Ich bin dann mal OFF: Warum ich ein Sabbatical als Freelancer mache…

Sabbatical als Freelancer: Die Macht der Auszeit (Quelle: Youtube via TED)

 

 

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann,
ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhoeffer

 

 

Wir arbeiten zu viel und zu lange. Warum eigentlich?

 

Deutsche machen 1.813.000.000 Überstunden. Es wäre schockierend herauszufinden wie viele Überstunden im Eventmarketing gemacht werden. Klar, mein Job macht mir unfassbar viel Freude. Aber ich kenne auch keinen Event-Arbeitstag, der nicht mindestens 10 Stunden (und oft mehr) beinhaltet. Jede Woche aufs Neue. Dabei beneide ich keine Agenturkollegen, die trotz der Vor-Ort-Spitzenzeiten dann auch noch eine ausgiebige Präsenzkultur im Büro haben.

 

 

Sabbatical als Freelancer: Warum eigentlich nicht?

 

Warum also nicht ein Sabbatical als Freelancer machen? Irgendwoher muss die Energie für exzellente Arbeit ja kommen. Persönlich kenne ich nur zwei Leute, die ein Sabbatical gemacht haben: Einen befreundeten Beamten und einen Mentor, Rainer Wälde. Doch durch sie gewann die Idee Gestalt, im siebten Jahr nach meiner Gründung eine Auszeit einzulegen. Dabei stieß ich auf oben verlinkten TED Talk.

 

Actually I was bored. My work became repetitive.
“ Stefan Sagmeister

 

Dem Typografen Sagmeister stank das klassische Lebensmodell: In den ersten 25 Jahren lernen, dann 40 Jahre arbeiten bevor es mit 65 in die Rente geht. Seine Idee: Fünf Jahre der Rentenzeit in die Arbeitsphase vorziehen, um so alle sieben Jahre ein Sabbatical einzulegen. Und diese Auszeiten haben große Auswirkung auf seine Arbeit, Befinden, Leben. Die vier wichtigsten Ergebnisse seines Sabbaticals:

 

  • Sinnhaftigkeit: Beruf wurde wieder zur Berufung.
  • Freude: Es macht einfach Spaß!
  • Wachstum: Langfristig finanziell erfolgreicher.
  • Inspiration: Die Ideen aus dem Sabbatjahr waren die Basis für den Erfolg der folgenden sechs Jahre.

 

 

Ich bin dann mal OFF: Ein halbes Jahr Auszeit!

 

Sein Vorbild hat mich gepackt. Gesagt, getan: Bereits vor einigen Jahren habe ich die Entscheidung getroffen. In meinem Fall wird es ein halbes Jahr: Vom 15. Juli bis zum 15. Januar 2017. Davon habe ich wichtigen Menschen in meinem Leben erzählt, einfach um aus der Nummer nicht mehr so leicht rauszukommen. Klar war es hart, Kunden wie Agenturen abzusagen. Aber gleichzeitig bin ich mir sicher, dass nicht nur meine Familie und ich selbst, sondern auch Kunden von der Auszeit sehr profitieren werden.

 

Viele fragen übrigens, ob ich reisen werde. Wenn es aber eins gibt, das ich nicht will – dann ist das die ganze Zeit rumreisen. In meinem Job bin ich nämlich ständig unterwegs. Sinn und Zweck des Sabbaticals ist es für mich zur Ruhe zu kommen. Natürlich habe ich Ideen und einen Plan für die Sabbatzeit. Es war mir aber wichtig ohne durchgeplantes Konzept in die Zeit zu starten. Ich möchte offen bleiben für Momente und Begegnungen, die sich von ganz allein ergeben.

 

Persönlich habe ich Respekt vor der Leere, der ich dabei irgendwann begegnen werde. Projekte halten einen ja gut auf Trab und geben bestätigenden Erfolg. Aber wenn ich diesen Punkt der Ruhe erreicht habe, wird es sicher wundervolles zu entdecken geben. Von meinen Erlebnissen werde ich dann Anfang 2017 berichten… (Update: Hier mein Rückblick auf die Auszeit)

 

 

Sabbatzeit: Langfristig fit bleiben, um den Marathon bis zum Ende laufen zu können

 

Zurück zu den Arbeitszeiten. Auch wenn es aktuell gesundheitlich für mich nicht akut ist – einen Burnout musste ich dennoch durchleben. Ich frage mich auch ernsthaft, wie ich das Tempo des Eventzirkus bis 70 durchhalte und ob ich das will. Auch aus diesem Blickwinkel macht es sehr viel Sinn aktiv Zeiträume der Ruhe einzuplanen. Denn als Ideenmensch komme ich in zwei Wochen Urlaub nur schwer aus Gedankenprozessen raus und in eine nötige Erholung rein.

 

Natürlich ist es auch herausfordernd solch einen Zeitraum finanziell zu stemmen. Aber konkret durchgespielt, war es plötzlich gar nicht so unmöglich, wie gedacht. Es gehört eine Entscheidung, genügend Vorlauf und der Mut dazu, es tatsächlich anzugehen. Ich bin mir sicher: Es gibt sehr viel dabei zu gewinnen…

 

Frage: Hast du schon ein Sabbatical als Freelancer erlebt? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

 

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