Pssst! Hört zu. Dann klappt’s auch mit dem Event-Marketing.

Event-Marketing Brandeins Thema Agenturen Eventmarketing

Event-Marketing im Aufschrei // Wir müssen endlich erwachsen werden! – ein Plädoyer für mehr Konstruktivität

 

 

 

Im Januar veröffentlichte brandeins den Branchenreport Agenturen. Die Kritik aus der Eventecke scheint nicht abzureißen. Peter Blach (neben vielen anderen) ergießt sich über diesen „Blödsinn“ im BlachReport Editorial:

 

 

 

 

Ich gebe zu: Gut gebrüllt Löwe – das ist reißerisch und prosaisch geschrieben. Bei aller gerechtfertigten Kritik an der unqualifizierten Vermischung in dem Ranking von Eventagenturen mit Technikdienstleistern (dabei wundere ich mich, wer eigentlich wem immer wieder vor Ort den Allerwertesten rettet…):

 

 

Wo bitteschön sind denn die Orientierungshilfen, die mich als Marketingverantwortlichen eines Unternehmens bei der Entscheidung für einen Dienstleister in der Live-Kommunikationsbranche informieren?

 

 

Denn genau das ist doch der Zweck eines solchen Rankings. Der Kundennutzen des Heftes ist Orientierung im Dschungel der vielfältigen Versprechen von Marketingleuten und Agenturen. Darüber hinaus zeigt es auf, wie es bei Agenturen intern zugehen muss. Das schafft doppelte Transparenz – danke dafür, brandeins!

 

 

Endlich transparenter und konstruktiv miteinander arbeiten

 

Nehmen wir mal den FAMAB Branchenaward. Viele der teilnehmenden Agenturen schaffen es noch nicht einmal, ihre Idee und das Konzept hinter den eingereichten Events in den Award-Videos zu erklären. Genau so geschehen im November 2014 in Essen. Was das mit Kreativität oder gar wirkungsvollen Events zu tun haben soll, frage ich mich heute noch. Die Hälfte der Videos hat nur schöne Bilder von Events gezeigt, ohne jeden erklärenden Sprechertext. Da wundert mich die undifferenzierte Lobhudelei in der Branche kein bißchen. Schon gar nicht, dass sich jetzt alle missverstanden fühlen. Ist doch eigentlich alles ganz anders, ihr versteht uns nur einfach nicht…

 

So klingen Teenager.

 

Wissen Leute da draußen eigentlich was Event-Marketing leistet? Wir müssen als Branche besser kommunizieren, was wir machen – so, dass es die Entscheider da draußen auch richtig verstehen. Wäre das für Kommunikations-Experten nicht ein Kinderspiel? Scheinbar nicht, sonst hätte brandeins wohl auch keine Mühe gehabt, einen besseren Autoren oder andere Bewertungen zu unserer Branche einfangen zu können. Warum also lamentieren?

 

Wir müssen endlich erwachsen werden und erklären, was wir in der Live-Kommunikation tun und warum das den Kunden nützt.

 

Nicht alles ist schlecht, nein sogar vieles sehr gut. Mir fallen da gleich mehrere Beispiele ein: Agenturen wie Oliver Schrott Kommunikation, pro eventMattCircus, Einzelpersonen wie René Elberfeld, Andreana Clemenz, Christian Kohlmann, die MasterClass Event, der eveosblog, die Münchener Initiative, der MICE Club Live sowie viele, viele andere – samt derer, die ich einfach noch nicht kenne… Wir müssen nur mehr Lernkurven und Ideen in den Vordergrund stellen – ohne dabei die exzellente Logistik zu vernachlässigen. Es ist ein Umdenken notwendig, ein #shift eben.

 

 

Offensichtlich scheint es aber schwer, die Event-Branche zu fassen. Dabei ist sie ja auch immer noch im Entstehen. Es würde an uns liegen, aufzuzeigen, welche Lösungen wir für die Welt da draußen zu bieten haben. Vielleicht sollte es dabei mehr um Ziele und deren Wirkung gehen, die wir messbar machen. Diese dienen auch als stichhaltige Argumente gegenüber unseren Auftraggebern für mehr Etat. Besser jedenfalls als noch eine Award-Auszeichnung…

 

So sorgt man für Vertrauen, mehr Umsatz und steigende Bedeutung im Marketing-Mix.

 

Nicht mit diesen Kommentaren, die einfach nur Energie verschwenden und ein Gefühl der Wir-sitzen-alle-in-einem-Boot-und-keiner-versteht-uns-Mentalität suggerieren.

 

 

Event-Marketing muss über den eigenen Tellerrand blicken

 

Zurück zum Inhalt. Da habe ich jedenfalls durchaus spannende Gedanken in dem Heft entdecken können: Wir müssen endlich breiter denken, obwohl wir hoch spezialisiert arbeiten. Das ist für mich die Aussage des Heftes und diese Philosophie ist noch längst nicht Realität im Event-Marketing. Die Kritik an Kommerzialisierung und Methode des Rankings ist sicher nicht ganz unberechtigt, aber das Heft kann sehr viel mehr, als nur noch ein weiteres Ranking sein.

 

Was uns Event’lern fehlt, ist der Blick über den Tellerrand. Events als Taktgeber für die Verbreitung von großartigen Ideen und überzeugende Markenerlebnisse nutzbar zu machen (wie es uns Red Bull vormacht), das sehe ich noch viel zu selten. In die Kreation von Geschichten zu investieren, sollte unsere Devise sein. Sinnhaftige Erlebnisse mit Relevanz werden sich dann automatisch auf allen Kanälen verbreiten.

 

 

Bevor ich ins Träumen gerate: Da war ja noch die Kritik zum 3.500 EUR teuren Ranking-Siegel „Beste Agentur 2015“, wie sie bei Texter gesucht moniert wird. Tja, es obliegt doch jeder Agentur selbst, ob sie die Auszeichnung verwenden möchte oder nicht. Und was bitteschön sind schon 3.500 EUR Budget für eine Eventagentur als absetzbare Werbekosten?

 

Außerdem: Welche der TOP-Kreativagenturen hat ihre famosen Erfolge nicht in Form von Award-Trophäen in die Emailsignatur inkludiert? Seien wir doch ehrlich: darauf stehen Agentur-Leute. Das schafft den vermeintlichen Wert. Es stiftet Identifikation und lässt so manche Brust schwellen. Aber wie diese Award-Rankings zusammen gestellt wurden – da kann man ein noch größeres Fragezeichen dran setzen als bei brandeins.

 

Da sind wir wieder beim Thema Vertrauen. Denn darum geht es doch, wenn wir als dienstleistende Agenturen Unternehmen in ihrer Live-Kommunikation beraten wollen. Das schafft das brandeins Ranking für mich wesentlich besser als jedes andere Branchenranking. Denn diese Statistik wurde aufgrund der Empfehlung von Menschen aus der Branche erhoben. Wenn Agenturmitarbeiter Namen von anderen Eventagenturen nennen sollen und da eine ganze Reihe eben gar nicht auftaucht, ist das auch eine Botschaft an entsprechende Agenturen, sich zu positionieren (oder auch andere Arbeitsweisen zu kultivieren).

 

Und genau um diese Gespräche sollte es vielleicht mehr gehen, als um Awards. Um die Lieblingsthesen von Helge Thomas aufzugreifen: Menschen statt Märkte. Gespräche statt Botschaften. Vertrauen statt Werbung. Diese Gedanken entspringen den 95 Thesen des Cluetrain-Manifest – die erste davon lautet: Märkte sind Gespräche.

 

 

Fazit: Für mich läuft es auf die Frage hinaus, ob wir diese Steilvorlage als Chance begreifen oder weiter rummeckern. Wenn wir nicht endlich besser zuhören, was die Menschen da draußen wollen und konstruktiv reagieren, dann haben wir wieder nichts gelernt.

 

Pssst! Hier kommt das Geheimnis: Menschen in den Blick nehmen. Gespräche intensivieren. Vertrauen schaffen. Gute Ideen entwickeln. Unvergessliche Momente kreieren. Erreichte Ziele messen. Gäste wie Kunden überzeugen. Dann klappt’s auch mit dem Event-Marketing. Und einer anderen Wahrnehmung als die der „Butterfahrt-Branche“.

 

 

Anderer Meinung? Dann sag es mir bitte unterhalb.

 

PS: Der Vollständigkeit halber hier ein Loblied auf die Eventbranche und warum ich gerne in ihr arbeite!

 

 

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