Event: abgesagt! Lösung: Livestream

Livestream Event

Livestream als Ersatz für Events in der Corona Krise // Photo by Waldemar Brandt

 

 

Tsunami. Erdrutsch. Unvorstellbar. Anders kann ich es nicht in Worte kleiden. Was gerade überall, aber ganz spürbar in der Eventbranche geschieht ist nie da gewesen. Auch mein Kalender wurde leer gefegt. Die Konsequenzen werden heftig sein. Aber: Krisen bieten immer auch Chancen. Chancen der Veränderung. Ich bin nach wie vor Fan von Live-Events. Raus aus dem Alltag. Rein in ungewohnte Umfelder. Da sind wir offen für neue Ideen. Offen für neue Ideen sind wir derzeit alle. Wir brauchen sie dringend, gerade jetzt!

 

In den letzten zwei Wochen haben einige mutige Veranstalter ihre Events spontan digital als Livestream umgewandelt. Gute Ideen müssen nicht in die Tonne. Lasst uns die Möglichkeiten der Digitalität in dieser Krisensituation nutzen. Weil ich selbst ein ursprünglich als Veranstaltung geplantes Event letzte Woche kurzfristig als Livestream umsetzen durfte, hier ein paar Eckpunkte, auf die es dabei zu achten gilt – ergänzt gerne in den Kommentaren!

 

 

1. Idee bleibt King

 

Egal ob on- oder offline: Die Idee muss überzeugen. Die Botschaft ist das A&O. Haben wir etwas zu sagen, dann bleibt die Botschaft auch wichtig zu kommunizieren. Nur eben über einen anderen Kanal: Digital als Livestream. Dabei rücken die Protagonisten noch stärker ins Zentrum. Ohne Publikum, was auf die Botschaft reagiert, fehlt die Möglichkeit, Emotionen zu transportieren. Es liegt also rein an den Machern, echte Verbindungen zum Publikum aufzubauen – der Funke muss überspringen! Dabei geht es wie sonst auch darum, Menschen zu Beteiligten zu machen. Das Erlebnis darf keine Einbahnstraße sein, sondern muss bi–direktionale Erlebnisse schaffen. Dazu gibt es vielfältige Möglichkeiten, nutzen wir diese!?

 

Elementar bleibt die Dramaturgie des Livestreams. Welche Abwechslung und Überraschung bricht den Verlauf auf? Formate können gezielt wechseln. Auf kurze Impulse folgen Diskussionsrunden, Showcases, Filmeinspieler, Fun-Parts & Gamification…

 

 

2. Detail, Timing, Exzellenz

 

Mein Dreiklang gilt nicht nur für Events. Livestream ist wie Fernsehen. Da ich über 10 Jahre als Aufnahmeleiter bei Fernseh-Musikshows gearbeitet habe, weiß ich aus Erfahrung: hier muss alles hundertprozentig sitzen. Der Teufel steckt im Detail! Das Kamerabild MUSS anders als beim Live-Event produziert werden. Dem Ton kommt eine noch elementarere Bedeutung zu, um Stimmung zu transportieren. Gerade was das Timing betrifft, werden Proben noch relevanter (ja, ja, ich weiß, aber GLAUBT MIR!). Übergänge müssen nicht nur inhaltlich sondern vor allem für und mit Kameras reibungslos laufen. Und nicht nur auf Senderseite sondern auch bei den Menschen an den Bildschirmen – um Dialog zu etablieren ist ein möglichst geringer Zeitversatz nötig. Exzellent wird das Erlebnis, wenn es Interaktionsvielfalt zwischen den Akteuren schafft, wie zum Beispiel durch Live-Umfragen, Meinungstools, etc. So entsteht ein Miteinander auch ohne Tuchfühlung, Häppchen und Gläser-Klirren.

 

 

3. Livestream: Technik & Community

 

Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Experten, die in allen Belangen von Bild- über Tongestaltung bis zum Upload unterstützen. Gerne stelle ich hier Kontakte her. Noch wichtiger erscheint mir aber, ein Gefühl von Miteinander bei den Zuschauern erzeugen zu können. Dazu braucht es gute Tools und fähige Community Manager, die auf anspruchsvolle Anfragen reagieren können und den Livestream zu einem echten Erlebnis machen. Oft sitzen diese in den Unternehmen – schließlich kennen sie ihre Zielgruppen am Besten. Neben den zu übertragenen Bildern braucht es eine durchdachte Plattform mit weitergehenden Informationen und eine User Experience optimierte Oberfläche.

 

Fazit: Worauf warten wir noch? Den Verlauf des Virus können wir nicht ändern. Aber unsere Einstellung dazu schon. Lasst uns die Möglichkeiten der Digitalität nutzen!

 

Disclaimer: Selbstverständlich gibt es bei der Produktion eines Livestreams noch einige Punkte mehr zu berücksichtigen, gerade im Blick auf Ansteckungspotentiale, etc. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich hier ebenfalls nicht nur Probleme, sondern auch Möglichkeiten finden lassen.

 

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