Pssst! Hört zu. Dann klappt’s auch mit dem Event-Marketing.

29. Januar 2015

Event-Marketing Brandeins Thema Agenturen Eventmarketing

Event-Marke­­ting im Aufschrei // Wir müssen endlich erwachsen werden! — ein Plädoyer für mehr Konstruktivität

 

 

 

Im Januar veröf­fent­lichte brand­eins den Bran­chen­re­port Agen­turen. Die Kritik aus der Eventecke scheint nicht abzu­reißen. Peter Blach (neben vielen anderen) ergießt sich über diesen “Blödsinn” im Blach­Re­port Editorial:

 

 

 

 

Ich gebe zu: Gut gebrüllt Löwe — das ist reiße­risch und prosa­isch geschrieben. Bei aller gerecht­fer­tigten Kritik an der unqua­li­fi­zierten Vermi­schung in dem Ranking von Event­agen­turen mit Tech­nik­dienst­leis­tern (dabei wundere ich mich, wer eigent­lich wem immer wieder vor Ort den Aller­wer­testen rettet…):

 

 

Wo bitte­schön sind denn die Orien­tie­rungs­hilfen, die mich als Marke­ting­ver­ant­wort­li­chen eines Unter­neh­mens bei der Entschei­dung für einen Dienst­leister in der Live-Kommu­­ni­­ka­­ti­on­s­­branche informieren?

 

 

Denn genau das ist doch der Zweck eines solchen Rankings. Der Kunden­nutzen des Heftes ist Orien­tie­rung im Dschungel der viel­fäl­tigen Verspre­chen von Marke­ting­leuten und Agen­turen. Darüber hinaus zeigt es auf, wie es bei Agen­turen intern zugehen muss. Das schafft doppelte Trans­pa­renz — danke dafür, brandeins!

 

 

Endlich transparenter und konstruktiv miteinander arbeiten

 

Nehmen wir mal den FAMAB Bran­chen­award. Viele der teil­neh­menden Agen­turen schaffen es noch nicht einmal, ihre Idee und das Konzept hinter den einge­reichten Events in den Award-Videos zu erklären. Genau so geschehen im November 2014 in Essen. Was das mit Krea­ti­vität oder gar wirkungs­vollen Events zu tun haben soll, frage ich mich heute noch. Die Hälfte der Videos hat nur schöne Bilder von Events gezeigt, ohne jeden erklä­renden Spre­cher­text. Da wundert mich die undif­fe­ren­zierte Lobhu­delei in der Branche kein bißchen. Schon gar nicht, dass sich jetzt alle miss­ver­standen fühlen. Ist doch eigent­lich alles ganz anders, ihr versteht uns nur einfach nicht…

 

So klingen Teenager.

 

Wissen Leute da draußen eigent­lich was Event-Marke­­ting leistet? Wir müssen als Branche besser kommu­ni­zieren, was wir machen — so, dass es die Entscheider da draußen auch richtig verstehen. Wäre das für Kommu­­ni­­ka­­tions-Experten nicht ein Kinder­spiel? Scheinbar nicht, sonst hätte brand­eins wohl auch keine Mühe gehabt, einen besseren Autoren oder andere Bewer­tungen zu unserer Branche einfangen zu können. Warum also lamen­tieren?

 

Wir müssen endlich erwachsen werden und erklären, was wir in der Live-Kommu­­ni­­ka­­tion tun und warum das den Kunden nützt.

 

Nicht alles ist schlecht, nein sogar vieles sehr gut. Mir fallen da gleich mehrere Beispiele ein: Agen­turen wie Oliver Schrott Kommu­ni­ka­tion, pro eventMatt­Circus, Einzel­per­sonen wie René Elber­feld, Andreana Clemenz, Chris­tian Kohlmann, die Master­Class Event, der eveos­blog, die Münchener Initia­tive, der MICE Club Live sowie viele, viele andere — samt derer, die ich einfach noch nicht kenne… Wir müssen nur mehr Lern­kurven und Ideen in den Vorder­grund stellen — ohne dabei die exzel­lente Logistik zu vernach­läs­sigen. Es ist ein Umdenken notwendig, ein #shift eben.

 

 

Offen­sicht­lich scheint es aber schwer, die Event-Branche zu fassen. Dabei ist sie ja auch immer noch im Entstehen. Es würde an uns liegen, aufzu­zeigen, welche Lösungen wir für die Welt da draußen zu bieten haben. Viel­leicht sollte es dabei mehr um Ziele und deren Wirkung gehen, die wir messbar machen. Diese dienen auch als stich­hal­tige Argu­mente gegen­über unseren Auftrag­ge­bern für mehr Etat. Besser jeden­falls als noch eine Award-Auszeichnung…

 

So sorgt man für Vertrauen, mehr Umsatz und stei­gende Bedeu­tung im Marketing-Mix.

 

Nicht mit diesen Kommen­taren, die einfach nur Energie verschwenden und ein Gefühl der Wir-sitzen-alle-in-einem-Boot-und-keiner-versteht-uns-Menta­­lität sugge­rieren.

 

 

Event-Marketing muss über den eigenen Tellerrand blicken

 

Zurück zum Inhalt. Da habe ich jeden­falls durchaus span­nende Gedanken in dem Heft entde­cken können: Wir müssen endlich breiter denken, obwohl wir hoch spezia­li­siert arbeiten. Das ist für mich die Aussage des Heftes und diese Philo­so­phie ist noch längst nicht Realität im Event-Marke­­ting. Die Kritik an Kommer­zia­li­sie­rung und Methode des Rankings ist sicher nicht ganz unbe­rech­tigt, aber das Heft kann sehr viel mehr, als nur noch ein weiteres Ranking sein.

 

Was uns Even­t’­lern fehlt, ist der Blick über den Teller­rand. Events als Takt­geber für die Verbrei­tung von groß­ar­tigen Ideen und über­zeu­gende Marken­er­leb­nisse nutzbar zu machen (wie es uns Red Bull vormacht), das sehe ich noch viel zu selten. In die Kreation von Geschichten zu inves­tieren, sollte unsere Devise sein. Sinn­haf­tige Erleb­nisse mit Relevanz werden sich dann auto­ma­tisch auf allen Kanälen verbreiten.

 

 

Bevor ich ins Träumen gerate: Da war ja noch die Kritik zum 3.500 EUR teuren Ranking-Siegel „Beste Agentur 2015“, wie sie bei Texter gesucht moniert wird. Tja, es obliegt doch jeder Agentur selbst, ob sie die Auszeich­nung verwenden möchte oder nicht. Und was bitte­schön sind schon 3.500 EUR Budget für eine Event­agentur als absetz­bare Werbekosten?

 

Außerdem: Welche der TOP-Krea­­ti­v­a­gen­­turen hat ihre famosen Erfolge nicht in Form von Award-Trophäen in die Email­si­gnatur inklu­diert? Seien wir doch ehrlich: darauf stehen Agentur-Leute. Das schafft den vermeint­li­chen Wert. Es stiftet Iden­ti­fi­ka­tion und lässt so manche Brust schwellen. Aber wie diese Award-Rankings zusammen gestellt wurden — da kann man ein noch größeres Frage­zei­chen dran setzen als bei brandeins.

 

Da sind wir wieder beim Thema Vertrauen. Denn darum geht es doch, wenn wir als dienst­leis­tende Agen­turen Unter­nehmen in ihrer Live-Kommu­­ni­­ka­­tion beraten wollen. Das schafft das brand­eins Ranking für mich wesent­lich besser als jedes andere Bran­chen­ran­king. Denn diese Statistik wurde aufgrund der Empfeh­lung von Menschen aus der Branche erhoben. Wenn Agen­tur­mit­ar­beiter Namen von anderen Event­agen­turen nennen sollen und da eine ganze Reihe eben gar nicht auftaucht, ist das auch eine Botschaft an entspre­chende Agen­turen, sich zu posi­tio­nieren (oder auch andere Arbeits­weisen zu kultivieren).

 

Und genau um diese Gespräche sollte es viel­leicht mehr gehen, als um Awards. Um die Lieb­lings­thesen von Helge Thomas aufzu­greifen: Menschen statt Märkte. Gespräche statt Botschaften. Vertrauen statt Werbung. Diese Gedanken entspringen den 95 Thesen des Clue­­train-Manifest — die erste davon lautet: Märkte sind Gespräche.

 

 

Fazit: Für mich läuft es auf die Frage hinaus, ob wir diese Steil­vor­lage als Chance begreifen oder weiter rumme­ckern. Wenn wir nicht endlich besser zuhören, was die Menschen da draußen wollen und konstruktiv reagieren, dann haben wir wieder nichts gelernt.

 

Pssst! Hier kommt das Geheimnis: Menschen in den Blick nehmen. Gespräche inten­si­vieren. Vertrauen schaffen. Gute Ideen entwi­ckeln. Unver­gess­liche Momente kreieren. Erreichte Ziele messen. Gäste wie Kunden über­zeugen. Dann klappt’s auch mit dem Event-Marke­­ting. Und einer anderen Wahr­neh­mung als die der “Butter­­fahrt-Branche”.

 

 

Anderer Meinung? Dann sag es mir bitte unterhalb.

 

PS: Der Voll­stän­dig­keit halber hier ein Loblied auf die Event­branche und warum ich gerne in ihr arbeite!

 

 

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