Persönlichkeitsprofil: Grundlage für gutes Teamwork

Persönlichkeitsprofil DISG Enneagram Typenindikator Big Five

Persönlichkeitsprofil: Welcher Typ bist du? // Quelle der Informationen: überwiegend zitiert von Wikipedia

 

 

Warum macht das Wissen über ein Persönlichkeitsprofil in der Eventbranche Sinn? Weil unsere Arbeit auf kurzlebiger Projektarbeit basiert und dabei die Chemie zwischen Menschen einer der ausschlaggebendsten Faktoren für den Erfolg eines Events ist. Gerne möchte ich daher vier mir bekannte Tests zur Einschätzung von Persönlichkeiten vorstellen und erklären, wie diese in der Zusammenarbeit mit Teams helfen können.

 

 

1) Big Five – Modell der Persönlichkeitspsychologie

 

Bei dem Fünf-Faktoren-Modell (FFM) handelt es sich um ein Modell der Persönlichkeitspsychologie, das fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit definiert. Demnach lässt sich jeder Mensch auf den folgenden Skalen einordnen: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit.

 

Dem Big Five Modell liegt die Auffassung zugrunde, dass sich Persönlichkeitsmerkmale in der Sprache niederschlagen, also alle wesentlichen Unterschiede zwischen Personen im Wörterbuch durch entsprechende Begriffe repräsentiert werden. Auf der Basis von Listen mit über 18.000 Begriffen wurden durch Faktorenanalyse fünf sehr stabile, unabhängige und weitgehend kulturstabile Faktoren – die Big Five – gefunden, und später durch eine Vielzahl von Studien belegt.

 

Die Big Five gelten heute laut Wikipedia international als das Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung. Da sich die Persönlichkeit bis zum 30ten Lebensjahr oft noch verändert, lohnt sich ein erneuter Test zu diesem Zeitpunkt zu wiederholen. An dieser Stelle findet sich der Test (den einzigen der vier, den ich tatsächlich selbst noch nicht gemacht habe… ;).

 

 

2) Enneagram als Tool zur Entwicklung des Persönlichkeitsprofil

 

Das Enneagramm bezeichnet ein neunspitziges Symbol, das als grafisches Strukturmodell neun als grundsätzlich angenommene Qualitäten unterscheiden, ordnen und miteinander in Beziehung setzen soll. Das Enneagramm wird als ein prozessorientiertes Werkzeug zur Selbstentwicklung beschrieben, nicht aber als Symbolisierung verschiedener Persönlichkeitstypen. Im Gegensatz zu den vier antiken Temperamenten cholerisch, sanguinisch, melancholisch und phlegmatisch wird das Persönlichkeitsenneagramm dazu benutzt, die Menschen in neun Persönlichkeitstypen einzuteilen.

 

 

Persönlichkeitsprofil Enneagram

Enneagram-Persönlichkeitsprofil // Grafik: www.newmind.de

 

 

Oft fehlt uns auch das Verständnis für das Handeln anderer Menschen. Nach dem Enneagramm hat jedes Persönlichkeitsmuster eine bestimmte Weltsicht und betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter. Davon ausgehend wird es möglich zu erklären, warum Menschen sich auf eine bestimmte Weise und nicht anders verhalten. Probleme und Konflikte – im Privaten wie in der Arbeit – resultieren häufig aus Schlussfolgerungen vom eigenen auf fremdes Wahrnehmen. Das Enneagramm trägt dazu bei, die Dynamik zwischen Menschen verschiedenen Musters zu verstehen und damit zwischenmenschliche Probleme zu lösen.

 

Indem die Typologie des Enneagramms beschreibt, wie sich die Grundmuster in positiven wie negativen Situationen verändern, zeigt es zugleich Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung. Nach Einschätzung von Kritikern werden allerdings nur wenige Aspekte eines Menschen beachtet und nur auf Verhalten geschaut, statt das Gesamtbild inklusive seines Wahrnehmungsstils und Wesens zu betrachten.

 

Eine erklärende Übersicht der neun Typen findet sich bei Wikipedia, weitere Infos hier.

 

 

3) Myers-Briggs-Typenindikator nach Carl Jung

 

Der Myers-Briggs-Typenindikator ist ein Instrument, mit dessen Hilfe psychologischen Typen erfasst werden sollen. Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung bemerkte in seinem täglichen Kontakt mit Patienten, dass der Umgang mancher Menschen mit der Welt schlicht anders war als sein eigener. Er notierte diese Beobachtungen und deren charakteristische Merkmale, benannte sie und machte sich die Kenntnis der Persönlichkeitseinschätzung wieder für seine Arbeit zunutze. Grundlegend für das Modell ist die Einschätzung der Typen in vier Funktionen (Denken/Fühlen, Sensorik/Intuition), die jeweils mit den Attributen introvertiert oder extravertiert belegt wurden.

 

Katherine Cook Briggs und ihre Tochter Isabel Myers griffen die Typologie von Jung auf und führten Messreihen durch. Es gibt in der Typologie vier Indikatoren (Motivation/Antrieb, Aufmerksamkeit, Entscheidung, Lebensstil) die in jeweils zwei konträren Präferenzen ausgeprägt sind. Zur weiteren Übersicht empfehle ich diese Tabelle. Der Indikator wird überwiegend im Bereich Coaching und Personalwesen eingesetzt.

 

Von der wissenschaftlichen Psychologie wird der MBTI zwar abgelehnt, weil er den Mindestanforderungen an Gültigkeit und Verlässlichkeit nicht entspricht. Bei Wiederholungen des Tests nach mehreren Wochen oder Monaten schwankt der Typ auch oftmals. Hier geht es zum Test und an folgender Stelle finden sich wirklich gute Charakterisierungen der einzelnen Typen als Auswertung (dort auf das entsprechende Profil klicken).

 

 

4) DISG für dominant, initiativ, stetig, gewissenhaft

 

Das DISG-Modell bezeichnet einen auf Selbstbeschreibung beruhenden Persönlichkeitstest mit den vier Grundtypen Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Das wissenschaftlich nicht bewiesene Modell beschreibt nach dem Prinzip der Selbstbeschreibung bestimmte Ausprägungen von Verhaltenstendenzen von Menschen bei einem bestimmten Typus. Die Auswertung der Ergebnisse spiegelt den Status Quo des Teilnehmerverhaltens (man verteilt Punkte am ehesten bis am wenigsten) und geschieht grafisch in drei Diagrammen: „Äußeres Selbstbild“, „Inneres Selbstbild“, „Integriertes Selbstbild“.

 

DISG PersönlichkeitsprofilDISG Persönlichkeitsprofil // Bild: Steschke at Wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

 

Der Nutzen besteht im konkreten alltäglichen Umgang mit den vier Verhaltensdimensionen. Sie ermöglichen die Einschätzung des Verhaltens des Gegenübers. In einem solchen Training wird dem Teilnehmer vermittelt, Teammitglieder, Kunden, Mitarbeiter, Führungskräfte etc. besser in deren Verhalten kennenzulernen und dadurch das eigene Verhalten an den Verhaltensstil des Gegenübers anpassen zu können. Es besteht dabei -wie bei allen Tests- die Gefahr, dass das äußerst komplexe Phänomen „Persönlichkeit“ auf vier Typen oder Mischtypen reduziert wird und somit das Denken in „Schubladen“ fördert.

 

Weitere Informationen finden sich hier und in dem offiziellen Buch Das neue 1×1 der Persönlichkeit samt Test.

 

 

Persönlichkeitsprofil als Grundlage für gutes Teamwork & erfolgreiche Events

 

Schon als Jugendlicher stieß ich auf die DISG-Methode. Bereits zu der Zeit empfand ich das Wissen über die unterschiedlichen Persönlichkeitsprofile von Menschen als sehr wertvoll. Erst kürzlich bin ich mit dem Myers-Briggs-Typenindikator in Berührung gekommen. Aus meiner persönlichen Wahrnehmung hat diese Einschätzungform mich auf den Punkt genau beschrieben. Dabei haben mich die Genauigkeit der Beschreibung meiner Persönlichkeit sowie mir bisher selbst nicht bewusste Details umgehauen – WOW! Ich empfehle daher einfach mal die 70 Fragen mit JA oder NEIN zu beantworten und unbedingt die verlinkte Auswertung beziehungsweise Deutung des Profils zu machen – mir hat es Welten eröffnet…

 

Fazit: Bei Events ist es natürlich schwierig, in immer wechselnden Teamkonstellationen und kürzester Zeit zu erkennen, welchen Typen Mensch ich vor mir habe. Zumal ich es in meiner Funktion als Regisseur mit sehr unterschiedlichen Typen zu tun habe – vom CEO bis zum Bühnentechniker ist da alles dabei. Mir hilft jedoch das Bewusstsein, wie ich selbst „ticke“ und welche andere Formen von Menschen es da draußen gibt. Ob im Bereich Kommunikation, Entscheidungsfindung oder einfach um für ein gutes Miteinander zu sorgen. Gerade bei der Zusammenarbeit gibt das DISG-Modell und Enneagram wertvolle Hinweise, wie man in der jeweiligen Konstellation zueinander besser agieren kann. Über weitere Elemente guten Teamworks habe ich übrigens in diesem Blogpost geschrieben: Warum anschreiben einfach nicht lohnt…

 

 

Frage: Welche Mittel helfen Dir in der Einschätzung und Zusammenarbeit mit Teamkollegen?

 

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