Wie Design Thinking dein Event revolutioniert!

8. März 2018

Design Thinking Bootcamp corecreate

Design Thinking als prak­ti­sche Methodik für nutzer­freund­li­chere Events

 

 

Design Thinking ist in aller Munde. Wie die Methodik im Prozess der Event­ge­stal­tung helfen kann, dass habe ich die Creative Direc­torin Elsa Wormeck gefragt. Fünf Fragen für einen guten Über­blick — viel Spaß:

 

 

1. Wie lautet deine Definition der Design Thinking Methode?

 

Design Thinking ist ein Frame­work zur Problem­lö­sung. Es bietet einen Denk- und Arbeits­an­satz, mit dem wir Inno­va­tionen kreativ und expe­ri­men­tell entwi­ckeln. Gleich­zeitig ist das Vorgehen sehr syste­ma­tisch. Wir stellen Fragen, beob­achten Nutzer in ihrer Welt und lernen anhand von Proto­typen. Sobald wir den Nutzer wirklich einbe­ziehen und verstehen, machen wir neue Erkennt­nisse. Diese eröffnen uns einen erstaun­lich neuen Blick auf das Thema. Mit diesen Einsichten kreieren Design Thinker Produkte und Services, die Nutzer­be­dürf­nisse im Kern treffen oder sogar von Grund auf neu schaffen. Steve Jobs hat das in seiner Produkt­ent­wick­lung auf famose Weise umge­setzt. Unter­nehmen wie Lego haben sich so komplett neu erfunden.

 

Design Thinking LEGO Serious Play

 

 

2. Welchen Vorteil liefert Design Thinking konkret im Eventkontext?

 

Nach dem Motto: die erste Idee ist die beste Idee neigen Teams unter Zeit­druck in der Ideen­fin­dung dazu, sehr schnell zu den offen­sicht­lichsten Lösungen zu springen. Im Design Thinking halten wir uns mindes­tens genauso lang im Problem­raum auf, wie im Lösungs­raum. Wir erar­beiten uns ein fundiertes Verständnis für das Thema und für die Nutzer von Events. Erst dann lässt sich sagen, wie eine Lösung über­haupt beschaffen sein müsste, um das Problem im Kern zu treffen. Und um ein inno­va­tives Moment zu erzeugen.

 

Im Design Thinking schaffen wir Proto­typen, um Teil­aspekte einer Lösung zu testen, anstatt das ganze Projekt durch­zu­planen, wie es oft in der Live-Kommu­­ni­­ka­­tion passiert. Das kann dann auch vom Event als Mass­nahme wegführen und ganz neue Bera­tungs­felder eröffnen.

 

In der aktu­ellen Arbeits­welt sind die Menschen gefor­dert, immer stärker selbst zu entscheiden und mitzu­ge­stalten. Da reicht es oft nicht mehr aus, sich als Agentur einfach ein buntes Event auszu­denken. Es gilt viel mehr, alle Betei­ligten von Anfang an in den Krea­ti­ons­pro­zess zu invol­vieren. Das ist natür­lich nicht für alle Menschen einfach… Eine Agentur kann ihre Kunden und Nutzer aktiv dabei unter­stützen, diesen Weg mit Zuver­sicht zu beschreiten. So wird der Eventler vom Produ­zenten und Ideen­geber zum Mode­rator für Live-Kommu­­ni­­ka­­tion. Design Thinking bietet einen Rahmen und viel­fäl­tige Arbeits­weisen, um solche kolla­bo­ra­tiven Arbeits­pro­zesse struk­tu­riert zu gestalten. Für die Agentur und ihren Auftrag­geber birgt gemein­sames Design Thinking die Chance einer frucht­ba­reren Zusam­men­ar­beit. Achtung, Spoiler: der Kunde ist nicht der Nutzer. Das gilt es auch dem Auftragg­geber gegen­über zu verdeutlichen.

 

 

3. Welche Erfahrungen hast du bei der Konzeption von Eventformaten durch DT gesammelt?

 

Gemeinsam mit einem großen medi­zi­ni­schen Unter­nehmen habe ich vor einiger Zeit eine Design Thinking Lern­kas­kade für die Orga­ni­sa­tion entwi­ckelt und durch­ge­führt. Es fand eine beson­ders inten­sive Zusam­men­ar­beit mit dem Kunden statt, in die Befra­gungen und Beob­ach­tung der Mitar­beiter einge­flossen sind. Von der Beratung des Manage­ments über ein Teamlead-Training bis hin zu einem großen Mitar­beiter Event, ist die Vorbe­rei­tungs­phase nahtlos in die Reali­sie­rung über­ge­gangen. Das veran­schau­licht das itera­tive Prinzip von Design Thinking: Jeder Schritt im Arbeits­pro­zess mündete in einen Proto­typen, der dann durch das Feedback der Mitar­beiter weiter entwi­ckelt wurde. Auf diese Weise haben sich die Betei­ligten das Thema Design Thinking selbst zu eigen gemacht.

 

core create Design Thinking Bootcamp

 

Bei komplexen Projekten ist es eine riesige Erleich­te­rung, alle vorhan­denen Arte­fakte anhand von Haft­no­tizen, Fotos und Skizzen auf Wänden im Raum abzu­bilden. Das verschafft dem Team zu jedem Zeit­punkt Trans­pa­renz über den gemein­samen Infor­ma­ti­ons­schatz zum Projekt. So haben wir das auch für das 100-jährige Jubiläum von Frese­nius gemacht, das ich für die Agentur Cb.e in Berlin betreut habe. Mit Hilfe von Affinity Maps, Time­lines und Mind Maps nahm das Projekt über Monate hinweg auf den Wänden der Agentur eine immer klarere Gestalt an.

 

Von unter­schied­li­chen Geschäfts­be­rei­chen, über die Politik, bis hin zu den Gästen waren sehr viele Stake­holder mit unter­schied­lichsten Bedürf­nissen betei­ligt. Wir haben uns intensiv und persön­lich mit den Menschen ausein­ander gesetzt, um heraus zu finden, was das Konzept leisten muss, um sie zu berück­sich­tigen. Der Erfolg dieser Arbeits­weise zeigte sich nicht nur in den Standing Ovations der Gäste. Auch das Team hat bei aller Komple­xität inter­dis­zi­plinär und dabei sehr harmo­nisch zusammengearbeitet.

 

 

4. Wer sollte unbedingt die Finger von DT lassen?

 

Niemand sollte die Finger von Design Thinking lassen, ganz im Gegen­teil. Erst durch das Auspro­bieren und Machen erfährst du, ob das eine Denk- und Arbeits­weise ist, die Dich persön­lich und Euch im Team weiter bringt. Wenn du komplexe Heraus­for­de­rungen liebst, kann das ein Vorteil sein. Was aller­dings niemanden weiter bringt, sind terri­to­riale Rollen­be­set­zungen. Im Design Thinking ist jeder kreativ und denkt jeder über sein eigenes Arbeits­ge­biet hinaus auch in die Bereiche der anderen mit hinein. Krea­tiv­di­rek­toren und kreative Geschäfts­führer werden nur erfolg­reich mit Design Thinking arbeiten, wenn sie ihrem Team Raum geben. Welche Führungs­hal­tung dabei hilf­reich ist? Aus meiner eigenen CD-Erfah­­rung kann ich sagen: versuche dich als Geschäfts­führer im Projekt oder als Creative Lead über­flüssig zu machen, dann bist du auf dem rich­tigen Weg.

 

Design Thinking Event Bootcamp

 

 

5. Wo kann ich mehr erfahren, um Design Thinking anzuwenden?

 

Sehr empfeh­lens­wert ist das Online Training von +Acumen, einer Platt­form für die Anwen­dung von Design Thinking im Social Business und im huma­ni­tären Kontext. Das mehr­wö­chige Training ist kostenlos und fundiert. Alles Gelernte lässt sich nach dem Training auf den eigenen Arbeits­be­reich über­tragen. Man lernt dabei auch tolle Leute kennen, denn der Kurs findet im Rahmen einer globalen Design Thinking Commu­nity statt.

 

Ich selbst biete in regel­mä­ßigen Abständen ein zwei­tä­giges Design Thinking Bootcamp an. Hier lernst du in einem inten­siven Deep Dive das Mindset und die wich­tigsten Prin­zi­pien kennen. Anhand einer exem­pla­ri­schen Design Chal­lenge machst du den Prozess in einem Team einmal komplett mit. Die nächsten beiden Boot­camps finden am 22./23. März und am 24./25. Mai 2018 in Berlin statt. Mehr Infor­ma­tionen und die Möglich­keit zur Anmel­dung findest du hier: Design Thinking Boot Camp.

 

 

Elsa WormeckElsa Wormeck arbeitet als Design Thinking und LEGO® Serious Play® Faci­li­tator, Trai­nerin und Coach. Mit Ihrem Unter­nehmen core­create | commu­ni­ca­tions begleitet sie Orga­ni­sa­tionen bei der Entwick­lung von Poten­tialen und Skills für eine agile und inno­va­tive Arbeitskultur.
Sie hat viele Jahre als inter­dis­zi­pli­näre Desi­gnerin und Creative Director in der Kommu­ni­ka­ti­ons­branche gearbeitet.

 

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