9 Wochen Auszeit in Südafrika…

4. April 2023

Auszeit Südafrika

9 Wochen Auszeit in Südafrika — was ich dabei erlebt hab…

 

Die wich­tigste Frage vorab: Warum über­haupt? 9 Wochen raus aus dem gewöhn­li­chen Alltag (samt 3 Kinder im Alter von 2, 6, 8 — ja schul­pflichtig…). Als Paar waren wir schon immer aben­teu­er­lustig. Die letzten 8 Jahre fiel das aus. Nach meinem letzten Sabba­tical vor 7 Jahren stand das nächste an. So nahmen wir allen Mut zusammen und entschieden: Ab nach Südafrika! Lust auf Aben­teuer + Sabba­tical = 9 Wochen Auszeit

 

Auszeit Südafrika Safari

 

7 Learnings aus der Auszeit:

 

1. Perspek­tiv­wechsel ab Tag 1: Mit Ankunft in Südafrika und auf dem Weg zu unserem Ziel, eine Farm in Piet Retief (Mkhondo), wurde klar: Was ist mir wichtig, was nicht?! Aufgrund der Distanz wird vieles schnell offen­sicht­lich. Umstände wie eine Menge “Potholes” auf den Straßen oder 5–7 Stunden Strom­aus­fall am Tag (“load shedding”), vor allem aber die krass spür­baren sozialen Unter­schiede geben klare Indizien: Was zählt eigentlich?

 

 

2. New Work Needs Inner Work: Ein Baum ist das perfekte Bild. Um nach oben zu wachsen braucht es ebenso Wurzeln, die unsichtbar aber weit verzweigt in die Tiefe wachsen. Auch das Innere braucht Pflege. Die Ecken in mir, die ich gerne mal liegen lasse anschauen, aufräumen, trans­for­mieren. So wie im Winter die Äste beschnitten werden, damit sie im Frühling wieder wachsen. Tat gut!

 

Auszeit Südafrika Bäume Safari

 

3. Struktur tut gut: Da unsere Älteste zur Schule ging, haben meine Frau und ich uns mit den 2 Jungs auf der Farm oder eben Arbeiten in der Stadt abge­wech­selt. So blieb Zeit für Refle­xion und etwas Arbeit (mein Forschungs­thema liegt dieses Jahr im Bereich von Wirkung von Events — hört in den aktu­ellen Podcast mit Philo­so­phin Rita Molz­berger rein). Damit war auch klar, dass keiner in ein Nichts-Tun-Loch fallen muss. Präven­tive Struk­turen helfen!

 

…einfach rein ins Abenteuer!

 

4. Das Leben in Südafrika lehrt Demut vor dem Leben: So bin ich einmal die 15min Fahrt­strecke zur Schule mit meiner Tochter zu Fuss in gut 90min gelaufen. Einen Weg, den die Menschen gegen­über unserer Farm jeden Tag hin (wie zurück) zu Fuss erle­digen. Aber auch mit unserem Vermieter Timon zu örtli­chen Bauern zu fahren und deren Lebens­rea­lität kennen zu lernen, hat sehr demütig gemacht. In der letzten Woche lag ich 6 Tage komplett flach. Zum Glück war es kein Malaria-Biss, sondern ein ‘tikbite fever’. Nicht minder schmerzhaft…

 

 

5. Moments money can’t buy: Neben all dem durften wir aber auch 🦒 🐘 🦏 🐃 🦓 erleben. Neben einer Safari war das Leben auf der Farm (mit 🐴🐂🐑🐐🐔🐕🐈) normal, locker, entspannt. Das ein und andere ‘braai’ samt diversen kultu­rellen Einflüssen durch Menschen von Zulu über Afri­kaans, Deut­schen wie Englän­dern in 5–6 Gene­ra­tion war wunder­schön. Auch ein Ausflug in das König­reich Swasi­land sowie den älteste Natio­nal­park Südafrikas Hluhluwe gehörten zum Erfah­rungs­schatz. Unver­gessen: als mich drei Giraffen im Pool ange­starrt haben

 

Auszeit Südafrika Giraffen

 

6. Die Kids 24/7 erleben: Was für riesen Sprünge haben unsere drei Kinder gemacht. Char­lotte konnte kein Englisch und musste sich im Schul­un­ter­richt zurecht finden. Heads on verwi­ckelt sie uns nun frei­willig in engli­sche Small­talks. Leo kommt diesen Sommer in die Schule und nochmal eine so inten­sive, selbst­be­stimmte Zeit auf der Farm zu verbringen war Gold wert. Unser zwei­jäh­riger Freddy hinter­lässt seine Schnullis, die Windeln und den Schlaf­sack in Südafrika. Ein komplett neuer Horizont für unsere Kids hat sich aufgetan. Insge­samt konnten wir starke Bande in der Familie knüpfen, wofür ich sehr dankbar bin. Hier klettern wir den Tafel­berg hinauf…

 

Auszeit Südafrika Tafelberg

 

Auszeit: Welch ein Glück, das erleben zu dürfen!

 

7. Das Ergebnis der 9 Wochen Auszeit? Wir sind erholt, gestärkt, neu orien­tiert sowie fokus­siert und mit Lust auf die nächste Episode auf dem Heimweg. Kann man machen! Gelohnt hat es sich allemal. Zum Schluss noch vier Gedanken von Geigen­bauer Martin Schleske, die mich täglich inspi­riert haben: „Ich muss acht­geben, was entsteht, denn nicht das Über­kon­stru­ierte, sondern das Uner­war­tete formt den guten Klang. / Wir über­schätzen unser Wirken und unter­schätzen unser Sein. / Auf welche Weise willst du dem Leben deine Liebe zeigen? / Nimm dir weniger vor, aber verweile an deiner Quelle.“

 

Auszeit Südafrika Kids

 

Bleibt die Frage: ‘What’s Next?’ Im April und Mai hab ich noch gut Kapa­zi­täten für die Kreation von Momenten, die haften bleiben und Ereig­nisse, die trans­for­mieren. Meldet euch — auch, wenn ihr noch mehr von unseren Aben­teuern erfahren möchtet! Zum Beispiel, wie es sich anfühlt die Zunge eines Elefanten zu berühren… ;)

 

Auszeit Südafrika Elefant

 

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