Dienende Führung – Führungsmodell für effektive Event-Ergebnisse

Führen wie Dirigenten – welcher Stil wirkt effektiv? // Quelle: TED-Talk von Itay Talgam

 

 

„Unterwürfig, zögernd, zaghaft: Der Begriff der Demut ist in der Wirtschaft verloren gegangen,

weil er negativ besetzt ist. Dabei ist die Demut gerade eine der Tugenden,

die Führungskräfte am meisten brauchen. Denn führen heißt: dienen“.

Anselm Grün // Benediktinermönch und Managementberater

 

 

Events leben vom Zusammenspiel von Mensch und Technik. Eine gute Führung ist dabei unablässig – doch so divers die Eventformate sind, sind auch die Führungsstile. Das Führungsmodell Servant Leadership von Robert K. Greenleaf fällt mir dabei immer wieder ins Auge. Dabei geht es nicht um die Frage ‚Wie bekomme ich die Leute dazu, dass zu machen was ich erreichen will?‘, sondern ‚Was für einen Unterschied kann ich mit meinem Team für das Event leisten?‘.

 

Servant Leadership beschreibt das Wirken von Führenden als Dienst am Geführten im Gegensatz zum beherrschenden Führen. Dienende Führung will das Beste aus den Möglichkeiten des Teams herausholen, um effektive Ergebnisse zu erreichen. Obiges Video eines TED-Talks zeigt anhand der Arbeitsweise von Dirigenten fantastisch auf, wie man führen kann und welche Auswirkungen das hat.

 

 

Servant Leadership – Führungsstil des Dienens

 

Im Kern geht es beim Servant Leadership Modell zunächst um das Selbstverständnis des Führenden – eine Haltung der Dienstbereitschaft und Bescheidenheit im Umgang mit anderen Menschen. Die Interessen der Geführten stehen dabei im Mittelpunkt und nicht das eigene Ego: „Die Mission des Servant Leaders ist es, die Bedürfnisse anderer zu identifizieren und zu versuchen, diese Bedürfnisse zu befriedigen.“ Ein hoher Anspruch, zumal Events ja sehr kurzweilig sind und sich Teams in immer neuen Konstellationen zusammen würfeln.

 

Fragen, die sich eine Führungsperson stellt, lauten:

     “Was braucht mein Mitarbeiter, um in dieser Aufgabe oder Konstellation erfolgreich zu sein?“
     “Was muss die Organisation zur Verfügung stellen, damit das Geschäft erfolgreich am laufen bleibt?“

 

Der Ansatz steht im Kontrast zu der hierarchischen Pyramide innerhalb von Konzernen. Dort arbeiten Mitarbeiter für ihren Abteilungsleiter usw. bis hinauf zum CEO. Das Servant Leadership Modell dreht diese Pyramide um und stuft den CEO als größten Diener seines Unternehmens ein, der dafür sorgt, dass seine Mitarbeiter alle Werkzeuge zur Hand haben, um einen guten Job zu liefern. Denn die Zielmarke ist nicht das Glück des CEOs, allerdings auch nicht das der Mitarbeiter, denn letztlich dienen wir alle dem Kunden.

 

 

Servant Leadership Dienende Führung Modell EventDienende Führung in Organisationen  // Quelle: Dessler

 

 

Wie schon Jim Collins in seinem Buch “From Good to Great“ belegt, hängt der nachhaltige Erfolg von Weltspitze-Unternehmen vor allem mit der Persönlichkeit des CEOs zusammen. Erstaunlicherweise oft sind dies nicht charismatisch-resolute Führungspersönlichkeiten, sondern demütige, aber entschlossene Personen. Sie haben ihre Mitarbeiter und Kunden im Blick – nicht sich selbst.

 

 

Dienende Führung – leiten aus einer schwachen Position?

 

Der Führungsstil ist jedoch nicht mit schwammiger, unklarer Führung zu verwechseln. Ganz im Gegenteil: Demut bedeutet Mut zum Dienen und setzt feste Entschlossenheit wie menschliche Größe voraus. Dies setzt wiederum eine innere Auseinandersetzung mit den eigenen Antrieben und Bedürfnissen voraus. Neben dem Wort „Servant“ steckt eben auch „Leadership“ im Zweiklang. Dies beinhaltet für mich eine klare Vision und Richtung vorzugeben.

 

Fazit: Als Regisseur und DIENSTleister hilft mir dieser Blickwinkel auf Dienende Führung. Es geht nicht um mich, sondern wie ich mit meinem Team das Beste aus Events herausholen kann. Mit klarer Vision, guter Vorbereitung und dem Blick auf die nötigen Ressourcen für mein Team baut sich Vertrauen auf. Dies führt zu Motivation, reibungslosen Abläufen und besonderen Event-Erlebnissen. Mich befriedigt es zutiefst, wenn das Team glänzen kann und die gemeinsame Anstrengung zu exzellenten Ergebnissen führt, die Kunde wie Gäste überzeugt. Denn für die sind wir aktiv – nicht unser Ego.

 

 

FrageWelchen Führungsstil wählst du? Warum? Welche Erfahrungen machst du damit?

Über deine Kommentare freue ich mich auf FacebookTwitter oder LinkedIn zu hören!

 

 

Abschließend empfehle ich diese Gedanken von Maxwell zum Thema Dienende Führung: 5 Levels of Leadership

Warum Servant Leadership zu Vertrauen und Einfluss führt, zeigt der Harvard Business Review auf.

Woran Manager scheitern und welche Rolle Emotionale Intelligenz spielt, erklärt die ZEIT in diesem Artikel.

 

Comments