Eventwirkung 2026: 5 Learnings für Head of Events

18. Dezember 2025

Eventwirkung 2026 Chris Cuhls

Event­wir­kung: Was ich 2025 über Wirkung gelernt habe – und was ich 2026 anders machen werde

 

2025 war für mich ein Jahr der Verdich­tung. Mein Blick auf Event­wir­kung hat sich noch einmal geschärft. Allein in diesem Jahr durfte ich fünf große Jubiläen begleiten – 25, 50, 75, 125 und 200 Jahre Unter­neh­mens­ge­schichte. Zusam­men­ge­zählt über 475 Jahre Orga­ni­sa­ti­ons­er­fah­rung, die auf eine Bühne wollten.

Diese Produk­tionen, inten­sive Bera­tungen und der Austausch mit Vorden­kern in meinen Podcast “ ‘Whats Next?!” haben mir eines bewiesen: Wirkung entsteht nicht dort, wo wir am meisten „machen“. Sondern dort, wo wir bewusst entscheiden.

 

Eventwirkung: Fünf Learnings aus 2025

Als Event-Regis­­seur und Berater erlebe ich oft die Sehn­sucht nach dem perfekten „Wow“. Doch 2025 hat mir gezeigt, dass das „Wow“ verpufft, wenn das „Wozu“ und das „Wir“ fehlen. Gerade für Heads of Events und Budget­ver­ant­wort­liche wird 2026 entschei­dend sein, nicht mehr zu liefern, sondern genauer zu zielen. Hier fünf zentrale Lear­nings aus diesem Jahr – und die Konse­quenzen daraus für die Stra­tegie in 2026.

 

1. Eventwirkung entsteht vor der Inszenierung, nicht auf der Bühne

Viele Events schei­tern nicht an der Logistik oder dem Catering. Sie schei­tern an der Angst vor den rele­vanten Fragen ganz zu Beginn. Ich erlebe oft, dass wir zu schnell in die „Wie machen wir das?“-Lösung springen. Aber wenn wir nicht glasklar haben, was nachher im Kopf (und Herz) der Teil­neh­menden anders sein soll als vorher, kurieren wir mit Drama­turgie nur Symptome.

Was ich 2026 anders mache: Ich werde noch unbe­quemer sein – im posi­tivsten Sinne. Als Berater steige ich noch früher ein und halte den Raum für die Ziel-Fragen länger offen.

  • Für wen genau machen wir das?
  • Wozu soll das führen? Was be-wirken wir damit?
  • Woran merken wir in 3–6 Monaten, dass es gelungen ist?

Lieber bremsen wir am Anfang zwei Wochen, um dann mit voller Wucht in die richtige Richtung zu laufen, als mit Vollgas am Ziel vorbei zu inszenieren.

 

2. Reduktion ist keine Ästhetik, sondern eine Haltung

Über­frach­tete Abläufe, zu viele Speaker, zu viele „Key Messages“ auf einer Slide. 2025 hat bestä­tigt, was ich bei der London Expe­ri­ence Week mit „Design for Awe“ entdeckt habe: Das, was hängen bleibt, war fast immer das Leise, Fokus­sierte. Reduk­tion bedeutet dabei nicht weniger Anspruch. Im Gegen­teil: Weglassen erfor­dert den Mut, sich fest­zu­legen. Wer alles sagen will, sagt am Ende nichts.

Was 2026 anders kann: Radi­ka­lerer Fokus auf Pausen und Reso­nanz­räume. Ein High­light wirkt nur, wenn es Raum zum Atmen hat. Ich werde Kunden ermu­tigen, „Mut zur Lücke“ nicht als Risiko, sondern als Quali­täts­merkmal zu verstehen. Weniger Programm­punkte, mehr Tiefe.

 

3. Das „Wir“ ist der eigentliche Wirkungsfaktor

In meinem Blog­bei­trag „Das WIR in Wirkung“ habe ich es bereits skiz­ziert: Events sind komplexe soziale Systeme. Sie funk­tio­nieren nicht allein durch perfekte Gewerke, sondern durch Bezie­hung. Vertrauen ist keine nette Zutat für das Team-Building, sondern eine ökono­mi­sche Notwen­dig­keit. Wenn es zwischen den Gewerken, zwischen Regie und Kunde, zwischen Bühne und Saal „knirscht“, kostet das nicht nur Nerven, sondern bares Budget und verhin­dert den gewünschten Flow.

Was ich mir für 2026 wünsche: Ich inves­tiere noch bewusster in die „unsicht­bare Insze­nie­rung“ hinter den Kulissen. Weniger „Durch­ziehen“ im Projekt­ma­nage­ment, mehr Raum für echten Dialog im Team. Denn eine Crew, die sich vertraut, trägt auch unvor­her­ge­se­hene Momente souverän – und das spürt das Publikum bis in die letzte Reihe.

 

Emotionen Erlebnisse Eventwirkung

 

4. Emotion ohne Anschluss verpufft

Events, die fühlen lassen“ war ein großes Thema für mich in diesem Jahr. Aber: Gänse­haut ist kein Selbst­zweck. Sie ist ein Türöffner. Ich habe 2025 viele starke emotio­nale Momente insze­niert – aber Wirkung entsteht erst, wenn wir durch diese geöff­nete Tür auch hindurch­gehen. Emotionen machen Menschen bereit für Verän­de­rung. Wenn dann aber kein konkretes Angebot, kein „Call to Action“ oder keine neue Haltung folgt, verpufft die Energie.

Was ich 2026 ersehne: Event­wir­kung konse­quent vom „Danach“ her denken. Was nehmen die Menschen am Montag­morgen mit an ihren Schreib­tisch? Ist es nur ein warmes Gefühl oder ein neuer Gedanke? Stra­te­gi­sche Event­pla­nung heißt, den Transfer in den Alltag schon in der Konzep­tion mitzudenken.

 

5. KI beschleunigt Prozesse – Wirkung bleibt menschlich

2025 ist KI endgültig unser Spar­rings­partner geworden – auch in meinen Konzepter-Alltag. Sie hilft uns, Vari­anten zu denken, Visuals zu erstellen und Prozesse zu straffen. Aber mein Learning bleibt: Wirkung entsteht nicht durch Tools. Sie entsteht durch Empathie, Timing und mensch­liche Intui­tion. Eine KI kann mir zehn Ablauf­va­ri­anten schreiben und die Perspek­tiven spiegeln, aber sie kann nicht spüren, wann der CEO auf der Bühne eine Pause braucht, damit der Satz wirkt.

Was 2026 anders muss: Weniger Zeit fürs opera­tive „Abar­beiten“ (das kann die KI), mehr Zeit fürs Einordnen, Entscheiden und Fühlen. Wir nutzen die Tech­no­logie, um den Kopf frei zu haben für das, was nur wir können: Mensch sein und Begeg­nung gestalten.

 

Ein Gedanke zum Schluss: Reset statt Dauerbetrieb

In vielen Gesprä­chen mit Event­ver­ant­wort­li­chen spüre ich eine tiefe Müdig­keit. Nicht vor der Arbeit an sich, sondern vor dem perma­nenten Reagieren-Müssen im „Hams­terrad“ der Produk­tionen. Viel­leicht braucht 2026 gar nicht noch mehr neue Formate. Ein Schritt zurück würde gut tun. Ich glaube, dass wir Reset-Momente brauchen. 1–2 Tage raus aus dem Opera­tiven. Unter Entschei­dern. Ohne Laptop, aber mit viel Weit­blick. Um gemeinsam zu klären:

  • Was lassen wir?
  • Was fokus­sieren wir?
  • Was hat wirklich Wirkung?

Genau dafür habe ich ein Raum geschaffen: Ein Reset-Treffen für Event-Entscheider. Ein geschützter Rahmen für Refle­xion, ehrli­chen Austausch und neue stra­te­gi­sche Klarheit, jenseits von Buzzwords. Kein Workshop, kein Best-Practice-Feuer­­werk – sondern ein Raum, um wieder klar zu sehen.

Wenn du spürst, dass es Zeit für einen solchen Reset ist: Meld dich bei mir. Lass uns 2026 nicht nur abar­beiten, sondern wirksam gestalten. Auf ein wirkungs­starkes Jahr!

Chris Cuhls
Regie | Konzep­tion | Beratung

Eventwirkung

P.S.: Wer tiefer eintau­chen will – meine Gedanken aus 2025 gibt es zum Nach­hören im Podcast oder zum Nach­lesen im Blog sowie auf LinkedIn.

 

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