Digital Event: Meine drei Learnings

16. September 2020

Digital Event Learnings

Digital Event — worauf es bei der Gestal­tung ankommt

 

 

Kürzlich wurde ich gefragt: “Was ist denn das Problem? Kann man ein Offline Event nicht einfach in ein digi­tales Event wandeln?

 

Klar, kann man. Nur die Spiel­re­geln sind anders: Drei der fünf Sinne werden ausge­schaltet. Es muss visuell aufwän­diger produ­ziert werden. Die Aufmerk­sam­keit der Zuschauer ist viel umkämpfter. Das gehört zum New Normal. Wer das über­sieht sendet viel­leicht einen Live­stream, aber keiner schaut zu.

 

Hier drei meiner Lear­nings aus den letzten Monaten Digital Event:

 

 

1. Der Kampf um die Aufmerksamkeit

 

Für ein klas­si­sches Event nehme ich mir Zeit. Ich reise an einen Ort, nehme mich bewußt raus aus meiner gewohnten Umgebung. Bei einem digi­talen Event buhlen gleich mehrere Reize um meine Aufmerk­sam­keit: Die Email, die aufploppt, eine kurze Frage über Slack oder WhatsApp oder ein Fami­li­en­mit­glied im Home Office. Im Publikum sitzend stehe ich mitten im Vortrag nicht einfach auf. Wenn ich den Live­stream weg klicke, bekommt das aber noch nicht mal die Katze mit.

 

Entspre­chenden Mehrwert muss jeder Satz, jede Minute liefern, damit Gäste dran­bleiben. Inhalt­lich bedeutet das die Verkür­zung auf das Essen­ti­elle, welches eindeu­tigen Nutzen bietet. Das ist die Heraus­for­de­rung, die wir meistern müssen. Alles ist erlaubt, nur nicht lang­weilen. Der Mut zum Weglassen wird belohnt: Von Zuschauern, die dran bleiben. Dabei hilft gleich zu Beginn heraus­zu­stellen, weshalb sich das lohnt. Und dann zu liefern: eine rele­vante Story gut verpackt. Apropos Verpa­ckung: Wer präsen­tiert wie? Ist die Mode­ra­torin sympa­thisch, kann der Chef Englisch, über­zeugen die Experten auch rheto­risch? Wenn alles stimmt, kommen wir vom infor­mieren zum inspi­rieren, vom konsu­mieren zum disku­tieren, vom stati­schen Bühnenset zum dyna­mi­schen Erzählen (Apple macht da einen guten Job).

 

 

2. Mehr Kommunikation: schon vorher, während und danach

 

Die “Customer Journey” rückt in den Mittel­punkt. Ja, man ist schnell mal online ange­meldet. Aber es muss viel­schich­tiger vorab kommu­ni­ziert werden, um die No-Show-Rate für das Digital Event zu mini­mieren. Wer klug ist nutzt den Prozess, um nicht erst beim Event in den Dialog zu treten. Gezielte Abfragen vorab liefern Erkennt­nisse über Kontext und Erwar­tungen der Ziel­gruppe. Die Hinweise fließen in die Gestal­tung des Programms ein. Auf einmal sind wir inmitten von Co-Creation und lassen das eindi­men­sio­nale Sender > Empfänger Modell hinter uns. Ein konstanter Span­nungs­bogen über alle Kommu­ni­ka­ti­ons­maß­nahmen ist der Schlüssel.

 

Dabei Mut haben zu Offen­heit. Das ist zwar ein Kontroll­ver­lust für Unter­nehmen, aber bietet die Chance auf ganz neue Lösungen zu stossen. Und ja, das ist alles Aufwand. Aber den muss ja niemand einmalig betreiben. Eine Commu­nity kann dabei entstehen. Bei all dem werden Mode­ra­toren noch wich­tiger — nicht nur On Screen sondern auch im Dialog über Chat & Co.

 

 

3. IT Spezialisten — Schlüsselpartner für das Digital Event

 

Digital Events brauchen neben allen bishe­rigen Event-Gestal­­tern neue Partner: starke IT Spezia­listen. UX Designer und Program­mierer, die stabile wie “user friendly” Platt­formen konzi­pieren, designen, program­mieren. Dabei können wir lernen, wie wir agil arbeiten. Anders klappen digitale Events mit oft noch engeren Time­lines sowieso nicht. Ach ja, Server­ka­pa­zi­täten sind echt ein Thema. Nur ein Tipp: testen, testen, testen!

 

 

Digital Event = Neuland

 

Bei allem: Lasst uns gnädig mitein­ander und uns selbst sein. Wie schon Bundes­mi­nister Jens Spahn sagte: „Wir werden wahr­schein­lich einander viel verzeihen müssen.“ Begreifen wir es als Chance zu expe­ri­men­tieren und Neues auszu­pro­bieren. Was mal die Bühne wahr, muss sie nicht mehr bleiben. Wir können ganz anders erzählen und in den Dialog treten. Natür­lich braucht es neben Fleiß und Schweiß ein durch­dachtes Setup, digi­tales Story­tel­ling und Proben, Proben, Proben.

 

Frage: Was hast du bei Digital Events gelernt? Wo liegen die Pain Points für dich? Ich würde mich sehr auf deinen Kommentar freuen oder schick mir eine Email!

 

 

Link­tipps zum Digital Event:

11 Tips für Online Präsen­ta­tionen von Slido

6 Schritte zum erfolg­rei­chen Online-Event

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