Storytelling #4 // Transmedia Storytelling — Werkzeug für Events

25. März 2013

Kürzlich sah ich diesen Kurzfilm, der für mich die Möglich­keiten von digi­talem Storytel­ling für Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion hervor­ra­gend umsetzt. Obwohl eine Regel für Videos im Internet besagt, dass schon nach 2–3 Sekunden der User entscheidet ob ihn das Video über­haupt inter­es­siert und die meißten maximal eine Minute ‘dran bleiben’, erging es mir so, den Film in voller Länge anzu­sehen zu wollen. Woran liegt das?

 

Der Film erzählt keine Fakten sondern eine Geschichte, sogar eine echte und die einfach witzig. Die Helden der Geschichte stehen vor einer Schwie­rig­keit und meistern ihr Problem im Verlauf. Erst am Ende wird die Verbin­dung zu dem werbenden Unter­nehmen herge­stellt. Es gibt keine Produkt­in­for­ma­tionen, dafür alle rele­vanten Elemente des Storytel­ling. Denn, jede Geschichte:

 

  • benötigt einen GRUND, um erzählt zu werden.
  • benötigt eine HAUPTFIGUR.
  • beginnt mit einem KONFLIKT.
  • erzielt AUFMERK­SAM­KEIT.
  • löst im besten Fall VIRA­LITÄT aus.
  • handelt von der TRANSFORMATION.

 

Authen­tisch und kurz­weilig erzählt, fesselt und erstaunt diese Geschichte der thai­län­di­schen Jugend-Kicker, die vor einem offen­sicht­li­chen Problem stehen, aber den Mut beweisen daran etwas zu ändern. Unter­stützt durch Mentoren (die Ältesten ihres Dorfs) wagen Sie sich bis zum Entschei­dungs­kampf — inter­es­san­ter­weise ein Thema und Figuren, mit denen vermut­lich (fast) jeder Deutsche sich iden­ti­fi­zieren kann (auch wenn dies gar nicht die Ziel­gruppe ist). Das Ziel einen persön­li­chen Link zu dem Produkt aufzu­bauen ist im wahrsten Sinne des Wortes spie­le­risch geglückt. Ich betrachte mich weniger als Konsu­ment, sondern bin begeis­tert von dem Team­spirit und dem Gedanken einen Unter­schied zu machen. Diese Werte und das Vertrauen über­trägt sich auf das werbende Unter­nehmen. Gut gemacht!

 

 

Transmedia Storytelling — ein Tool für Events in der Live-Kommunikation?

 

Zeit­gemäß würde im nächsten Schritt das gewohnte Erzähl­muster für Events durch­bro­chen werden, nämlich anhand des trans­media storytel­ling:

“Die Zukunft der Medien ist multi­per­spek­ti­visch. Geschichten werden in Zukunft nicht mehr von einem Autor in einem Ursprungs­me­dium erzählt und dann in den anderen wieder­holt, sondern simultan von vielen in allen Formaten weiter­erzählt: Trans­me­diales Erzählen.” (Tren­d­Up­date 12/2011)

 

 

Cross­me­diales Storytel­ling hat Siemens mit dem Projekt /answers schon 2011 vorge­macht. Mit einer Mischung von Inhalten auf youtube, facebook und twitter erzählen Medi­en­ma­cher Kurzfilm-Geschichten von gewöhn­li­chen Menschen. Die Tech­no­lo­gien hinter den tech­ni­schen Inno­va­tion werden im Anschluß auf der Firmen­web­site erklärt und zum Dialog auf den sozialen Foren vernetzt. Inter­ak­tiver ist die Mode­marke ONLY mit dem Online­film­pro­jekt “The Libe­ra­tion” — unbe­dingt anschauen und mitmachen!

 

 

Trans­me­diales Erzählen setzt auf all dies noch einen drauf, indem “bestimmte Inhalte über mehrere Medien hinweg erzählt werden”. Erfolg­reichstes Beispiel ist vermut­lich die US-Fern­­seh­­serie LOST. Im besten Falle werden Buch, Film, Game und Online mitein­ander verknüpft, so dass der User selbst Hand­lungen weiter­ent­wi­ckeln kann. Span­nende Entwick­lung, weiter­füh­rende Infor­ma­tionen z. B. im Trans­media Manifest. Letzt­lich entscheidet der Nutzen über die Sinn­haf­tig­keit vs. Über­for­de­rung von Live-Event Besuchern…

 

 

Fazit: Ich denke auch mit diesen Ansätzen gibt es enorme Poten­tiale Besucher von Live-Events inter­ak­tiver einzu­binden, indem man Geschichten (und nicht Fakten!) trans­me­dial konzi­piert. Besucher können vor dem Event eine Themen­vor­auswahl treffen, vor Ort die Entwick­lung von Hand­lungen über ihre Smart­phones beein­flussen oder abstimmen und im Nachfeld Hand­lungs­auf­for­de­rungen weiter entwi­ckeln. All das natür­lich ziel­ori­en­tiert für den Nutzen der Besucher, nicht nur alleinig des Unter­neh­mens. In jedem Fall werden solche inter­aktiv erzählten Geschichten viel mehr im Kopf bleiben, als Fakten und Moti­va­ti­ons­an­spra­chen. Zumal diese mitt­ler­weile als ‘gelernt’ nichts Neues darstellen dürften. Ich bin gespannt, welche inno­va­tiven Konzepte ich in den nächsten Monaten hierzu entde­cken kann und mitge­stalten werde.

 

 

Welche Konzepte und Ideen basie­rend auf Storytel­ling Elementen haben dich überzeugt?

 

 

Weitere Beiträge in meiner Story­tel­­ling-Reihe: #1 Prin­zi­pien#2 Helden­reise und #3 Trans­for­ma­tion.

Video Quelle (Trans­media Storytel­ling): TMB Bank Thailand

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