Veranstaltungstechnik: 5 Fragen an Manja Kokott

Veranstaltungstechnik Event

Veranstaltungstechnik – wertvolles Mittel um Besonderes in Szene zu setzen… // Foto: André Wirsig 

 

 

Manja kenne ich seit vielen Jahren und habe die Begegnungen mit ihr immer sehr genossen. Sie ist verheiratet mit dem Lichtdesigner Werner Kokott und hat langjährige Expertise im Bereich Projektmanagement und Veranstaltungstechnik. Grund genug sie für meine Sommer-Serie zu diesem Thema zu interviewen:

 

 

Warum ist der Einsatz von Veranstaltungstechnik bei Events bedeutsam?

 

In einer Veranstaltung steckt immer das Herzblut des Kunden. Er verfolgt ein bestimmtes Ziel damit, macht sich lange Gedanken, investiert meist viel Zeit und Geld, um die Ideen, die er entwickelt hat, zu verwirklichen. In diesem Entwicklungszeitraum kommen wir ins Spiel. Unser Kunde erhofft sich, dass wir uns in seine Vorstellungen hineindenken, seine Gedanken verstehen, ihn dem entsprechend beraten und ihn dann, mit unserem Knowhow, dabei unterstützen sein Ziel zu verwirklichen.

 

Meist ist es so, das unser Gegenüber sich voll und ganz auf uns verlassen muss, weil er nicht die geringste Ahnung von der Technik hat, mit der wir täglich umgehen, und deshalb ist es so wichtig, dass wir genau zuhören und verinnerlichen wohin die Reise gehen soll. Wenn uns das gelingt können wir mit technischen Einbauten wunderschöne Akzente setzen, Sinne verzaubern, aber auch Informationen gezielt an ein Publikum vermitteln. Wir können aus einfachen Räumen Szenenwelten entstehen lassen und Emotionen hervorrufen, oder einfach nur unterstreichen, was unser Kunde seinen Gästen sagen will.

 

 

Was war der bedeutsamste Event den Du bisher technisch betreut hast?

 

Der für mich bedeutsamste Event, den ich bisher betreut habe war das Goldene Bild der Frau. Eine Veranstaltung, die von der „Bild der Frau“ ins Leben gerufen wurde, um Frauen zu ehren, die unglaubliches in karitativen Bereichen leisten und die nicht im Rampenlicht stehen. Frauen, die Ihr ganzes Leben einer Sache gewidmet haben und die das erst Mal gesehen werden für das, was sie täglich tun. Darunter war eine Frau, die in Hamburg ein Kinderhospiz eröffnet hat, dass es den Eltern möglich macht, ihre schwerstkranken Kinder bis zum Tod begleiten, ohne zu Hause Angst zu haben ihnen nicht gerecht zu werden. Sie sammelt Spenden und sucht Unterstützer, um die Eltern nicht auch noch finanziell belasten zu müssen. Für jedes Kind das dort verstirbt brennt immer eine Kerze im Garten des Hospizes.

 

Eine andere Frau hatte, selber blind, eine Blindenschule in Tibet eröffnet, weil sie erfahren hat, das blinde Kinder dort häufig weggesperrt werden und keine Zukunft haben, weil die Eltern nicht wissen, was sie mit ihnen anstellen sollen. Die Nächste hat einen Verein gegründet, der Menschen in Uganda unterstützt. Dort werden Workshops gegeben, die den Teilnehmern beibringen sich richtig zu ernähren und Aidsvorsorge zu betreiben und als Anreiz erhält jede Familie eine trächtige Ziege. Die Familien können sich so die Tiere züchten, sich von der Milch ernähren, Erzeugnisse daraus verkaufen oder auch wieder Tiere verkaufen. So verringert sich nach und nach das Elend in dieser Region, denn die Menschen können sich eine kleine Existenz aufbauen.

 

Diese Veranstaltung war für mich eine Herzensangelegenheit, weil endlich einmal Menschen wichtig waren, die wirklich bedeutsames leisen wovon man sonst kaum etwas erfährt. Wir konnten sie in einen entsprechenden Rahmen setzen und so einen kleinen Teil dazu betragen. Hier ein Eindruck des Kinderhospiz Sternenbrücke (Quelle: youtube):

 

 

 

Worauf bist Du angewiesen, um einen guten Job zu realisieren?

 

Für mich ist ganz klar eine gute, fähige Crew, die gemeinsam, gut gelaunt an der Umsetzung des Jobs arbeitet das Wichtigste. Natürlich sind gutes Veranstaltungstechnik-Material, eine intensive Vorarbeit und genaue Informationen auch wichtig, aber ohne ein gutes Team hilft das alles wenig.

 

 

Wo lässt Du Dich für innovative Veranstaltungstechnik-Ideen inspirieren?

 

Ich sehe mir gerne die Arbeit meiner Kollegen an, entweder im TV oder noch viel lieber Live, um mich inspirieren zu lassen. Auch Gespräche mit meinen Kollegen, bei denen man Ideen für Umsetzungen entwickelt sind eine tolle Grundlage für neue Ideen.

 

 

Was war Dein größter Fehler bisher und was hast Du daraus gelernt?

 

Mein größter Fehler ist noch gar nicht so lange her und hat mir beinahe „das Genick gebrochen“. Ich hatte eine Idee für die Umsetzung einer Medienanwendung, habe mir diese auch als so umsetzbar verifizieren lassen, von Leuten die davon mehr verstehen als ich. Dann kam ein Kollege und hat mir das wieder ausgeredet, weil er eine andere Lösung parat hatte, die seiner Meinung nach in der Umsetzung kostengünstiger war. Ich habe auf ihn gehört. Leider stellte sich diese andere Lösung auf der Baustelle als nicht umsetzbar heraus und er hat mich und meine Kollegen viel Zeit und Nerven gekostet das festzustellen. Am Ende habe ich es dann doch so gemacht, wie es Anfangs geplant war und es ging problemlos…

 

Ich werde wohl zukünftig auf meinen ersten Instinkt hören und auf das, was mir fähige Kollegen als gangbar freigeben und nicht auf Gedeih und Verderb versuchen Geld bei der Veranstaltungstechnik zu sparen. Denn am Ende hat der Spaß jetzt einiges mehr gekostet… und auch graue Haare.

 

 

 

Manja Kokott Veranstaltungstechnik LK AGManja Kokott ist als Projektleiterin bei der LK AG in Essen vorranging für die technische Umsetzung von Industrieevents, Messen und Galas zuständig. Ihr Aufgabengebiet reicht von der Kundenberatung im Vorfeld, über die Organisation, bis hin zur Umsetzung des technischen Parts der Veranstaltungen, nicht selten auch der Dekoration.

Die LK AG ist ein integrierter Kommunikationsdienstleister, der im Bereich der Live- und Markenkommunikation ein umfassendes Angebot innovativer Dienstleistungen und Technologien aus einer Hand bietet. Von der kreativen Konzeption über die Projektierung bis hin zur Umsetzung machen Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen Produkte und Dienstleistungen emotional erlebbar.

 

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