Persönlichkeitsprofil: Grundlage für gutes Teamwork

3. Juni 2015

Persönlichkeitsprofil DISG Enneagram Typenindikator Big Five

Persön­lich­keits­profil: Welcher Typ bist du? // Quelle der Infor­ma­tionen: über­wie­gend zitiert von Wikipedia

 

 

Warum macht das Wissen über ein Persön­lich­keits­profil in der Event­branche Sinn? Weil unsere Arbeit auf kurz­le­biger Projekt­ar­beit basiert und dabei die Chemie zwischen Menschen einer der ausschlag­ge­bendsten Faktoren für den Erfolg eines Events ist. Gerne möchte ich daher vier mir bekannte Tests zur Einschät­zung von Persön­lich­keiten vorstellen und erklären, wie diese in der Zusam­men­ar­beit mit Teams helfen können.

 

 

1) Big Five — Modell der Persönlichkeitspsychologie

 

Bei dem Fünf-Faktoren-Modell (FFM) handelt es sich um ein Modell der Persön­lich­keits­psy­cho­logie, das fünf Haupt­di­men­sionen der Persön­lich­keit defi­niert. Demnach lässt sich jeder Mensch auf den folgenden Skalen einordnen: Neuro­ti­zismus, Extra­ver­sion, Offen­heit für Erfah­rungen, Gewis­sen­haf­tig­keit und Verträg­lich­keit.

 

Dem Big Five Modell liegt die Auffas­sung zugrunde, dass sich Persön­lich­keits­merk­male in der Sprache nieder­schlagen, also alle wesent­li­chen Unter­schiede zwischen Personen im Wörter­buch durch entspre­chende Begriffe reprä­sen­tiert werden. Auf der Basis von Listen mit über 18.000 Begriffen wurden durch Fakto­ren­ana­lyse fünf sehr stabile, unab­hän­gige und weit­ge­hend kultur­sta­bile Faktoren — die Big Five — gefunden, und später durch eine Vielzahl von Studien belegt.

 

Die Big Five gelten heute laut Wiki­pedia inter­na­tional als das Stan­dard­mo­dell in der Persön­lich­keits­for­schung. Da sich die Persön­lich­keit bis zum 30ten Lebens­jahr oft noch verän­dert, lohnt sich ein erneuter Test zu diesem Zeit­punkt zu wieder­holen. An dieser Stelle findet sich der Test (den einzigen der vier, den ich tatsäch­lich selbst noch nicht gemacht habe… ;).

 

 

2) Enneagram als Tool zur Entwicklung des Persönlichkeitsprofil

 

Das Enne­agramm bezeichnet ein neun­spit­ziges Symbol, das als grafi­sches Struk­tur­mo­dell neun als grund­sätz­lich ange­nom­mene Quali­täten unter­scheiden, ordnen und mitein­ander in Bezie­hung setzen soll. Das Enne­agramm wird als ein prozess­ori­en­tiertes Werkzeug zur Selbst­ent­wick­lung beschrieben, nicht aber als Symbo­li­sie­rung verschie­dener Persön­lich­keits­typen. Im Gegen­satz zu den vier antiken Tempe­ra­menten chole­risch, sangui­nisch, melan­cho­lisch und phleg­ma­tisch wird das Persön­lich­keits­en­ne­agramm dazu benutzt, die Menschen in neun Persön­lich­keits­typen einzuteilen.

 

 

Persönlichkeitsprofil Enneagram

Enne­a­gram-Persön­­li­ch­­keits­­profil // Grafik: www.newmind.de

 

 

Oft fehlt uns auch das Verständnis für das Handeln anderer Menschen. Nach dem Enne­agramm hat jedes Persön­lich­keits­muster eine bestimmte Welt­sicht und betrachtet die Welt durch einen entspre­chenden Filter. Davon ausge­hend wird es möglich zu erklären, warum Menschen sich auf eine bestimmte Weise und nicht anders verhalten. Probleme und Konflikte — im Privaten wie in der Arbeit — resul­tieren häufig aus Schluss­fol­ge­rungen vom eigenen auf fremdes Wahr­nehmen. Das Enne­agramm trägt dazu bei, die Dynamik zwischen Menschen verschie­denen Musters zu verstehen und damit zwischen­mensch­liche Probleme zu lösen.

 

Indem die Typo­logie des Enne­agramms beschreibt, wie sich die Grund­muster in posi­tiven wie nega­tiven Situa­tionen verän­dern, zeigt es zugleich Möglich­keiten zur persön­li­chen Weiter­ent­wick­lung. Nach Einschät­zung von Kriti­kern werden aller­dings nur wenige Aspekte eines Menschen beachtet und nur auf Verhalten geschaut, statt das Gesamt­bild inklu­sive seines Wahr­neh­mungs­stils und Wesens zu betrachten.

 

Eine erklä­rende Über­sicht der neun Typen findet sich bei Wiki­pedia, weitere Infos hier.

 

 

3) Myers-Briggs-Typenindikator nach Carl Jung

 

Der Myers-Briggs-Typen­in­­di­­kator ist ein Instru­ment, mit dessen Hilfe psycho­lo­gi­schen Typen erfasst werden sollen. Der Schweizer Psych­iater Carl Gustav Jung bemerkte in seinem tägli­chen Kontakt mit Pati­enten, dass der Umgang mancher Menschen mit der Welt schlicht anders war als sein eigener. Er notierte diese Beob­ach­tungen und deren charak­te­ris­ti­sche Merkmale, benannte sie und machte sich die Kenntnis der Persön­lich­keits­ein­schät­zung wieder für seine Arbeit zunutze. Grund­le­gend für das Modell ist die Einschät­zung der Typen in vier Funk­tionen (Denken/Fühlen, Sensorik/Intuition), die jeweils mit den Attri­buten intro­ver­tiert oder extra­ver­tiert belegt wurden.

 

Kathe­rine Cook Briggs und ihre Tochter Isabel Myers griffen die Typo­logie von Jung auf und führten Mess­reihen durch. Es gibt in der Typo­logie vier Indi­ka­toren (Motivation/Antrieb, Aufmerk­sam­keit, Entschei­dung, Lebens­stil) die in jeweils zwei konträren Präfe­renzen ausge­prägt sind. Zur weiteren Über­sicht empfehle ich diese Tabelle. Der Indi­kator wird über­wie­gend im Bereich Coaching und Perso­nal­wesen eingesetzt.

 

Von der wissen­schaft­li­chen Psycho­logie wird der MBTI zwar abge­lehnt, weil er den Mindest­an­for­de­rungen an Gültig­keit und Verläss­lich­keit nicht entspricht. Bei Wieder­ho­lungen des Tests nach mehreren Wochen oder Monaten schwankt der Typ auch oftmals. Hier geht es zum Test und an folgender Stelle finden sich wirklich gute Charak­te­ri­sie­rungen der einzelnen Typen als Auswer­tung (dort auf das entspre­chende Profil klicken).

 

 

4) DISG für dominant, initiativ, stetig, gewissenhaft

 

Das DISG-Modell bezeichnet einen auf Selbst­be­schrei­bung beru­henden Persön­lich­keits­test mit den vier Grund­typen Dominanz, Initia­tive, Stetig­keit und Gewis­sen­haf­tig­keit. Das wissen­schaft­lich nicht bewie­sene Modell beschreibt nach dem Prinzip der Selbst­be­schrei­bung bestimmte Ausprä­gungen von Verhal­tens­ten­denzen von Menschen bei einem bestimmten Typus. Die Auswer­tung der Ergeb­nisse spiegelt den Status Quo des Teil­neh­mer­ver­hal­tens (man verteilt Punkte am ehesten bis am wenigsten) und geschieht grafisch in drei Diagrammen: “Äußeres Selbst­bild”, “Inneres Selbst­bild”, “Inte­griertes Selbstbild”.

 

DISG PersönlichkeitsprofilDISG Persön­lich­keits­profil // Bild: Steschke at Wiki­pedia [GFDL or CC-BY-SA‑3.0], via Wiki­media Commons

 

Der Nutzen besteht im konkreten alltäg­li­chen Umgang mit den vier Verhal­tens­di­men­sionen. Sie ermög­li­chen die Einschät­zung des Verhal­tens des Gegen­übers. In einem solchen Training wird dem Teil­nehmer vermit­telt, Team­mit­glieder, Kunden, Mitar­beiter, Führungs­kräfte etc. besser in deren Verhalten kennen­zu­lernen und dadurch das eigene Verhalten an den Verhal­tens­stil des Gegen­übers anpassen zu können. Es besteht dabei ‑wie bei allen Tests- die Gefahr, dass das äußerst komplexe Phänomen „Persön­lich­keit“ auf vier Typen oder Misch­typen redu­ziert wird und somit das Denken in „Schub­laden“ fördert.

 

Weitere Infor­ma­tionen finden sich hier und in dem offi­zi­ellen Buch Das neue 1x1 der Persön­lich­keit samt Test.

 

 

Persönlichkeitsprofil als Grundlage für gutes Teamwork & erfolgreiche Events

 

Schon als Jugend­li­cher stieß ich auf die DISG-Methode. Bereits zu der Zeit empfand ich das Wissen über die unter­schied­li­chen Persön­lich­keits­pro­file von Menschen als sehr wertvoll. Erst kürzlich bin ich mit dem Myers-Briggs-Typen­in­­di­­kator in Berüh­rung gekommen. Aus meiner persön­li­chen Wahr­neh­mung hat diese Einschät­zungform mich auf den Punkt genau beschrieben. Dabei haben mich die Genau­ig­keit der Beschrei­bung meiner Persön­lich­keit sowie mir bisher selbst nicht bewusste Details umge­hauen — WOW! Ich empfehle daher einfach mal die 70 Fragen mit JA oder NEIN zu beant­worten und unbe­dingt die verlinkte Auswer­tung bezie­hungs­weise Deutung des Profils zu machen — mir hat es Welten eröffnet…

 

Fazit: Bei Events ist es natür­lich schwierig, in immer wech­selnden Team­kon­stel­la­tionen und kürzester Zeit zu erkennen, welchen Typen Mensch ich vor mir habe. Zumal ich es in meiner Funktion als Regis­seur mit sehr unter­schied­li­chen Typen zu tun habe — vom CEO bis zum Bühnen­tech­niker ist da alles dabei. Mir hilft jedoch das Bewusst­sein, wie ich selbst “ticke” und welche andere Formen von Menschen es da draußen gibt. Ob im Bereich Kommu­ni­ka­tion, Entschei­dungs­fin­dung oder einfach um für ein gutes Mitein­ander zu sorgen. Gerade bei der Zusam­men­ar­beit gibt das DISG-Modell und Enne­agram wert­volle Hinweise, wie man in der jewei­ligen Konstel­la­tion zuein­ander besser agieren kann. Über weitere Elemente guten Team­works habe ich übrigens in diesem Blogpost geschrieben: Warum anschreiben einfach nicht lohnt…

 

 

Frage: Welche Mittel helfen Dir in der Einschät­zung und Zusam­men­ar­beit mit Teamkollegen?

 

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