7 Tipps: Wie Dir Dankbarkeit bei Events hilft…

Dankbarkeit

 

 

„Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken!“

 

 

Das hat meine Oma so gesagt. Der Spruch begleitet mich seit Kindestagen und ist zu einem tiefen Wert geworden. Auch Untersuchungen zeigen, dass Dankbarkeit zu weniger Stress, besseren Beziehungen und Gesundheit führt. Außerdem impft sie uns gegen negative Emotionen. Allerdings gibt es einen Ort, an dem Dankbarkeit kaum einen Platz findet – nämlich im Job.

 

Dies ist ein Problem. Denn realistisch gesehen verbringen wir in der Live-Kommunikation mehr Lebenszeit auf Events als in jedem anderen Lebensbereich. Und das Ausbleiben von Lob und Dank verhindert nicht nur gute Arbeitsresultate, sondern beschneidet ebenso unser Lebensglück. Wenn wir uns also obige Dankbarkeits-Vorteile zunutze machen wollen, dann ist die Arbeit der beste Ort damit anzufangen.

 

 

Dankbarkeit oder was das mit der Arbeitsmoral machen kann…

 

Vor gut 10 Jahren arbeitete ich noch als Set-Aufnahmeleiter bei TV-Produktionen. Dort musste ich einmal eine Schimpftirade eines Regisseurs auf der Interkom über mich ergehen lassen – für alle hörbar. Allerdings für etwas, was ich gar nicht zu verantworten hatte. Er musste wohl so vor dem Kunden seine Autorität zementieren und brauchte ein Ventil, um von einem eigenen Fehler abzulenken. Was das mit meinem Wohlbefinden getan hat, mann man sich sicher vorstellen… Der Motivation war es zumindest nicht zuträglich – wie es auch im gesamten Team spürbar war. (Warum anschreien übrigens nicht lohnt, hab ich hier geschrieben.)

 

Klar, die Welt hat sich weitergedreht. Aber der Schaden war angerichtet. Denn mit Druck und Negativität werden keine außerordentlichen Ergebnisse erzielt. Vermutlich hatte der Regisseur gar keine Ahnung, wie verheerend sein Verhalten sich auf mich und die Arbeitsmoral des ganzen Teams ausgewirkt hat. Menschen werden ihre Leistung im Job nur bis zu einem gewissen Punkt liefern – oder auf Durchzug schalten. Werden sie unterirdisch wertgeschätzt, dann leisten sie auch nur das Nötigste. Dienst nach Vorschrift eben.

 

 

7 Tipps, um den Erfolg durch ein einfaches DANKE zu stärken

 

Studien belegen, dass Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, produktiver und loyaler sind. Allerdings scheint diese Botschaft bei Chefs noch nicht angekommen zu sein. Manche denken immer noch, dass nur hochgesteckte Ziele – verbunden mit Zuckerbrot und Peitsche – der Weg sind, um Ergebnisse zu erreichen. Oder auf schwäbisch: „Nix g’schwätzt isch g’nug g’lobt„… Folgend sieben Tipps, um mittels eines DANKE bessere Ergebnisse zu erzielen.

 

 

1. Eine Kultur der Wertschätzung führt zu dem Gefühl willkommen im Team und darin gewollt zu sein. Das führt unweigerlich zu besseren Arbeitsergebnissen. Nur: Fühlt sich jeder im Team wirklich willkommen? Offensichtlich findet diese einfache Wertschätzung viel zu selten statt.

Also: Wertschätze dein Team und sorge für eine einladende Kultur!

 

2. Wir arbeiten nicht nur fürs Geld – das ist nur einer unserer Motivatoren (TED Talk „What motivates us“). Wir arbeiten ebenso an besonderen Live-Momenten, um durch unsere Arbeit respektiert zu werden und für das Gefühl, etwas Sinnvolles zu schaffen. Da wir uns oft leidenschaftlich in Jobs investieren, beeinflusst die Arbeit auch unseren emotionalen Status.

Daher: Respektiere dein Gegenüber und sorge für Sinnhaftigkeit und guten Spirit!

 

3. Jede Mühe lohnt sich, wenn ich weiß, dass mein Einsatz gesehen und gewollt wird. Wird die Leistung jedoch nach der 15h Tag- und Nachtschicht gewürdigt oder als selbstverständlich abgetan? Gibt es nach einer Rettungsaktion zumindest ein Dank dafür oder wird dies gar nicht wahrgenommen? Außerdem hilft es, wenn man sich im Vorfeld konkrete Gedanken macht, wen man wann und wofür loben will. Dann wird man es viel wahrscheinlicher auch tun.

Deshalb: Verpflichte dich, guten Einsatz konsequent und intentionell zu loben!

 

4. Event ist Teamplay. Oft bekommen aber nur die exponierten Persönlichkeiten die positiven Rückmeldungen. Was ist aber mit denen, die genau das erst ermöglichen und nicht im Rampenlicht stehen? Darüber bin ich mir als Regisseur stets bewusst (und ich denke auch jede/r Moderator/in im Rampenlicht weiß, wovon ich spreche). Wenn wir also Erfolg haben, dann vor allem, weil dieser gemeinschaftlich erreicht wurde.

Heißt: Danke gerade den Kollegen, die es sonst sehr unwahrscheinlich gesagt bekommen!

 

5. Aber: Auch nicht immer und überall für alles DANKE sagen – das fängt schnell an zu nerven. Wie immer im Leben muss DANK authentisch und ausbalanciert bleiben. Ein Danke kommt um so besser an, desto spezifischer es formuliert wird. Das zeigt, dass du nicht oberflächlich damit um dich schmeißt sondern dir Gedanken gemacht hast, wofür genau du dich bedankst. Zugleich wirst du dir selbst darüber bewusst, was du an dem anderen beziehungsweise seiner Leistung schätzt.

Sprich: Setze Lob und Anerkennung spezifisch und individuell ein! 

 

6. Jeder Mensch tickt anders (interessant sind dabei die unterschiedlichen Persönlichkeitsprofile). Für den einen mag ein verbales DANKE treffend sein. Ein anderer ist schüchtern und freut sich eher über das geschriebene Wort oder ein Geschenk. Es bedarf Taktgefühl, um auf angemessene Art und Weise Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, ohne Mitarbeiter zu nerven oder bloß zu stellen.

Bedeutet: Finde angemessene Formen um deinen Dank auszudrücken!

 

7. Gerade wenn keiner Danke sagt: Fang damit an. Es wird sich verbreiten! Natürlich hilft es, wenn der Dank von der obersten Stelle ausgeht. Aber gute Führung hat nichts mit der Position zu tun, sondern mit Einfluss. Das heißt, du kannst jederzeit in jeder Position loslegen und damit Einfluss bei Events nehmen.

Ergo: Starte wo du bist – du hast es in der Hand!

 

 

 

Fazit: Dankbarkeit verändert die Atmosphäre und vor allem dich selbst

 

Dankbarkeit ist die effektivste Währung, um Menschen in ein Projekt zu involvieren und dabei zu Höchstleistungen zu motivieren. Außerdem hat dies auch einen weiteren Effekt: Einzelne werden vertrauensvoller miteinander und sind dadurch eher geneigt, sich gegenseitig zu helfen. So kommt der Stein ins Rollen.

 

Wenn wir im Sinne eines guten Events das Beste aus unseren Kollegen und Mitarbeitern herausholen wollen, müssen wir ihr Inneres gewinnen. Das kann man nicht einfordern und schon gar nicht durch Gehälter erkaufen, wie Michael Hyatt treffend schreibt. Aber ein einfaches Danke kann dabei Wunder bewirken – und kostet noch nicht mal was. Nur deine Aufmerksamkeit, etwas Zeit und Mühe… Also, raus aus der Komfortzone!

 

Wie schon das Zitat eingangs sagte: Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken. Ich habe es bei Produktionen mit eher mieser Stimmung immer ausprobiert. Ein zielgerichtetes, begründetes Lob hat nicht nur mein Gegenüber emotional nach oben gezogen, sondern auch mich. Es funktioniert. Und sollte es das mal nicht tun, dann dient es einfach deinem eigenen Wohlbefinden… 😉

 

 

Frage: Wie sagst du im Job DANKE? Teile Deine Antwort auf Facebook, Twitter oder LinkedIn.

 

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