Das WD40 zwischen Mensch und Technik: Kommunikation

Kommunikation – das WD40 zwischen Mensch und Technik // Video: youtube

 

 

Gestern gab ich bei dem Connect Event 2017 des Event-Partner Magazins einen Impuls zum Thema:

„Das WD40 zwischen Mensch & Technik: Wie hilft Kommunikation zu besseren Events?“

 

Im Vorfeld fragte ich in dieser Facebook-Gruppe nach dem dringendsten Problem im Umfeld von Event, Technik und Mensch. Die Gedanken der gestrigen Diskussion mit Geschäftsführern von Technikfirmen und Freelancern möchte ich gerne aufgreifen. Denn eins wurde klar: Es braucht solide, proaktive, zielführende Kommunikation. Das ist das Bindeglied zwischen gleich mehreren Spannungsfeldern – Mensch & Technik, Techniker & Agentur, Content & Technik.

 

WD40 zwischen Mensch und Technik Kommunikation Event Partner Connect 2017Photo: aadhoc-media • Thomas Rohwedder

 

 

Mensch & Technik zu verbinden ist eine Kunst

 

Um mit der Technik und dem Event an sich Wirkung zu erzielen, frage ich gerne im Vorfeld:

 

Was soll Nachher anders sein als Vorher? 

 

Mit dieser Frage ergibt sich effektiv Klarheit darüber, was der Auftraggeber eigentlich bezwecken will. Aber dann geht es auch schon los mit den Problemen – drei Beispiele (zugegebenermaßen ein sehr weites Feld):

 

1. Der Kunde wünscht sich ein Projektionsmapping, zum Beispiel wie bei Ralph Lauren. Dabei wird der technische Fachplaner von der Agentur viel zu spät eingebunden. Auch der Content-Erstellungsprozess wird vollmundig als machbar tituliert. Erst vor Ort stellen sich dann die Probleme heraus. Es kommt zu Zeitverzug und Nachforderungen. Dilettantisch und unprofessionell? Kommt leider in den unterschiedlichsten Facetten immer wieder vor.

 

2. Weniger spektakulär aber mittlerweile Standard auf jeder Baustelle: Filme werden kurz vor knapp angeliefert. Am besten noch im falschen Codec. Der Kummer-geplagte Video-Operator hat in aller Voraussicht einen Rechner zum Umcodieren dabei. Arsch gerettet. Gedankt – oft Fehlanzeige. Warum ruckelt das? Tja, wenn der Film dann ungeprüft aufgrund von Zeitmangel in die Show kommt, darf sich niemand wundern. Oder der Ton fehlt. Puh. Alles schon passiert.

 

3. Oder im Lichtbereich -gerade im TV (und die Materialschlacht beim ESC steht ja gerade wieder bevor)- wird nach dem Motto „Viel hilft viel“ geklotzt, nicht gekleckert. Keine Pauschalkritik daran, aber der Kern ist es zu wissen, was man mit dem Material bewirken will. Wir alle haben den Wandel in den letzten 20 Jahren erlebt. Damals wurden Techniker mit dem wenigen oft extrem kreativ. Heute fehlen die leisen, dunklen Momente, die den nötigen Kontrast zu dem fetten Finale herstellen. Einfach nur „fett schießen“ lenkt oft davon ab, dass keine klare Geschichte / Idee formuliert wurde.

 

 

Kommunikation: Das WD40 zwischen Mensch und Technik

 

Zurück zum Kern: Wie hilft nun Kommunikation als Schmiermittel, als WD40 zwischen Mensch und Technik zu wirkungsvolleren Events? In dem frühzeitig geklärt wird, was eigentlich bewirkt werden soll. Und dann konsequent mit allen Beteiligten geredet wird. In den meisten Fällen würden damit Fehler ausgemerzt.

 

Die Einbindung von fachkundigem Planungspersonal kann im Vorfeld helfen zu klären, was im Anforderungsprofil und Budgetrahmen möglich und sinnvoll ist. Dazu ist es hilfreich, wenn Agenturpersonal ein Grundwissen über Technik und dessen Möglichkeiten hat (Tipp: Einfach mal beim Aufbau mit dem Technischen Leiter einen Kaffee trinken und Fragen stellen). Auch grobe Budgetkenntnisse bewahren Technikfirmen vor unnötigen Angebotserstellungen, die obsolet sind, weil das den Zweck und/oder Budgetrahmen sprengt… An dieser Stelle freue ich mich schon auf einen baldigen Gastbeitrag mit hilfreichen Tipps von Falco Zanini.

 

Genauso wichtig ist es zu Beginn einer Produktion alle Gewerke über den Ablauf und Zweck eines Events aufzuklären. Als Regisseur sind daher für mich die Regiebesprechung zu Beginn und tägliche Status-Meetings selbstverständlich. Dabei schaffe ich Klarheit, vermittle meine Erwartungshaltung und lasse aber auch Freiheit für kreative Umsetzung seitens der Techniker. Die sind schließlich jeder Experte am Gerät. Nur wenn nicht geklärt ist, was eigentlich gefordert ist, können diese ja auch nicht liefern.

 

Connect Live 2017Dr. Walter Wehrhan, Publisher & Chefredakteur von Production Partner auf der Connect 2017

 

 

Mein Credo: Detail, Timing, Exzellenz

 

Mein Credo Detail, Timing, Exzellenz lässt sich auch auf den Bereich der Kommunikation zwischen Mensch und Technik anwenden. Es geht um die Details der Show-Einrichtung, Kenntnisse von Material, Absprachen zur Formatierung des Contents. Timing ist der absolute Schlüssel – ob in den Absprachen vorab oder den Cues zur Bedienung der Pulte in der Show. Exzellenz heißt für mich die vorhandenen Ressourcen bestmöglich auszureizen, es dann aber auch gut sein lassen. Wohlwissend, dass man immer unterschiedliche Ressourcen zur Hand hat – mal mehr oder weniger Zeit, Geld, Erfahrung…

 

Das heißt für Events bei der Projektplanung die nötige Vor-Ort-Erfahrung zu besitzen, um das richtige Material und Personal einzusetzen. Zu wissen, ob ich in dem Setting beispielsweise mit Funkstrecken oder besser kabelgebunden arbeite oder auch einfach schnell in dem Vortrag ein sterbendes Netzteil wechseln zu können. So kommen wir gemeinsam zu exzellenten Shows – trotz aller wichtigen Vorbereitung macht es auch einfach unfassbar Spaß mit einem Team kurzfristig reagieren zu können. Weil man über die Probezeit gut miteinander kommuniziert hat, sich kennt, einander bestmöglich hilft.

 

Fazit: Kommunikation ist das wahrscheinlich stärkste Bindeglied, das WD40 zwischen Mensch und Technik. Das gute: Es kostet noch nicht mal ein mehr an Geld, sondern Wille und manchmal Mut. Gute Kommunikation hilft Fehler auszumerzen, bevor sie überhaupt auftreten. Reden hilft Erwartungshaltungen und Ziele zu klären sowie kreative Lösungen zu finden. Ein Plädoyer für solide, proaktive, zielführende Kommunikation.

 

 

Frage: Was ist aus deiner Sicht das dringendste Problem zwischen Mensch und Technik bei Events?

 

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