsten 82 Jahren etwas verändert.

 

Trotz social-distancing bauen wir reale Brücken und reißen Mauern ein – bei gegenseitigem Respekt und Toleranz. Eine Umsetzung in 2021 ist leider unter den aktuellen Corona Bedingungen nicht möglich – allein schon weil kein Austausch nach dem Film in Schulklassen möglich ist. Da wollen wir nichts übers Knie brechen, sondern über das Jahr verteilt längerfristig arbeiten. Wir haben Zeit. Dafür nehmen wir uns Zeit.

 

Unser Aufruf: Taten statt Worte. Helfen Sie uns zu helfen und werden Sie eine/r von 82 Spender*Innen (aktueller Spendenstand unterhalb). Alle Infos auf Betterplace.org. Ihr/Sie erhalten im Nachgang über MediaVision e.V. eine Spendenbescheinigung sowie obiges Plakat in einer limitierten Sonderauflage als kleines Dankeschön…

 

Wie Sie uns helfen können & wozu es die Revolution des Gebens braucht

 

Hier übrigens der Grund, warum wir eine Revolution des Gebens in Deutschland benötigen.

 

Aktuell suchen wir noch Pädagogen, die uns bei dem Konzept für begleitendes Unterrichtsmaterial unterstützen. Jede weitere Verlinkung oder Empfehlung an Geschichtslehrer der 9/10. Klasse und Schulleiter*Innen hilft!

 

Danke, danke, danke! Werde einer der noch 74 verbleibenden Spender auf Betterplace.org <3.

Samuel Koch + Chris Cuhls für die Initiative 27. Januar

 

PS: Weil das Leben trotz allem weiter geht – MAZEL TOV COACKTAIL (hier der ganze 30min Film auf arte zu finden 😉 ):

 

 

FAQs zu Umsetzung, Verbreitung, Team…

 

01 > Das Format: Was soll das sein? Wie wird es am Ende laufen?

 

Antwort: Der 30min Kurzfilm soll ein Road Movie werden. Samuel Koch wird an drei Orten in deutschland auf jeweils zwei Protagonisten treffen. In dieser Begegnung werden die Themen Hass, Diskriminierung und Antisemitismus thematisiert.

Durch junge Menschen werden die Themen so diskutiert, dass sie von den 9./10. Klässlern verstanden werden. Es soll sie ja betreffen, unsere Zielgruppe soll die Themen begreifen und in den Herzen wie Köpfen etwas bewegen.

Wir planen übrigens in den nächsten Jahren immer eine neue Folge zu realisieren mit neuen Menschen und Geschichten. So lange, bis wir merken es ist obsolet über #NieWieder sprechen zu müssen…

 

02 > Das Timing: Wann findet das ganze statt und wie lange geht es?

 

Antwort: Wir planen am 27.1.2022 um 9:30 Uhr die Premiere des halbstündigen Formats über Youtube. Danach ist der Film jederzeit und überall abrufbar. Also selbst in Lockdown Zeiten von zu Hause aus empfangbar – auch wenn wir uns das alle für 2022 nicht mehr wünschen…

Natürlich wissen wir, dass nicht jede Schulklasse deutschlandweit um 9:30h Zeit hat. Kein Problem, einfach im Tagesverlauf anschauen – oder auch in den Monaten danach… Es soll keiner überfordert werden, so wie es passt!

 

03 > Die Teilnahme: Wie kann ich teilnehmen?

 

Antwort: Einfach einschalten. Wir werden rechtzeitig hier und über Pressearbeit den YouTube Link kommunizieren. Aktuell versuchen wir mit der Bundeszentrale für politische Bildung Kontakt aufzunehmen. Wenn wir eine Antwort erhalten läuft das Projekt bestenfalls über die bpb. Außerdem sprechen wir mit dem Jugendsender der öffentlich-rechtlichen FUNK und hoffen hier ebenso auf eine Kooperation.

 

04 > Kann ich mir die Aufzeichnung im Nachhinein anschauen?

 

Antwort: Ja, das ist möglich. Das Video wird über YouTube verfügbar bleiben. So kann das Video zu einem späteren Zeitpunkt in den 9./10. Schulklassen angeschaut werden. Oder auch für Hausarbeiten im Nachgang nochmals individuell angeschaut werden.

Übrigens haben wir bereits tolle Ideen für 2023. Mit entsprechendem Vorlauf werden wir gute Interaktionsmöglichkeiten entwickeln. Spoiler: Die Stolpersteine von Gunter Demnig in der jeweiligen Stadt vor Ort werden da eine Rolle spielen…

 

05 > Die Macher: Wer steckt dahinter?

 

Antwort: Unsere Initiative ist eine ganze Gruppe von engagierten, demokratischen Deutschen – jeder bringt seine Expertise ein:

 

Samuel Koch > Moderation & Initiator

Chris Cuhls > Idee, Konzept, Netzwerk

Sophie Campbell > Regie

Björn Kowalewsky > Kamera

Axel Beyer > Autor des Buchs (Ex-Unterhaltungschef ZDF, WDR)

Matthias Müller > Sprecher der Initiative 

Dr. Nicolas Dreyer > inhaltliche Beratung

Jakob Bergmann > Performance Marketing

Magnus Wacinski > Social Media Strategie

Barbara Weber > Organisation

Jürgen Single, Martin Sass, David Wessler, Matthias Boyer > Spendenabwicklung über Media Vision e.V. 

und viele weitere… > die Protagonisten des Films verraten wir erst später 😉

 

06 > … sonstige Fragen? 

 

Antwort: Mail uns einfach, wir ergänzen fortlaufend!

 

 

Übersicht der Spender für den 27. Januar 2021/2:

 

1/82: Reiner Kafitz, Köln

2/82: Carsten Seibt & StreamLive, Leipzig

3/82: Michael Herberger, Mannheim

4/82: Sprecher Thomas Friebe, Köln

5/82: Barbara Stüttgen & William Good, Düsseldorf

6/82: NN, Frankfurt am Main

7/82: Sven & Esther Passig, Lübeck

8/82: A.B., Köln

9/82 …Du/Sie?! > spende JETZT auf Betterplace.org <3

 

Weitere Infos von Samuel Koch hier: #NieWieder 2020

 

Wir brauchen eine REVOLUTION des GEBENS

Revolution des Gebens // Ein Plädoyer für den Sinn des Gebens (Foto: pixabay) 

 

Geben macht glücklich. Dennoch geben die Deutschen immer weniger.

 

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. In Deutschland wird in diesen Tagen traditionell wieder gut gespendet, auch mit Corona-Pandemie. Den Rest des Jahres sieht es mit unserer Freude am Geben dann aber wieder Mau aus. Immer weniger Deutsche spenden und überlassen die guten Taten lieber der älteren Generation. Wir brauchen dringend eine Revolution des Gebens. Vielleicht kann gerade die aktuelle Pandemie zu ihrem Startschuss werden.

 

Geben macht glücklich. Das haben Neuro-Wissenschaftler aus Lübeck erforscht. Dafür haben sie zwei Probandengruppen in den Kopf geschaut. Sie wollten herausfinden, wie sich das Geben auf ihr Wohlbefinden und Verhalten auswirkt. Im Test war eine Gruppe angehalten ein anvertrautes Budget ausschließlich für andere Menschen auszugeben, indem sie spenden oder jemanden beschenken. Die andere Gruppe sollte das Geld nur für sich selbst ausgeben. Das Ergebnis: Die großzügige Gruppe gab an glücklicher zu sein und verhielt sich auch in folgenden Tests durchweg großzügiger. Ihr Gehirn verknüpfte Großzügigkeit mit Glücksgefühlen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass man Geben zu einer guten Gewohnheit kultivieren kann.

 
 

In Sachen Geben ist Deutschland Entwicklungsland.

 

Der Trend in Deutschland ist eindeutig. Laut der GfK Studie „Bilanz des Helfens“ spenden seit Jahren immer weniger Menschen. Die Generation 70+ ist Jahr für Jahr die spendenfreudigste. Von ihnen spendet jeder Zweite. Insgesamt machten sie im Jahr 2019 über 40% des Spendenvolumens aus. Bei nachfolgenden Generationen ist die Anzahl der Geber*innen rückläufig, auch wenn die durchschnittliche Spendenhöhe zwischenzeitlich angestiegen ist.

Wenn wir über den großen Teich schauen, spenden die Amerikaner pro Kopf 5-mal so viel wie wir. Weniger Wohlhabende engagieren sich dort stark im Ehrenamt. Wenn, dann sind die Deutschen in der Adventszeit traditionell großzügig. Die Amerikaner hingegen spenden das ganze Jahr über. Während wir uns in Deutschland darauf verlassen, dass der Gesetzgeber unsere Steuern sinnvoll verteilt, wollen die Amerikaner lieber selbst entscheiden, welche gesellschaftlichen Themen sie unterstützen.

 
 

Was steckt hinter unserer Spendenunlust?

 

Zum Beispiel eine schwache Spendenkultur: Bei uns wird grundsätzlich ungern über Geld gesprochen, öffentlich schon gar nicht. Darunter leidet auch das Spenden. Wer sich mit einer großzügigen Tat doch einmal hervortut, erntet dafür eher Kritik als Wertschätzung. Wir sind es gewohnt, dass das Geld für wichtige Themen in der Regel schon da ist. Warum sollten wir uns also dafür engagieren? Gemeinnützige Organisationen müssen für ihre guten Anliegen immer aufwendiger um Unterstützung werben. Dem Geben fehlt es immer mehr an Vorbildern: Wenn immer weniger Menschen gerne Geben, werden auch immer weniger junge Menschen die Freude daran entdecken können.

 
 

Corona – Unsere Chance für eine Revolution des Gebens?

 

Bei allen Unsicherheiten und Nöten, die die aktuelle Corona-Pandemie mitbringt, zeigt sie ebenso eindrücklich, wie wir zusammenrücken können und müssen. Auf einmal merken wir, was fehlt, wenn kulturelle, gastronomische und soziale Angebote ums Überleben kämpfen oder einfach nicht mehr da sind. Auf einmal starten wir kreative Spendenaktionen für unseren Friseur, kaufen symbolische Tickets unseres Lieblingskünstlers oder spendieren unserem Fußballclub eine virtuelle Bratwurst. Genau dieses Engagement brauchen wir in Deutschland! Auch ohne Pandemie und vor allem nachhaltig. Das wäre eine echte Revolution des Gebens. Die Chance dafür ist jetzt da und jeder von uns ist eingeladen die Freude am Geben neu zu entdecken.

Und nicht vergessen: Geben macht glücklich!

 
 

Lars Flottmann


Lars Flottmann
ist Fundraiser & Kommunikationsberater. Er setzt sich mit seiner Agentur www.fundraising-strategen.de für mehr Freude am Geben ein. Er unterstützt gemeinnützigen Organisationen dabei neue Spender, Freunde und Fans für ihre gute Sache zu finden.

 

Warum Scheitern Events weiterbringt // Begegnungen gestalten

Scheitern & Begegnungen – 33 Interviews mit Experten

 

 

Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Eine Frage, die für mich als Eventgestalter im Zentrum meiner Arbeit steht. Dazu habe ich in diesem Inspirationsbuch 33 Weggefährten die immer gleichen drei Fragen gestellt. Reputationsberater Rainer Wälde antwortet:

 

“Bei vielen Begegnungen werden nur Erfolge zur Schau gestellt. Mich faszinieren Menschen, die ehrlich auch über ihr Scheitern sprechen. Nach meiner Beobachtung wirken Menschen, die bei einer Begegnung offen ihre Schwächen zugeben, selbstbewusst und authentisch. Man kann auch im Kleinen anfangen, etwa im Freundeskreis, und dort seine Schwächen zugeben. Damit schafft man ein Klima, in dem sich auch andere öffnen. Es ist erleichternd, wenn man kein Theater spielen muss und offen über Defizite sprechen kann. Vor allem, wenn der Humor einsetzt und man zusammen darüber lachen kann.”

 

Scheitern Begegnung gestalten ehrlich Rainer Wälde

 

 

Ich finde den Blick auf Scheitern und Fehler und was daraus gelernt wurde für Veranstaltungen sehr spannend. Natürlich setzt dies Mut und Offenheit voraus, von den Menschen und auch den Unternehmen. Aber in einer so verrückt auf Erfolg getrimmten Gesellschaft tut es uns sehr gut, uns mit dem Scheitern auseinander zu setzen und daraus zu lernen. Ein Eventformat, welches das Thema bereits aufgreift, sind die FuckUp-Nights. Deutschlandweit gibt es diese Abende – vielleicht bald auch mit deiner Geschichte?

 

 

Mut, vom Scheitern zu erzählen

 

Wie wäre es, wenn beim nächsten Event Raum für einen Perspektivwechsel auf das Scheitern versucht wird? Natürlich verbunden mit der Frage, wie dies Menschen und Unternehmen weitergebracht hat. Das wär mal ein spannendes Event!

 

Alle Beiträge der fünfteiligen Sinnes-Blogserie zum Thema Begegnung gestaltenRiechen > Parfumeur // Fühlen > StuntWoman // Sehen > Exterieur Designer // Hören > Musikproduzent // Schmecken > Chocolatier

 

Hier das Inspirationsbuch zum blättern, entdecken und verschenken: “Begegnung gestalten – 33 Interviews

 

 

Frage: Welches Erlebnis kommt dir beim Wort “Begegnung” in den Sinn? Ich freue mich über deine Geschichte:

 

Begegnung gestalten – mit Mut!

Begegnung gestalten – mit Mut!

 

Tadaa! Es ist da! Mein neues Buch!

 

Als Regisseur und Konzepter gestalte ich vor allem Begegnungen – zwischen Menschen und Marken. Wer mich kennt, weiß, dass ich zentralen Themen gerne nachspüre. Dazu habe ich 33 Weggefährten die immer gleichen drei Fragen gestellt. Herausgekommen sind genial unterschiedliche Antworten, die mich selbst begeistern. Ein paar davon möchte ich in den nächsten Wochen hier vorstellen.

 

Los geht jedes Interview mit der Frage: “Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?
Business Speaker Anja Förster & Peter Kreuz sagen unter anderem: Mut!

 

Begegnung gestalten Förster & Kreuz

Zitat von Business Speaker Förster & Kreuz

 

 

Haben wir Mut?

 

Begegnungen brauchen Mut und Risikobereitschaft. Das ist nicht immer bequem, aber lohnenswert. Ich habe auch noch kein richtig geniales Event erlebt, bei dem die Veranstalter nicht mutig waren. Sich auf spannende Leute einzulassen. Neue Formate – mit Ausgang offen – auszuprobieren. Andere Orte zu bespielen. Innovative Redner auf die Bühne zu holen. Andere Gäste einzuladen. Den Mut zum Scheitern zu haben. Denn erst wenn wir uns mutig auf Neues einlassen, kann auch Neues entstehen. Und das bleibt in der Erinnerung haften. Dazu müssen wir lernen anders zu denken.

 

Mehr Inspiration findet ihr im Interview mit Förster & Kreuz und 32 anderen spannenden Menschen in “Begegnung gestalten – 33 Interviewshier auf Amazon. Viel Freude beim Lesen!

 

Deine Worte haben Macht – oder etwa nicht?

Gedanken beeinflussen Worte und Worte haben Macht // Sei gut zu dir & anderen!

 

 

Zum heutigen Ehrentag erlaube ich mir philosophisch zu werden…:

 

 

1. Wusstest du, dass dein Körper aus bis zu 70% Wasser besteht?

 

Ok, soweit reicht das Schulwissen noch.

 

 

2. Wusstest du, dass Wasser Emotionen speichert?

 

Puh, jetzt wird es esoterisch. Nicht im Ernst, oder? Das ist doch nur Wasser!?

 

 

3. Wusstest du, dass deine Worte Wasser beeinflussen können?

 

Klingt extrem komisch, ist aber so. Ich wollte es zunächst auch nicht glauben. Mein Schwiegervater erzählte mir von diesem Experiment: Ein Japaner hat einen Monat lang drei Gläser gefüllt mit Wasser und Reis “besprochen”. Das rechte mit “Vielen Dank”, das linke mit “Du bist ein Idiot” und das mittlere ignorierte er. Heraus kam dabei das:

 

 

Worte haben Macht Wasser Experiment Reis

 

Ne, nicht im Ernst. Alles Humbug! Das schrie nach Wiederholung: Gesagt getan (zwar nicht ich, aber ein Bekannter, der Physiker ist und es einfach nicht glauben wollte). Unfassbar! Es kam genau dasselbe dabei raus.

 

Nachzusehen ist das Experiment in unten verlinkter Dokumentation “WATER – Die geheime Macht des Wassers” (bei 49:47 Minuten). Auch wenn es Strecken gibt, bei denen ich ausstieg haben mich die Gedankengänge echt überrascht. Wasser – das ist doch eigentlich so stinklangweilig normal… Was lernen wir jedenfalls daraus?

 

Deine Worte haben Macht!

 

Wenn unsere Worte schon “normales” Wasser so krass beeinflussen können, dazu Wasser noch Emotionen speichert (wird in der Dokumentation thematisiert) und wir Menschen aus fast 70% Wasser bestehen… 1+1+1 = Diese Kombination macht für mich ein gedankliches Fass auf!

 

Da kann ich doch gar nicht mehr anders als in Gedanken wie auch in Worten gut mit mir, aber natürlich auch anderen Menschen um mich herum zu sein. Unsere Worte haben Macht. Lasst uns also nett mit uns selbst und zueinander sein! Darauf werde ich im nächsten Jahr definitiv acht geben. Hier die sehenswerte Doku:

 

 

Quelle: Youtube – deine Worte haben Macht // Experiment bei 49:41 min

 

 

Linkempfehlungen zu philosophischen Gedankengängen im Eventbereich:
Warum wir mehr Customer Centricity bei Events benötigen…
Teamkommunikation // Warum anschreien einfach nicht lohnt…
PAUSE: Warum du mehr erreichst, wenn du weniger arbeitest…
Dienende Führung – Führungsmodell für effektive Event-Ergebnisse
BurnOut: Wie schaffe ich es in unser Branche zu arbeiten, OHNE auszubrennen…

 

Die 5-Finger-Formel // Tipps für dein Vortrag

Die 5-Finger-Formel // hilfreiche Tipps bei der Vorbereitung von Vorträgen

 

 

“Einer muss immer leiden – entweder das Publikum oder der Vortragende. 

Hoffentlich ist es der Zweite!” // Papst Franziskus

 

 

Als Regisseur erlebe ich tagein, tagaus eine Vielzahl von Vorträgen bei Konferenzen und Veranstaltungen.

 

Die meisten sind leider irrelevant. Zeitverschwendung.

 

Das liegt daran, dass sie keinen Fokus haben. Oder Antworten auf Fragen geben, die keiner gestellt hat. Oder zu sehr aus der Brille des Vortragenden gedacht sind und damit das Publikum langweilt. Oder inhaltlich sogar gut sind, aber einfach nicht im Kopf bleiben wollen.

 

Fünf Fragen, die es in sich haben…

 

Genau da steigt ein kleines Bildband ein. Der Kreativschmiede Bär Tiger Wolf ist es gelungen eine sinnbildliche Geschichte im Kinderbuchstil zu erzählen (habe ich gleich meinen Kindern vorgelesen ;).

Im zweiten Teil werden die Prinzipien für wirkungsvollere Vorträge gekonnt auf den Punkt gebracht.

 

So, dass Kopfkino ausgelöst wird.

 

Diese fünf Fragen helfen ungemein in der Vorbereitung und sorgen dafür, dass die Botschaft erinnerbar bleibt:

 

die 5-Finger-Formel

 

Hier die fünf Fragen für das MEHR an Wirkung deines Vortrags:

 

1. Starker Fokus: Auf welche Frage fokussiere ich mich?

 

2. Relevanz zeigen: Wie betrifft es die Zuhörenden?

 

3. Was ist die herausragende Frage aus Sicht der Hörenden?

 

4. Gebe ich eine Antwort in Form eines Versprechens, einer Chance oder eines Angebots?

 

5. Greifbare Struktur: Lässt sich die Antwort mit einem Begriff oder Bild gliedern?

 

 

Wie das am Beispiel von Employer Branding konkret aussehen kann, erklärt Geschäftsführer Theo Eißler hier:

 

 

 

Fazit: Die 5-Finger-Formel ist ein Schätzchen!

 

Clevere Tipps, die genau richtigen und wichtigen Hinweise, damit Vorträge Wirkung erzielen. Destilliert auf das Allerwichtigste und dabei klar, verständlich und lustmachend auf die Bühne zu gehen. Einfach empfehlenswert!

 

Als Praktiker würde ich noch hinzufügen, dass sich der Teufel in der Ausgestaltung versteckt. Die Fragen bringen extrem gutes Wissen hilfreich auf den Punkt. In der Umsetzung macht es aber Sinn sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden zu geben, sondern mit einem Gegenüber die eigenen Antworten zu reflektieren und durch Perspektivwechsel auf eine noch tiefere, stringentere, ganzheitlichere Ebene zu gelangen. Dabei hilft mir die Idee von Costumer Centricity! Wer einen Sparring Partner sucht wird sicher bei Theo Eißler fündig – oder darf sich gerne auch an mich wenden 😉

 

Das Buch lässt sich bei Amazon bestellen. Hier gibt es auch eine Vorlage mit den fünf Fragen. Viel Spaß damit!

 

Weitere Leseempfehlungen zum Thema Präsentieren:

Präsentationstipps: Was Elon Musk goldrichtig macht & Sie davon lernen können!
5-teilige Serie Besser Präsentieren von Moderator und Coach Martin Kloss
AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge
OnePager: Auf den Punkt kommen wie Ronald Reagan 

 

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs // Teil 1 der fünfteiligen Serie Begegnung

 

 

Als Eventgestalter wollen wir unvergessliche Momente erzeugen. Mensch und Marke sollen sich begegnen – am besten mit WOW-Erlebnissen. Wie es zu wirkungsvollen Begegnungen kommt, dem möchte ich in einer fünfteiligen Serie nachspüren. Dabei werden wir uns dem Mysterium einer Begegnung über die fünf Sinne nähern. Fünf Experten bekommen die selben drei Fragen gestellt. Den Anfang macht der Geruchssinn. Dazu habe ich den Parfumeur Uwe L. Manasse befragt:

 

 

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Geruch ist der einzige Sinneskanal, den man nicht betrügen kann. Das unbewusste Fühlen des Gegenübers wird wie bei keinem anderen Sinn aktiviert. Daher ist die wirkungsvolle Begegnung auf dieser Ebene geprägt vom Zeigen und Erkennen des Wesens, der Stimmung und der Werte der Kommunizierenden.

 

Duft ist das erste Element der Begegnung. Bevor wir mit jeglichem anderen Sinn das Setting erfassen, hat das Riechen, allein durchs Atmen schon wichtige Weichen gestellt: Bin ich sicher? Ist das echt was ich sehe, höre oder fühle? Und vor allem: Woran erinnert es mich?!

 

Und Duft ist das letzte Element der Begegnung. Denn auch kein anderer Sinn verdrahtet im Kopf Erinnerungen so fest wie das Riechen. Diese beiden Faktoren aktiv bewusst zu leben, wird jede Begegnung verändern.

 

 

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

 

Riechen gehört fest mit in die Planung. Ist die Eventlocation für den Launch einer Nobel-Uhrenmarke beispielsweise neben einer Bio-Hühnerfarm? Passt nicht. Geht es um Outdoormode, dann ist der ländliche Geruch Teil der Inszenierung.

 

Wenn eine aktive Beduftung vorgesehen ist, muss diese den Werten der Unternehmung entsprechen. Eigenwillig gutes Beispiel: Abercrombie und Fitch. Die kommunizierten Firmenwerte sind laut, unverhohlen, auf Äußerlichkeiten bezogen. Genau so ist die Parfumierung der Geschäftsräume. Da wurde alles „richtig“ gemacht.

 

Weniger gutes Beispiel: Bäckerei, die mit „Frischem Backwerk“-Duft parfumiert wird und man am Abend 16 Stunden alte Brötchen bekommt.

 

Dies gilt auch für Menschenbegegnungen. Beispiel: Der Agenturchef kommt am Nachmittag zum Kunden, mit einer perfekten Präsentation. Gegessen hat er seit heut Morgen nichts. Er ging lieber noch zwei Mal alles durch. Sein Hunger-Mundgeruch wird den versammelten Säugetieren (Kunden) verraten, dass dieses gehetzte Tier da vorn noch nicht einmal in der Lage ist, für sich zu sorgen. Das Rudel (welches den Auftrag dann an einen anderen vergibt) also schwächen wird. Riechen ist hemmungslos ehrlich.

 

Begegnung Riechen Geruchsinn Event

 

 

3. Was können Eventgestalter bei der Planung von Begegnungen davon lernen?

 

Wer die Werte des Kunden, Produkts, Zeitpunkts kennt, wird nichts falsch machen. Also sind diese Werte Tagesordnungspunkt 1. Wer dazu dann auch noch die Trigger seines Publikums kennt, macht alles richtig. Also Tagungsordnungspunkt 2. Dann multiperspektivisch denkende Experten ins Boot holen und zur Interaktion miteinander ermutigen.

 

Perfekt schlechtes Beispiel: Die Waldlandschaft einer Streetware-Modemesse, bestehend aus Großformatdrucken und künstlichen Bäumen. Die Beduftung der Halle stellte „Wald“ authentisch dar. Der Lösungsmittelgeruch aus den Drucken und dem Chinaplastikgeruch der Bäume jedoch nicht. Besucher bekamen Kopfschmerzen. Die Verweildauer war zu kurz, die Umsätze der Aussteller schlecht. Diese blieben im nächsten Jahr aus. Der Veranstalter ging fast pleite. Keiner kam darauf, dass es am Geruch gelegen hat.

 

Perfekt gutes Beispiel: Eine Popcorn Maschine an einem Messestand für elektronische Whiteboards bei der Didakta. Die Whiteboards waren so einfach zu bedienen „wie Popcorn“. Das Image des Herstellers gut gelaunt. Man konnte auch Filme auf die Boards projizieren (Kino). Die Besucher hatten einen Duftleitfaden durch die ganze Messehalle. An dessen Ziel stand eine spannende neue Technologie, deren Kern unsichtbar ist. Sie kauten während der Präsentation (Hirndurchblutung 😉 ) und die Finger dufteten danach nach dem Whiteboard-Erlebnis.

 

 

Parfumeur Uwe L. ManasseParfumeur Manasse erschafft in seinem Duftwerk Atelier in Köln unsichtbare Signaturen für Räume, Situationen und Menschen. Persönlicher Lieblingsduft: Die Haut im Frühjahr, wenn zum ersten mal die Sonne darauf scheint.

 

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Blogserie zum Thema Begegnung:

Begegnung durch Bewegung: StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

Begegnung durch Sehen: Mercedes-Benz Exterior Designer Robert Lesnik

Begegnung gestalten – Event-Tipps rund ums Schmecken vom Chocolatier Max

Das Buch: Begegnung gestalten – 33 Interviews

 

Wertegemeinschaften: Lasst die Zielgruppen frei!

Zielgruppen vs. Wertegemeinschaften – eine Art Petition von Helge Thomas // Foto: Mercat de la Boqueria auf den Ramblas, Barcelona

 

 

Wenn ich diesen Artikel mit der Behauptung beginne, dass Kommunikation eine der entscheidenden Kompetenzen unserer Zeit ist, wird mir vermutlich niemand widersprechen. Und Bumms. Schon knallen wir gegen die erste Hürde. Niemand lehrt uns Menschen den richtigen Umgang mit Kommunikation. Wir kommunizieren einfach.

 

Alles beginnt mit dem ersten noch unbewussten Schrei, der uns Liebe und im besten Fall Essen beschert. Da hat sich Mutter Natur was tolles ausgedacht. Funktioniert bestens. Bis… – ja bis das mit der Sprache beginnt. „Dutzi dutzi“ hören wir ständig und gurren belustigt zurück. Um es kurz zu machen: Viel ändert sich daran nicht mehr im Verlauf unseres weiteren Lebens. Wir schreien und die Umwelt reagiert. Wir gurren und die Reaktion ist eine andere. Wir bemühen uns ja redlich aber es bleibt kompliziert. Oft genug endet unser Bemühen mit Frust, Streit und Mißverständnissen.

 

Der Oscar prämierte Dramatiker George Bernard Shaw beschrieb dieses Dilemma einst etwas poetischer:

Das größte Problem an der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte statt gefunden“.

 

 

Zielgruppen: „Frauen auf Partnersuche“ & „Männern über 60“

 

Machen wir nach dieser – zugegeben etwas launigen – Einleitung einen mutigen Sprung in die „professionelle“ Kommunikation zwischen Unternehmen und Märkten. Auch hier wird mir niemand widersprechen, wenn ich behaupte, dass Kommunikation ein Schlüsselfaktor wirtschaftlichen Erfolges ist. Das beste Produkt wird in den Lagern verrotten, wenn keiner davon erfährt. Also wird kommuniziert, was das Zeug hält. Doch ganz so einfach ist es nicht. Bestand zwischen dem Säugling und den Eltern noch eine klare Sender-Empfänger-Zuordnung, fehlt diese jetzt völlig. Ein Produkt trifft auf unendlich viele Empfänger.

 

Die Urväter der Werbung erkannten das schnell. Ihre Lösung erschien zunächst logisch. Sie sortierten den riesigen Klumpen „Gesamtbevölkerung“ einfach nach vordergründigen und leicht erkennbaren Merkmalen. Dann sperrten sie diese „Grüppchen“ in kleine Räume und nannten sie „Zielgruppen“. Und so saßen plötzlich alle „Frauen auf Partnersuche“, alle „Männer über 60“ und alle „Kinder aus Großstädten mit höherem Schulabschluss“ zusammen in je einem kleinen Raum und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Doch es kam noch schlimmer.

 

Kaum hatten sich ihre verängstigten Augen an die flackernde Neonleuchte an der Decke gewöhnt, da ging das Geschrei auch schon los. Es kam aus dem einzigen Fernseher des Raumes. „Alle 11 Sekunden verliebt sich ein Single über Parship“, „Weniger müssen müssen!“, „Günstige Hotels weltweit buchen, jetzt auf deinem Smartphone“ und immer wieder ultralaut „JETZT KAUFEN! NUR FÜR KURZE ZEIT!“. Den ganzen Tag ging das so. Und die ganze Nacht. Laut, eintönig und penetrant. Es gab kein Entkommen.

 

 

So blöd kann ja nun wirklich niemand sein…

 

Klingt nach Orwell? Stephen King? Dabei ist es nur das, was wir heute immer noch als „Werbung“ bezeichnen. Viel hat sich nicht geändert seit den ersten Anzeigen. Es wurde lediglich immer mehr. Waren es am Anfang nur Bilder, die „geschrien“ haben, kamen mit der Zeit das Radio, das Kino, der Fernseher, der Computer, das Internet und zuletzt noch perfide kleine Mobilgeräte dazu. Die Botschaften blieben immer dieselben. Geklont auf jede erdenkliche Art, auf allen erdenklichen Kanälen. Immer lauter einhämmernd auf die hilflos eingepferchte Zielgruppe.

 

Immer mal wieder wehrten sie sich. Nach Kräften. Doch kaum hatten sie ein Gerät blockiert, kam ein neues dazu. Denn auf seiten der Schreihälse gab es weder Erkenntnis noch Erbarmen. „Wir kennen doch diese verdammten Zielgruppen. Die lieben unsere Produkte. Man muss es ihnen nur oft genug sagen. Sie sehen doch, wie der Umsatz steigt!“ In der Tat geben die Verkaufszahlen und Klickraten den Schreihälsen oft Recht. Auch wenn sie natürlich verschweigen, dass sie an den völlig falschen Stellen messen. Aber das ist eine ganz andere – nicht minder grausame – Geschichte.

 

Schweißgebadet wache ich auf. Gott sei Dank, ich habe nur geträumt. Erleichtert wische ich mir über die Stirn. Wie albern, denke ich. Ich meine, so blöd kann ja nun wirklich niemand sein. Niemand, der die guten Schulen besucht, Kommunikation oder Marketing studiert hat und weiß, dass man Menschen nicht mit eintönigem Geschrei erreicht. Schon gar nicht, wenn man sie vorher eingesperrt hat. Das wäre ja Folter im Sinne der Genfer Konventionen und somit ein Fall für Den Haag. Das wäre ja so, als würden Ärzte den menschlichen Körper in Einzelteile trennen, jedes davon völlig isoliert betrachten und behandeln, wohl wissend, dass der Mensch ein Gesamtorganismus ist. Halt warte… schlechter Vergleich. Das tun die ja auch.

 

Könnt Ihr mir überhaupt folgen? Versteht Ihr, was ich sagen will?

 

OK, nochmal ganz einfach: Menschen sind sehr komplexe und individuell höchst unterschiedliche Wesen, die nur dann (re)agieren, wenn ihnen etwas wirklich wichtig und wertvoll ist. NUR dann. Fangt doch mal bei Euch selbst an. Was ist das wertvollste, dass Ihr besitzt? Lasst mich raten, es ist nicht Euer Auto. Mit welchen Menschen würdet Ihr gerne einen Abend verbringen? Doch wohl am ehesten – abgesehen von irgendwelchen Promis – mit Menschen, die Eure Werte und Interessen teilen. Also Menschen, die auch einen Hund haben, sich ebenfalls vegan ernähren, Ähnliches erlebt haben, dieselbe Musik lieben, dieselben Bücher lesen oder – etwas trauriger – die gleiche Krankheit haben wie Ihr. Richtig?

 

Wir haben vor drei Jahren einen Versuch gemacht und genau solche Fragen, willkürlich zusammegestellt, auf 14fragen.de veröffentlicht. Nach einiger Zeit haben wir die dort anonym gegebenen 804 Antworten in einem kleinen – von unserer Designerin schön gestalteten – Booklet zusammen gestellt. Wenn Ihr Lust habt, da mal rein zu schauen, schreibt mir einfach eine Mail mit Eurer Adresse und ich schicke Euch ein Exemplar zu.

 

Wie auch immer. Solltet Ihr – was ich nicht glaube – noch nie auf die Idee gekommen sein, Eure Kunden nach mehr als ihrer Mailadresse, ihrer Kleidergröße oder ihrer Position im Unternehmen zu befragen. Wenn Ihr sie stattdessen – was ich nicht glaube – jeden Tag auf allen Kanälen mit dumpfen „Wir haben den Längsten“-Botschaften bewerft, weil Ihr glaubt „alle in einen Sack und drauf, es wird schon die richtigen treffen“. Wenn… – aber Freunde, wirklich nur dann schaut Euch diesen Film an. Schaut ihn zuende.

 


Wertegemeinschaften vs. Zielgruppen Ansprache von TV2 Dänemark // (Quelle: TV2 youtube)

 

 

Herzwert kommunizieren!

 

Schaut ihn noch einmal. Schöner kann man nicht erklären, was ich meine. Und wenn ihr auch ein kleines bisschen Gänsehaut habt oder euch zumindest ein heimliches Tränchen aus dem Augenwinkel entweicht, dann ist es noch nicht zu spät. Dann lasst uns endlich anfangen, wieder WERTvoll mit Menschen zu kommunizieren. Lasst uns dabei an sich verändernde WERTEgemeinschaften denken, nicht an eingesperrte Zielgruppen. Und lasst uns vor allem nicht (nur) über Produkte sondern über echte WERTE reden. Zuallererst mal über unsere eigenen. Und dann lasst Euch überraschen, wieviele Herzen uns zufliegen.

 

Das Schönste daran: Ein gewonnenes Herz bleibt viel länger als ein erzwungener „Kunde“. Geld verdienen sollte die Folge dessen sein, was wir tun, niemals das Ziel. Klar soweit?

 

 

Helge Thomas pro event live-communication creative director Helge Thomas ist Creative Director bei pro event live-communication in Heidelberg und in dieser Rolle ebenso Gründer von SHIFT, einer Initiative für neues Denken und Handeln sowie Herausgeber und Redakteur des Online-Magazins HERZWERT. Aus seiner großen Liebe zum SC Freiburg und den vielen Freudentränen im dortigen Schwarzwaldstadion macht er ebenso wenig ein Geheimnis wie um seine große Leidenschaft für kreative Ideen und mutige Menschen, die die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen. Helge ist auf vielen sozialen Netzwerken zu finden und freut sich immer über Zuwachs in seiner Wertegemeinschaft.

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

 

 

Emotionen sind der Schlüssel zum Herzen der Menschen – und damit auch zu ihrem Kopf.” Axel Beyer

 

 

Wie weckt man Emotionen? Diese Frage treibt mich seit Jahren um. Warum erzeugt die Mona Lisa im Louvre eine magische Anziehung und andere Bilder nicht? Warum nimmt mich der eine Redner erfolgreich mit auf seine Gedanken-Reise und der andere nicht? Warum berühren mich einige Lieder und andere eben nicht?

 

Emotionen zu wecken ist die Kernaufgabe für die Konzeption von Events. Wer Emotionen weckt, bekommt auch eine Reaktion. So werden Beziehungen aufgebaut. Eine gute Währung für die Live-Kommunikation. Daher habe ich sieben Kreativdirektoren gebeten, ihre Gedanken und Erfahrungswerte zu schenken. Wie unmöglich es ist, das in eine paar Sätze zu packen, zeigt der Prolog von Helge Thomas auf…

 

 

Helge Thomas: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen?!

 

 

Diese Frage kann ich definitiv nicht beantworten. Das hat vielerlei Gründe. Lass mich vielleicht zwei davon kurz heraus greifen. Zum einen hat das Wort „Emotionen“ einen so riesigen semantischen Hof, dass man Russland darin parken könnte. Zweimal. Ach was rede ich. Viermal. Von den rein biologischen Partys, die da im limbischen System abgehen, ganz zu schweigen. Und dann dieser Volksmund mit seinem Angerlatein „Das geht zu Herzen“. Ja, eben nicht! „Da schüttet der Hippocampus mal wieder tonnenweise Endorphine in die Blutbahn,“ müsste das korrekt heißen. Egal. Wo war ich? Ach ja. Zum anderen: Gäste sind niemals gleich Gäste. Und meistens sind es nicht einmal meine Gäste, sondern die Gäste meines Kunden oder auch die seines Chefs oder seiner Frau. Im Falle öffentlicher Veranstaltungen sind es gar völlig fremde Menschen, die man der Einfachheit halber dann eben auch Gäste oder besser Besucher nennt. Was die Sache nicht einfacher macht. Was sagst du? Meine Reaktion auf deine Frage erscheint dir etwas zu emotional? Mitnichten, mein Lieber! Ich versuche dir lediglich zu erklären, warum ich dir kein „Rezept“ nennen kann, wie ich Emotionen bei Gästen wecke. Und überhaupt: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen. Vielleicht sind sie auch gerade ganz woanders. In Gedanken. Oder sie haben sich nur versteckt. Unter der Oberfläche. Siehst du. Das meine ich. Schon sind wir mitten drin, im Deutungslabyrinth der menschlichen Gefühle. Und wenn ich jetzt weiter schreibe, kommen wir da beide nicht mehr raus. Weißt du noch, was ich oben schrieb? Eben. Ich auch nicht. 🙂

 

 

Helge Thomas pro event live-communication creative director Helge Thomas, 1964 in Heidelberg geboren, Schauspieltalent vom Vater geerbt, schon viele künstlerische und wirtschaftliche Bühnen bespielt: Als Darsteller auf und Beleuchter hinter der Bühne von Theaterproduktionen, in Marketing- und Vertriebsverantwortung bei großen Unternehmen sowie neun Jahren als freiberuflicher Start-Up-Coach, SocialMedia-Experte und Filmemacher. Heute ist er Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei pro event.

 

 

 

Kai Janssen: Es ist wie bei einem Rendezvous…

 

 

Wenn man davon ausgeht, dass Emotionen mit dem Ziel erzeugt werden, beim Gast zu punkten und eine Beziehung aufzubauen, dann ist es wie bei einem Rendezvous:

 

Zunächst sorgt man mit dem passenden Ambiente für die gewünschte Stimmung. (Location, Licht, Musik, Essen)

 

Dann stellt man seinem Gegenüber Fragen – das signalisiert Interesse und ist die Basis für einen unterhaltsamen Austausch. (Einbeziehung des Gastes, Interaktion)

 

Ganz wichtig nun – der Überraschungsmoment! Plötzlich tritt etwas ein, womit mein Gegenüber nicht gerechnet hat, was anscheinend nur für ihn bestimmt ist, verbunden mit einer persönlichen Botschaft. (Setzt voraus, dass ich die Zielgruppe verstanden habe). Der Höhepunkt einer perfekt durchdachten Inszenierung. Trifft ins Herz und bleibt im Kopf. Meistens jedenfalls.

 

 

Kai Janssen Matt Circus Event KreativdirektorKai Janssen, seit 2012 Geschäftsführer und Creative Director der MATT CIRCUS GmbH in Köln, davor freier Creative Director und Konzeptioner in diversen Event- und PR-Agenturen, studierte bildende Künste, Fokus Raum und Medien, regelmäßiger Gastdozent zum Thema “Konzeption in der Live-Kommunikation”, 2. Präsident der FICA, Cross-Crocket-Spieler und -Weltmeister, in fester Beziehung.

 

 

 

Petra Lammers: Geschichten, Geschichten, Geschichten

 

 

Mit Geschichten!
… und einem genauen Blick auf alle „Figuren“, Raum/Situation, Handlungsstränge, Plotpoints und Inhalte.

 

(Auf die Bitte nach Beispielen sandte Petra folgendes): Die interaktive Bodenprojektion beim Energiesee oder das Storytelling mit Lampen, die als Figuren das Wiesbadener Kurhaus und die Welt von Fraunhofer erkunden:

 


Creative Director Petra Lammers onlivelinePetra Lammers, inszeniert seit über 15 Jahren Theater-, Public Space- und Eventproduktionen, gemeinsam mit Norwin Kandera Geschäftsführerin von onliveline, einem Büro für Konzeption und Inszenierung. Davor Creative Directorin / Konzeptionerin bei Panroyal in Wuppertal sowie freie Theaterregisseurin, studierte MBA und MFA in Dramaturgie und Regie.

 

 

 

Philipp Dorendorf: Man inszeniert oder inszeniert um

 

 

Heilig Abend im Kreise der Lieben. Deep house statt Last Christmas. Rot ist nicht rot, sondern pink. Der Baum ist aus Draht. Die Lichterketten geben Strobo-Blitze ab.

 

U5-Kindergeburtstag. Nicht Volker Rosin, nein, dafür Rammstein. Rammstein ist auch alt, aber düsterer und dazu schwarzes Konfetti statt bunten Luftballons.

 

Apropos Schwarz: Warum nicht mal für eine Grabrede die Kebekus einsetzen: Pussy Terror.

 

Nein? Okay, denn wir unterliegen Lernstrukturen, assoziativen Mustern und Neuro-Programmen. Und weil das so ist, sind Stimmungen und Emotionen künstlich auslösbar, zu verändern oder zu beeinflussen. Man inszeniert oder inszeniert um. Mit: Musik, Licht, Farben, Tageszeit, Temperatur, unter Umständen Gerüche, Appearance von Akteuren – räumlich und zeitlich verdichtet. Das ist eigentlich gar nicht so schwer.

 

 

Philipp Dorendorf CD facts and fiction EventagenturPhilipp Dorendorf, Ü37, aus Hamburg. Ausbildung zum Grafik Designer und Marketing-Kommunikationswirt, seit 2010 Creative Director bei facts and fiction für Köln und Berlin.
Kreatives auf: www.neopdo.com

 

 

 

Martin Klingler: Content is King

 

 

Am Anfang steht immer die Idee! Daraus wird dann die Storyline entwickelt. Und die muss im funktionalen Eventdesign und in einer multisensorischen zweckorientierten Inszenierung erzählt werden. Nur dann können Botschaften überhaupt ankommen, verstanden werden und gar hängen bleiben – und in anderen Kanälen weiter erzählt werden. Stichwort Storytelling und Wirkungspotenz durch Multisensorik.

 

Was wirklich zählt, ist schlicht das klassische Kommunikationshandwerk, beschrieben mit den bekannten und inflationär gebrauchten Marketingfloskeln… aber wahr bleiben sie trotzdem und genau deshalb: Content is King – und ist das neue Storytelling. Wenn die Story aber nicht spannend erzählt wird, so dass der Zuhörer mit mehreren Sinnen emotional berührt wird, wenn sie nicht auf anderen Kanälen vor und nach dem Event weiter erzählt wird – Stichwort Vernetzung, die wir früher integrierte Kommunikation nannten – dann darf sich keiner wundern, wenn die Botschaft entweder gar nicht ankommt oder schnell verloren geht. Und auf keinen Fall echte Emotionen weckt.

 

Was mache ich also, um Emotionen zu wecken?
Definitiv nichts weltbewegendes Neues: eine gute Story entwickeln, sie anregend, spannend und vielschichtig erzählen. Und dafür verwenden wir gerne neueste Technik und Methoden – immer dann wenn es Sinn macht. Hat!

 

 

Kreativdirektor Martin Klingler Creative DirectorMartin Klingler, Creative Director bei marbet in Künzelsau. (Und mit dieser Bemerkung: “kann mich für unfassbar viel begeistern, immer wenn es mich berührt…” Ideengeber für diesen Blogpost.)

 

 

 

 

Miriam Wüstefeld: Bedürfnisse erkennen, überraschen, passender Rahmen

 

 

Wir leben heute in einer sehr beschleunigten Welt, in der das Überangebot regiert und in der kaum Zeit zum Innehalten bleibt. Aus meiner Perspektive bedarf es daher vor allem der Fähigkeit individuelle Bedürfnisse zu erkennen, um echte Emotionen wecken zu können.

 

Die Kunst und Herausforderung liegt dann darin zu überraschen und einen sehr persönlichen Nerv zu treffen.

 

Neben den wichtigsten Parametern, die nach meiner Auffassung inhaltlicher Anspruch und Respekt sind, ist der passende Rahmen relevant. Dazu zählt neben einer entsprechenden Räumlichkeit auch das Thema Ergonomie. Der Wohlfühlfaktor ist eng an Emotionen geknüpft – zumindest wenn diese positiv ausfallen sollen.

 

 

Miriam Wuestefeld freiberufliche Kreativdirektorin MünchenMiriam Wüstefeld, München, 32 Jahre, freiberufliche Kreativdirektorin, Schwerpunkt: Kommunikation im Raum, Markenwelten, Zusammenarbeit und Festanstellung in diversen Agenturen unter anderem Zibert + Friends, CE+Co, VOK DAMS, BBDO Live, Uniplan.

 

 

 

Stephan Schäfer-Mehdi: Erprobte Rituale nutzen und intuitiv vorgehen

 

 

Live-Kommunikation nutzt jahretausendealte erprobte Rituale, um Emotionen zu wecken. Religion mit ihren Kulten und das Theater mit seinen inszenatorischen Mitteln sind dafür die Grundlage. Ihr Studium und deren Anwendung ist hilfreich, aber der intuitive Umgang letztlich effektiver.

 

Was rational am Reisbrett entstand ist zwar oft richtig, aber nicht immer erfolgreich. Wer hört die Kammermusik des Computerkollegen Iamus, der nach allen Regeln der Kunst programmiert wurde wie Mozart zu schreiben? Wir gehen immer noch in die Zauberflöte, obwohl der Rechner alles richtig macht. Deshalb bedient sich auch die virtuelle Welt der gleichen Muster, der Überraschungen und Ansprache möglichst vieler Sinne.

 

Das wird vielleicht erst anders, wenn die Künstliche Intelligenz Kommunikation für ihresgleichen konzipiert. Aber davon sind wir noch weit entfernt.

 

 

Creative Director Stephan Schaefer-Mehdi Eventmarketing CD CCO Live-KommunikationStephan Schäfer-Mehdi, freiberuflicher Creative Director und ¬Consultant, vorher Chief Creative Officer/CD von VOK DAMS und Quasar Communications, mit nationalen und internationalen Awards ausgezeichnet, Mitglied im Art Directors Club für Deutschland, Autor des Standardwerkes “Event-Marketing“, 2014 den Kriminalroman “Tod in den Bergen” veröffentlicht. Wuppertaler.

 

 

 

Creative Director – habt herzlichen Dank für eure Gedanken. Chapeau!

Frage: Wie weckst du Emotionen? Freue mich auf einen Kommentar oder Beispiele unterhalb.

Tipp: Weitere Hinweise darauf, wie Emotionen geweckt werden, geben 7 Inszenierungs-Experten in diesem Buch.

 

 

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