Auto Inszenierung @ IAA 2013

Kate­gorie: Allge­mein, Events, Shows

11. September 2013

Die IAA 2013 öffnete am Dienstag, den 10.9. in Frank­furt unter dem Titel „Die auto­mo­bilste Show der Welt“ ihre Tore. Schwer­punkte der IAA sind Elek­tro­mo­bi­lität und vernetztes Fahren. Als wohl eine der wich­tigsten Leit­messen weltweit wollte ich mir natür­lich nicht entgehen lassen, wie die Auto­mo­bil­kon­zerne ihre Marken dieses Mal insze­nieren würden.

 

Das Handels­blatt Morning Briefing brachte den Gesamt­ein­druck gewohnt spritzig auf den Punkt: ‘Die deutsche Auto­mo­bil­in­dus­trie hat ein Luxus­pro­blem: Die Tech­no­lo­gien, die sie anbietet, sind so revo­lu­tionär, dass sie die Kund­schaft über­for­dern. Die Top-Modelle der IAA sind zu grün, zu leise, zu leicht, zu klug. Die Konzern­oberen sollten nach­sichtig mit uns sein. Der Mensch braucht noch ein wenig, um sich an die gleich­be­rech­tigte Lebens­part­ner­schaft mit der Maschine zu gewöhnen.’

 

Aus meinem Regie-Blick­­winkel sind neben dem Kern­auf­trag der Messe­auf­tritte (nämlich Produkt­neu­heiten und Kern­bot­schaften zu kommu­ni­zieren, sowie Marken­er­leb­nisse zu schaffen) vor allem die Insze­nie­rungen von Inter­esse. Folgend meine persön­li­chen Messe-Highlights.

 

 

1. Volkswagen Konzernabend ‘Moving Ideas’

 

Einen starken Auftakt machte der Volks­wagen Konzern am Vorabend mit zwar bereits ‘gelerntem’ Bühnen­bild und Grund­struktur, aber span­nenden Insze­nie­rungs­mo­menten. Vor allem das aufklapp­bare Bühnen­bild mit scheinbar schwe­re­losen Perfor­mern auf der 45° ange­win­kelten unteren Hälfte, die dann mit Zeit­ver­zö­ge­rung und pass­ge­nauen Bild­ef­fekten auf die obere Hälfte proji­ziert wurden, hatte es in sich. Leider habe ich von dieser Sequenz bisher noch kein Mitschnitt im Netz finden können — derweil ganz oben ein audio­vi­su­eller Eindruck. Die Idee stammt übrigens aus dem Chamaeleon Varieté in Berlin, wie mir die Content­pro­du­zie­rende Film­pro­duk­tion United Visions erklärte.

 

Regie: Ulrike Plesser // Quelle Video: Motor Zeitung youtube

 

 

2. BMW

 

Unter dem Leit­ge­danken „Unend­liche Fahr­freude” machte BMW mit der ersten Pres­se­kon­fe­renz am Morgen den Auftakt. Leider konnte ich aufgrund von Über­fül­lung die PK nur als Über­tra­gung verfolgen, aber die Gesamt­idee über­zeugt aufgrund der Thea­ter­bühnen mit den Gassen-Bespiel­­mö­g­­li­ch­­keiten für Filme wie Fahr­zeuge. Einer­seits die gran­diose Tiefen­wir­kung über die mehreren Bild­ebenen mit verfahr­ba­renen LED Wänden auf unter­schied­li­chen Ebenen, aber auch die Fahr­zeug­in­sze­nie­rungs­mög­lich­keiten wurden super genutzt. Well done!

 

Quelle: BMW TV // Regie: Stephan Bolz // Agentur: Blue­scope

 

 

3. Daimler

 

Tradi­tio­nell in der komplett umge­bauten Fest­halle ange­sie­delt über­raschte Daimler gleich zu Beginn noch während des Einlasses mit dem Live-Musikact Parov Stelar. Origi­nell und gute Stimmung verbrei­tend wie nirgends sonst mit gewohnt starker Gesamt­ar­chi­tektur. Weniger ist mehr, hat aber Klasse — ein schönes Setup für die Welt­pre­mieren des GLA und dem Concept S‑Class Coupé. Prompt kam auch Dr. Zetsche mit dem S500 intel­li­gent drive auf der Rückbank ohne Fahrer einge­fahren — Respekt! Stark war auch der Moment mit dem schwe­benden Cirque du Soleil Flug­a­kro­baten Paar. Die Kern­bot­schaften der S‑Klasse wurden insze­na­to­risch passend von Andree Verleger umge­setzt: Intel­li­genz, Effi­zienz, Dynamik gepaart mit Präsenz und Eleganz.

 

Quelle: Daimler // Regie: Mark Achter­berg // Agentur: OSK

 

 

4. Audi

 

In einem eigens gebauten Pavillon präsen­tierte sich Audi unter seinem Werbe­slogan ‘Vorsprung durch Technik’. Sinn­bild­lich passt dieses Marken­ver­spre­chen auch auf die Insze­nie­rung der Pres­se­kon­fe­renz. Auf einer doch eher kompakt gehal­tenen Bühne entspringen aus der LED Wand die neuen Fahr­zeuge mit tech­ni­scher Rafi­nesse. Abso­lutes High­light ist der Audi Sport Quattro Concept, der von unter­halb der Bühne auf die Bühne gehoben wird. Der A3 Cabrio über den neuen A8 bis zur Nanuk Concept Studie kommen aus der sich öffnenden LED Wand. Schön auch die Idee der Gesamt­ar­chi­tektur von umge­drehten Hoch­häu­sern, ergo auf den Kopf gestellten Welten. Aller­dings bleibt dabei das domi­nie­rende Bauch­ge­fühl von Enge im Raum — aus meinem Empfinden nicht das Ziel eines gelun­genen Markenerlebnisses.

 

Quelle: Audi // Regie: Andreas Kohl­stadt // in Eigen­pro­duk­tion mit Direkt­kon­takten von Audi realisiert

 

 

Welche IAA Auto Inszenierung überzeugte sonst als Markenerlebnis?

 

Im Vergleich zu vor zwei Jahren muss ich aber doch persön­lich fest­stellen, dass nichts an die damalige Daimler Pres­se­kon­fe­renz heran ragt. Die Andree Verleger Show ist und bleibt für mich der Bench­mark — schön, dass ich damals als Producer und Regis­seur mitwirken konnte. Ebenso inter­es­sant und auf ihre Art und Weise edel war beispiels­weise die Porsche PK (Regie: Uwe Maahs // Agentur: Pure Perfec­tion).

 

Zwischen­drin wurde ich von Chris Brandt und Helge Thomas (Pro Event, Heidel­berg) zum Thema Marken­er­lebnis inter­viewt — meine Antworten ab 4:30min:

 

Quelle: Pro Event Heidelberg

 

Diese IAA führte ich die Ablauf­regie für die SEAT Pres­se­kon­fe­renz und die Messe­show der Daimler AG — wer noch in den nächsten zwei Wochen vor Ort ist: sagt gerne einmal Hallo — ich freue mich auf neue und alte Gesichter auf dem wohl welt­größten Klas­sen­treffen der Veran­stal­­tungs- und Eventszene…

 

Zu guter letzt: welche Insze­nie­rungen haben euch über­zeugt und warum?

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