Eventwirkung 2026: 5 Learnings für Head of Events
Kategorie: Allgemein, Events, Inspiration, Referenzen, Shows, Wirkung
18. Dezember 2025

Eventwirkung: Was ich 2025 über Wirkung gelernt habe – und was ich 2026 anders machen werde
2025 war für mich ein Jahr der Verdichtung. Mein Blick auf Eventwirkung hat sich noch einmal geschärft. Allein in diesem Jahr durfte ich fünf große Jubiläen begleiten – 25, 50, 75, 125 und 200 Jahre Unternehmensgeschichte. Zusammengezählt über 475 Jahre Organisationserfahrung, die auf eine Bühne wollten.
Diese Produktionen, intensive Beratungen und der Austausch mit Vordenkern in meinen Podcast “ ‘Whats Next?!” haben mir eines bewiesen: Wirkung entsteht nicht dort, wo wir am meisten „machen“. Sondern dort, wo wir bewusst entscheiden.
Eventwirkung: Fünf Learnings aus 2025
Als Event-Regisseur und Berater erlebe ich oft die Sehnsucht nach dem perfekten „Wow“. Doch 2025 hat mir gezeigt, dass das „Wow“ verpufft, wenn das „Wozu“ und das „Wir“ fehlen. Gerade für Heads of Events und Budgetverantwortliche wird 2026 entscheidend sein, nicht mehr zu liefern, sondern genauer zu zielen. Hier fünf zentrale Learnings aus diesem Jahr – und die Konsequenzen daraus für die Strategie in 2026.
1. Eventwirkung entsteht vor der Inszenierung, nicht auf der Bühne
Viele Events scheitern nicht an der Logistik oder dem Catering. Sie scheitern an der Angst vor den relevanten Fragen ganz zu Beginn. Ich erlebe oft, dass wir zu schnell in die „Wie machen wir das?“-Lösung springen. Aber wenn wir nicht glasklar haben, was nachher im Kopf (und Herz) der Teilnehmenden anders sein soll als vorher, kurieren wir mit Dramaturgie nur Symptome.
Was ich 2026 anders mache: Ich werde noch unbequemer sein – im positivsten Sinne. Als Berater steige ich noch früher ein und halte den Raum für die Ziel-Fragen länger offen.
- Für wen genau machen wir das?
- Wozu soll das führen? Was be-wirken wir damit?
- Woran merken wir in 3–6 Monaten, dass es gelungen ist?
Lieber bremsen wir am Anfang zwei Wochen, um dann mit voller Wucht in die richtige Richtung zu laufen, als mit Vollgas am Ziel vorbei zu inszenieren.
2. Reduktion ist keine Ästhetik, sondern eine Haltung
Überfrachtete Abläufe, zu viele Speaker, zu viele „Key Messages“ auf einer Slide. 2025 hat bestätigt, was ich bei der London Experience Week mit „Design for Awe“ entdeckt habe: Das, was hängen bleibt, war fast immer das Leise, Fokussierte. Reduktion bedeutet dabei nicht weniger Anspruch. Im Gegenteil: Weglassen erfordert den Mut, sich festzulegen. Wer alles sagen will, sagt am Ende nichts.
Was 2026 anders kann: Radikalerer Fokus auf Pausen und Resonanzräume. Ein Highlight wirkt nur, wenn es Raum zum Atmen hat. Ich werde Kunden ermutigen, „Mut zur Lücke“ nicht als Risiko, sondern als Qualitätsmerkmal zu verstehen. Weniger Programmpunkte, mehr Tiefe.
3. Das „Wir“ ist der eigentliche Wirkungsfaktor
In meinem Blogbeitrag „Das WIR in Wirkung“ habe ich es bereits skizziert: Events sind komplexe soziale Systeme. Sie funktionieren nicht allein durch perfekte Gewerke, sondern durch Beziehung. Vertrauen ist keine nette Zutat für das Team-Building, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Wenn es zwischen den Gewerken, zwischen Regie und Kunde, zwischen Bühne und Saal „knirscht“, kostet das nicht nur Nerven, sondern bares Budget und verhindert den gewünschten Flow.
Was ich mir für 2026 wünsche: Ich investiere noch bewusster in die „unsichtbare Inszenierung“ hinter den Kulissen. Weniger „Durchziehen“ im Projektmanagement, mehr Raum für echten Dialog im Team. Denn eine Crew, die sich vertraut, trägt auch unvorhergesehene Momente souverän – und das spürt das Publikum bis in die letzte Reihe.

4. Emotion ohne Anschluss verpufft
„Events, die fühlen lassen“ war ein großes Thema für mich in diesem Jahr. Aber: Gänsehaut ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Türöffner. Ich habe 2025 viele starke emotionale Momente inszeniert – aber Wirkung entsteht erst, wenn wir durch diese geöffnete Tür auch hindurchgehen. Emotionen machen Menschen bereit für Veränderung. Wenn dann aber kein konkretes Angebot, kein „Call to Action“ oder keine neue Haltung folgt, verpufft die Energie.
Was ich 2026 ersehne: Eventwirkung konsequent vom „Danach“ her denken. Was nehmen die Menschen am Montagmorgen mit an ihren Schreibtisch? Ist es nur ein warmes Gefühl oder ein neuer Gedanke? Strategische Eventplanung heißt, den Transfer in den Alltag schon in der Konzeption mitzudenken.
5. KI beschleunigt Prozesse – Wirkung bleibt menschlich
2025 ist KI endgültig unser Sparringspartner geworden – auch in meinen Konzepter-Alltag. Sie hilft uns, Varianten zu denken, Visuals zu erstellen und Prozesse zu straffen. Aber mein Learning bleibt: Wirkung entsteht nicht durch Tools. Sie entsteht durch Empathie, Timing und menschliche Intuition. Eine KI kann mir zehn Ablaufvarianten schreiben und die Perspektiven spiegeln, aber sie kann nicht spüren, wann der CEO auf der Bühne eine Pause braucht, damit der Satz wirkt.
Was 2026 anders muss: Weniger Zeit fürs operative „Abarbeiten“ (das kann die KI), mehr Zeit fürs Einordnen, Entscheiden und Fühlen. Wir nutzen die Technologie, um den Kopf frei zu haben für das, was nur wir können: Mensch sein und Begegnung gestalten.
Ein Gedanke zum Schluss: Reset statt Dauerbetrieb
In vielen Gesprächen mit Eventverantwortlichen spüre ich eine tiefe Müdigkeit. Nicht vor der Arbeit an sich, sondern vor dem permanenten Reagieren-Müssen im „Hamsterrad“ der Produktionen. Vielleicht braucht 2026 gar nicht noch mehr neue Formate. Ein Schritt zurück würde gut tun. Ich glaube, dass wir Reset-Momente brauchen. 1–2 Tage raus aus dem Operativen. Unter Entscheidern. Ohne Laptop, aber mit viel Weitblick. Um gemeinsam zu klären:
- Was lassen wir?
- Was fokussieren wir?
- Was hat wirklich Wirkung?
Genau dafür habe ich ein Raum geschaffen: Ein Reset-Treffen für Event-Entscheider. Ein geschützter Rahmen für Reflexion, ehrlichen Austausch und neue strategische Klarheit, jenseits von Buzzwords. Kein Workshop, kein Best-Practice-Feuerwerk – sondern ein Raum, um wieder klar zu sehen.
Wenn du spürst, dass es Zeit für einen solchen Reset ist: Meld dich bei mir. Lass uns 2026 nicht nur abarbeiten, sondern wirksam gestalten. Auf ein wirkungsstarkes Jahr!
Chris Cuhls
Regie | Konzeption | Beratung

P.S.: Wer tiefer eintauchen will – meine Gedanken aus 2025 gibt es zum Nachhören im Podcast oder zum Nachlesen im Blog sowie auf LinkedIn.





