AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge

16. Juli 2014

Auftrittscoaching Redner Vorträge wirkungsvoller gestalten

Auftritts­Coa­ching für wirkungs­volle Reden // Worauf kommt es an?

 

 

„Eine gute Rede ist wie ein Bikini – knapp genug, um spannend zu sein,

aber alle wesent­li­chen Stellen abde­ckend.“ John F. Kennedy 

 

 

Wie kannst du Vorträge gestalten, sodass Menschen dir zuhören und deine Ideen Resonanz finden? Folgende 12 Tipps für wirkungs­vol­lere Vorträge gelten für Reden jegli­cher Art — von Keynotes im Unter­neh­mens­be­reich bis hin zur Predigt in der Kirche. Keine lange Vorrede — los geht’s:

 

 

12 Tipps für Redner und wirkungsvollere Vorträge

 

 

12. Was ist dein Thema? Habe eine Idee, nicht viele. Es ist zwar schwierig Themen auf wenige, zentrale Botschaften zu redu­zieren. Diese wirken dafür um so stärker. Die Reduk­tion auf das Wesent­liche bedeutet viel Arbeit und ist deine Kernaufgabe.

 

11. Mit dieser zentralen Idee kannst du einen Anker werfen. An diesen kannst du aus verschie­denen Perspek­tiven immer wieder anknüpfen und machst die Idee durch Wieder­ho­lung erin­ner­barer. Ein Beispiel dafür ist der Wahl­kampf­slogan Yes We Can von US-Präsi­­dent Obama.

 

10. Was ist dein Ziel? Welche Wirkung willst du erzielen — was soll nachher anders sein als vorher? Sei dir dabei im klaren was du willst: Insprieren und Träume wecken, gewinnen und moti­vieren, lehren oder argu­men­tieren, unter­halten und erfreuen oder rühren und zu Verhal­tens­ver­än­de­rungen bewegen? Entspre­chend wählst du deinen Argu­men­ta­ti­ons­stil und Auftritt.

 

9. Achte bei deinem Vortrag auf den Einstieg und das Ende. In den ersten Momenten entscheidet das Publikum, ob es dir zuhört oder abschaltet. Mache deine Gedan­ken­gänge schon zu Beginn trans­pa­rent: Worauf können sich die Zuhörer freuen, wie sieht die Struktur aus, worauf lassen sie sich ein? Am Ende bringst du dein Thema nochmals auf den Punkt — denn der letzte Moment bleibt am stärksten im Gedächtnis.

 

 

„Wählen Sie für Ihre Reden Themen, die Ihnen am Herzen liegen.“ Dale Carnegie

 

 

8. Baust du eine Bezie­hung zum Publikum auf? Das erreichst du, wenn du dich zunächst ehrlich für dein Publikum inter­es­sierst und dich in sie hinein­ver­setzt: Wie sieht der Erfah­rungs­ho­ri­zont, der Kontext, ihr Wissen aus? Welche Beispiele passen spezi­fisch in die Erleb­nis­rea­lität der Zuhörer? Welche Inhalte sind neu oder bewegen sie, weil sie mit für sie Bekanntem und Rele­vantem abgeholt werden? Weckst du ein Gefühl von “Ja, das kenne ich — genau so ist es”? Außerdem lohnt es sich Einzelne heraus­zu­greifen und hervor­zu­heben. Wenn du es für eine Person Beson­ders machst, dann iden­ti­fi­zieren sich viele mit dieser einen Person im Publikum.

 

7. Rhetorik ist ein zentraler Schlüssel, dessen Ziel ist, von einer Ansicht zu über­zeugen oder zu einer Handlung zu bewegen. Dabei gibt es drei Ebenen der Über­zeu­gung: die Glaub­wür­dig­keit des Redners (ethos), der emotio­nale Zustand des Hörers (pathos) und das Argument (logos). Für eine gute Wirkung sind nach Aris­to­teles von der Idee bis hin zum Vortrag fünf Schritte zu durch­laufen (via Wiki­pedia):

 

inventio: Auffin­dung der Argumente.
dispo­sitio: Glie­de­rung des Vortrags.
elocutio: die Einklei­dung der Gedanken in Worte („Rede­schmuck“); die sprach­liche Gestal­tung (Wortwahl, rheto­ri­sche Stil­mittel, kommu­ni­ka­tive Direk­tion, Satzbau, Pausen).
memoria: Einprägen der Rede für das auswen­dige Vortragen; Auswen­dig­lernen mittels Mnemonik (z. B. durch bild­liche Vorstellungen).
pronuntiatio/actio: öffent­li­cher Vortrag, bei dem stimm­liche, mimische und gesti­sche Mittel einge­setzt werden, also sowohl verbal (Laut­stärke, Tempo und Pausen­set­zung, Arti­ku­la­tion, Timbre, Prosodie) als auch nonverbal (Mimik; Gestik; Blick- bzw. Augen­kon­takt, Physio­gnomie, persön­liche Präsenz, Körper­sprache) kommu­ni­ziert wird.

 

 

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6. Sorge ebenso für Lacher und damit Unter­hal­tungs­wert, so weckst du Emotionen und Inter­esse. Denn jedesmal wenn das Publikum gelacht hat, hat es etwas verstanden (sagt John Cleese). Idea­ler­weise haben deine Zuhörer während des Vortrags nicht nur gelacht, sondern auch geweint und wurden gleich mehrfach überrascht.

 

5. Folgende Fakten des Psycho­logen Mehrabian zeigen, wie stark deine Persön­lich­keit auf das Publikum wirkt:

 

• 55% Mimik, Gestik & Körpersprache
• 38% Sprache & Stimme
• 7% Inhalt & Gesagtes

 

Wenn du dies in deiner Kommu­ni­ka­tion berück­sich­tigt und aktiv nutzt, hast du auch noch nach zwanzig Minuten die unge­teilte Aufmerk­sam­keit deines Publi­kums. Bleibe dabei aber unbe­dingt authen­tisch: Moti­va­toren moti­vieren, aber Lehrer lehren!

 

4. Hilf­reich ist natür­lich auch eine Drama­turgie, welche mit Kontrasten Spannung erzeugt. Denn durch­dachte Drama­turgie ist die Basis einer gekonnten Insze­nie­rung. Der Span­nungs­bogen zwischen dem Was-ist und dem Was-sein-Könnte macht dein Thema inter­es­sant. Dieses Prinzip hat die ameri­ka­ni­sche Präsen­ta­ti­ons­ex­pertin Nancy Duarte in Reden wie I have a dream von Martin Luther King jr. oder den Apple Präsen­ta­tionen von Steve Jobs als zugrunde liegendes Element ausge­macht. Was es mit dem Prinzip genauer auf sich hat, verrät sie hier: 5 Regeln der Business Präsentation

 

 

„Daher ist es erfor­der­lich, Kunst­fer­tig­keit anzu­wenden, ohne dass man es merkt, und die Rede nicht als verfer­tigt,

sondern als natür­lich erscheinen zu lassen – dies nämlich macht sie glaub­würdig.“ Aris­to­teles

 

 

3. Eine Geschichte zu erzählen, hilft sich besser zu erinnern. Größtes Vorbild ist hier wohl der bibli­sche Jesus, der seine Themen mittels von Bildern, Meta­phern und Gleich­nissen kommu­ni­ziert hat. Dabei bieten die Prin­zipen der Helden­reise aus dem Story­tel­ling eine hervor­ra­gende Grund­lage. Beispiele in Form von Geschichten verdeut­li­chen darüber hinaus dein Thema, wecken Inter­esse und dienen beson­ders gut als Einstieg (viel besser als “heute geht es um…”).

 

2. Bei der Präsen­ta­ti­ons­form ist zu beachten, dass die Hälfte der Zuschauer auditiv und die andere visuell rezi­piert. Das heißt, es gilt für beide Lager die tref­fenden Anreize zu schaffen. Auch hier gilt: ein starkes Bild anstatt viele! Ein starkes Bild setzt ebenso den visu­ellen Anker, ohne vom Sprecher abzu­lenken. Wirkungs­voll ist es, ein größeres Element haptisch auf die Bühne zu stellen. Viel­leicht könnte sogar eine Miniatur dieses Elements jedem als Erin­ne­rungs­ele­ment mit nach Hause gegeben werden… Über­la­dene Power Points sind bei Visua­li­sie­rungen ein No-go, sie sollten redu­ziert auf eine Aussage pro Folie sein und müssen deine Themen visuell verdeutlichen.

 

1. Abschlie­ßend eine Frage an deinen Vortrag: Welchen Hand­lungs­schritt sollen deine Zuhörer im Anschluss umsetzen? Also haben deine Ideen Relevanz, sind sie anwendbar im Alltag, welches Umset­zungs­po­ten­tial hat deine Idee?

 

 

AuftrittsCoaching & fünf Elemente, um zu überzeugen

 

Abschlie­ßend noch die Gedanken von Kevin Dutten, ein Psycho­loge an der Univer­sity of Cambridge. Er geht davon aus, dass Über­zeu­gungs­kraft auf fünf Elementen beruht: „Die Botschaft muss einfach und über­ra­schend sein, unser Eigen­in­ter­esse anspre­chen und von einem Menschen vorge­bracht werden, der Empathie und Selbst­ver­trauen ausstrahlt.

 

  • Einfach: Es ist wichtig, wie man etwas sagt. Einfach ist gut, kompli­ziert ist schlecht.
  • Gefühltes Eigen­in­ter­esse anspre­chen: Was ist der Vorteil für die Zuhörer?
  • Über­ra­schungs­ef­fekt: Über­ra­schende und emotio­nale Punkte errei­chen zuerst das Herz. „Wenn du Herz und Kopf gewinnen willst, dann beginne mit dem Herzen.“ Drew Westen.
  • Selbst­ver­trauen ausstrahlen: Glaube das, was du sagst, ist wichtig. Nur Vertrauen kann Vertrauen erzeugen.
  • Empathie zeigen: Emotio­nale Distanz zum Zuhörer redu­zieren und Gemein­sam­keiten aufzeigen.

 

 

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Souverän präsen­tieren — Tipps von Rainer Wälde und Mode­ra­torin Doro Plutte // Quelle: youtube

 

 

Fazit: Übe dich, werde besser und über­zeuge — mit Argu­menten, Drama­turgie und Persön­lich­keit. Bleibe ehrlich deiner Person gegen­über, wofür du stehst und was du kommu­ni­zieren willst. Habe eine rele­vante Aussage und beachte die Regeln wirkungs­voller Kommunikation.

 

Ach ja — ganz wichtig: Fang an maximal einen Punkt pro Vortrag zu verän­dern — stell nicht alles auf einmal auf den Kopf, sondern nähere dich behutsam Neue­rungen in deinem Vortrags­stil. So findest du den zu dir passenden Stil und erwei­terst dein Reper­toire für die passende Gelegenheit.

 

 

Für alle, die mit ihrer Präsen­ta­tion wirkungs­voller werden wollen empfehle ich das Auftritts­coa­ching “Wirkungs­voll Präsen­tieren”.

 

 

Andere Gedanken oder Aspekte? Ich freue mich auf deinen Kommentar auf FacebookTwitter oder LinkedIn!

 

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