Die 5-Finger-Formel // Tipps für dein Vortrag

Die 5-Finger-Formel // hilfreiche Tipps bei der Vorbereitung von Vorträgen

 

 

„Einer muss immer leiden – entweder das Publikum oder der Vortragende. 

Hoffentlich ist es der Zweite!“ // Papst Franziskus

 

 

Als Regisseur erlebe ich tagein, tagaus eine Vielzahl von Vorträgen bei Konferenzen und Veranstaltungen.

 

Die meisten sind leider irrelevant. Zeitverschwendung.

 

Das liegt daran, dass sie keinen Fokus haben. Oder Antworten auf Fragen geben, die keiner gestellt hat. Oder zu sehr aus der Brille des Vortragenden gedacht sind und damit das Publikum langweilt. Oder inhaltlich sogar gut sind, aber einfach nicht im Kopf bleiben wollen.

 

Fünf Fragen, die es in sich haben…

 

Genau da steigt ein kleines Bildband ein. Der Kreativschmiede Bär Tiger Wolf ist es gelungen eine sinnbildliche Geschichte im Kinderbuchstil zu erzählen (habe ich gleich meinen Kindern vorgelesen ;).

Im zweiten Teil werden die Prinzipien für wirkungsvollere Vorträge gekonnt auf den Punkt gebracht.

 

So, dass Kopfkino ausgelöst wird.

 

Diese fünf Fragen helfen ungemein in der Vorbereitung und sorgen dafür, dass die Botschaft erinnerbar bleibt:

 

die 5-Finger-Formel

 

Hier die fünf Fragen für das MEHR an Wirkung deines Vortrags:

 

1. Starker Fokus: Auf welche Frage fokussiere ich mich?

 

2. Relevanz zeigen: Wie betrifft es die Zuhörenden?

 

3. Was ist die herausragende Frage aus Sicht der Hörenden?

 

4. Gebe ich eine Antwort in Form eines Versprechens, einer Chance oder eines Angebots?

 

5. Greifbare Struktur: Lässt sich die Antwort mit einem Begriff oder Bild gliedern?

 

 

Wie das am Beispiel von Employer Branding konkret aussehen kann, erklärt Geschäftsführer Theo Eißler hier:

 

 

 

Fazit: Die 5-Finger-Formel ist ein Schätzchen!

 

Clevere Tipps, die genau richtigen und wichtigen Hinweise, damit Vorträge Wirkung erzielen. Destilliert auf das Allerwichtigste und dabei klar, verständlich und lustmachend auf die Bühne zu gehen. Einfach empfehlenswert!

 

Als Praktiker würde ich noch hinzufügen, dass sich der Teufel in der Ausgestaltung versteckt. Die Fragen bringen extrem gutes Wissen hilfreich auf den Punkt. In der Umsetzung macht es aber Sinn sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden zu geben, sondern mit einem Gegenüber die eigenen Antworten zu reflektieren und durch Perspektivwechsel auf eine noch tiefere, stringentere, ganzheitlichere Ebene zu gelangen. Dabei hilft mir die Idee von Costumer Centricity! Wer einen Sparring Partner sucht wird sicher bei Theo Eißler fündig – oder darf sich gerne auch an mich wenden 😉

 

Das Buch lässt sich bei Amazon bestellen. Hier gibt es auch eine Vorlage mit den fünf Fragen. Viel Spaß damit!

 

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5-teilige Serie Besser Präsentieren von Moderator und Coach Martin Kloss
AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge
OnePager: Auf den Punkt kommen wie Ronald Reagan 

 

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

Creative Director: Wie weckt ihr Emotionen? // 7 Kreativdirektoren geben Hinweise

 

 

Emotionen sind der Schlüssel zum Herzen der Menschen – und damit auch zu ihrem Kopf.“ Axel Beyer

 

 

Wie weckt man Emotionen? Diese Frage treibt mich seit Jahren um. Warum erzeugt die Mona Lisa im Louvre eine magische Anziehung und andere Bilder nicht? Warum nimmt mich der eine Redner erfolgreich mit auf seine Gedanken-Reise und der andere nicht? Warum berühren mich einige Lieder und andere eben nicht?

 

Emotionen zu wecken ist die Kernaufgabe für die Konzeption von Events. Wer Emotionen weckt, bekommt auch eine Reaktion. So werden Beziehungen aufgebaut. Eine gute Währung für die Live-Kommunikation. Daher habe ich sieben Kreativdirektoren gebeten, ihre Gedanken und Erfahrungswerte zu schenken. Wie unmöglich es ist, das in eine paar Sätze zu packen, zeigt der Prolog von Helge Thomas auf…

 

 

Helge Thomas: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen?!

 

 

Diese Frage kann ich definitiv nicht beantworten. Das hat vielerlei Gründe. Lass mich vielleicht zwei davon kurz heraus greifen. Zum einen hat das Wort „Emotionen“ einen so riesigen semantischen Hof, dass man Russland darin parken könnte. Zweimal. Ach was rede ich. Viermal. Von den rein biologischen Partys, die da im limbischen System abgehen, ganz zu schweigen. Und dann dieser Volksmund mit seinem Angerlatein „Das geht zu Herzen“. Ja, eben nicht! „Da schüttet der Hippocampus mal wieder tonnenweise Endorphine in die Blutbahn,“ müsste das korrekt heißen. Egal. Wo war ich? Ach ja. Zum anderen: Gäste sind niemals gleich Gäste. Und meistens sind es nicht einmal meine Gäste, sondern die Gäste meines Kunden oder auch die seines Chefs oder seiner Frau. Im Falle öffentlicher Veranstaltungen sind es gar völlig fremde Menschen, die man der Einfachheit halber dann eben auch Gäste oder besser Besucher nennt. Was die Sache nicht einfacher macht. Was sagst du? Meine Reaktion auf deine Frage erscheint dir etwas zu emotional? Mitnichten, mein Lieber! Ich versuche dir lediglich zu erklären, warum ich dir kein „Rezept“ nennen kann, wie ich Emotionen bei Gästen wecke. Und überhaupt: Wer weiß, ob Emotionen überhaupt schlafen. Vielleicht sind sie auch gerade ganz woanders. In Gedanken. Oder sie haben sich nur versteckt. Unter der Oberfläche. Siehst du. Das meine ich. Schon sind wir mitten drin, im Deutungslabyrinth der menschlichen Gefühle. Und wenn ich jetzt weiter schreibe, kommen wir da beide nicht mehr raus. Weißt du noch, was ich oben schrieb? Eben. Ich auch nicht. 🙂

 

 

Helge Thomas pro event live-communication creative director Helge Thomas, 1964 in Heidelberg geboren, Schauspieltalent vom Vater geerbt, schon viele künstlerische und wirtschaftliche Bühnen bespielt: Als Darsteller auf und Beleuchter hinter der Bühne von Theaterproduktionen, in Marketing- und Vertriebsverantwortung bei großen Unternehmen sowie neun Jahren als freiberuflicher Start-Up-Coach, SocialMedia-Experte und Filmemacher. Heute ist er Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei pro event.

 

 

 

Kai Janssen: Es ist wie bei einem Rendezvous…

 

 

Wenn man davon ausgeht, dass Emotionen mit dem Ziel erzeugt werden, beim Gast zu punkten und eine Beziehung aufzubauen, dann ist es wie bei einem Rendezvous:

 

Zunächst sorgt man mit dem passenden Ambiente für die gewünschte Stimmung. (Location, Licht, Musik, Essen)

 

Dann stellt man seinem Gegenüber Fragen – das signalisiert Interesse und ist die Basis für einen unterhaltsamen Austausch. (Einbeziehung des Gastes, Interaktion)

 

Ganz wichtig nun – der Überraschungsmoment! Plötzlich tritt etwas ein, womit mein Gegenüber nicht gerechnet hat, was anscheinend nur für ihn bestimmt ist, verbunden mit einer persönlichen Botschaft. (Setzt voraus, dass ich die Zielgruppe verstanden habe). Der Höhepunkt einer perfekt durchdachten Inszenierung. Trifft ins Herz und bleibt im Kopf. Meistens jedenfalls.

 

 

Kai Janssen Matt Circus Event KreativdirektorKai Janssen, seit 2012 Geschäftsführer und Creative Director der MATT CIRCUS GmbH in Köln, davor freier Creative Director und Konzeptioner in diversen Event- und PR-Agenturen, studierte bildende Künste, Fokus Raum und Medien, regelmäßiger Gastdozent zum Thema „Konzeption in der Live-Kommunikation“, 2. Präsident der FICA, Cross-Crocket-Spieler und -Weltmeister, in fester Beziehung.

 

 

 

Petra Lammers: Geschichten, Geschichten, Geschichten

 

 

Mit Geschichten!
… und einem genauen Blick auf alle „Figuren“, Raum/Situation, Handlungsstränge, Plotpoints und Inhalte.

 

(Auf die Bitte nach Beispielen sandte Petra folgendes): Die interaktive Bodenprojektion beim Energiesee oder das Storytelling mit Lampen, die als Figuren das Wiesbadener Kurhaus und die Welt von Fraunhofer erkunden:

 


Creative Director Petra Lammers onlivelinePetra Lammers, inszeniert seit über 15 Jahren Theater-, Public Space- und Eventproduktionen, gemeinsam mit Norwin Kandera Geschäftsführerin von onliveline, einem Büro für Konzeption und Inszenierung. Davor Creative Directorin / Konzeptionerin bei Panroyal in Wuppertal sowie freie Theaterregisseurin, studierte MBA und MFA in Dramaturgie und Regie.

 

 

 

Philipp Dorendorf: Man inszeniert oder inszeniert um

 

 

Heilig Abend im Kreise der Lieben. Deep house statt Last Christmas. Rot ist nicht rot, sondern pink. Der Baum ist aus Draht. Die Lichterketten geben Strobo-Blitze ab.

 

U5-Kindergeburtstag. Nicht Volker Rosin, nein, dafür Rammstein. Rammstein ist auch alt, aber düsterer und dazu schwarzes Konfetti statt bunten Luftballons.

 

Apropos Schwarz: Warum nicht mal für eine Grabrede die Kebekus einsetzen: Pussy Terror.

 

Nein? Okay, denn wir unterliegen Lernstrukturen, assoziativen Mustern und Neuro-Programmen. Und weil das so ist, sind Stimmungen und Emotionen künstlich auslösbar, zu verändern oder zu beeinflussen. Man inszeniert oder inszeniert um. Mit: Musik, Licht, Farben, Tageszeit, Temperatur, unter Umständen Gerüche, Appearance von Akteuren – räumlich und zeitlich verdichtet. Das ist eigentlich gar nicht so schwer.

 

 

Philipp Dorendorf CD facts and fiction EventagenturPhilipp Dorendorf, Ü37, aus Hamburg. Ausbildung zum Grafik Designer und Marketing-Kommunikationswirt, seit 2010 Creative Director bei facts and fiction für Köln und Berlin.
Kreatives auf: www.neopdo.com

 

 

 

Martin Klingler: Content is King

 

 

Am Anfang steht immer die Idee! Daraus wird dann die Storyline entwickelt. Und die muss im funktionalen Eventdesign und in einer multisensorischen zweckorientierten Inszenierung erzählt werden. Nur dann können Botschaften überhaupt ankommen, verstanden werden und gar hängen bleiben – und in anderen Kanälen weiter erzählt werden. Stichwort Storytelling und Wirkungspotenz durch Multisensorik.

 

Was wirklich zählt, ist schlicht das klassische Kommunikationshandwerk, beschrieben mit den bekannten und inflationär gebrauchten Marketingfloskeln… aber wahr bleiben sie trotzdem und genau deshalb: Content is King – und ist das neue Storytelling. Wenn die Story aber nicht spannend erzählt wird, so dass der Zuhörer mit mehreren Sinnen emotional berührt wird, wenn sie nicht auf anderen Kanälen vor und nach dem Event weiter erzählt wird – Stichwort Vernetzung, die wir früher integrierte Kommunikation nannten – dann darf sich keiner wundern, wenn die Botschaft entweder gar nicht ankommt oder schnell verloren geht. Und auf keinen Fall echte Emotionen weckt.

 

Was mache ich also, um Emotionen zu wecken?
Definitiv nichts weltbewegendes Neues: eine gute Story entwickeln, sie anregend, spannend und vielschichtig erzählen. Und dafür verwenden wir gerne neueste Technik und Methoden – immer dann wenn es Sinn macht. Hat!

 

 

Kreativdirektor Martin Klingler Creative DirectorMartin Klingler, Creative Director bei marbet in Künzelsau. (Und mit dieser Bemerkung: „kann mich für unfassbar viel begeistern, immer wenn es mich berührt…“ Ideengeber für diesen Blogpost.)

 

 

 

 

Miriam Wüstefeld: Bedürfnisse erkennen, überraschen, passender Rahmen

 

 

Wir leben heute in einer sehr beschleunigten Welt, in der das Überangebot regiert und in der kaum Zeit zum Innehalten bleibt. Aus meiner Perspektive bedarf es daher vor allem der Fähigkeit individuelle Bedürfnisse zu erkennen, um echte Emotionen wecken zu können.

 

Die Kunst und Herausforderung liegt dann darin zu überraschen und einen sehr persönlichen Nerv zu treffen.

 

Neben den wichtigsten Parametern, die nach meiner Auffassung inhaltlicher Anspruch und Respekt sind, ist der passende Rahmen relevant. Dazu zählt neben einer entsprechenden Räumlichkeit auch das Thema Ergonomie. Der Wohlfühlfaktor ist eng an Emotionen geknüpft – zumindest wenn diese positiv ausfallen sollen.

 

 

Miriam Wuestefeld freiberufliche Kreativdirektorin MünchenMiriam Wüstefeld, München, 32 Jahre, freiberufliche Kreativdirektorin, Schwerpunkt: Kommunikation im Raum, Markenwelten, Zusammenarbeit und Festanstellung in diversen Agenturen unter anderem Zibert + Friends, CE+Co, VOK DAMS, BBDO Live, Uniplan.

 

 

 

Stephan Schäfer-Mehdi: Erprobte Rituale nutzen und intuitiv vorgehen

 

 

Live-Kommunikation nutzt jahretausendealte erprobte Rituale, um Emotionen zu wecken. Religion mit ihren Kulten und das Theater mit seinen inszenatorischen Mitteln sind dafür die Grundlage. Ihr Studium und deren Anwendung ist hilfreich, aber der intuitive Umgang letztlich effektiver.

 

Was rational am Reisbrett entstand ist zwar oft richtig, aber nicht immer erfolgreich. Wer hört die Kammermusik des Computerkollegen Iamus, der nach allen Regeln der Kunst programmiert wurde wie Mozart zu schreiben? Wir gehen immer noch in die Zauberflöte, obwohl der Rechner alles richtig macht. Deshalb bedient sich auch die virtuelle Welt der gleichen Muster, der Überraschungen und Ansprache möglichst vieler Sinne.

 

Das wird vielleicht erst anders, wenn die Künstliche Intelligenz Kommunikation für ihresgleichen konzipiert. Aber davon sind wir noch weit entfernt.

 

 

Creative Director Stephan Schaefer-Mehdi Eventmarketing CD CCO Live-KommunikationStephan Schäfer-Mehdi, freiberuflicher Creative Director und ¬Consultant, vorher Chief Creative Officer/CD von VOK DAMS und Quasar Communications, mit nationalen und internationalen Awards ausgezeichnet, Mitglied im Art Directors Club für Deutschland, Autor des Standardwerkes „Event-Marketing„, 2014 den Kriminalroman „Tod in den Bergen“ veröffentlicht. Wuppertaler.

 

 

 

Creative Director – habt herzlichen Dank für eure Gedanken. Chapeau!

Frage: Wie weckst du Emotionen? Freue mich auf einen Kommentar oder Beispiele unterhalb.

Tipp: Weitere Hinweise darauf, wie Emotionen geweckt werden, geben 7 Inszenierungs-Experten in diesem Buch.

 

 

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Theaterregisseur Axel Beyer: EMOTION – der Schlüssel zur Aufmerksamkeit!

Emotion & Reaktion – das Prinzip von TV-Unterhaltungs-Regisseur Carsten Seibt

18 Things Great Creative Directors Do Every Day

 

Probenplan: 10 Tipps für reibungslose Events & worauf es beim Proben ankommt!

10 Tipps für reibungslose Events & worauf es beim Probenplan ankommt!

 

 

Mit weit über 1.000 Shows im TV- und Eventbereich habe ich alles erlebt, was eine Show reibungslos auf die Bühne bringt – dabei aber auch alles schief laufen kann. Aus diesem Erfahrungsschatz teile ich 10 Tipps für einen effektiven Eventablauf. Diese Ratschläge werden 100% zu besseren Events verhelfen:

 

 

1. Probenplan – schafft Orientierung!

 

Wie schon in dem Wort Probenplan drin steckt: Es gilt einen Plan für die Proben zu haben. Sowohl im Kopf, aber auch auf Papier. Dieser unterscheidet sich von einem Aufbauplan oder einem Regieplan (eine Vorlage gibt es übrigens hier). Vor allem muss er aber im Vorfeld mit allen Gewerken und mitwirkenden Akteuren abgestimmt sein. Kommt jedes Gewerk mit der geplanten Zeit und der inhaltlichen Reihenfolge vor Ort so aus? Jeder weiß mit einem Probenplan, was er für wann wie vorzubereiten hat. So schafft der Probeplan Orientierung.

 

 

2. Teammeetings – für bessere Kommunikation.

 

Das Regiemeeting zu Beginn eines jedes Events ist die Basis für das weitere Vorgehen. In diesem lasse ich jeden im Team kurz mit Name und Funktion vorstellen. Dann kommuniziere ich als Regisseur zunächst die „Big Idea“ sowie das Ziel der Veranstaltung. Dieses hilft allen Mitwirkenden im späteren Verlauf hilfreiche Ideen einzubringen oder auch zu hinterfragen, ob das was wir machen die gewünschte Wirkung erzielt. Gemeinsam besprechen wir den Regieplan und schauen uns den Probeplan an. Hier können unkompliziert Rückfragen gestellt und schnell interdisziplinäre Lösungen erarbeitet werden.

 

Darüber hinaus installiere ich ein regelmäßiges Statusmeeting im weiteren Probeverlauf. Egal ob Morgens vor oder Abends nach den Proben – dies sorgt für die nötige Grundkommunikation, die unbedingt notwendig ist.

 

 

Es muss eine Vision der Dinge geben – diese gilt es hemmungslos durchsetzen. So werden Dinge exzellent!

 

 

3. Probenablauf – eine Vision haben und diese umsetzen.

 

Für das Gelingen der Show sind Proben unumgänglich. Was nicht geprobt wird, findet nicht statt. Dazu muss es einen klaren inhaltlichen Probenplan geben. Dieser sollte vor der Probe von einzelnen Programmpunkten zunächst an alle beteiligten Gewerke klar kommuniziert werden. Dann kann dies technisch eingerichtet werden. Am Beispiel der Rednerposition: Man kann den Redner nicht einfach auf die Bühne schicken und los geht’s. An welcher Stelle kommt dieser auf der Bühne gut rüber? Das liegt am Bühnenbild, wo er sauber im Licht steht, die Kamera ihn gut einfangen kann (gerade auch der Hintergrund ist dabei wichtig) und es kein Ton-Feedback gibt. Neben den technischen Aspekten sollte auch der Redner wissen, von wo er wann auftritt und wo genau er stehen soll (eine Markierung auf dem Boden hilft immer). Außerdem sollte er vor der Probe wissen, wo sich zum Beispiel der Teleprompter und Kameras befinden etc.

 

Also erst kommunizieren, dann einrichten der kritischen Stellen und dann erst Proben. Danach kann man dem Redner Feedback geben und Anmerkungen der technischen Crew einfließen lassen (vielleicht wirft der Redner einen Schatten auf die Rückwand hinter ihm, könnte aber 1m weiter weg von der Rückprojektion stehen…).

 

 

Probenplan - Was nicht geprobt wird, findet nicht statt - Event Zitate

 

 

4. Content Check – verschafft Zeit!

 

Damit man am Probentag keine wertvolle Zeit verliert bietet es sich an, am Vorabend mit dem Kunden alle Inhalte zu überprüfen. So können Tippfehler in Charts entdeckt, Fehler eliminiert, Tonpegel von Filmen angeglichen und Lichtszenen sowie Übergänge definiert werden. Wichtig für die Operator ist dazu eine saubere Content-Übergabe. Am besten mit einer kompakten Liste, die Dateititel benennt und klärt, an welche Position diese im Veranstaltungsablauf gehören. Das spart viel unnötigen Ärger. Über Nacht können dann nötige Änderungen vorgenommen und noch vor Probenbeginn aktualisiert werden.

 

 

5. Geheimtipp – auf die Übergänge achten.

 

Zentral für das Gelingen einer reibungslosen Veranstaltung ist nicht nur die Einzelprobe. Idealerweise hat man dabei immer gleich auch schon den Übergang von der Situation davor und danach im Blick. In den Details und richtigem Timing liegt die Kunst. Wie lange ist beispielsweise der Auftrittsjingle für die Rednerin, wann geht sie genau los, damit sie perfekt getimt auf ihrer Position ankommt. Wie unterstützt das Licht diese Sequenz, aus welcher Stimmung kommt es, wie endet es? Wie verändern sich die Medieninhalte an dieser Stelle. Wie wirkt der Übergang im Gesamten? Oft wird nur die Rede an sich geprobt, aber sobald die Rednerin einmal steht, ändert sich ja nicht viel. Daher unbedingt das Vorher und Nachher im Blick haben und mitproben.

 

 

6. Generalprobe – sonst geht es schief…

 

Erst in der Generalprobe sieht man den gesamten „Flow“ der Show. Idealerweise läuft der Ablauf schon jetzt reibungslos über die Bühne. Vielleicht fallen hier aber noch Stolpersteine auf, die vorher so nicht auftauchten. Auf jeden Fall gibt die Generalprobe allen Beteiligten Sicherheit und Routine. Es gilt das alte Gesetz aus dem Theater: Lieber eine fehlerhafte Generalprobe als eine vermasselte Uraufführung. Leider sind viele Events einmalig, da muss es natürlich sitzen…

 

Event Prozesse Probenplan

 

 

7. Notfallplan – was, wenn es doch schief geht…

 

Wenn man beim Auftreten einer Störung erst anfängt zu überlegen, wie die Lösung sein könnte, ist es schon zu spät. Daher sollte vorher über einige denkbare Szenarien nachgedacht werden. Diese müssen zwischen den Entscheidern abgestimmt sein. Zentral ist, wie man als Verantwortlicher reagiert – möglichst schnell, souverän, klar. Anschreien bringt dabei übrigens gar nichts, wie ich es bereits bei den Prinzipien wirkungsvoller Teamkommunikation formuliert hab.

 

Hier ein paar Klassiker und der Lösungsansatz: Was geschieht, wenn

…das Mikrofon ausfällt? // Ein Ersatzmikrofon liegt in Bühnennähe bereit, dass gleich reingereicht wird.

…ein Video nicht spielt? // Es gibt eine kurze Information an den Moderator über die Bühnenassistenz in der ersten Reihe. Alternativ übernimmt der nächste Redner mit einem spontan-witzigen Kommentar und sorgt so noch für einen Publikumslacher.

…die Präsentation ausfällt? // Der Techniker schaltet sofort auf den Backup Rechner um. Sollte dieser auch nicht funktionieren, gibt es in der Mediensteuerung ein KeyVisual, auf das immer geschaltet werden kann. So fällt dem Publikum der Fehler vermutlich gar nicht groß auf.

…der Redner aus dem Licht läuft? // Die Lichtkollegen haben mehrere Szenen geleuchtet und erweitern den Lichtradius. Zur Not manuell nachleuchten.

…der Raum geräumt werden muss? // Die Moderatorin oder Regisseur machen eine ruhige, aber klare Ansage über die Beschallung. Aktiv formulieren: Was sollen die Gäste machen? Deskalieren, aber bestimmt sein. Bloß nicht für Panik sorgen.

…ein Auto auf der Bühne liegen bleibt? // Natürlich gibt es viele Sonderfälle, die nicht für jede Veranstaltung gelten. Aber da ich mich viel im Automobilbereich bewege, ist dies auch ein mögliches Szenario. Im schlimmsten Fall müssen Bühnenhelfer das Auto auf die gewünschte Stelle schieben. Auch hier gilt – bloß keine Hektik, aber bestimmt und souverän umsetzen. Eben den einen Schritt weiter gedacht haben…

 

Natürlich hilft es, wenn Redner nicht auf dem Fehler rumreiten und sagen: „Oh, hier hätte eigentlich jetzt ein Film kommen müssen.“ Einfach weitermachen.  Wenn was fürs Publikum offensichtlich schief läuft, dann eben locker kommentieren. Auch das ist etwas, was man in der Probe einfach mal proben kann…

 

 

Der Vorteil ist ja, dass das Publikum niemals weiß, wie es eigentlich hätte aussehen sollen.

Sie erleben nur ihr eigenes Echtzeit-Erlebnis. Das spielt uns in die Hände…

 

 

8. Arbeitszeiten – aus gutem Grund einzuhalten!

 

Abgesehen von den Proben gibt es klare gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit, Fluchtplänen, Erste Hilfe. Diese gilt es zu beachten – das zahlt sich einfach aus. Genauso wie der Arbeitszeitenschutz. Es gilt als offenes Geheimnis, dass es hier in der Eventszene oft zu längeren Arbeitsstunden als den vorgeschriebenen maximalen 10h kommt. Aus meiner Sicht gibt es einen guten Grund, warum der Gesetzgeber sagt nach 10 Stunden am Tag ist Schluss. Als Freelancer sind wir in der nächsten Woche auf einer anderen Baustelle, auf der ebenso wieder volle Aufmerksamkeit gefordert wird. Die Konzentration geht einfach nach einer gewissen Zeit flöten. Leider musste ich in meinem Arbeitsleben schon einen Todesfall eines Riggers miterleben und einen Schwerstunfall bei einer Theater-Hebebühne. Ohne das dies konkret mit der Arbeitszeit zusammenhing, finde ich es unangebracht, wenn Auftraggeber die Arbeitszeiten ignorant wissentlich in Kauf nehmen. Hier gilt es in der Event-Szene noch besser zu werden. Es muss ja nicht gleich wie bei amerikanischen Gewerkschaften zugehen – aber 16h am Tag sind nicht hinnehmbar (leider aber immer wieder die Realität…). So wird eine Show definitiv nicht besser.

 

 

9. Fehler vermeiden – keine Last Minute Änderungen.

 

Oft fallen Kunden in letzter Minute noch Änderungspunkte ein. Egal ob dies nervöse Assistenten sind mit kleinen Chart-Änderungswünschen oder inhaltliche Ablaufumstellungen. Wenn in letzter Minute noch mal geändert wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass es schief geht. Entweder hat irgendjemand im Team das nicht mitbekommen und schon ist ein Lichtfehler drin oder das Mikro aus etc. Also klare Regel: Nach der Generalprobe wird nichts mehr geändert!

 

Außerdem ist eine Konstanz im Show Calling enorm wichtig. Das Team spielt sich automatisch auf die Art und Weise des Taktgebers ein. Wenn dann entweder ein Moderator sich auf der Bühne ganz anders verhält oder aber der Regisseur anstatt von „3, 2, 1, GO“ auf einmal zu „Redner, ähm, jetzt los“ wechselt führt das zu Unsicherheit bei Operatern in der Ausführung von CUEs. ‚Soll ich jetzt das Chart klicken oder nicht?‘ Also einfach vorhersehbar bleiben – alles so machen wie auch schon in den Proben der Fall war.

 

 

10. Enjoy – let the show beginn…

 

Nach dem alles gut vorbereitet, geprobt und über Notfallszenarien nachgedacht wurde heißt es: Spaß haben! Natürlich setzt der Adrenalin Kick ein – aber man muss auch genießen, wenn alles auf den Punkt kommt. Und vielleicht ja durch die Reaktion des Publikums noch besser wird, ja buchstäblich zum Leben erweckt wird.

 

Ich habe mir angewöhnt nach der Show darauf anzustoßen. Unsere Arbeit im Eventzirkus ist so flüchtig, dass man die Ergebnisse feiern muss. In anderen Worten: Auf eine reibungslose Show in gelungener Teamarbeit, die Menschen informiert, emotionalisiert und inspiriert, kann man genauso Stolz sein, wie auf die Fertigstellung einer Stradivari.

 

 

FrageWelche Probleme tauchen dir bei Proben auf? Welche Fragen zum Probenplan bleiben?

Auf deinen Kommentar bin ich freudig gespannt! Wenn die Tipps geholfen haben – gerne weitersagen 🙂

 

 

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Event-Konzept: Mit diesen 13 Fragen wird jede Veranstaltung besser…

Event Konzept: Worauf ich bei der Konzeption von Veranstaltungen achte… // Photo: stocksnap

 

 

Die letzten Jahre über habe ich unzählige Shows im Bereich von Corporate Events realisiert. Aus dieser Praxis heraus möchte ich meine häufigsten Fragen an Event-Konzepte weitergeben. Nachdem ich bei diesen 7 Fragen für erfolgreiche Events eher auf die Basics eines Veranstaltungskonzepts eingehe, sind folgende 13 Fragen ganz praktischer Natur und für die Optimierung von Eventformaten gedacht:

 

 

13 Fragen an ein Event-Konzept, die ich immer stelle…

 

 

1. Was ist das Ziel der Veranstaltung? Nur wenn die Ziele klar definiert sind, kann man einen Plan entwickeln, um dort auch tatsächlich hinzukommen… Ein guter Anfang für die Zieldefinition ist die SMART Formel.

 

2. Wer genau ist die Zielgruppe? Umso besser ich die Besucher kenne, desto genauer kann ich mich in ihre Erfahrungswelt hineindenken und aus deren Sicht ein Event-Konzept gestalten, welches für die Zielgruppe relevante Erlebnisse kreiert.

 

3. Was soll nachher anders sein als vorher? Diese Frage definiert die erwünschte Wirkung. Simpel aber wirkungsvoll. Dennoch viel zu selten klar zu beantworten. Daher: Dranbleiben und nachfragen.

 

4. Was ist die Botschaft, wie lautet die Geschichte? Die Verdichtung auf Kernbotschaften ist harte Arbeit, lohnt sich aber immer. Wenn dies alles in eine gute Geschichte verpackt wird, kann man sich diese besser merken.

 

5. Welche Headline steht in der Zeitung und welches Bild wird dazu abgedruckt? Warum ist die Veranstaltung relevant? Sind die Inhalte kernig und klar formuliert, so dass sie am nächsten Tag noch zu erinnern sind? Gibt es einen Moment, auf den sich alles zuspitzt und als DAS Bild festgehalten werden kann, um die Botschaft visuell zu kommunizieren?

 

6. Ist das Event-Konzept abwechslungsreich, überraschend, unterhaltsam? Jedes gute Event-Konzept benötigt eine gute Dramaturgie mit Höhe- und Wendepunkten (Drei Akte: Einleitung, Hauptteil, Schluss). Gibt es eine Dynamik, die für Abwechslung sorgt (Kontraste sorgen für Spannung)? Ist der Anteil von Information und Emotion ausgewogen? Wie sehen die Szenen aus – gibt es aufeinander aufbauende Momente? Ist der Anteil von Reden, Medien, Show und Pausen ausgewogen? Gibt es Längen – egal ob real oder gefühlt?

 

7. Perspektivwechsel: Was kann ich als Außenstehender spiegeln, was die Unternehmensmitarbeiter in der Innenwahrnehmung übersehen? Als Berater kann und muss man manchmal das Bild gerade rücken. Nur Mut, ich lag selten mit meinem Empfinden falsch. Die Außenperspektive hilft oft Dinge auf den Punkt zu bringen.

 

8. Welches Team soll das Event umsetzen? Nur in eingespielten Teams mit den richtigen Stärken können Atmosphären gestaltet werden, die am Ende überzeugen. Daher schaue ich mir genau an, wer für das Licht, Ton, Mediensteuerung etc. verantwortlich sein wird. Welche Kompetenzen haben die Beteiligten Akteuere, wo könnten Engpässe vorliegen?

 

9. Gibt es ein Hightlight? Who is the star? Kann man eindeutig von einem Höhepunkt sprechen? Sofern es einen Star der Show gibt, wird auch klar auf wen sich alle Inszenierung ausrichten muss. Genau auf das Thema muss „alles einzahlen“. Ist der Gesamteindruck der gewollten Aussage bzw. der Inhalte angemessen und bleibt die Inszenierung authenttisch?

 

10. Sind die Übergänge klar und werden diese vor Ort geprobt? Die meisten Probleme tauchen in den Übergängen auf. Selbst wenn die Zeit knapp sein sollte, so bestehe ich immer auf einer Probe für die Übergänge. Auch die Übergänge der Medien sollten genau eingerichtet sein. Im Normalfall plant man aber genügend Zeit ein, um zunächst technisch-medial, dann mit allen Akteueren und abschließend einer Generalprobe zu proben. Auch ganz wichtig: Danach gibt es keine last-minute-Änderungen mehr!

 

11. Wie steht es um die Kommunikation? Nicht nur was die Botschaften an die Gäste betrifft, sondern auch intern im Team. Sind alle Inhalte bei den Leuten angekommen, wurden Probenzeiten kommuniziert? Kennt jeder im Team jeden, so dass auf kurzem Wege auch Leute miteinander Prombleme lösen… Sind bei der Veranstaltung die Kommunikationswege klar (Catering, Hostessen, Workshops etc.)?

 

12. Gibt es genügend Momente der Interaktion? Viel zu viele Event-Konzepte sind zu eindimensional und frontal geplant. Spannend wird es durch eine Partizipation. Im besten Falle gibt es auch am Ende klare Lernpunkte zum mitnehmen und Action Steps zum umsetzen.

 

13. Gibt es Feedback und eine Evaluation? Ich stelle fest, dass das Thema sich zwar viele Unternehmen wie Agenturen auf die Fahne schreiben, in der Praxis aber so gut wie nie statt findet. Persönlich habe ich mir angewöhnt die Fehler und Lernmöglichkeiten daraus jedes mal festzuhalten. So kann ich spätestens im nächsten Jahr daran anknüpfen und vermeiden, dass die selben Fehler passieren.

 

 

Frage: Welche Fragen stellst du an ein Event-Konzept? Ich freue mich über deinen Kommentar unterhalb!

 

 

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Sound Design: Leute, vergesst den TON nicht!

Sound Design: Leute, vergesst den TON nicht! // Der Ton macht die Musik…

 

 

„Das Auge‬ führt den Menschen in die Welt.
Das ‪Ohr‬ führt die Welt in den Menschen.“
// Lorenz Oken, Deutscher Naturforscher und Arzt, 1779–1851

 

 

In der Live-Kommunikation schaffen wir Erlebnisse, die emotional berühren. Dabei wird viel Wert auf Lichtdesign und Filmeinspieler gelegt. Denn damit erzeugen wir Wirkung.   Richtig.

 

Hiermit möchte ich aber eine Lanze für den Ton brechen, denn:

 

Musik umgibt uns. Ständig. Dabei geht sie direkt ins Herz.

Sie weckt Emotionen. Ohne Umweg über den Kopf.

 

Das können wir gezielt einsetzen, um Menschen zu bewegen. Musik ist das Emotionalste überhaupt. Allerdings nutzen wir diese Disziplin noch viel zu unbewusst. Leider. Ich frage mich immer wieder, warum Sound Design eigentlich so vernachlässigt wird? Dabei ist doch die Musik der Schlüssel zu Gefühlen und somit starken Erlebnissen.

 

Aus meiner Erfahrung geht es bei Veranstaltungen immer zuerst um Licht und Bild. Ich gestehe, dass sich das auch in meiner Arbeit und Selbstverständnis oft so verhält. Frei nach dem Motto: Tja, dann ist da ja noch der Ton…

 

 

Sound Design – worum geht es?

 

Zugegeben, der Tonbereich ist nicht leicht zu umreißen: Film, Hörspiele, Hörfunk, Fernsehen, künstlerische Installationen, Multimedia-Anwendungen bis zu Computerspielen – ein weites Feld. Sound Design, also die kreative Arbeit mit Klängen und Geräuschen, unterscheidet sich von der Komposition eines Musikstücks oder den Audioaufnahmen im Studio. Sound Design kommt im Eventbereich vor allem im Beschallungskonzept vor Ort zum tragen. Besucher können so begeistert werden, ins Staunen geraten und durch spannende Effekte auch vom Ton gekitzelt werden!

 

Die Basis hierfür ist natürlich eine gute Planung. Angefangen vom Musikkonzept zur Komposition, Aufnahme und wie die Beschallung vor Ort eingemessen wird. Alles, um mit Ton clever und wirkungsvoll Emotionen zu übertragen. Spannend wird es dann, wenn kreative Toneffekte zum Einsatz kommen, um Inhalte zu transportieren. Die Klanginstallation O wie Omicron ist für mich ein beeindruckendes Beispiel dafür. Allerdings kann gutes Sound Design nur funktionieren, wenn man eben nicht erst vor Ort überlegt, sondern sich schon von Beginn an Gedanken zum Sound Design macht.

 

Das fehlt aber leider viel zu häufig bei Events.

 

 

Verbesserungspotential: Sprachverständlichkeit, Probenzeiten & Standards

 

Konkret: Wie oft habe ich schon Filme hören müssen, bei denen die Sprachverständlichkeit unter einer schlechten Mischung mit zu lauter Musik leidet. Warum die Tonspuren nicht voneinander getrennt auf unterschiedlichen Ebenen anliefern, um sie dann vor Ort passgenau zu mischen? Während das Lichtdesign vor Ort immer noch schnell und mit überschaubarem Aufwand angepasst werden kann, ist man beim Ton einfach auf das angewiesen, was angeliefert wird. „Shit in – shit out„, wie ein alter Spruch der Tonkollegen lautet.

 

Ein Mischpult ist eben kein Klärwerk.

 

Andererseits bedingt es aber auch Soundästheten hinter den Mischpulten, die sich dieser Feinheiten annehmen und daran arbeiten. Zu oft kommen leider aber mp3-Titel, die auf einer eingemessenen Anlage einfach nicht wie am heimischen Laptop klingen können. Wäre ja auch komisch. Oder: „Wir produzieren gerade noch was“ und dann kommt ein ungemastertes mp3, was unterschiedliche Pegel hat. Um ein qualitativ-lineares Klangergebnis zu erzeugen, ist das Mastering unabdingbar.

 

Ähnlich verhält es sich bei den Probenzeiten. Bild und Licht bekommen oft lange Slots eingeräumt, während der Ton als funktionierend vorausgesetzt wird. Ich kann mich in 15 Jahren nur an eine TV-Orchesterproduktion erinnern, in der es vorrangig um den Ton ging. Geschweige denn, dass den Tonkollegen in den Probezeiten extra Aufmerksamkeit gewidmet wurde. „Es muss halt einfach alles laufen“.

 

 

Entscheidungsfrage: Idealismus vs. Wirtschaftlichkeit?!

 

Sicher kommt es darauf an, was und ob der Kunde in Sachen Ton will. Sofern er eine Notwendigkeit sieht, dann wird es auch eine Priorität von Beginn an dafür geben. Es geht ja nicht darum den Ton über alles zu stellen, jedoch auch nicht kategorisch zu vernachlässigen. Spannend ist für mich darüber nachzudenken, warum der Ton so und so viel Stellenwert bekommt (Zeit, Geld, Gedanken). Oder anders gefragt: Was wäre wenn?

 

Was wäre, wenn…

• die Musikkomponente ganzheitlich von Beginn an gedacht wird.

 sauber produziert, eingemessen und geprobt wird.

 Menschen aufgrund des Tons emotional ergriffen und transformiert werden.

 wir unsere Haltung zum Ton überdenken und diesem mehr Priorität einräumen.

• dadurch wirkungsvollere Events geschaffen werden…

 

Die Kritiker werden mit der Wirtschaftlichkeit um die Ecke kommen. Ja, das ist ein Thema und nein, das ist kein Thema. Ideen kosten Erfahrung, Routine, Zeit und Gehirnschmalz. Und ja, manches lässt sich nur mit entsprechendem Budget umsetzen. Andersrum wäre legitim nachzufragen: Wenn ich 10.000 Euro reinstecke, erhalte ich 15.000 Euro Gegenleistung (in Form von inmateriellen Entscheidungen, realer Absatzerhöhung bei der Zielgruppe einer Messe etc.)? Wo funktioniert das, und wo nicht? Was ist Idealismus? Was ist Kunst? Und wofür mache ich das alles?

 

 

Sound Design ist echt harte Arbeit… 😉 // Video: youtube

 

 

Fazit: Musik setzt Emotionen frei wie kaum ein anderes Stilmittel. Gleichzeitig wird sie so unterschätzt wie kaum ein anderes Gewerk. Licht und Visuelles reizen unsere Sinne massiv – dabei macht wie in jedem Hitchcock-Film der Ton 50% des Erlebnisses. Das real spürbare Ungleichgewicht bei Events ist daher für mich unverständlich. Wir sollten die Möglichkeiten des Tons wieder gezielter nutzen und eine angemessene Priorität geben.

 

 

Hier Teil 2, in dem ich einige Sound Designer nach ihren Ansätzen, Meinungen und Ideen befrage. Interessieren könnte dich auch dieser Beitrag zur akustischen Markenführung: Audio Branding bei Events.

 

FrageWie nimmst du die Bedeutung vom Ton bei Events wahr? Was sollte sich ändern? Was ist angemessen?

 

Besser Präsentieren // Teil 2: Körpersprache

Besser Präsentieren // Teil 2 von Moderator Martin Kloss: Körpersprache

 

 

Hier der zweite Teil der Serie zum Thema “Besser Präsentieren” mit Analysen, Hintergründen und nützlichen Tipps um die eigene Präsentation vor Publikum zu verbessern.

 

 

Körpersprache: Worauf kommt es an?

 

Was genau ist Körpersprache und was hat das mit meiner Präsentation zu tun? Wie wichtig ist Körpersprache und wie steuere ich sie?

 

Hier zunächst zwei grundlegende Fakten zur Körpersprache:

  1. Körpersprache ist wichtiger als das gesprochene Wort.
  2. Die Wahrnehmung von Körpersprache ist nicht steuerbar.

 

Um diese beiden Aussagen zu verstehen, ist es wichtig den Begriff und die Rolle von Körpersprache in der Kommunikation zu definieren.

 

 

Was ist Körpersprache?

 

Unter Körpersprache versteht man die nonverbalen Anteile der Kommunikation, die über Form, Haltung und Bewegung des Körpers vermittelt werden. Dazu gehören auch Gestik und Mimik.

 

Tritt ein Mensch in unsere Wahrnehmung, aktiviert er eine neurobiologische Resonanz durch Blick, Stimme, Mimik, Körperbewegungen usw.

 

Das ist erstmal alles ziemlich einleuchtend. Der entscheidende Unterschied zur verbalen Kommunikation ist: die Wahrnehmung von Körpersprache ist im Gegensatz zur gehörten Sprache präreflexiv! Das bedeutet, die Wahrnehmung und Bewertung der Körpersprache eines Gegenüber ist abgeschlossen bevor wir uns ihrer bewusst werden und ist daher auch nicht filter- oder steuerbar.

 

Wir sind also nur Empfänger und können uns zwar diese Wahrnehmung nachträglich bewusst machen, sie aber nicht kontrollieren. Das führt dazu, dass unser Hirn keinen Filter für Körpersprache hat, da dieser Filter immer erst nach der Bewusstwerdung wirken könnte und dann ziemlich sinnlos wäre.

 

Dazu kommt, dass bei der über das Auge aufgenommenen Kommunikation 100 mal mehr Informationen in gleicher Zeit verarbeitet werden, als über den Hörsinn (siehe auch Teil 1).

 

Alle Signale der Körpersprache werden also direkt aufgenommen und im Hirn verarbeitet. Das führt beispielsweise dazu, dass wir unterbewusst einem Menschen glauben oder nicht, eine Person sympathisch finden oder nicht.

 

Ein Lügner wird immer sich über seine Körpersprache entlarven, ein Redner der nicht glaubt, versteht oder gut findet was er sagt, wird dieses immer seinen Zuschauern zeigen, ob er will oder nicht. Dabei gilt für Körpersprache die Faustregel: je weiter weg vom Gesicht eine Bewegung ausgeführt wird, um so schwieriger ist es, sie zu fälschen. Eine wichtige Information für eine Präsentation vor Publikum, insbesondere auf einer Bühne.

 

Eine Studie des US-amerikanischen Psychologieprofessors Albert Mehrabian kam zu dem Ergebnis, dass Worte nur zu 7% für den Gesamteindruck verantwortlich seien, den ein Mensch auf seinen Gesprächspartner mache. Zu 38% zähle der Tonfall der Stimme und zu 55% die Körpersprache.

 

 

Was bedeutet das für meine Präsentation?

 

Für eine gute Präsentation müssen alle 3 Kommunikationsformen miteinander übereinstimmen. 
 Egal wie viel Arbeit Sie in eine tolle Rede stecken, wenn das WIE nicht mit dem WAS übereinstimmt, wenn die Körpersprache nicht unterstreicht was die Stimme erzählt, wird der ZuSCHAUER auch als ZuHÖRER nicht überzeugt von Ihren Inhalten sein.

 

 

Fazit: Körpersprache ist wichtiger als das gesprochene Wort!

 

Merken Sie sich für Ihre Präsentation: Körpersprache ist wichtiger als das gesprochene Wort!

Achten Sie in Ihrer Vorbereitung und bei der Ausführung auf Ihre Körpersprache und arbeiten Sie beispielsweise mit einem Coach daran Ihre Körperhaltung, Gesten und Mimik bewusst wahrzunehmen und zu steuern.

 

Im nächsten Teil geht es um das Thema “Stimme” und was Parasprache und Prosodie mit Präsentieren zu tun haben.

 

 

Martin Kloss Besser PräsentierenMartin Kloss ist seit bald 20 Jahren als zweisprachiger (Deutsch / Englisch) Schauspieler, Moderator und Musiker vor der Kamera und auf den Bühnen dieser Welt unterwegs. Darüber hinaus hilft er Unternehmen als Schauspiel- und Business Coach, schult Redner und Vortragende und bietet Workshops zum Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung an. Weitere Infos: www.martinkloss.com