Ich bin dann mal OFF: Warum ich ein Sabbatical als Freelancer mache…

13. Juli 2016

Event mal anders

Sabba­tical als Free­lancer: Die Macht der Auszeit (Quelle: Youtube via TED)

 

 

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann,
ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhoeffer

 

 

Wir arbeiten zu viel und zu lange. Warum eigentlich?

 

Deutsche machen 1.813.000.000 Über­stunden. Es wäre scho­ckie­rend heraus­zu­finden wie viele Über­stunden im Event­mar­ke­ting gemacht werden. Klar, mein Job macht mir unfassbar viel Freude. Aber ich kenne auch keinen Event-Arbeitstag, der nicht mindes­tens 10 Stunden (und oft mehr) beinhaltet. Jede Woche aufs Neue. Dabei beneide ich keine Agen­tur­kol­legen, die trotz der Vor-Ort-Spit­­zen­­zeiten dann auch noch eine ausgie­bige Präsenz­kultur im Büro haben.

 

 

Sabbatical als Freelancer: Warum eigentlich nicht?

 

Warum also nicht ein Sabba­tical als Free­lancer machen? Irgend­woher muss die Energie für exzel­lente Arbeit ja kommen. Persön­lich kenne ich nur zwei Leute, die ein Sabba­tical gemacht haben: Einen befreun­deten Beamten und einen Mentor, Rainer Wälde. Doch durch sie gewann die Idee Gestalt, im siebten Jahr nach meiner Gründung eine Auszeit einzu­legen. Dabei stieß ich auf oben verlinkten TED Talk.

 

Actually I was bored. My work became repe­ti­tive.
” Stefan Sagmeister

 

Dem Typo­grafen Sagmeister stank das klas­si­sche Lebens­mo­dell: In den ersten 25 Jahren lernen, dann 40 Jahre arbeiten bevor es mit 65 in die Rente geht. Seine Idee: Fünf Jahre der Renten­zeit in die Arbeits­phase vorziehen, um so alle sieben Jahre ein Sabba­tical einzu­legen. Und diese Auszeiten haben große Auswir­kung auf seine Arbeit, Befinden, Leben. Die vier wich­tigsten Ergeb­nisse seines Sabbaticals:

 

  • Sinn­haf­tig­keit: Beruf wurde wieder zur Berufung.
  • Freude: Es macht einfach Spaß!
  • Wachstum: Lang­fristig finan­ziell erfolgreicher.
  • Inspi­ra­tion: Die Ideen aus dem Sabbat­jahr waren die Basis für den Erfolg der folgenden sechs Jahre.

 

 

Ich bin dann mal OFF: Ein halbes Jahr Auszeit!

 

Sein Vorbild hat mich gepackt. Gesagt, getan: Bereits vor einigen Jahren habe ich die Entschei­dung getroffen. In meinem Fall wird es ein halbes Jahr: Vom 15. Juli bis zum 15. Januar 2017. Davon habe ich wich­tigen Menschen in meinem Leben erzählt, einfach um aus der Nummer nicht mehr so leicht raus­zu­kommen. Klar war es hart, Kunden wie Agen­turen abzu­sagen. Aber gleich­zeitig bin ich mir sicher, dass nicht nur meine Familie und ich selbst, sondern auch Kunden von der Auszeit sehr profi­tieren werden.

 

Viele fragen übrigens, ob ich reisen werde. Wenn es aber eins gibt, das ich nicht will — dann ist das die ganze Zeit rumreisen. In meinem Job bin ich nämlich ständig unter­wegs. Sinn und Zweck des Sabba­ti­cals ist es für mich zur Ruhe zu kommen. Natür­lich habe ich Ideen und einen Plan für die Sabbat­zeit. Es war mir aber wichtig ohne durch­ge­plantes Konzept in die Zeit zu starten. Ich möchte offen bleiben für Momente und Begeg­nungen, die sich von ganz allein ergeben.

 

Persön­lich habe ich Respekt vor der Leere, der ich dabei irgend­wann begegnen werde. Projekte halten einen ja gut auf Trab und geben bestä­ti­genden Erfolg. Aber wenn ich diesen Punkt der Ruhe erreicht habe, wird es sicher wunder­volles zu entde­cken geben. Von meinen Erleb­nissen werde ich dann Anfang 2017 berichten… (Update: Hier mein Rück­blick auf die Auszeit)

 

 

Sabbatzeit: Langfristig fit bleiben, um den Marathon bis zum Ende laufen zu können

 

Zurück zu den Arbeits­zeiten. Auch wenn es aktuell gesund­heit­lich für mich nicht akut ist — einen Burnout musste ich dennoch durch­leben. Ich frage mich auch ernst­haft, wie ich das Tempo des Event­zirkus bis 70 durch­halte und ob ich das will. Auch aus diesem Blick­winkel macht es sehr viel Sinn aktiv Zeit­räume der Ruhe einzu­planen. Denn als Ideen­mensch komme ich in zwei Wochen Urlaub nur schwer aus Gedan­ken­pro­zessen raus und in eine nötige Erholung rein.

 

Natür­lich ist es auch heraus­for­dernd solch einen Zeitraum finan­ziell zu stemmen. Aber konkret durch­ge­spielt, war es plötz­lich gar nicht so unmög­lich, wie gedacht. Es gehört eine Entschei­dung, genügend Vorlauf und der Mut dazu, es tatsäch­lich anzu­gehen. Ich bin mir sicher: Es gibt sehr viel dabei zu gewinnen…

 

Frage: Hast du schon ein Sabba­tical als Free­lancer erlebt? Welche Erfah­rungen hast du gemacht?

 

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