Event: abgesagt! Lösung: Livestream

17. März 2020

Livestream Event

Live­stream als Ersatz für Events in der Corona Krise // Photo by Waldemar Brandt

 

 

Tsunami. Erdrutsch. Unvor­stellbar. Anders kann ich es nicht in Worte kleiden. Was gerade überall, aber ganz spürbar in der Event­branche geschieht ist nie da gewesen. Auch mein Kalender wurde leer gefegt. Die Konse­quenzen werden heftig sein. Aber: Krisen bieten immer auch Chancen. Chancen der Verän­de­rung. Ich bin nach wie vor Fan von Live-Events. Raus aus dem Alltag. Rein in unge­wohnte Umfelder. Da sind wir offen für neue Ideen. Offen für neue Ideen sind wir derzeit alle. Wir brauchen sie dringend, gerade jetzt!

 

In den letzten zwei Wochen haben einige mutige Veran­stalter ihre Events spontan digital als Live­stream umge­wan­delt. Gute Ideen müssen nicht in die Tonne. Lasst uns die Möglich­keiten der Digi­ta­lität in dieser Krisen­si­tua­tion nutzen. Weil ich selbst ein ursprüng­lich als Veran­stal­tung geplantes Event letzte Woche kurz­fristig als Live­stream umsetzen durfte, hier ein paar Eckpunkte, auf die es dabei zu achten gilt – ergänzt gerne in den Kommentaren!

 

 

1. Idee bleibt King

 

Egal ob on- oder offline: Die Idee muss über­zeugen. Die Botschaft ist das A&O. Haben wir etwas zu sagen, dann bleibt die Botschaft auch wichtig zu kommu­ni­zieren. Nur eben über einen anderen Kanal: Digital als Live­stream. Dabei rücken die Prot­ago­nisten noch stärker ins Zentrum. Ohne Publikum, was auf die Botschaft reagiert, fehlt die Möglich­keit, Emotionen zu trans­por­tieren. Es liegt also rein an den Machern, echte Verbin­dungen zum Publikum aufzu­bauen — der Funke muss über­springen! Dabei geht es wie sonst auch darum, Menschen zu Betei­ligten zu machen. Das Erlebnis darf keine Einbahn­straße sein, sondern muss bi–direktionale Erleb­nisse schaffen. Dazu gibt es viel­fäl­tige Möglich­keiten, nutzen wir diese!?

 

Elementar bleibt die Drama­turgie des Live­streams. Welche Abwechs­lung und Über­ra­schung bricht den Verlauf auf? Formate können gezielt wechseln. Auf kurze Impulse folgen Diskus­si­ons­runden, Show­cases, Film­ein­spieler, Fun-Parts & Gamification…

 

 

2. Detail, Timing, Exzellenz

 

Mein Drei­klang gilt nicht nur für Events. Live­stream ist wie Fern­sehen. Da ich über 10 Jahre als Aufnah­me­leiter bei Fernseh-Musi­k­­shows gear­beitet habe, weiß ich aus Erfah­rung: hier muss alles hundert­pro­zentig sitzen. Der Teufel steckt im Detail! Das Kame­ra­bild MUSS anders als beim Live-Event produ­ziert werden. Dem Ton kommt eine noch elemen­tarere Bedeu­tung zu, um Stimmung zu trans­por­tieren. Gerade was das Timing betrifft, werden Proben noch rele­vanter (ja, ja, ich weiß, aber GLAUBT MIR!). Über­gänge müssen nicht nur inhalt­lich sondern vor allem für und mit Kameras reibungslos laufen. Und nicht nur auf Sender­seite sondern auch bei den Menschen an den Bild­schirmen – um Dialog zu etablieren ist ein möglichst geringer Zeit­ver­satz nötig. Exzel­lent wird das Erlebnis, wenn es Inter­ak­ti­ons­viel­falt zwischen den Akteuren schafft, wie zum Beispiel durch Live-Umfragen, Meinungs­tools, etc. So entsteht ein Mitein­ander auch ohne Tuch­füh­lung, Häppchen und Gläser-Klirren.

 

 

3. Livestream: Technik & Community

 

Glück­li­cher­weise gibt es eine Vielzahl von Experten, die in allen Belangen von Bild- über Tonge­stal­tung bis zum Upload unter­stützen. Gerne stelle ich hier Kontakte her. Noch wich­tiger erscheint mir aber, ein Gefühl von Mitein­ander bei den Zuschauern erzeugen zu können. Dazu braucht es gute Tools und fähige Commu­nity Manager, die auf anspruchs­volle Anfragen reagieren können und den Live­stream zu einem echten Erlebnis machen. Oft sitzen diese in den Unter­nehmen – schließ­lich kennen sie ihre Ziel­gruppen am Besten. Neben den zu über­tra­genen Bildern braucht es eine durch­dachte Platt­form mit weiter­ge­henden Infor­ma­tionen und eine User Expe­ri­ence opti­mierte Oberfläche.

 

Fazit: Worauf warten wir noch? Den Verlauf des Virus können wir nicht ändern. Aber unsere Einstel­lung dazu schon. Lasst uns die Möglich­keiten der Digi­ta­lität nutzen!

 

Disc­laimer: Selbst­ver­ständ­lich gibt es bei der Produk­tion eines Live­streams noch einige Punkte mehr zu berück­sich­tigen, gerade im Blick auf Anste­ckungs­po­ten­tiale, etc. Ich bin aber davon über­zeugt, dass sich hier eben­falls nicht nur Probleme, sondern auch Möglich­keiten finden lassen.

 

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