Das WD40 zwischen Mensch und Technik: Kommunikation

11. Mai 2017

WD40 zwischen Mensch und Technik Kommunikation ConnectLIVE2017

Kommu­ni­ka­tion — das WD40 zwischen Mensch und Technik // Video: youtube

 

 

Gestern gab ich bei dem Connect Event 2017 des Event-Partner Magazins einen Impuls zum Thema:

“Das WD40 zwischen Mensch & Technik: Wie hilft Kommu­ni­ka­tion zu besseren Events?”

 

Im Vorfeld fragte ich in dieser Facebook-Gruppe nach dem drin­gendsten Problem im Umfeld von Event, Technik und Mensch. Die Gedanken der gest­rigen Diskus­sion mit Geschäfts­füh­rern von Tech­nik­firmen und Free­lan­cern möchte ich gerne aufgreifen. Denn eins wurde klar: Es braucht solide, proak­tive, ziel­füh­rende Kommu­ni­ka­tion. Das ist das Binde­glied zwischen gleich mehreren Span­nungs­fel­dern — Mensch & Technik, Tech­niker & Agentur, Content & Technik.

 

WD40 zwischen Mensch und Technik Kommunikation Event Partner Connect 2017Photo: aadhoc-media • Thomas Rohwedder

 

 

Mensch & Technik zu verbinden ist eine Kunst

 

Um mit der Technik und dem Event an sich Wirkung zu erzielen, frage ich gerne im Vorfeld:

 

Was soll Nachher anders sein als Vorher? 

 

Mit dieser Frage ergibt sich effektiv Klarheit darüber, was der Auftrag­geber eigent­lich bezwe­cken will. Aber dann geht es auch schon los mit den Problemen — drei Beispiele (zuge­ge­be­ner­maßen ein sehr weites Feld):

 

1. Der Kunde wünscht sich ein Projek­ti­ons­map­ping, zum Beispiel wie bei Ralph Lauren. Dabei wird der tech­ni­sche Fach­planer von der Agentur viel zu spät einge­bunden. Auch der Content-Erstel­­lungs­­­pro­­zess wird voll­mundig als machbar titu­liert. Erst vor Ort stellen sich dann die Probleme heraus. Es kommt zu Zeit­verzug und Nach­for­de­rungen. Dilet­tan­tisch und unpro­fes­sio­nell? Kommt leider in den unter­schied­lichsten Facetten immer wieder vor.

 

2. Weniger spek­ta­kulär aber mitt­ler­weile Standard auf jeder Baustelle: Filme werden kurz vor knapp ange­lie­fert. Am besten noch im falschen Codec. Der Kummer-geplagte Video-Operator hat in aller Voraus­sicht einen Rechner zum Umco­dieren dabei. Arsch gerettet. Gedankt — oft Fehl­an­zeige. Warum ruckelt das? Tja, wenn der Film dann unge­prüft aufgrund von Zeit­mangel in die Show kommt, darf sich niemand wundern. Oder der Ton fehlt. Puh. Alles schon passiert.

 

3. Oder im Licht­be­reich ‑gerade im TV (und die Mate­ri­al­schlacht beim ESC steht ja gerade wieder bevor)- wird nach dem Motto “Viel hilft viel” geklotzt, nicht gekle­ckert. Keine Pauschal­kritik daran, aber der Kern ist es zu wissen, was man mit dem Material bewirken will. Wir alle haben den Wandel in den letzten 20 Jahren erlebt. Damals wurden Tech­niker mit dem wenigen oft extrem kreativ. Heute fehlen die leisen, dunklen Momente, die den nötigen Kontrast zu dem fetten Finale herstellen. Einfach nur “fett schießen” lenkt oft davon ab, dass keine klare Geschichte / Idee formu­liert wurde.

 

 

Kommunikation: Das WD40 zwischen Mensch und Technik

 

Zurück zum Kern: Wie hilft nun Kommu­ni­ka­tion als Schmier­mittel, als WD40 zwischen Mensch und Technik zu wirkungs­vol­leren Events? In dem früh­zeitig geklärt wird, was eigent­lich bewirkt werden soll. Und dann konse­quent mit allen Betei­ligten geredet wird. In den meisten Fällen würden damit Fehler ausgemerzt.

 

Die Einbin­dung von fach­kun­digem Planungs­per­sonal kann im Vorfeld helfen zu klären, was im Anfor­de­rungs­profil und Budget­rahmen möglich und sinnvoll ist. Dazu ist es hilf­reich, wenn Agen­tur­per­sonal ein Grund­wissen über Technik und dessen Möglich­keiten hat (Tipp: Einfach mal beim Aufbau mit dem Tech­ni­schen Leiter einen Kaffee trinken und Fragen stellen). Auch grobe Budget­kennt­nisse bewahren Tech­nik­firmen vor unnö­tigen Ange­bots­er­stel­lungen, die obsolet sind, weil das den Zweck und/oder Budget­rahmen sprengt… An dieser Stelle freue ich mich schon auf einen baldigen Gast­bei­trag mit hilf­rei­chen Tipps von Falco Zanini.

 

Genauso wichtig ist es zu Beginn einer Produk­tion alle Gewerke über den Ablauf und Zweck eines Events aufzu­klären. Als Regis­seur sind daher für mich die Regie­be­spre­chung zu Beginn und tägliche Status-Meetings selbst­ver­ständ­lich. Dabei schaffe ich Klarheit, vermittle meine Erwar­tungs­hal­tung und lasse aber auch Freiheit für kreative Umset­zung seitens der Tech­niker. Die sind schließ­lich jeder Experte am Gerät. Nur wenn nicht geklärt ist, was eigent­lich gefor­dert ist, können diese ja auch nicht liefern.

 

Connect Live 2017Dr. Walter Wehrhan, Publisher & Chef­re­dak­teur von Produc­tion Partner auf der Connect 2017

 

 

Mein Credo: Detail, Timing, Exzellenz

 

Mein Credo Detail, Timing, Exzel­lenz lässt sich auch auf den Bereich der Kommu­ni­ka­tion zwischen Mensch und Technik anwenden. Es geht um die Details der Show-Einrich­­tung, Kennt­nisse von Material, Abspra­chen zur Forma­tie­rung des Contents. Timing ist der absolute Schlüssel — ob in den Abspra­chen vorab oder den Cues zur Bedie­nung der Pulte in der Show. Exzel­lenz heißt für mich die vorhan­denen Ressourcen best­mög­lich auszu­reizen, es dann aber auch gut sein lassen. Wohl­wis­send, dass man immer unter­schied­liche Ressourcen zur Hand hat — mal mehr oder weniger Zeit, Geld, Erfahrung…

 

Das heißt für Events bei der Projekt­pla­nung die nötige Vor-Ort-Erfah­­rung zu besitzen, um das richtige Material und Personal einzu­setzen. Zu wissen, ob ich in dem Setting beispiels­weise mit Funk­stre­cken oder besser kabel­ge­bunden arbeite oder auch einfach schnell in dem Vortrag ein ster­bendes Netzteil wechseln zu können. So kommen wir gemeinsam zu exzel­lenten Shows — trotz aller wich­tigen Vorbe­rei­tung macht es auch einfach unfassbar Spaß mit einem Team kurz­fristig reagieren zu können. Weil man über die Probe­zeit gut mitein­ander kommu­ni­ziert hat, sich kennt, einander best­mög­lich hilft.

 

Fazit: Kommu­ni­ka­tion ist das wahr­schein­lich stärkste Binde­glied, das WD40 zwischen Mensch und Technik. Das gute: Es kostet noch nicht mal ein mehr an Geld, sondern Wille und manchmal Mut. Gute Kommu­ni­ka­tion hilft Fehler auszu­merzen, bevor sie über­haupt auftreten. Reden hilft Erwar­tungs­hal­tungen und Ziele zu klären sowie kreative Lösungen zu finden. Ein Plädoyer für solide, proak­tive, ziel­füh­rende Kommunikation.

 

 

Frage: Was ist aus deiner Sicht das drin­gendste Problem zwischen Mensch und Technik bei Events?

 

Weitere Lese­tipps rund um Kommu­ni­ka­tion bei Events:
Team­kom­mu­ni­ka­tion // Warum anschreien einfach nicht lohnt…
Kommu­ni­ka­tion: Ohne Herzblut geht’s nicht.
Team­füh­rung im Eventmanagement

 

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