13 Inszenierungen, die wirklich bewegen…

15. August 2019

Inszenierungen Walchensee

Insze­nie­rungen, die wirklich bewegen // 13 Event-Experten bieten Einblicke in ihre Arbeit

 

 

Auch wenn komplexe Dinge nie einfach sind, gibt es eine einfache Formel für mich:

 

Inszenierungen   =   Inhalt   +   Verpackung

 

Da mich Insze­nie­rungen natür­lich brennend inter­es­sieren, habe ich 13 Event­ge­stalter gefragt:

 

Welche Insze­nie­rung hat dich bisher am meißten bewegt und warum?

 

Oberhalb verlinktes “Safety Inst­ruc­tion” Video von Virgin America ist mir kürzlich in der Sagmeister Ausstel­lung BEAUTY begegnet (noch bis 15.9. in FFM). Rele­vanter Inhalt unter­haltsam verpackt. Achtet doch mal genau auf diese beiden Aspekte in den folgenden Beispielen: Inhalt und Verpa­ckung. Viel Freude mit diesen Insze­nie­rungen und Menschen!

 

 

13. Harald Lipken, Creative Consultant

 

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Da die Welt immer schneller wird, gibt es eine Menge, was sich durch immer mehr Laut­stärke und Sensa­tion von sich Reden macht und auffällt. Wirklich bewegt hat mit Peter Zumthors Serpen­tine Pavillon, was aller­dings schon ein paar Jahre her ist. Warum? Weil das ein Ort der Acht­sam­keit war, die wir meine­sach­tens im Umgang mit uns selbst, mitein­ander und mit unserer Umgebung, dringend brauchen.

 

 

12. Alexa Küddelsmann, Creative Director Concepts & Content bei OSK:

 

Bewegt hat mich die Ausstel­lung von Giaco­metti im Kunst­mu­seum in Wolfs­burg – wie sich die fili­granen Figuren in der Raum­tiefe verlieren und fast auflösen…

 

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Und der Vortrag beim Future Day 2019 von der unglaub­lich inspi­rie­renden Rednerin Natalie Knapp über die „Psycho­logie von Netz­werken“. Warum: Weil sie das Thema so fern von Digi-Hype betrachtet hat und auf das wesent­liche geschaut hat, nämlich die Menschen in den Netz­werken. Zudem, weil sie einfach unglaub­lich gut gespro­chen hat.

 

 

11. Max Hassemer, Geschäftsführer & Kreativer bei DREINULL

 

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Unsere Ski WM Eröff­nung 2011. Weil eine tolle Reise hier zu Ende ging und alles noch so viel besser war, als wir es uns erträumt hatten.

 

 

10. Hannes Putzig, Managing Director bei MR WOLF Consulting

 

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Olympia 2012 in London

● Der beson­dere schwarze Humor der Briten (zum Beispiel die Szene mit Rowan Atkinson am Klavier) // Anmer­kung vom Ablauf­re­gis­seur: eben diese Szene habe ich mit dem Erzdiö­ze­san­kir­chen­mu­sik­di­rektor Prof. Mailänder vor 15.000 Chor­Sän­ge­rInnen hier parodiert ;)

● Die gute Kombi­na­tion aus Live-Elementen und Medien (Video mit der Queen, etc.)

● Der fulmi­nante Ritt durch die Geschichte ohne in der Vergan­gen­heit zu schwelgen, Fokus war die bombas­ti­sche und doch subtile Darstel­lung der unglaub­li­chen Masse an kultu­rellen Export­schla­gern in der Geschichte (Beatles, James Bond, etc.)

● Das krasse Star­auf­gebot (Daniel Craig, etc.)

● Beson­ders aber: Die Fähig­keit zur Selbst­ironie und sich bei so einem Event nicht selbst zu ernst zu nehmen (die Queen springt aus dem Heli – ganz anders als die Chinesen vorher!)

 

 

9. Sandra Franke-Simon, Senior Creative Consultant bei Zibert+Friends Consulting

 

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Ich würde sagen das war Day One für Tele­fó­nica — weil Inhalt, Raum und Stra­tegie perfekt in einer span­nenden inter­ak­tiven Insze­nie­rung zusammen gekommen sind. Dazu ein super kurz­fris­tiges Projekt und vorher ganz ungewiss ob die Mitar­beiter mitgehen werden. Es hat 100% funk­tio­niert und begeistert :-)))

 

 

8. Pat Kalt, Geschäftsführer Kreation bei tisch13

 

Ich habe über die Frage­stel­lung nach­ge­dacht, aller­dings sind mir keine Insze­nie­rungen einge­fallen, bei der ich sagen kann, das sie mich am meisten bewegt hat… Défor­ma­tion profes­sio­nelle könnte man hier spitz­züngig anmerken… :)

 

Inszenierungen Walchensee

Morgen­stim­mung am Walchensee, einem der Lieb­lings­plätze von Pat Kalt

 

Am Ende sind es doch immer wieder die stereo­ty­pisch großen Bilder – Insze­nie­rungen – unserer Welt, die mich immer wieder von neu persön­lich bewegen und moti­vieren: eine Morgen­stim­mung im Hoch­ge­birge, ein klarer Ster­nen­himmel über länd­li­chem Gebiet, ein Sonnen­un­ter­gang am Meer… Immer wieder gleich und doch auch immer wieder neu…

 

 

7. Priscilla Bucher, Regie & Drehbuch bei BUCHERMEDIA Schweiz:

 

Meine Lieb­lings­in­sze­nie­rung ist der von Rob Cantor geschrieben und gesun­gene und von Scott Uhlfelder insze­nierte Song “Shia LaBeouf”: Ein Lied über einen Park­spa­zier­gänger, der auf den Schau­spieler Shia LaBeouf trifft und von diesem ange­griffen wird.

 

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Shia LaBeouf ist bekannt für seine privaten Skandale und Aussetzer an Filmsets. Umso humor­voller ist dieses auf hohem Niveau gespun­nene Stück mit dem Gay Men’s Chorus of Los Angeles, dem West Los Angeles Children’s Choir und der Tanz­gruppe the Argus Quartet. Eine Bühnen­in­sze­nie­rung, die den Zuschauer durch die profes­sio­nelle Umset­zung mitreisst und den abstrusen Songtext in eine faszi­nie­rende Ernst­haf­tig­keit wandelt. Drama­tisch führt der Farb­wechsel von schwarz auf rot, die dem Blut nach­ge­ahmten Stoff­bahnen und die präzis einge­setzte Licht­show den Zuschauer in ein Gemetzel des Grauens. Faszi­niert von der Drama­turgie muss man gleich­zeitig über den Lieder­text von Rob Cantor lachen. Zuletzt als dann die Kamera eine 180 Grad Wendung in die leeren Publi­kums­reihe macht und den einzigen Zuschauer Shia LaBeouf zeigt, der sicht­lich ergriffen in eine Standing Ovation verfällt. Spätes­tens dann ist klar: Niveau kann eben alles! Zu erwähnen ist auch der poin­tierte Film­schnitt von Randall Maxwell. Für mich ein drei und halb minü­tiges Meisterwerk!

 

 

6. Christian Olding, katholischer Priester & TEDx Speaker:

 

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Mein Insze­nie­rungs­er­lebnis, dass mich in den vergan­genen Jahren am meisten umge­hauen hat, war das Live­kon­zert von Woodkid. Es war redu­ziert: alles in schwarz-weiß gehalten. Keine bunten Licht­ef­fekte, sondern ausschließ­lich weißes Licht, dass gebün­delt, konzen­triert und einfach einge­setzt wurde. Geniale Anima­tionen auf einer riesigen Leinwand, die aber nicht ablenkten oder wegzogen vom Sänger und der Musik, sondern das Gesamkt­paket unter­stützten. Da passt für meinen Geschmack alles zusammen.

 

 

5. Konstanze Agatz, Show Callerin & Live Regisseurin:

 

Bei der Beant­wor­tung Deiner Frage halte ich es auch am ehesten mit Einstein:

Die Produk­tion, die mich am meisten begeis­tert hat, ist vermut­lich die, die noch kommt.

 

Rück­bli­ckend gibt es eine Menge beein­dru­ckender Szenen und Events, die alle für sich etwas Beson­deres haben — es ist schließ­lich immer ein Mix aus den rich­tigen Menschen, dem rich­tigen Ort, der verzahnten Abläufe und spek­ta­ku­lären Insze­nie­rungen. Was mich kickt ist, zu sehen, dass ein Konzept eine perfekte Show wird, an der man so lange gear­beitet hat. Und aus Events aus über 20 Jahren nun ein einzelnes raus suchen?! Schwer…

 

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Als Leuch­t­­turm-Projekt sticht da in meiner Erin­ne­rung immer NuSkin in Dubai 2012 heraus — da habe ich die Show in einem inter­na­tio­nalen Team für Andree Verleger und Uniplan gecallt. Das war gigan­tisch — wegen des unglaub­li­chen Teams, wegen der vielen lustigen Gäste (2 x 8.000 Asiaten/Chinesen), der spek­ta­ku­lären Wüsten­ku­lisse und dem Inein­an­der­greifen von Ablauf, Special Effects, Prot­ago­nisten, die über sich hinaus wachsen und bei der Hitze und Dauer­be­las­tung immer funk­tio­nie­render Technik > ganz große Momente. Nicht zuletzt, weil es der höchste, nur per Klet­ter­leiter erreich­bare, 6stöckige FOH war, auf dem ich je gesessen habe.

 

 

4. Helge Thomas, Creative Director bei ottomisu:

 

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Definitv die Licht­grenze! Ich durfte am Wochende des 9. November 2014 mit meinem Team für die S‑Bahn Berlin einen Film produ­zieren, dessen Thema „25 Jahre Mauer­fall“ war und der mit Szenen an der Licht­grenze und dem Steigen der Ballons endet. Ich war also an diesem für die Stadt und die Welt so bedeut­samen Wochen­ende in Berlin und habe die Insze­nie­rung der Licht­grenze live erlebt. Das schrieb ich damals direkt danach auf Facebook:

 

„Respekt Berlin. Du weißt, ich bin kein großer Fan von dir. Aber das war einfach nur groß. Weil es leise war. Fast demütig. Weil es den Menschen Raum gegeben hat. Die drei Tage, in denen die Licht­grenze stand, war in der Stadt ein wunder­volles Karma des Friedens, der Ruhe und der Dank­bar­keit. Kein Schreien, kein Hupen, keine Hektik. Da standen hunderte Menschen schon Freitag und Samstag abends vor den Groß­bild­schirmen überall in der Stadt, auf denen Doku­men­ta­tionen von damals liefen. Und man hätte eine Steck­nadel fallen hören… und viel­leicht bin ich in den letzten Tagen doch noch ein Fan geworden. Weil die Berliner*innen sich an diesem beson­deren Wochen­ende nicht hinter ihrer großen Schnauze versteckt haben, sondern ihre wahre Seele gezeigt haben. Und die ist wunder­schön… danke dafür!“

 

 

3. André Buch, Kostümbild & Styling zu Inszenierungen:

 

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Meine Insze­nie­rungs­lieb­linge sind Peeping Tom, eine Tanz­kom­panie aus Belgien. Sie schaffen es durch einfachste Effekte und Mecha­nismen, die in unserer digital über­frach­teten Welt hinrei­ßend charmant wirken, uns komplett in ihre surreale Welt zu entführen. Verstö­rend. Atem­be­rau­bend. Skurril.

 

 

2. Andreana Clemenz, freie Regisseurin/Autorin/Producerin:

 

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Bewe­gendste Insze­nie­rung? Das ist gerade sehr schwer. Ich habe einfach zu viele gute Shows gesehen.

Aber inter­es­sant fand ich Ugly Duckling am Deut­schen Theater Berlin — coole Vermi­schung zwischen Märchen „Das häss­liche Entlein” und dem Thema Trans­gender. In ganz kleinem Setting mit mega Texten und hervor­ra­genden Schauspielern :)

 

 

1. Georgos Gakis, Geschäftsführer von Dancing Bear:

 

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Eine Geschichte der epischen Kontra­ba­lance unter­schied­li­cher Elemente.
Mann und Frau, Feuer und Wasser, Sonne und Mond.
Eine der Insze­nie­rungen im Stile des antiken Theaters.
Puris­tisch, stilvoll, bildgewaltig!

 

 

Werbung: Am 28. und 29.11.2019 werde ich mit Prof. Axel Beyer diesen Tages-Workshop zum Thema Insze­nie­rung anbieten. Bist du dabei? Hier geht es zu meinem Buch “Die 7 Gebote der Insze­nie­rung.”

 

 

FrageWelche Insze­nie­rung hat dich bisher am meißten bewegt und warum? Ich freue mich auf Kommen­tare samt Links!

 

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