Veranstaltungstechnik: 5 Fragen an Manja Kokott

27. August 2014

Veranstaltungstechnik Event

Veran­stal­tungs­technik — wert­volles Mittel um Beson­deres in Szene zu setzen… // Foto: André Wirsig 

 

 

Manja kenne ich seit vielen Jahren und habe die Begeg­nungen mit ihr immer sehr genossen. Sie ist verhei­ratet mit dem Licht­de­si­gner Werner Kokott und hat lang­jäh­rige Exper­tise im Bereich Projekt­ma­nage­ment und Veran­stal­tungs­technik. Grund genug sie für meine Sommer-Serie zu diesem Thema zu interviewen:

 

 

Warum ist der Einsatz von Veranstaltungstechnik bei Events bedeutsam?

 

In einer Veran­stal­tung steckt immer das Herzblut des Kunden. Er verfolgt ein bestimmtes Ziel damit, macht sich lange Gedanken, inves­tiert meist viel Zeit und Geld, um die Ideen, die er entwi­ckelt hat, zu verwirk­li­chen. In diesem Entwick­lungs­zeit­raum kommen wir ins Spiel. Unser Kunde erhofft sich, dass wir uns in seine Vorstel­lungen hinein­denken, seine Gedanken verstehen, ihn dem entspre­chend beraten und ihn dann, mit unserem Knowhow, dabei unter­stützen sein Ziel zu verwirklichen.

 

Meist ist es so, das unser Gegen­über sich voll und ganz auf uns verlassen muss, weil er nicht die geringste Ahnung von der Technik hat, mit der wir täglich umgehen, und deshalb ist es so wichtig, dass wir genau zuhören und verin­ner­li­chen wohin die Reise gehen soll. Wenn uns das gelingt können wir mit tech­ni­schen Einbauten wunder­schöne Akzente setzen, Sinne verzau­bern, aber auch Infor­ma­tionen gezielt an ein Publikum vermit­teln. Wir können aus einfa­chen Räumen Szenen­welten entstehen lassen und Emotionen hervor­rufen, oder einfach nur unter­strei­chen, was unser Kunde seinen Gästen sagen will.

 

 

Was war der bedeutsamste Event den Du bisher technisch betreut hast?

 

Der für mich bedeut­samste Event, den ich bisher betreut habe war das Goldene Bild der Frau. Eine Veran­stal­tung, die von der „Bild der Frau“ ins Leben gerufen wurde, um Frauen zu ehren, die unglaub­li­ches in kari­ta­tiven Berei­chen leisten und die nicht im Rampen­licht stehen. Frauen, die Ihr ganzes Leben einer Sache gewidmet haben und die das erst Mal gesehen werden für das, was sie täglich tun. Darunter war eine Frau, die in Hamburg ein Kinder­hospiz eröffnet hat, dass es den Eltern möglich macht, ihre schwerst­kranken Kinder bis zum Tod begleiten, ohne zu Hause Angst zu haben ihnen nicht gerecht zu werden. Sie sammelt Spenden und sucht Unter­stützer, um die Eltern nicht auch noch finan­ziell belasten zu müssen. Für jedes Kind das dort verstirbt brennt immer eine Kerze im Garten des Hospizes.

 

Eine andere Frau hatte, selber blind, eine Blin­den­schule in Tibet eröffnet, weil sie erfahren hat, das blinde Kinder dort häufig wegge­sperrt werden und keine Zukunft haben, weil die Eltern nicht wissen, was sie mit ihnen anstellen sollen. Die Nächste hat einen Verein gegründet, der Menschen in Uganda unter­stützt. Dort werden Work­shops gegeben, die den Teil­neh­mern beibringen sich richtig zu ernähren und Aids­vor­sorge zu betreiben und als Anreiz erhält jede Familie eine träch­tige Ziege. Die Familien können sich so die Tiere züchten, sich von der Milch ernähren, Erzeug­nisse daraus verkaufen oder auch wieder Tiere verkaufen. So verrin­gert sich nach und nach das Elend in dieser Region, denn die Menschen können sich eine kleine Existenz aufbauen.

 

Diese Veran­stal­tung war für mich eine Herzens­an­ge­le­gen­heit, weil endlich einmal Menschen wichtig waren, die wirklich bedeut­sames leisen wovon man sonst kaum etwas erfährt. Wir konnten sie in einen entspre­chenden Rahmen setzen und so einen kleinen Teil dazu betragen. Hier ein Eindruck des Kinder­hospiz Ster­nen­brücke (Quelle: youtube):

 

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Worauf bist Du angewiesen, um einen guten Job zu realisieren?

 

Für mich ist ganz klar eine gute, fähige Crew, die gemeinsam, gut gelaunt an der Umset­zung des Jobs arbeitet das Wich­tigste. Natür­lich sind gutes Veran­stal­­tungs­­­technik-Material, eine inten­sive Vorar­beit und genaue Infor­ma­tionen auch wichtig, aber ohne ein gutes Team hilft das alles wenig.

 

 

Wo lässt Du Dich für innovative Veranstaltungstechnik-Ideen inspirieren?

 

Ich sehe mir gerne die Arbeit meiner Kollegen an, entweder im TV oder noch viel lieber Live, um mich inspi­rieren zu lassen. Auch Gespräche mit meinen Kollegen, bei denen man Ideen für Umset­zungen entwi­ckelt sind eine tolle Grund­lage für neue Ideen.

 

 

Was war Dein größter Fehler bisher und was hast Du daraus gelernt?

 

Mein größter Fehler ist noch gar nicht so lange her und hat mir beinahe „das Genick gebro­chen“. Ich hatte eine Idee für die Umset­zung einer Medi­en­an­wen­dung, habe mir diese auch als so umsetzbar veri­fi­zieren lassen, von Leuten die davon mehr verstehen als ich. Dann kam ein Kollege und hat mir das wieder ausge­redet, weil er eine andere Lösung parat hatte, die seiner Meinung nach in der Umset­zung kosten­güns­tiger war. Ich habe auf ihn gehört. Leider stellte sich diese andere Lösung auf der Baustelle als nicht umsetzbar heraus und er hat mich und meine Kollegen viel Zeit und Nerven gekostet das fest­zu­stellen. Am Ende habe ich es dann doch so gemacht, wie es Anfangs geplant war und es ging problemlos…

 

Ich werde wohl zukünftig auf meinen ersten Instinkt hören und auf das, was mir fähige Kollegen als gangbar frei­geben und nicht auf Gedeih und Verderb versu­chen Geld bei der Veran­stal­tungs­technik zu sparen. Denn am Ende hat der Spaß jetzt einiges mehr gekostet… und auch graue Haare.

 

 

 

Manja Kokott Veranstaltungstechnik LK AGManja Kokott ist als Projekt­lei­terin bei der LK AG in Essen vorran­ging für die tech­ni­sche Umset­zung von Indus­trieevents, Messen und Galas zuständig. Ihr Aufga­ben­ge­biet reicht von der Kunden­be­ra­tung im Vorfeld, über die Orga­ni­sa­tion, bis hin zur Umset­zung des tech­ni­schen Parts der Veran­stal­tungen, nicht selten auch der Dekoration.

Die LK AG ist ein inte­grierter Kommu­ni­ka­ti­ons­dienst­leister, der im Bereich der Live- und Marken­kom­mu­ni­ka­tion ein umfas­sendes Angebot inno­va­tiver Dienst­leis­tungen und Tech­no­lo­gien aus einer Hand bietet. Von der krea­tiven Konzep­tion über die Projek­tie­rung bis hin zur Umset­zung machen Spezia­listen unter­schied­lichster Fach­rich­tungen Produkte und Dienst­leis­tungen emotional erlebbar.

 

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