Begegnung durch Bewegung: StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

31. Mai 2018

Fühlen Begegnung durch Bewegung

Fühlen: Begeg­nung durch Bewegung — Stunt­Woman Cornelia Dworak aus Wien

 

 

Mich inter­es­siert die Einzig­ar­tig­keit einer Begeg­nung.”

// Cornelia Dworak zum Thema Fühlen

 

Wir verfügen über fünf Sinne. Eins davon ist das Fühlen. Wie dieser Sinnes­organ unsere Begeg­nungen beein­flusst, das habe ich Stunt­Woman, Fight Coor­di­nator, Stage­combat Teacher und Dance Inst­ructor Cornelia Dworak gefragt:

 

 

1. Was macht für dich eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Ich erinnere mich meist an Momente meines Lebens, die mich in irgend­einer Form bewegt haben. Das kann in posi­tivem, aber auch im nega­tiven Sinne sein. Ein Foto kann dieses Gefühl genauso auslösen, wie Musik oder ein Augen­blick der Verbun­den­heit mit einem anderen Menschen.

 

Es geht dabei für mich um die Inten­sität und die „Echtheit“ des Erlebten.

 

Im Tanz ist Impro­vi­sa­tion daher für mich das span­nendste Ausdrucks­mittel, da ich immer unmit­telbar im Jetzt auf Input reagiere und jede Bewegung im Moment entsteht. Ein Tanz­partner löst durch seine Art sich zu bewegen, Beschaf­fen­heit einer Berüh­rung oder unsere Bezie­hung zuein­ander im Raum, immer eine Reaktion bei mir aus und verän­dert dadurch die Natur meiner Bewegung. Inter­ak­tionen dieser Art ermög­li­chen aus eigenen Mustern auszu­bre­chen, sich neu zu entde­cken und die Grenzen auszuloten.

 

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben geht, kann das im Zusam­men­treffen mit anderen Menschen auch im Alltag erleben. Oft führt dies zu unglaub­lich span­nenden und ehrli­chen Begegnungen.

 

 

2. Fühlen: Worauf achtest du bei der Gestaltung einer Begegnung?

 

Für mich haben Begeg­nungen einen eigen­ar­tigen Beigeschmack, wenn sie nicht echt sind. Ich merke sehr schnell, wenn man versucht mir etwas vorzu­spielen, den eigent­li­chen Grund der Begeg­nung verbirgt oder sich hinter einer Insze­nie­rung versteckt. Der Körper spricht immer. Die meisten Menschen spüren, dass etwas nicht stimmig ist, können es aber oft nicht erklären. Was übrig bleibt ist ein Partner oder Kunde, der nicht über­zeugt ist.

 

Ein Mensch kann mich dann bewegen, wenn ich seine wahre Natur erkenne und spüre wofür er steht, wenn er mir offen entge­gen­kommt und mir gleich­zeitig Raum gibt, ich selbst zu bleiben. Das kann man für mich 1:1 auf ein Produkt umlegen.

 

Cornelia Dworak in Bewegung

 

Hier noch (m)ein Moment der Erin­ne­rung: Dieses Foto entstand in Argen­ti­nien in Mar del Plata. Da war ich 2017, um mit einer Kollegin und argen­ti­ni­schen Musikern ein zeit­ge­nös­si­sches Tanz­stück an verschie­denen Orten im öffent­li­chen Raum zu zeigen. An diesem Tag des Fotos, hatte ich den ersten Nach­mittag frei (sonst laufend Proben und choreo­gra­phi­sches Arbeiten) und bin mit dem Rad gefahren. Ich habe mich so frei gefühlt und diesen Ort an der Küste entdeckt, an dem ich mich sofort wohl gefühlt und circa 90 Minuten für mich getanzt habe. Das hat mich mit dem Universum connected und mich in völlige Harmonie gebracht. Hinter mir war schon das Meer…

 

 

3. Was können wir bei der Planung von Begegnungen von dir lernen?

 

Als Bewe­gungs­mensch trete ich oft bewusst in Berüh­rung mit anderen Menschen, es ist Teil des Arbeits­pro­zesses als Stunt­frau, Tänzerin und Coach. Eine Berüh­rung ist die direk­teste Art mit jemandem in Kontakt zu treten und löst immer eine körper­liche Reaktion aus. Sie defi­niert inner­halb eines Augen­blicks sofort die Bezie­hung zuein­ander und kann als achtsam und einla­dend, aber auch als fordernd, einengend oder zu intim empfunden werden. Dabei ist nicht nur der berührte Körper­teil ausschlag­ge­bend, sondern auch, ob ich mit den Finger­spitzen, der Hand­fläche, dem Unterarm oder mit dem ganzen Körper berühre. Da jeder Mensch eine andere Geschichte und Energie mitbringt, wird keine Begeg­nung gleich­artig ausfallen.

 

In Bezug auf eine Perfor­mance ist daher zu über­legen, welche Ziel­gruppe ich anspre­chen möchte, da ich zum Beispiel auf Jugend­liche anders zugehe, als auf Erwach­sene. Möchte ich starke Reak­tionen auslösen, gebe ich viel Spiel­raum für Inter­pre­ta­tion und riskiere dabei sogar Unver­ständnis? Oder ist es mir ein Anliegen eine klare Botschaft unmiss­ver­ständ­lich zu vermit­teln? Möchte ich in direkten Kontakt mit dem Publikum treten, es womög­lich gar einbe­ziehen? Oder wähle ich absicht­lich eine Distanz zwischen Performer und Zuschauer?

 

Fazit: Wie auch immer das Setting gestaltet ist, es ist immer eine Berei­che­rung, sich auf Begeg­nung gerade durch den Sinn Fühlen einzu­lassen und sich selbst trotzdem treu zu bleiben.

 

 

Cornelia Dworak StuntWoman Cornelia Dvorak ist das Gegen­teil von Still­stand. Genau­ge­nommen hält sie Still­stand nicht aus. Sie liebt Heraus­for­de­rungen und das Unge­wisse. Sie vertraut ihrer Intui­tion und ist offen das Magische mancher Augen­blicke zu erkennen und sich davon berühren zu lassen. Durch die viel­sei­tigen Eindrücke und gewon­nenen Erfah­rungen ist ihr Leben immer in Bewegung. Als Perfor­merin und Coach möchte sie andere Menschen berühren und ein Stück auf ihrer span­nenden Reise mitnehmen. Infos rund ums Fühlen auf Website | YouTube | CrewU­nited.

 

 

Andere Beiträge in der fünf­tei­ligen Blog­serie Fühlen zum Thema Begeg­nung:

Begeg­nung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begeg­nung durch Sehen: Mercedes-Benz Exterior Designer Robert Lesnik

Begeg­nung gestalten – Event-Tipps rund ums Schme­cken vom Choco­la­tier Max

 

Beitrag teilen:

Ähnliche Beiträge

  • 24. Dezember 2013

    Kirche & Weihnachten // das Event des Jahres…?!
  • Veranstaltungskonzept Live-Kommunikation

    28. Juni 2013

    5 Fragen zum Veranstaltungskonzept // Nützliche Tipps — Teil 1
  • Motivationsfilme für Führungskräfte

    5. Juni 2014

    Matthias Kindler: Warum Eventkontrolle der beste Freund jedes Event’lers ist…
  • Beruf und Familie in der Eventbranche

    11. Mai 2016

    Beruf und Familie im Eventbereich: Wie klappt das?