ESC 2014 #JoinUs // Die Technologie hinter dem TV-Event…

ESC 2014 Zweitplatzierte: The Common Linnets – Calm After The Storm // Quelle: Eurovision Song Contest     Der diesjährige Eurovision Song Contest am 10. Mai aus Kopenhagen liegt eine gute Woche hinter uns. Zeit, einen Blick hinter die Machart dieser grandiosen Show zu werfen. Obwohl ich kein ESC Fan bin, ist es ein Großereignis, das mich in der diesjährigen […]

Teamkommunikation // Warum anschreien einfach nicht lohnt…

Teamkommunikation – DER Schlüssel für Erfolg! // Foto: Nik Evers

 

 

„Es kommt nicht darauf an, wie schnell du unterwegs bist, sondern wie weit du im Team kommst.“
Erwin McManus, amerikanischer Autor, Künstler und Unternehmer aus L.A.

 

 

Das A&O erfolgreicher Show-Produktionen ist ein eingespieltes Team und dessen Kommunikation. Grund genug dieses elementare Thema einmal genauer zu beleuchten. Was macht gute Teamkommunikation im Umfeld von Shows und Events aus?

 

 

Davor, während und nach dem Event – worauf ist kommunikativ zu achten?

 

Davor: Ich gebe zu, ich bin ein Mail-Freak. Bis zu der IAA 2011, bei der ich als Show-Producer mit drei Produktionsfirmen gleichzeitig zu tun hatte. Spätestens da hat sich gezeigt, dass ein regelmäßiger persönlicher Austausch wesentlich effektiver ist als der Dialog und Feedback via Email. Der persönliche Kontakt, sprich das persönliche Gespräch vor Ort oder über Telefon, ist der Email eindeutig vorzuziehen. Die wesentlichen Dinge können so viel schneller besprochen und geklärt werden. Ebenso gibt es Gegenüber, die einfach besser und gewohnter über Telefon kommunizieren als per Email.

 

Während: Vor Ort ist es hilfreich alle Beteiligten so oft wie möglich (beziehungsweise wie nötig) an einen Tisch zu bringen. Damit sind keine langen Sitzungen gemeint, in denen zwei Personen ständig reden und fünfzehn gelangweilt zuhören müssen (passiert leider ständig! – elf produktive Meeting-Tipps finden sich hier). Vielmehr geht es um ein kurzes Update zu Arbeitsbeginn mit dem gesamten Team, bei dem die neuesten Entwicklungen und Änderungen aus allen Abteilungen kurz mitgeteilt werden. So sind alle auf einem Stand und Fehler, die aus diesen Änderungen eventuell resultieren, können schneller erkannt und behoben werden. Ach ja, das Regiemeeting mit allen wichtigen Informationen zum Ablauf vor Probenbeginn der Produktion ist natürlich unumgänglich genauso wie eine verlässliche Disposition. Apropos Änderungen: bitte nicht mehr nach der Generalprobe – denn irgendjemand wird es auf jeden Fall nicht mitbekommen, was unvermeidlich zu Fehlern führen wird…

 

Danach: Spätestens im Nachfeld bemühe ich mich um ein Feedback – sowohl zu meiner Arbeit aber auch gegenüber dem Team. Leider ist dies viel zu selten üblich, aber wie sonst sollen wir denn im Arbeiten miteinander besser werden? Im laufenden Prozess lassen sich Dinge oft noch anpassen – was hilft ein Feedback nach drei Monaten? Hier übe ich mich darin, viel schneller und direkter (m)eine Rückmeldung zu geben. Außerdem schadet es auch nicht mal mit einem gezielt lobendem Wort um sich zu werfen!

 

Teamkommunikation Show Event

Teamkommunikation – wie gelingt sie? // Foto: André Wirsig

 

 

Anschreien sorgt natürlich für eine ‚Scheiß egal Haltung’…

 

Spätestens nachdem ich in meiner Zeit als Aufnahmeleiter bei TV-Shows von einem Regisseur über das Interkom vor dutzenden Kollegen rund gemacht wurde, weiß ich, dass sich das richtig Scheiße anfühlt. Vor allem, wenn dies noch zu Unrecht geschieht, aber erstmal den Regisseur gut dastehen lässt. Ein klares No-Go! Das Erlebnis hat mich zu der gewaltfreien Kommunikation verleitet. Die wenigsten Menschen wollen angebrüllt werden. Besser sollte man sein Team in die Schwingung für das Projekt versetzen, damit alle eine Liebe zum Projekt entwickeln und von sich aus das Beste geben wollen. Es geht darum die vorhandene Energie nicht auszubremsen, sondern in die richtige Richtung zu lenken. Nicht die Fäden aus der Hand geben, aber Verantwortungen verteilen. Wenn sich die einzelnen Teammitglieder in ihrer Funktion ernstgenommen fühlen, dann geben sie von sich auch tolle Leistung. Die Waage zwischen Ziele setzen und Ergebnisse erwarten muss einfach gegeben sein.

 

 

Teamkommunikation: am besten gleichzeitig, freundlich, bestimmt und schnell

 

Der Aufbau erfolgreicher Teams -ob im TV, bei Events oder im Musik-Tourneegeschäft– ist keine Wissenschaft, sondern eine echte Kunst. Der Schlüssel zum Teamerfolg liegt dabei aus meiner Sicht nicht im Inhalt, sondern in der Form der Kommunikation. Dazu gehört vor allem Vertrauen. Vertrauen entwickelt sich aber nicht sofort, sondern über die Zeit. Kleine gemeinsame Projekte zeigen auf, wie mein gegenüber denkt und handelt. Ist mit A wirklich A gemeint oder vielleicht B oder C? Wie reagiert mein Teamkollege unter Stresssituationen, auf die es ja gerade bei Live-Shows ankommt? Erst wenn ich wirklich weiß, wie es der andere meint, kann ich unter dem Druck großer Produktionen erfolgreich zusammen arbeiten. Und spätestens dann gilt: „Never change a winning team“, wie Sir Alf Ramsey, der Trainer der Englischer Fußball-WM Sieger von 1966, es treffend formuliert hat.

 

Aber ist das schon alles?

 

Mir ist aufgefallen, wie sehr viel motivierender es wirkt, wenn ich das WARUM hinter meinen Ansagen erkläre. Denn so versteht mein gegenüber was ich bezwecken will, idealerweise ergibt sich daraus die Sinnhaftigkeit der Aufgabe und es führt zu weniger Missverständnissen. Eine gute Kommunikation in einem Team sollte darüber hinaus immer zielgerichtetpräzise und klar sein. Da wir ja bei Shows meist unter Zeitdruck stehen, müssen wir uns das ‚um den heißen Brei reden‘ schenken. Hilfreich ist es Transparenz zu schaffen, sprich am besten ist die direkte Kommunikation mit den Betroffenen: Bei wichtigen Dingen nicht über Dritte gehen! Zudem ist es wichtig, bei den Gesprächen wirklich zuzuhören. Gerne hängt man bei Streß nur seinen eigenen Gedanken und Bedürfnissen nach und trägt somit zu eventuellen neuen Konflikten und Problemen bei…

 

Teamkommunikation IAA Team 2015 Atelier MarkgraphDie IAA 2015 mit dem Team Atelier Markgraph (Foto: Stephan Maka)

 

 

Zusammengefasst einige wichtige Faktoren guter Teamkommunikation:
– klare Ansagen machen
– dein Team gut briefen und thematisch abholen
– Vertrauen aufbauen und offenes Ohr behalten
– Aufgaben runter brechen auf wenige realisierbare
– Zuständigkeiten klar zuordnen und damit dann auch loslassen
– klares Timing für Aufgaben definieren
– regelmäßig alle an einen Tisch holen ohne rumzufaseln…
– gute Ideen weiterverfolgen, auch wenn Sie nicht von mir selbst stammen (das kann ja nicht jeder 😉 )
– Ich-Botschaften aussenden, nicht man oder wir
– unbedingt nachfragen und nicht interpretieren, wenn ich etwas nicht verstanden habe
– verlässliches Show-callen, also immer im selben Format bleiben: „Stand by für … // 3, 2, 1, go“
– du kannst nicht Nicht-kommunizieren – alles was du von dir gibst kann und wird gedeutet (ein paar Gedanken zur Körpersprache hier)

 

 

Fazit: Nur ein Team, das offen und ehrlich miteinander umgeht, wird auf die Dauer erfolgreich sein. Umso eingespielter ein Team miteinander ist, desto erfolgreicher und reibungsloser wird das Ergebnis sein. Die Investition in gute Kommunikation lohnt sich – anbrüllen nie!

 

 

Bleibt die Frage, was aus deiner Sicht für das gelingen guter Teamkommunikation wichtig ist? Freue mich auf Kommentare unterhalb! Wer informiert bleiben will trägt sich in meinen Newsletter ein und like doch gleich mein Facebook Profil für regelmäßige Inspiration rund um die Live-Kommunikation.

 

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Axel Beyer: EMOTION – der Schlüssel zur Aufmerksamkeit!

EMOTION – der Schlüssel zur Aufmerksamkeit! // Foto: Axel Beyer

 

 

Der Mensch scheint ständig auf der Suche nach „Sinn“ zu sein und den findet er, wenn sich etwas für ihn „erschlossen“ hat. „Kinder brauchen Märchen“ hieß ein pädagogisches Standardwerk. Also ist offensichtlich selbst in der Unterhaltung nur dass gut und richtig, was Sinn macht. Alles andere ist nämlich Un-Sinn. Basta!?

 

Von „Schlüsselbildern“ redet die Kommunikationswissenschaft, wenn man sich an etwas erinnern soll – von „Schlüsselszenen“ der Dramaturg, wenn man etwas verstehen soll – von „Schlüsselerlebnissen“ der Psychologe, wenn man eine Erfahrung macht. Das muss doch irgendwie zu entschlüsseln sein?

 

Ist das so? Warum lachen wir dann so gerne? Warum lieben wir die Clowns im Zirkus? Warum genießen wir einen herrlich albernen Kneipenabend? Warum weinen junge Mädchen „Bis(s) zum Abendrot“? Und wollen wir in den Medien und den verwandten Gebieten nicht auch, dass man sich an unsere Angebote erinnert, dass man sie versteht und hoffentlich durch sie eine positive Erfahrung macht?

 

„Lebenslanges Lernen“, „Informationsgesellschaft“, „Wissenstransfer“ – unsere Gesellschaft redet uns permanent ein, dass wir alle kopfgesteuert seien. Deshalb geben die Befragten bei Umfragen stets an, dass sie im TV am liebsten „Nachrichten“ sehen würden, wo doch tatsächlich seit Jahren das „Dschungelcamp“ die Nummer 1 ist. Deshalb gehen wir ja angeblich nur aus Informationsgründen auf Messen und schleppen bergeweise Papier mit uns nach Hause – das gab es schließlich umsonst. Deshalb hören wir nur wegen des Verkehrsfunks im Auto Radio – und summen und wippen mit der Musik mit.

 

Nein – gestehen wir es uns doch endlich ein: Wir alle, auch wir „Macher“, sind Emotionsbolzen! Wir wollen emotional berührt werden, wir wollen, dass man uns zum Lachen oder zum Weinen bringt (denn bei beidem fließen Tränen). Wir wollen Spaß haben! Und auch zum Spaß der Anderen beitragen! Und wer uns das bietet, den lieben und unterstützen wir.

 

Über 9 Mio. Menschen haben Herrn Liechtenstein und seinen EDEKA-Spot gesehen und waren sich einig – das ist #supergeil. Dabei waren da nur ein Supermarkt und ein nicht mehr ganz schlanker und nicht mehr ganz junger Mann zu sehen – aber wie! Welche Lebenslust sprang einem aus diesem Filmchen entgegen. So wollten wir auch sein. Und ab zu Edeka….

 

 

Emotionen sind der Schlüssel zum Herzen der Menschen – und damit auch zu ihrem Kopf

 

Wir denken mit dem Kopf, aber wir fühlen mit dem Herzen und gute Gefühle führen allemal in der Folge zu guten Gedanken, guten Erinnerungen und gutem Verständnis. Als die ARD im Abendprogramm das erste Mal die Sendungen von „Mr. Bean“ ausstrahlte, da war das kein Erfolg. Was sollte das denn? – Dann zeigte die LTU diese Filme auf ihren Flügen von und aus dem Urlaub, die Kinder johlten vor Vergnügen und diese Erinnerungen führten dazu, dass sich fortan mit jeder Wiederholung der gleichen Folgen von „Mr. Bean“ die Einschaltquoten steigerten. Wir erinnerten uns an fröhliche Kinder und entspannte Urlaubszeiten. Und sie verstanden: Das war positive Emotion pur!

 

Fazit: Und wenn wir heute von „Events“ reden, dann reden wir von „Erleben“ und damit von „Leben“, nicht von „Wissen“. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, sagte einst Adorno. Wir haben heute dafür zu sorgen, dass es kein falsches Leben im richtigen gibt. Meine Generation hat noch gelernt, dass man Emotionen nicht zeigen darf. Was für ein Un-Sinn! Erst Gefühle machen uns zum Menschen und wie unmenschlich ist es, diese Gefühle nicht zeigen zu dürfen. Wir als Medienmanager können dabei helfen, indem unsere Produkte dazu beitragen, ja geradezu dazu herausfordern, die Emotionen zuzulassen und auszuleben – so dass wir letztlich die Menschen damit aufschließen – für ein befreiendes Lachen, für ein kindliches Staunen, für eine überwältigende Rührung. Und wenn das dann klappt, dann empfinde ich das als das schönste Geschenk.

 

 

Zum Autor: Axel Beyer ist Medienberater und Professor an der Hochschule Fresenius im Fachbereich „Wirtschaft & Medien“, war Regisseur an unterschiedlichen Theatern und ist seit über drei Jahrzehnten im Medium TV als Programmmacher (und mehrfach als Unterhaltungschef) für öffentlich-rechtliche und kommerzielle Sender tätig.

 

 

Welche Schlüssel nutzt du zur Steigerung der Aufmerksamkeit? Welche Emotionen verbindest du mit den Gedanken dieses Artikels? Wir freuen uns über Kommentare unterhalb.

 

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Geheimnisse eines Show Producer // Ideen für die Eventszene…

Die Jobbezeichnung Show Producer ist im deutschsprachigem Raum sehr diffus besetzt. Ich selbst habe im TV-Bereich gelernt, wo der Producer für die reibungslose inhaltliche wie organisatorische Abwicklung fast aller Bereiche einer TV Produktion zuständig ist (wobei es auch hier sehr unterschiedliche Jobdefinitionen gibt). Im Gegensatz zum Produzenten ist der Producer nicht finanzieller und künstlerischer Gesamtleiter einer Produktion, sondern ausschließlich für deren Durchführung verantwortlich. Also ein make it happen Typ, der sowohl das große Ganze wie auch die Details im Blick hat.

 

 

Show Producer im Eventbereich – was sind die Anforderungen?

 

Im Eventbereich würde ich Projekte grundsätzlich in drei Abschnitte gliedern:

 

  1. die Kreation, also die Ideenentwicklung für ein Event nach klar umrissener Zielsetzung,
  2. die Konzeption, im Sinne der Ausgestaltung der in der Kreation entworfenen big idea bis hin zu konkreten Elementen, dramaturgischen Strukturen und Abläufen, sowie
  3. die Realisation, also die Umsetzung der Eventkonzeption in Form der Veranstaltung vor Ort.

 

Als Regisseur bin ich zum Teil schon ab der Konzeption, vor allem aber naturgemäß mit der Realisation betraut. Neben meiner Tätigkeit als Konzeptioner bin ich auch immer wieder als Show Producer tätig. Dabei gelten folgende Anforderungen:

 

  • Planung und Koordination aller Abläufe der Show-Produktion
  • Budgeterstellung und Vertragsverhandlung & -erstellung
  • Zusammenstellen und Leitung eines Teams von festen und freien Mitarbeitern
  • Koordination der audiovisuellen Inhalte (Film, Musik, Charts etc.)
  • Überarbeiten des Konzepts, Betreuung von Film Drehs bzw. Künstler Proben
  • Präsentation bei den Verantwortlichen, intern wie extern
  • Einhaltung von Produktions- und Budgetplänen
  • Zentraler Ansprechpartner für alle inhaltlichen Fragen
  • Weiterentwicklung der Konzeptideen

 

Eines meiner größten Herausforderungen als Show Producer war zugleich die schönste Referenz, nämlich die Produktinszenierung von Daimler auf der IAA. Es lässt sich aber zusammenfassend sagen, dass es auf organisatorische Fähigkeiten, selbstständige und zuverlässige Arbeitsweise, kreative Schnelligkeit aufgrund von möglichst umfassender Erfahrung und optimaler Kommunikation mit allen Beteiligten ankommt.

Wichtig ist auch eine Vision der Dinge zu haben und die Fähigkeit, diese auf die diversen Bereiche runterzubrechen. Viel zu selten wird über das Team gesprochen – denn nur in einer gut eingespielten und sich ergänzen Mannschaft kommt man zu den außergewöhnlichen Ergebnissen! Nicht erlernbar ist das Talent, kreativ und organisatorisch zugleich zu denken – eine seltene Kombination, die wohl den großen Unterschied ausmacht…

 

 

Wonach halte ich als Show Producer im Event- und Kongressgeschäft Ausschau?

 

Die Herausforderung als Show Producer besteht darin, aus den klar umrissen Zielsetzungen eine Big Idea abzuleiten (wie es die US Werbeikone George Lois mal sagte), die die Themen eines Events als roten Faden durch die Veranstaltungen spinnt. Daraus entwickelt sich dann auch idealerweise ein stimmiges Bühnendesign und die passenden Showelemente, welche die tieferliegenden Themen emotionaler transportieren können. Essentiell ist es für einen guten „Gesamt-flow“ der Veranstaltungen zu sorgen. Handwerkszeug für eine gute Struktur sind für mich eine Dramaturgie mit Kontrasten, guten Übergängen und Wendepunkten, sowie ein packendes Storytelling. Die Herbeiführung von magic moments durch Detail, Timing und Perfektion sind die Königsdisziplin. Mein Anspruch ist dabei Botschaften exzellent zu inszenieren, die nachhaltig wirken und Marken bzw. Themen relevant positionieren, um letztlich mit dem Event einen Nutzen zu schaffen.

 

 

Humor & running gag – wertvolle Instrumente der Unterhaltung

 

Show Producer Event Humor Running Gag

 

Ein weiteres schönes Element der Inszenierung zeigt folgendes Video mit Paco Leuschner alias Joe, der Schneckenchecker als running gag auf dem Willow Creek Promiseland Kongress 2013 in Siegen. Immer wieder tauchte er mit seiner Schnecken-WG im Schlepptau während dem dreitägigen Kongressverlauf auf der Bühne auf und unterbrach die Moderatorin. Schon nach der zweiten humorvollen Einlage haben ihn die Zuschauer geliebt und vor Lachen auf dem Boden gelegen. Einmal mehr stimmt der Merksatz: Irritation schafft Aufmerksamkeit. Zuhörer werden nach gedanklichem abdriften wieder auf das Bühnengeschehen aufmerksam und verfolgen das weitere Bühnengeschehen, auch weil durch Aktionen wie diese alle Sinne angesprochen werden. Würde ich gerne viel öfters mal auch im Corporate Eventbereich einsetzen. Die sich alle acht Sekunden wechselnden Tanzstil-Vorgaben musste er dann ‚zur Strafe‘ in der vorletzten Session performen – das Ergebnis lässt sich sehen (auch wenn es live natürlich 27,5fach toller war):

 

Foto: oben – Ralph Larmann, Mitte – Philipp Neumann, Video: Silas Baisch und Viktor Fröse

 

 

Welche Stilmittel begeistern dich im Bereich Show? Was überzeugt, was nicht und worauf kommt es bei der Konzeption aus deiner Sicht an?

 

Weitere Links mit Ideen für Show Producer: Kreatives Opening Video als Konferenzstart und die 7 Gebote der Inszenierung. Wer informiert bleiben will, trägt sich oben rechts in meinen Newsletter ein.

 

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Wie schreibe ich einen Regieplan? // Eine Muster-Vorlage gibt es hier!

Wie schreibe ich einen Regieplan? // Muster-Vorlage für die Eventregie

 

 

Immer wieder stehen Veranstaltungsplaner vor der Aufgabe, einen Regieplan zu schreiben. Worauf es dabei ankommt, möchte ich als Regisseur gerne weitergeben. Eine Regieplan Vorlage findet sich als Exel Datei hier.

 

 

Was gehört in den Regieplan rein?

 

In Differenzierung zu einem Auf- und Abbauplan geht es beim Regieplan um eine übersichtliche Zusammenstellung des inhaltlichen Ablaufs einer Veranstaltung.

 

Also: wer was wie lange wo genau macht und was dazu audiovisuell gezeigt wird.

 

Alle beteiligten Gewerke vom Ton über Licht bis zum Video sehen so auf einen Blick, was bei Programmpunkten von ihnen gefordert wird. So kann jedes Gewerk vorab ihren Beitrag und Einsatz planen und punktgenau auf die Cue’s des Show Callers zuliefern. Hier auch schon gleich eine Übersicht, wie solch ein Dokument am Beispiel einer Pressekonferenz aussehen kann:

 

Regieplan Pressekonferenz Vorlage Regieplan erstellen Regieplan schreiben

 

 

Hier noch ein paar Tipps beim formulieren des Regieplan:

 

• Immer den Stand der aktuellen Fassung angeben, sonst kann es zu Konfusionen führen welche Version denn nun die aktuelle ist. Daher das Datum und Uhrzeit der letztgültigen Fassung oben rechts angeben.

Positionsnummern zu Beginn der Zeilen helfen auf den ersten Blick zu erfassen, über welchen Punkt im Ablauf man spricht. Gerade bei Proben, in denen man inhaltlich springt, hilft das ungemein.

• Gut für alle Beteiligten ist es schon im Regieplan festzulegen, von wo die beteiligten Akteure auf die Bühne kommen. Das hilft sowohl dem Lichtkollegen als auch den Kameraleuten sich darauf vorzubereiten.

• Angaben für Licht, Ton und Video halte ich in der Regel kurz, da dies ja in den Proben dann noch genauer definiert wird. Zu genaue Detail-Informationen, die sich gegebenenfalls vor Ort auch als unrealistisch herausstellen, können so umgangen werden. Dennoch sollte es natürlich eine klare Vorstellung geben, wie der Ablauf über die Bühne gehen soll…

• Optisch halte ich es für sinnvoll, Blöcke farblich hervorzuheben. So sieht man durch dicke Linien oder farblich hinterlegte Felder, dass es sich um einen neuen Abschnitt handelt. Dadurch gelingt Orientierung auf den ersten Blick. Gleichzeitig sollte die Schriftgröße 8 pt nicht unterschreiten.

• Die Zeiten in der Excelliste sind dank der Formelfunktion automatisiert und lassen sich im Übertrag so direkt addieren. Vorsicht: sollte natürlich auf die Richtigkeit noch mal überprüft werden.

 

Dann noch ein Tipp zum eigentlichen Show Calling: möglichst immer die gleiche Routine beibehalten. Also sowohl bei den Proben als auch dann in der Show im Format: „Achtung für XY“ und „XY in 3, 2, 1, go“ callen. So bleiben die Cues für alle ausführenden Operator verlässlich und vorhersehbar.

 

 

Fazit: Alles in allem sollte der Regieplan für die technischen Gewerke so kompakt wie möglich gehalten werden. Ideal sind je nach Länge der Veranstaltung eine bis max. vier Seiten. Ein umfassenderes Moderationsbuch kann die genauen Texte abbilden und wird gerne von dem Bildmischer beziehungsweise der Regie mitgelesen. Weitere Details zum Gesamtverlauf inklusive des Auf- und Abbaus gehören in die Gesamtdisposition.

 

Interesse an weiteren Tipps? Dann könnte mein Buch EVENTS WIRKUNGSVOLL INSZENIEREN genau das Richtige sein!

 

 

Was dich noch für die Veranstaltungsplanung interessieren könnte:

Veranstaltungskonzeption // 7 Kernfragen für erfolgreiche Events

Eventregie – worauf kommt es an?

Meine Top 20 Beiträge auf diesem Event Blog

 

Gibt es weitere Fragen zum Regieplan oder der Umsetzung vor Ort? Dann stell einfach unterhalb deine Frage:

 

Corporate Event: 3 Key Essentials of a Show Caller

Show Caller – the definition of this job is quite clear in the event context: to call live shows.  However, I would like to take a broader perspective in producing and directing live events.  Here are my essential learning’s:

 

 

1) Communication.  That’s what it all boils down to.  Always.  Effective communication on each and every level.  My first step is to explore what the client needs and expects.  I question as long as I understood the WHY and goals of the event.  We discuss the project from all angles taking into consideration the key message and how to display it with audio and visual tools at our disposal whilst keeping the common goal first and foremost in our minds.

 

2) Precision.  The next step is to translate this briefing for each individual team member to ensure that each department has the precise information they need.  On the floor, this multi-level communication has to happen within seconds in a friendly, professional, secure, clear and effective manner.  We work as a single organism, with one common purpose – to communicate and entertain.

 

3) Keep Calm.  Not only the British can keep calm.  Nobody on the floor can perform to their maximum ability if the atmosphere is tense.  Remaining on top of the situation, calm, precise and in control guarantees the best possible outcome for everybody – for the client, the team and for the audience.  This is the first golden rule I made my own in my early days as floor manager for live television shows.  And it is still my golden rule today.

 

 

Show Caller & Live Directing: it’s all about teamwork

 

A further aspect of my job as show caller and event producer is to be able to visualise the project and to project the visualisation.  In the preproduction and conceptual phase I visualise on my client’s behalf the creative content on the basis of defined goals.  The more detailed and concrete our mutal vision, the more effectively I am able to brief my crew and teams to put the plan into action and create the event experience guaranteed to communicate our clients message.

 

My experienced, professional and friendly handling and direction of live events gives my clients the financial security that they need in a market which is not naturally their own.  Unexpected overtime and over wages are not part of my vocabulary.

 

In short, Show Calling and Event Producing is my home.  A home whose doors I open wide for my clients and audience so they can safely and comfortably leave their comfort zones in the knowledge that their project is in good hands.  No event is ever the same and it would be safe to say that I enjoy the new challenges that come with the territory.  Challenges that my teams and crew relish surmounting together.  It’s all about teamwork every time.

 

Please feel free to browse through my portfolio – unfortunately my blog is written in German but do have a look at this corporate show: Mercedes Benz press conference at IAA 2011

 

 

Questions? I am looking forward to hearing from you at FacebookTwitter or LinkedIn!

 

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