Warum Perfektion dich killt & Exzellenz dich siegen lässt…

5. August 2015

Perfektion vs Exzellenz Eventmanagement

Warum Perfek­tion dich killt & Exzel­lenz dich siegen lässt // 7 Tipps für neues Denken und Handeln

 

 

Alles oder nichts” und “Das Bessere ist der Feind des Guten

// Merk­sätze von Perfektionisten

 

 

Wer kennt das nicht? Event­ma­cher haben den Anspruch Veran­stal­tungen zu perfekten Erleb­nissen zu machen. Das kann nur gar nicht gelingen. Denn: Perfek­tion ist voll­kom­mene Unfehl­bar­keit. Wer kann das in unserem eng getak­teten Termin­ge­schäft leisten? Und welcher Kunde ist bereit dafür mehr Geld zu zahlen? Abge­sehen davon ist Perfek­tion immer eine subjek­tive Wahrnehmung.

 

 

Warum Perfektion dich killt…

 

Ich bin selbst ein Perfek­tio­nist auf Entzug. Die Wurzeln dafür liegen weit zurück — in meiner Kindheit. Das mag viel­leicht komisch klingen, aber der eigent­lich gute Merksatz “gleich, gerne, gut” hat viel Gutes, wenn es darum geht Haus­auf­gaben zu machen oder zu putzen. Wenn aber vermeint­liche Stärken über­spitzt werden, dann kippen sie oft ins Gegen­teil und werden zum Killer: “Immer, sofort, jetzt” — das lässt dich nie fertig werden, über deine Kräfte gehen und nie mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es geht noch besser…

 

 

…und Exzellenz dich siegen lässt!

 

Durch meinen Burnout wurde ich zu einem Perspek­tiv­wechsel gezwungen: Verhal­tens­struk­turen erkennen, hinter­fragen und neue Denk­muster lernen. Dabei hat mir folgender Gedanke geholfen: Perfek­tion ist statisch. Ein perfektes Ergebnis ist wie das Wort schon sagt: absolut perfekt. Aber damit bietet es aber auch keinen Spiel­raum mehr für Entwick­lung. Aller­dings ist alles in unserem Leben auf Entwick­lung ausge­legt: Natur, persön­li­cher Wachstum, Bezie­hungen, Erfahrungen…

 

Dabei kommt der Begriff Exzel­lenz ins Spiel. Denn exzel­lente Ergeb­nisse schaffen heißt mit den Ressourcen, die du zur Hand hast, das Beste raus­zu­holen und dann bewußt einen Punkt zu setzen.

 

Die Ressourcen sind bei jedem Projekt anders gelagert: Das Budget, der zeit­liche Rahmen, das Team, dein Wissen und Erfah­rungs­ho­ri­zont wird sich immer anders zusammen setzen. Aber genau mit dem, was du in der Hand hast, kannst du das Beste raus­holen. Eben exzel­lent arbeiten.

 

Mich befreit dieser Gedanke und lässt sowohl den Entwick­lungs­pro­zess als auch das Ergebnis besser genießen. Beim nächsten Mal kann ich halt dieses oder jenes noch besser machen, muss aber keine absolute Perfek­tion ablie­fern. Weil eben auch nicht alles nur von mir und meiner Leistung abhängt. Ein neuer Merksatz könnte klingen: “Ich mache alles so gut ich kann — aber vor allem mit Spaß!

 

 

7 Tipps für exzellentes Arbeiten im Projektmanagement

 

1. SMARTe Ziele setzen. Nur wenn du spezi­fi­sche, messbare, akzep­tierte, realis­ti­sche und termi­nierte Ziele setzt, kannst du diese über­haupt errei­chen. So hast du Ziele im Blick und kannst diese im Anschluss auch überprüfen.

 

2. Teil dich mit und hol dir Feedback ein. Sprich mit Leuten, denen du vertraust. So können dir Kollegen oder Partner helfen, eine realis­ti­sche Einschät­zung über deine Leistung und Erfolge zu geben. Außerdem können sie ihr Perfe­k­­tion-VETO einlegen, wenn du über die Stränge schlägst…

 

3. Ergeb­nisse feiern. Wir Perfek­tio­nisten neigen dazu, nur mit dem Endergebnis zufrieden zu sein. Und das nur, wenn sie (nahezu) perfekt sind. Doch dann sind wir meistens mit dem Kopf schon im nächsten Projekt. Daher: Feier die Ergeb­nisse wie den Prozess, würdige sie, stoß drauf an, genieß das erreichte, lob dich dafür.

 

4. Achte auf dein Kräf­te­haus­halt. Die 80/20 Regel besagt, dass 80% der Ergeb­nisse mit 20% des Gesamt­auf­wandes erreicht werden. Die verblei­benden 20% der Ergeb­nisse benö­tigen mit 80% die meiste Arbeit. Ist diese Extra­meile immer gerecht­fer­tigt oder kannst du auch mal 5 gerade sein lassen? Deine Kraft ist nicht endlos. Treffe eine bewusste Entschei­dung, wie viel Kraft du wann und wo inves­tieren willst.

 

5. Lerne dich selbst besser kennen. Welche Stärken und Schwä­chen hast du? Was denkst du über dich selbst und wie sehen dich andere? Die Angst vor Ableh­nung oder Versagen und das Bedürfnis nach Aner­ken­nung sind oft Motoren, die Perfek­tio­nisten antreiben. Diese gilt es zu entlarven und sich anzu­nehmen, wie man ist.

 

6. Setze Grenzen. Es ist gut dein Bestes zu geben: 100% sind OK, aber eben nicht mehr. Setz dich nicht unter Druck durch zu hohe (unrea­lis­ti­sche) Ansprüche. Lass dich nicht über den Tisch ziehen, gerade wenn du spürst das es dich über­for­dern könnte. Nur du weißt, wann dein Limit erreicht ist und kannst STOPP sagen. Niemand anders wird das für dich tun.

 

7. Finde deine Balance. Die beste Prophy­laxe gegen BurnOut ist es, in Balance zu leben – in allen Lebens­be­rei­chen: Bezie­hungen, Arbeit, Gesund­heit (emotional, physisch, geist­lich), Freizeit. Diese Balance kannst nur du selbst spüren und für die Einhal­tung genau dieser sorgen! Tue dir damit selber gutes, um lang­fristig gesund zu leben.

 

 

 

Frage: Wie geht es dir mit Perfek­tion? Welche Tipps hast du, um zu exzel­lenten Ergeb­nissen zu kommen?

Über deine Gedanken und Erfah­rungen freue ich mich auf FacebookTwitter oder LinkedIn zu hören!

 

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