Wie schafft MODERATION Wirkung?

Miriam Janke Was schafft Moderation

Wenn wir die Moderation haben, ist das die halbe Miete für eine gute Veranstaltung“, sagte mir mal ein Kunde nach einer Konferenz.

 

Der Kunde sah klar, was für einen Einfluss die Moderation auf das Erlebnis hat. Moderation bestimmt über den Erfolg einer Veranstaltung mit: Die Stimmung, die Stimmigkeit des Eindrucks und das Ins-Leben-Holen des Konzeptes.

 

Wie kommt das zustande? Wie schafft Moderation Wirkung?

 

 

Moderation schafft…

 

1) IDENTIFIKATION

 

Mag ich die…?

 

Das ist eine unbewusste Frage, die das Publikum innerhalb kürzester Zeit beantwortet, wenn die Moderation die Bühne betritt oder vor der Kamera auftaucht. Ist derjenige sympathisch, diejenige kompetent?

 

Menschen identifizieren sich mit Menschen – und lieben, hassen, verehren, begutachten die Moderatorin oder den Moderator vor sich.

 

Denn Moderator*innen sind Identifikationsflächen.

 

Durch ihre sichtbare Rolle sind sie wie ein Plakat, das Botschaften verkündet – nur dass die Betrachter*innen hier mitbestimmen, was dort steht. Nett oder abweisend? Fremd oder vertraut? Interessant oder öde?

 

Sie sind auch ein Spiegel für das Publikum, in dem es sich und andere erkennt. 

 

Wir gleichen als Menschen automatisch ab, wer der andere ist und wie wir zueinander stehen. Wir identifizieren uns z.B. mit Menschen, die uns ähnlich sind: Ah, auch ein Vater, auch eine Temperamentvolle, auch ein Berliner! Wir gehen innerlich mit, wenn jemand dasselbe Problem hat (oh, bekommen keine Azubis) oder dieselben Werte (die wollen selbstorganisiert arbeiten ohne Hierarchien)! 

 

Je mehr wir als Moderator*in von uns zeigen, um so mehr ermöglichen wir Identifikation.

 

Hups, sollte man beim Moderieren nicht neutral sein? Ja, was Meinungen und Befindlichkeiten angeht – die interessieren keinen. Neutral lockt aber niemanden hinter dem Ofen hervor, sprich aus der KKH (Konferenz-Konsum-Haltung): Wir brauchen echte Menschen als Moderator*innen, die ihre Persönlichkeit angemessen und gewinnbringend einsetzen.

 

Warum Identifikation so wichtig ist? Weil die Moderation das Nadelöhr ist, durch das einiges muss. Sie ist die Brücke ins Thema und zu den Gästen, ermöglicht Verständnis und schafft Verbindung. Wer die Moderatorin Stulle, Panne, sprich: doof! findet, wird ihr ungern folgen. Moderator*innen sind ihrer Funktion nach Führungskräfte – sie führen uns durch die Veranstaltung, den Tag, geistige Welten, die Dramaturgie, das Thema. Wir folgen ihnen – und kommen dadurch in einen gemeinsamen Raum, eine temporäre, andere Welt, in eine Lernerfahrung oder Begegnung.

 

Was hilft, damit Menschen folgen? Identifikation bewusst anbieten.

 

Zum Beispiel, indem der Moderator etwas Persönliches (nichts Privates!) und thematisch Relevantes in eine Anmoderation oder Frage einfließen lässt. Wer bei einer Konferenz zu Erneuerbaren Energien erwähnt, dass er sich seit 10 Jahren als Journalist mit dem Thema beschäftigt, tut das. Wer bei einer Orchesterkonferenz sein Lieblingsorchester nennt, tut das. Wer seinen Namen nennt und sich in einem Satz einbringt (siehe Hack), tut das.

 

Auch wenn die Identifikation bei einigen nicht anschlägt (normal), gibt es den Ah-auch-ein-Mensch-Effekt. Der andere hat sich menschlich gezeigt und bekommt dadurch Kontur. Er oder sie wird greifbar. Das muss nicht zu Sympathie, kann aber zu Einordnung und Gesprächen am Stehtisch führen (Mobilitätskonferenz: Und Sie nutzen Ihr Lastenrad wirklich, um im Baumarkt Küchenboden einzukaufen…?)

 

Sympathie bekommt man geschenkt, Identifikation kann man sich erarbeiten.

 

Miriam Janke Event Komplizin
Miriam Janke Event Komplizin

 

FAZIT: Identifikation ist ein Mechanismus, der unbewusst und omnipräsent abläuft, der wichtig und gestaltbar ist.

 

Und wie? Hier kommen 3 Ideen und 1 Hack, wie Sie in der Moderation mit Identifikation bewusst umgehen und sie nutzen können.

 

 

 

2) VERSTÄNDNIS

 

Moderation schafft: Verständnis.

 

Wir verstehen das Thema und einander besser, wenn Moderator*innen einen guten Job machen. 

 

Moderator*innen sind Brückenbauer hin zum Thema und Lernbegleiter auf dem Weg – Konferenzen & Co sind ja auch Fortbildungsveranstaltungen, zu denen die Teilnehmenden kommen, um Neues zu erfahren und zu lernen.

 

Es kann auch um Verständnis für andere Positionen gehen – Kongresse, Netzwerktreffen oder Thementage sind der Ort für Meinungsaustausch und Diskussion.

 

Und wir verstehen uns als Menschen besser – wir haben uns kennen gelernt, vielleicht miteinander gesprochen, dem anderen zugehört. Moderation führt, z.B. durch Fragen oder Perspektivübernahme, in andere Lebenswelten, Anschauungen und Gedanken. Im Idealfall denken wir dann: Ach so! Aha, interessant / krass / doof / schön! Wir verstehen mehr von dieser Welt.

 

Das muss nicht immer positiv sein – man kann etwas besser verstehen und es dennoch blöd finden. Was bleibt, ist die Horizonterweiterung.

 

(Sich) Verstehen heißt, (gemeinsam) Sinn zu erzeugen.

 

Ein wichtiges Werkzeug dafür ist die Sprache. Sie darf gerne natürlich und einfach sein! So, dass jede*r sie versteht und nicht durch Fachbegriffe, Fremdworte, Buzz Words oder komplizierte Schachtelsätze abgeschreckt wird. Sprache ist ein Kommunikationsmedium, das einschließen sollte. Wenn auf einer Bühne jemand Fachchinesisch spricht, bedeutet das für die Moderatorin nachhaken und übersetzen (siehe Hack). 

 

FAZIT: Sprache ist ein wichtiges Transportmittel, um zu verstehen. Am besten eine einfache und klare Sprache!

 

Hier kommen 3 Ideen und 1 Hack, wie Sie in der Moderation Ihre Sprache so einsetzen, dass Sie Verständnis schaffen.

 

 

 

3) VERBINDUNG

 

Moderation schafft: Verbindung.

 

Moderator*innen können durch ihre Arbeit Atmosphäre herstellenEmotionen auf die Welt helfen, Menschen verbinden und Gemeinschaft schaffen. Vielleicht kennen Sie das besondere Gefühl der Energie, die aufkommt, wenn Menschen zusammen denken und arbeiten: Dieses Kribbeln, das anzeigt, das gerade etwas passiert. Wenn Ideen entstehen oder die Motivation sprudelt, etwas anzupacken. Manchmal auch Mut oder Trost: Ich bin nicht allein in meinem Bestreben, es gibt andere.

 

Der Moderator oder die Moderatorin ist nicht der Grund, aber ein Mittel dafür. Sprich: Es verbinden sich nur Menschen, die sich etwas zu sagen haben, z.B. weil sie für gute Bildung oder Digitalisierung brennen. Die Moderation hilft dabei und ermöglicht die Begegnung. Sie fungiert als Schlüssel für Räume, in denen Begegnung, Verständnis und Verbindung entstehen können.

 

Das geht auch, weil die Moderation Gastgeberin ist. Wenn Menschen sich wohl, orientiert und willkommen fühlen, kann es losgehen. 

 

Übrigens, Komplizen einer guten Moderation gibt und braucht es viele: Den Raum, das Konzept, die Formate. Handwerk, Charme oder Persönlichkeit reichen für einen Moderator nicht aus, um Verbindung zwischen Menschen zu schaffen. Dazu braucht es, wie immer bei Veranstaltungen, ein Team, viele Komponenten und die Magie des Zusammenspiels.

 

FAZIT: Moderieren verbindet. Deshalb heißt mein Business für Moderationscoachings fusionistas – weil Moderator*innen Gemeinschaft kreieren und Menschen zusammenbringen.

 

Hier kommen 3 Ideen und 1 Hack, wie Sie ein*e fusionista sein und Verbindung schaffen können.

 

 

Lust auf Mehr? Alle Hacks mit 25 Tricks & Kniffen rund ums gute Moderieren gibt es auf www.moderationshacks.de.

Wissen & Können für Moderator*innen bietet www.fusionistas.de.

 

 

Miriam Janke ModerationMiriam Janke ist Event-Komplizin mit dem Herzensthema lebendige Veranstaltungen, die Begegnung und Transformation ermöglichen. Sie konzipiert und moderiert Konferenzen & Co und bildet Moderator*innen aus. Hier auf LinkedIn zu finden. Hier unsere erste Begegnung zum mithören:

 

 

 

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fusionistas und die Profi-Moderatorin Miriam Janke helfen weiter: In digitalen Formate unterstützen sie Moderator:innen bei ihren Fragen & Anliegen > kurz, kompakt und praxisorientiert:

DER ÜBUNGSRAUM: 18. Mai, 16-17:30 Uhr      
DIE SPRECHSTUNDE: 24. Mai, 9 bis 10 Uhr

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