BUNTE.de Keynote bewegt Frauen @ dmexco ’18

BUNTE.de Keynote @ dmexco // Die digitale Heimat für Frauen

 

 

Im Frühling kam bei mir urplötzlich ein Gefühl auf (tja, die lieben Frühlingsgefühle… ;): Nach sieben Jahren Ablaufregie spürte ich, dass ein neues Level anstand. Es war noch ein leiser, aber klarer Gedanke. Durch das Chorfest „Einfach himmlisch“ hab ich mich dann tatsächlich emanzipiert. Ich bin nicht mehr „nur“ Ablaufregisseur, sondern gestalte Konzepte und Realisationen von Events.

 

Es dauerte nicht lange und am 7. Juni erreichte mich diese Anfrage von BUNTE.de, welche zugleich den Kern des Briefings für das neue Projekt ausmacht: „BUNTE.de hat sich in den letzten zwei Jahren zur größten digitalen Plattform für Frauen im deutschsprachigem Raum entwickelt. Das ist der Grund, warum wir dieses Jahr auf der dmexco ein großes Live-Screening mit 45min on Stage haben werden und die Erfolgs-Story erzählen wollen.“

 

Natürlich verdienen es die UserInnen von BUNTE.de, in der Werbewelt noch ernster genommen und besser verstanden zu werden. Der Markenerfolg und der Einsatz des Teams verdienen absolut Respekt. Und das Beste: Von der Erfolgsstory und dem Herzblut der MacherInnen kann die Branche lernen. Genau das habe ich mir zur Aufgabe gesetzt.

 

 

Wie bringt man die BUNTE.de Erfolgsgeschichte auf die Bühne?

 

Mich hat die Anfrage extrem gefreut, da ich sie perfekt in meinem Netzwerk angehen konnte. Das Ergebnis könnt ihr im Livestream mitverfolgen. Doch einen Schritt zurück: Worauf kam es bei der Gestaltung an? Ein ganzheitliches Screening-Konzept musste inhaltlich aber auch produktionsseitig vorbereitet werden. Also vom Konzept über Videos, Reden, Regiepläne bis zum Redner-Coaching alles aus einer Hand. Natürlich geht so etwas nicht alleine, weshalb ich sehr stolz bin mit einem durchweg weiblichen Kernteam alles auf die Beine gestellt zu haben.

 

Zurück zum Kern der Marke: Als digitale Heimat für alle Frauen will BUNTE.de unterhalten, inspirieren und informieren. Da die MacherInnen mehr Frauen als alle anderen Frauenportale in Deutschland erreichen, ist dies natürlich auch eine relevante Botschaft für Mediaplaner auf der dmexco. Die Reichweite strahlt auf Werbekunden ab – und wer ist nicht gerne ganz vorne mit dabei? Genau diese Geschichte galt es auf die Bühne zu bringen – eine dankbare Aufgabe.

 

Schnell hat sich in den Gesprächen mit dem BUNTE.de Keynote Team herausgestellt, dass der Mensch wirklich im Mittelpunkt steht. Die Marketing-Verantwortliche Katherine Kreiner bringt den Anspruch auf den Punkt: „Wir bieten unseren Kundinnen ein begeisterndes Produkterlebnis mit unterhaltsamen People- & Entertainment-Stories sowie informativen und glaubwürdigen Ratgeber- und Servicethemen. Im Fokus steht immer das Interesse unserer Zielgruppe. Wir erreichen unsere Kundinnen dort, wo sie digital unterwegs sind.“ Weitergehende Einblicke in die Philosophie und Machart sind in der BUNTE.de Keynote zu erwarten… Der TopStory Clip bringt einiges davon auf den Punkt:

 

 

 

Wie erzeugt man Resonanz? Vor allem bei einem 80%igen Männerpublikum…

 

Long story short: Mir war sofort klar, dass wir mit Missverständnissen aufräumen müssen. Mit BUNTE verbindet Mann das Magazin und -mit Verlaub- neben royalen Themen vor allem ältere Frauen beim Friseur (sorry für das Klischee). Aber da geht es schon los – BUNTE.de ist nicht nur redaktionell und organisatorisch vom Magazin getrennt – auch nur 10% der Zielgruppe überschneiden sich. Deshalb gilt es den Kern dessen was BUNTE.de ist und was sie besonders macht ins Zentrum zu rücken. In Workshops kamen wir auf den Claim, der die Bedürfnisse der NutzerInnen auf den Punkt bringt:

 

BUNTE.de – meine Zeit

 

Diesen Claim nutzen wir als Anker in den Reden. Leserinnen bestätigen: BUNTE.de ist Kurzurlaub für den Kopf. BUNTE.de ist ein sicherer Hafen, um den Alltag kurz zu vergessen. Genau das haben wir in unserem Openerfilm auf den Punkt gebracht. BUNTE.de ist aber nicht nur seriös. hochwertig, authentisch und nutzernah. Es ist auch kreativ, abwechslungsreich, schnell, aktuell, mutig, witzig, meinungsstark, emotional, leidenschaftlich, mitreißend und sichtbar. Deshalb haben wir im bewussten Kontrast zu dem eher ruhigen Einstieg den TopStory Clip produziert.

 

 

 

Neben guten Argumenten, Humor und nützlichem Wissen in den Reden haben wir uns auch eine Finesse erlaubt, um aus der Masse zu stechen. Die BUNTE.de Keynote soll auch eine Oase im Messestress sein. Daher haben wir mit dem Duftexperten Manasse einen eigenen Duft entwickelt, mit dem wir während der Präsentation den Raum beduften. Somit hoffen wir auch multisensual die Botschaften von BUNTE.de erinnerbar zu machen.

 

Fazit: Schon zu Anfang soll klar werden, dass die BUNTE.de Keynote anders wird und sich für die Zuhörer lohnt:

Weil sie etwas Neues über die weibliche Zielgruppen erfahren. Denn vermarkten setzt verstehen voraus.

 

Bewegt hat mich bei der BUNTE.de Keynote Zusammenarbeit die Stringenz, Klarheit und der „gute Flow“ im Miteinander. Die Leidenschaft der RednerInnen sowohl auf als auch hinter der Bühne für Frauen steckt einfach an. Ich muss sagen: Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern es fühlt sich auch sau gut an Projekte ganzheitlicher zu betreuen. Schauen wir mal, was da noch so kommt… 🙂

 

 

PS: DANKE an euer Herzblut – liebe Priscilla & Jonas Bucher für die Medien, Elizabeth Naithani für das Coaching der Präsentatoren, Rebekka Cuhls und Sabine Henning für die konzeptionelle Beratung, Denise Pumberger für die Charts, Barbara Weber die Organisation und Daniel für die Redeoptimierung!!!

 

 

Frage: Was ist euch bei der Keynote hängen geblieben? Ich bin gespannt auf eure Eindrücke, gern gleich unterhalb…:

 

Begegnung durch Bewegung: StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

Fühlen: Begegnung durch Bewegung – StuntWoman Cornelia Dworak aus Wien

 

 

Mich interessiert die Einzigartigkeit einer Begegnung.“

// Cornelia Dworak zum Thema Fühlen

 

Wir verfügen über fünf Sinne. Eins davon ist das Fühlen. Wie dieser Sinnesorgan unsere Begegnungen beeinflusst, das habe ich StuntWoman, Fight Coordinator, Stagecombat Teacher und Dance Instructor Cornelia Dworak gefragt:

 

 

1. Was macht für dich eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Ich erinnere mich meist an Momente meines Lebens, die mich in irgendeiner Form bewegt haben. Das kann in positivem, aber auch im negativen Sinne sein. Ein Foto kann dieses Gefühl genauso auslösen, wie Musik oder ein Augenblick der Verbundenheit mit einem anderen Menschen.

 

Es geht dabei für mich um die Intensität und die „Echtheit“ des Erlebten.

 

Im Tanz ist Improvisation daher für mich das spannendste Ausdrucksmittel, da ich immer unmittelbar im Jetzt auf Input reagiere und jede Bewegung im Moment entsteht. Ein Tanzpartner löst durch seine Art sich zu bewegen, Beschaffenheit einer Berührung oder unsere Beziehung zueinander im Raum, immer eine Reaktion bei mir aus und verändert dadurch die Natur meiner Bewegung. Interaktionen dieser Art ermöglichen aus eigenen Mustern auszubrechen, sich neu zu entdecken und die Grenzen auszuloten.

 

Wer mit offenen Sinnen durchs Leben geht, kann das im Zusammentreffen mit anderen Menschen auch im Alltag erleben. Oft führt dies zu unglaublich spannenden und ehrlichen Begegnungen.

 

 

2. Fühlen: Worauf achtest du bei der Gestaltung einer Begegnung?

 

Für mich haben Begegnungen einen eigenartigen Beigeschmack, wenn sie nicht echt sind. Ich merke sehr schnell, wenn man versucht mir etwas vorzuspielen, den eigentlichen Grund der Begegnung verbirgt oder sich hinter einer Inszenierung versteckt. Der Körper spricht immer. Die meisten Menschen spüren, dass etwas nicht stimmig ist, können es aber oft nicht erklären. Was übrig bleibt ist ein Partner oder Kunde, der nicht überzeugt ist.

 

Ein Mensch kann mich dann bewegen, wenn ich seine wahre Natur erkenne und spüre wofür er steht, wenn er mir offen entgegenkommt und mir gleichzeitig Raum gibt, ich selbst zu bleiben. Das kann man für mich 1:1 auf ein Produkt umlegen.

 

Cornelia Dworak in Bewegung

 

Hier noch (m)ein Moment der Erinnerung: Dieses Foto entstand in Argentinien in Mar del Plata. Da war ich 2017, um mit einer Kollegin und argentinischen Musikern ein zeitgenössisches Tanzstück an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum zu zeigen. An diesem Tag des Fotos, hatte ich den ersten Nachmittag frei (sonst laufend Proben und choreographisches Arbeiten) und bin mit dem Rad gefahren. Ich habe mich so frei gefühlt und diesen Ort an der Küste entdeckt, an dem ich mich sofort wohl gefühlt und circa 90 Minuten für mich getanzt habe. Das hat mich mit dem Universum connected und mich in völlige Harmonie gebracht. Hinter mir war schon das Meer…

 

 

3. Was können wir bei der Planung von Begegnungen von dir lernen?

 

Als Bewegungsmensch trete ich oft bewusst in Berührung mit anderen Menschen, es ist Teil des Arbeitsprozesses als Stuntfrau, Tänzerin und Coach. Eine Berührung ist die direkteste Art mit jemandem in Kontakt zu treten und löst immer eine körperliche Reaktion aus. Sie definiert innerhalb eines Augenblicks sofort die Beziehung zueinander und kann als achtsam und einladend, aber auch als fordernd, einengend oder zu intim empfunden werden. Dabei ist nicht nur der berührte Körperteil ausschlaggebend, sondern auch, ob ich mit den Fingerspitzen, der Handfläche, dem Unterarm oder mit dem ganzen Körper berühre. Da jeder Mensch eine andere Geschichte und Energie mitbringt, wird keine Begegnung gleichartig ausfallen.

 

In Bezug auf eine Performance ist daher zu überlegen, welche Zielgruppe ich ansprechen möchte, da ich zum Beispiel auf Jugendliche anders zugehe, als auf Erwachsene. Möchte ich starke Reaktionen auslösen, gebe ich viel Spielraum für Interpretation und riskiere dabei sogar Unverständnis? Oder ist es mir ein Anliegen eine klare Botschaft unmissverständlich zu vermitteln? Möchte ich in direkten Kontakt mit dem Publikum treten, es womöglich gar einbeziehen? Oder wähle ich absichtlich eine Distanz zwischen Performer und Zuschauer?

 

Fazit: Wie auch immer das Setting gestaltet ist, es ist immer eine Bereicherung, sich auf Begegnung gerade durch den Sinn Fühlen einzulassen und sich selbst trotzdem treu zu bleiben.

 

 

Cornelia Dworak StuntWoman Cornelia Dvorak ist das Gegenteil von Stillstand. Genaugenommen hält sie Stillstand nicht aus. Sie liebt Herausforderungen und das Ungewisse. Sie vertraut ihrer Intuition und ist offen das Magische mancher Augenblicke zu erkennen und sich davon berühren zu lassen. Durch die vielseitigen Eindrücke und gewonnenen Erfahrungen ist ihr Leben immer in Bewegung. Als Performerin und Coach möchte sie andere Menschen berühren und ein Stück auf ihrer spannenden Reise mitnehmen. Infos rund ums Fühlen auf Website | YouTube | CrewUnited.

 

 

Andere Beiträge in der fünfteiligen Blogserie Fühlen zum Thema Begegnung:

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begegnung durch Sehen: Mercedes-Benz Exterior Designer Robert Lesnik

Begegnung gestalten – Event-Tipps rund ums Schmecken vom Chocolatier Max

 

Deine Worte haben Macht – oder etwa nicht?

Gedanken beeinflussen Worte und Worte haben Macht // Sei gut zu dir & anderen!

 

 

Zum heutigen Ehrentag erlaube ich mir philosophisch zu werden…:

 

 

1. Wusstest du, dass dein Körper aus bis zu 70% Wasser besteht?

 

Ok, soweit reicht das Schulwissen noch.

 

 

2. Wusstest du, dass Wasser Emotionen speichert?

 

Puh, jetzt wird es esoterisch. Nicht im Ernst, oder? Das ist doch nur Wasser!?

 

 

3. Wusstest du, dass deine Worte Wasser beeinflussen können?

 

Klingt extrem komisch, ist aber so. Ich wollte es zunächst auch nicht glauben. Mein Schwiegervater erzählte mir von diesem Experiment: Ein Japaner hat einen Monat lang drei Gläser gefüllt mit Wasser und Reis „besprochen“. Das rechte mit „Vielen Dank“, das linke mit „Du bist ein Idiot“ und das mittlere ignorierte er. Heraus kam dabei das:

 

 

Worte haben Macht Wasser Experiment Reis

 

Ne, nicht im Ernst. Alles Humbug! Das schrie nach Wiederholung: Gesagt getan (zwar nicht ich, aber ein Bekannter, der Physiker ist und es einfach nicht glauben wollte). Unfassbar! Es kam genau dasselbe dabei raus.

 

Nachzusehen ist das Experiment in unten verlinkter Dokumentation „WATER – Die geheime Macht des Wassers“ (bei 49:47 Minuten). Auch wenn es Strecken gibt, bei denen ich ausstieg haben mich die Gedankengänge echt überrascht. Wasser – das ist doch eigentlich so stinklangweilig normal… Was lernen wir jedenfalls daraus?

 

Deine Worte haben Macht!

 

Wenn unsere Worte schon „normales“ Wasser so krass beeinflussen können, dazu Wasser noch Emotionen speichert (wird in der Dokumentation thematisiert) und wir Menschen aus fast 70% Wasser bestehen… 1+1+1 = Diese Kombination macht für mich ein gedankliches Fass auf!

 

Da kann ich doch gar nicht mehr anders als in Gedanken wie auch in Worten gut mit mir, aber natürlich auch anderen Menschen um mich herum zu sein. Unsere Worte haben Macht. Lasst uns also nett mit uns selbst und zueinander sein! Darauf werde ich im nächsten Jahr definitiv acht geben. Hier die sehenswerte Doku:

 

 

Quelle: Youtube – deine Worte haben Macht // Experiment bei 49:41 min

 

 

Linkempfehlungen zu philosophischen Gedankengängen im Eventbereich:
Warum wir mehr Customer Centricity bei Events benötigen…
Teamkommunikation // Warum anschreien einfach nicht lohnt…
PAUSE: Warum du mehr erreichst, wenn du weniger arbeitest…
Dienende Führung – Führungsmodell für effektive Event-Ergebnisse
BurnOut: Wie schaffe ich es in unser Branche zu arbeiten, OHNE auszubrennen…

 

Die 5-Finger-Formel // Tipps für dein Vortrag

Die 5-Finger-Formel // hilfreiche Tipps bei der Vorbereitung von Vorträgen

 

 

„Einer muss immer leiden – entweder das Publikum oder der Vortragende. 

Hoffentlich ist es der Zweite!“ // Papst Franziskus

 

 

Als Regisseur erlebe ich tagein, tagaus eine Vielzahl von Vorträgen bei Konferenzen und Veranstaltungen.

 

Die meisten sind leider irrelevant. Zeitverschwendung.

 

Das liegt daran, dass sie keinen Fokus haben. Oder Antworten auf Fragen geben, die keiner gestellt hat. Oder zu sehr aus der Brille des Vortragenden gedacht sind und damit das Publikum langweilt. Oder inhaltlich sogar gut sind, aber einfach nicht im Kopf bleiben wollen.

 

Fünf Fragen, die es in sich haben…

 

Genau da steigt ein kleines Bildband ein. Der Kreativschmiede Bär Tiger Wolf ist es gelungen eine sinnbildliche Geschichte im Kinderbuchstil zu erzählen (habe ich gleich meinen Kindern vorgelesen ;).

Im zweiten Teil werden die Prinzipien für wirkungsvollere Vorträge gekonnt auf den Punkt gebracht.

 

So, dass Kopfkino ausgelöst wird.

 

Diese fünf Fragen helfen ungemein in der Vorbereitung und sorgen dafür, dass die Botschaft erinnerbar bleibt:

 

die 5-Finger-Formel

 

Hier die fünf Fragen für das MEHR an Wirkung deines Vortrags:

 

1. Starker Fokus: Auf welche Frage fokussiere ich mich?

 

2. Relevanz zeigen: Wie betrifft es die Zuhörenden?

 

3. Was ist die herausragende Frage aus Sicht der Hörenden?

 

4. Gebe ich eine Antwort in Form eines Versprechens, einer Chance oder eines Angebots?

 

5. Greifbare Struktur: Lässt sich die Antwort mit einem Begriff oder Bild gliedern?

 

 

Wie das am Beispiel von Employer Branding konkret aussehen kann, erklärt Geschäftsführer Theo Eißler hier:

 

 

 

Fazit: Die 5-Finger-Formel ist ein Schätzchen!

 

Clevere Tipps, die genau richtigen und wichtigen Hinweise, damit Vorträge Wirkung erzielen. Destilliert auf das Allerwichtigste und dabei klar, verständlich und lustmachend auf die Bühne zu gehen. Einfach empfehlenswert!

 

Als Praktiker würde ich noch hinzufügen, dass sich der Teufel in der Ausgestaltung versteckt. Die Fragen bringen extrem gutes Wissen hilfreich auf den Punkt. In der Umsetzung macht es aber Sinn sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden zu geben, sondern mit einem Gegenüber die eigenen Antworten zu reflektieren und durch Perspektivwechsel auf eine noch tiefere, stringentere, ganzheitlichere Ebene zu gelangen. Dabei hilft mir die Idee von Costumer Centricity! Wer einen Sparring Partner sucht wird sicher bei Theo Eißler fündig – oder darf sich gerne auch an mich wenden 😉

 

Das Buch lässt sich bei Amazon bestellen. Hier gibt es auch eine Vorlage mit den fünf Fragen. Viel Spaß damit!

 

Weitere Leseempfehlungen zum Thema Präsentieren:

Präsentationstipps: Was Elon Musk goldrichtig macht & Sie davon lernen können!
5-teilige Serie Besser Präsentieren von Moderator und Coach Martin Kloss
AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge
OnePager: Auf den Punkt kommen wie Ronald Reagan 

 

Wie Design Thinking dein Event revolutioniert!

Design Thinking als praktische Methodik für nutzerfreundlichere Events

 

 

Design Thinking ist in aller Munde. Wie die Methodik im Prozess der Eventgestaltung helfen kann, dass habe ich die Creative Directorin Elsa Wormeck gefragt. Fünf Fragen für einen guten Überblick – viel Spaß:

 

 

1. Wie lautet deine Definition der Design Thinking Methode?

 

Design Thinking ist ein Framework zur Problemlösung. Es bietet einen Denk- und Arbeitsansatz, mit dem wir Innovationen kreativ und experimentell entwickeln. Gleichzeitig ist das Vorgehen sehr systematisch. Wir stellen Fragen, beobachten Nutzer in ihrer Welt und lernen anhand von Prototypen. Sobald wir den Nutzer wirklich einbeziehen und verstehen, machen wir neue Erkenntnisse. Diese eröffnen uns einen erstaunlich neuen Blick auf das Thema. Mit diesen Einsichten kreieren Design Thinker Produkte und Services, die Nutzerbedürfnisse im Kern treffen oder sogar von Grund auf neu schaffen. Steve Jobs hat das in seiner Produktentwicklung auf famose Weise umgesetzt. Unternehmen wie Lego haben sich so komplett neu erfunden.

 

Design Thinking LEGO Serious Play

 

 

2. Welchen Vorteil liefert Design Thinking konkret im Eventkontext?

 

Nach dem Motto: die erste Idee ist die beste Idee neigen Teams unter Zeitdruck in der Ideenfindung dazu, sehr schnell zu den offensichtlichsten Lösungen zu springen. Im Design Thinking halten wir uns mindestens genauso lang im Problemraum auf, wie im Lösungsraum. Wir erarbeiten uns ein fundiertes Verständnis für das Thema und für die Nutzer von Events. Erst dann lässt sich sagen, wie eine Lösung überhaupt beschaffen sein müsste, um das Problem im Kern zu treffen. Und um ein innovatives Moment zu erzeugen.

 

Im Design Thinking schaffen wir Prototypen, um Teilaspekte einer Lösung zu testen, anstatt das ganze Projekt durchzuplanen, wie es oft in der Live-Kommunikation passiert. Das kann dann auch vom Event als Massnahme wegführen und ganz neue Beratungsfelder eröffnen.

 

In der aktuellen Arbeitswelt sind die Menschen gefordert, immer stärker selbst zu entscheiden und mitzugestalten. Da reicht es oft nicht mehr aus, sich als Agentur einfach ein buntes Event auszudenken. Es gilt viel mehr, alle Beteiligten von Anfang an in den Kreationsprozess zu involvieren. Das ist natürlich nicht für alle Menschen einfach… Eine Agentur kann ihre Kunden und Nutzer aktiv dabei unterstützen, diesen Weg mit Zuversicht zu beschreiten. So wird der Eventler vom Produzenten und Ideengeber zum Moderator für Live-Kommunikation. Design Thinking bietet einen Rahmen und vielfältige Arbeitsweisen, um solche kollaborativen Arbeitsprozesse strukturiert zu gestalten. Für die Agentur und ihren Auftraggeber birgt gemeinsames Design Thinking die Chance einer fruchtbareren Zusammenarbeit. Achtung, Spoiler: der Kunde ist nicht der Nutzer. Das gilt es auch dem Auftragggeber gegenüber zu verdeutlichen.

 

 

3. Welche Erfahrungen hast du bei der Konzeption von Eventformaten durch DT gesammelt?

 

Gemeinsam mit einem großen medizinischen Unternehmen habe ich vor einiger Zeit eine Design Thinking Lernkaskade für die Organisation entwickelt und durchgeführt. Es fand eine besonders intensive Zusammenarbeit mit dem Kunden statt, in die Befragungen und Beobachtung der Mitarbeiter eingeflossen sind. Von der Beratung des Managements über ein Teamlead-Training bis hin zu einem großen Mitarbeiter Event, ist die Vorbereitungsphase nahtlos in die Realisierung übergegangen. Das veranschaulicht das iterative Prinzip von Design Thinking: Jeder Schritt im Arbeitsprozess mündete in einen Prototypen, der dann durch das Feedback der Mitarbeiter weiter entwickelt wurde. Auf diese Weise haben sich die Beteiligten das Thema Design Thinking selbst zu eigen gemacht.

 

core create Design Thinking Bootcamp

 

Bei komplexen Projekten ist es eine riesige Erleichterung, alle vorhandenen Artefakte anhand von Haftnotizen, Fotos und Skizzen auf Wänden im Raum abzubilden. Das verschafft dem Team zu jedem Zeitpunkt Transparenz über den gemeinsamen Informationsschatz zum Projekt. So haben wir das auch für das 100-jährige Jubiläum von Fresenius gemacht, das ich für die Agentur Cb.e in Berlin betreut habe. Mit Hilfe von Affinity Maps, Timelines und Mind Maps nahm das Projekt über Monate hinweg auf den Wänden der Agentur eine immer klarere Gestalt an.

 

Von unterschiedlichen Geschäftsbereichen, über die Politik, bis hin zu den Gästen waren sehr viele Stakeholder mit unterschiedlichsten Bedürfnissen beteiligt. Wir haben uns intensiv und persönlich mit den Menschen auseinander gesetzt, um heraus zu finden, was das Konzept leisten muss, um sie zu berücksichtigen. Der Erfolg dieser Arbeitsweise zeigte sich nicht nur in den Standing Ovations der Gäste. Auch das Team hat bei aller Komplexität interdisziplinär und dabei sehr harmonisch zusammengearbeitet.

 

 

4. Wer sollte unbedingt die Finger von DT lassen?

 

Niemand sollte die Finger von Design Thinking lassen, ganz im Gegenteil. Erst durch das Ausprobieren und Machen erfährst du, ob das eine Denk- und Arbeitsweise ist, die Dich persönlich und Euch im Team weiter bringt. Wenn du komplexe Herausforderungen liebst, kann das ein Vorteil sein. Was allerdings niemanden weiter bringt, sind territoriale Rollenbesetzungen. Im Design Thinking ist jeder kreativ und denkt jeder über sein eigenes Arbeitsgebiet hinaus auch in die Bereiche der anderen mit hinein. Kreativdirektoren und kreative Geschäftsführer werden nur erfolgreich mit Design Thinking arbeiten, wenn sie ihrem Team Raum geben. Welche Führungshaltung dabei hilfreich ist? Aus meiner eigenen CD-Erfahrung kann ich sagen: versuche dich als Geschäftsführer im Projekt oder als Creative Lead überflüssig zu machen, dann bist du auf dem richtigen Weg.

 

Design Thinking Event Bootcamp

 

 

5. Wo kann ich mehr erfahren, um Design Thinking anzuwenden?

 

Sehr empfehlenswert ist das Online Training von +Acumen, einer Plattform für die Anwendung von Design Thinking im Social Business und im humanitären Kontext. Das mehrwöchige Training ist kostenlos und fundiert. Alles Gelernte lässt sich nach dem Training auf den eigenen Arbeitsbereich übertragen. Man lernt dabei auch tolle Leute kennen, denn der Kurs findet im Rahmen einer globalen Design Thinking Community statt.

 

Ich selbst biete in regelmäßigen Abständen ein zweitägiges Design Thinking Bootcamp an. Hier lernst du in einem intensiven Deep Dive das Mindset und die wichtigsten Prinzipien kennen. Anhand einer exemplarischen Design Challenge machst du den Prozess in einem Team einmal komplett mit. Die nächsten beiden Bootcamps finden am 22./23. März und am 24./25. Mai 2018 in Berlin statt. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier: Design Thinking Boot Camp.

 

 

Elsa WormeckElsa Wormeck arbeitet als Design Thinking und LEGO® Serious Play® Facilitator, Trainerin und Coach. Mit Ihrem Unternehmen corecreate | communications begleitet sie Organisationen bei der Entwicklung von Potentialen und Skills für eine agile und innovative Arbeitskultur.
Sie hat viele Jahre als interdisziplinäre Designerin und Creative Director in der Kommunikationsbranche gearbeitet.

 

Warum wir mehr Customer Centricity bei Events benötigen…

Customer Centricity bei Events // Perspektivwechsel am Beispiel der Ketchup Flasche von Heinz

 

 

Wer kennt sie nicht? Die gute alte Ketchup Flasche von Heinz. Zu welcher der beiden Verpackungen würdest du im Regal greifen? Da geht es schon los. Mit welcher Brille kaufst du ein: Welche ist schöner?

 

Natürlich die linke Design-Ikone. Warum hat sich jedoch Heinz dazu entschieden, die rechte Verpackung zu entwickeln? Genau, wenn die Glasfalsche umgedreht wird muss kräftig geschüttelt werden. Und dann? Platsch.

 

Ein großer Klecks breitet sich auf dem Teller und oft darüber hinaus aus. Genau das ist der Grund, warum Heinz die Squeeze-Technologie entwickelt hat. Der Ketchup ist perfekt dosierbar und da umgedreht, jederzeit an der Öffnung. Eltern würden für ihre Familie also definitiv zur rechten Verpackung greifen. So erfüllt die Verpackung den Nutzen für diesen Kunden besser. Das Bedürfnis des Kunden steht dabei im Mittelpunkt, nicht das Produkt (und für alle Design-Liebhaber gibt es ja die Sonderedition ;).

 

 

Was hat Customer Centricity mit Events zu tun?

 

Genau darum geht es auch bei Events. Nicht das Event an sich ins Zentrum der Bemühungen stellen, sondern das Erlebnis des Besuchers. Events sind Erlebnisse in besonders gestalteten Atmosphären. Menschen sind dabei offen für Neues. Das Ziel dabei ist oft Veränderung – im Denken und Handeln. Damit es aber besondere, erinnerbare Erlebnisse werden, müssen sie dem Gast gefallen. Hier klafft Innen- und Außenwahrnehmung oft auseinander.

 

Konsequente Kundenorientierung (oder eben Customer Centricity) setzt das Erleben der Gäste in den Mittelpunkt. Denn nur dann ist das Event auch wirksam. Es muss den Besuchern gefallen, sie ansprechen und mitnehmen. Hierzu ist ein Perspektivwechsel bei der Eventkonzeption nötig.

 

Als Gestalter von Events müssen wir uns von unseren persönlichen Vorlieben lösen. Von unserem Design-Geschmack, von unseren Musik-Vorlieben, von unserem Humor-Stil – kurzum der Projektion unserer Vorstellungen auf die der Gäste. Oft genug fällt mir in Hintergrundgesprächen auf, wie unterschiedlich die Meinungen und Erwartungen von Menschen sind. Das hat viele Gründe: andere Selbstverständnisse, Kontexte, Hintergründe, Lebenssituationen.

 

Hilfreich ist beispielsweise die Erstellung von Persona-Profilen. Damit kann aus konkreten Besucher-Perspektiven das Event auf den Nutzen überprüft werden. Wohlwissend, dass die Realität vielfältiger ist als ein paar ausgewählte Personas… Das bedeutet zwar Mehrarbeit – wird aber auch zu Mehrwert führen.

 

Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.“

// Antoine de Saint-Exupéry

 

Auch eine „Empathiekarte“ kann durch folgende Fragen helfen mehr über die inneren Bedürfnisse des Kunden zu erhalten: In welchem Umfeld bewegt sich der Kunde? Was beeinflusst ihn? Wie informiert er sich? Was sind seine größten Herausforderungen? Daraus lassen sich Themen priorisieren und in den Programmablauf einbauen.

 

Kundennutzen Event - Empathy Map
Customer Centricity: Empathy Map // Quelle: DIM

 

 

Perspektivwechsel zum Besucher = Nutzenorientierung

 

Eine interessante Entdeckung habe ich in dem Buch „A Framework for Understanding Poverty“ gemacht. Ruby Payne hat darin eine Studie in Texas vorgestellt, die gemacht wurde da Lehrer oft keinen Zugang zu Schülern fanden. Die unterschiedlichen Selbstverständnisse und damit Differenzen der Lebenseinstellungen in den drei Schichten von Arm, Mittelklasse und Reich zeigen sich sehr deutlich in diesen Lebensbereichen:

 

Customer Centricity - A Framework for Understanding PovertyA Framework for Understanding Poverty by Ruby Payne // Quelle: Phil Ebersole

 

 

Für mich offenbart sich darin die Vielschichtigkeit von Menschen, was Aufschluss über die Bedürfnisse geben kann. Wenn man dies beispielsweise in den Kategorien Angestellter, Teamleiter und Geschäftsführer weiterdenkt, werden auch dabei das Selbstverständnis und die daraus abgeleiteten Anforderungen an die Machart des Events eindeutig. Richten wir das Event dementsprechend aus?

 

Ein weiterer Punkt der unbedingt im Blickfeld der Eventkonzeption stehen muss sind die „Touchpoints„. Wo liegen die Berühungspunkte des Gastes vor, während und nach dem Event? Also beginnend mit der Einladung oder Webseitenbesuch über Ankunft und Parken zu dem Raumerlebnis, Programmpunkten, Partizipation etc. bis zu der Nachberichterstattung. Welches sind die Interaktionspunkte auf der „Costumer Journey„?

 

Selten habe ich ein konsequentes Hineindenken in die Sichtweise des Gastlerbnisses bei Events erlebt. Vielleicht ist es manchmal nicht die fette Opening-Show, sondern die kleinen Details, die für Nutzen und Mehrwert auf Besucherseite sorgen. Das wird auch das innere Lächeln hervorzaubern – beim Gast wie Gastgeber und dem Eventgestalter.

 

 

Kernfrage: Wie hoch ist die Investitionsrendite?

 

Abschließend noch ein Gedankengang zum Return of Investment: Welches ist die größte Investition bei Events? Nicht die Finanzen in Form des Eintrittpreises. Es ist die Zeit die ein Besucher investiert, um bei der Veranstaltung dabei zu sein. Wie effektiv gehen wir mit dieser Ressource um? Deshalb spreche ich gerne von der Investitionsrendite. Die Investition von Zeit muss sich für Besucher lohnen.

 

Was heißt das für die Eventgestaltung? Vorträge zum Beispiel dahingehend überprüfen, ob das gleiche nicht auch in der Hälfte der Zeit gesagt werden kann? Was wollen die Besucher eigentlich auf der Konferenz? Ein „Greatest Challenge Workshop“ könnte sehr viel mehr Nutzen schaffen, indem in kleinen Runden über die größte Herausforderung diskutiert wird. Gleichzeitig wird das Wissen der Besucher so viel aktiver eingebunden. Vielleicht braucht es ein mehr an Zeit, damit sich die richtigen Personen austauschen können. Denn auf Fachmessen sind alle wichtigen Entscheider vor Ort.

 

Fazit: Wenn wir den Bedürfnissen der Besucher begegnen, erzeugen wir Mehrwert. Weil das Event sich um die Themen und Bedürfnisse des Gastes dreht – und nicht die eigene Agenda. So entsteht Nutzen und Sinn. Diese Kundenorientierung wird zu mehr Erfolg führen. Das wird sich rumsprechen – garantiert!

 

 

Frage: Oder habt ihr andere Erlebnisse rund um Customer Centricity  bei Events gemacht?

 

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs

Begegnung durch Riechen gestalten – Tipps eines Parfumeurs // Teil 1 der fünfteiligen Serie Begegnung

 

 

Als Eventgestalter wollen wir unvergessliche Momente erzeugen. Mensch und Marke sollen sich begegnen – am besten mit WOW-Erlebnissen. Wie es zu wirkungsvollen Begegnungen kommt, dem möchte ich in einer fünfteiligen Serie nachspüren. Dabei werden wir uns dem Mysterium einer Begegnung über die fünf Sinne nähern. Fünf Experten bekommen die selben drei Fragen gestellt. Den Anfang macht der Geruchssinn. Dazu habe ich den Parfumeur Uwe L. Manasse befragt:

 

 

1. Was macht eine wirkungsvolle Begegnung aus?

 

Geruch ist der einzige Sinneskanal, den man nicht betrügen kann. Das unbewusste Fühlen des Gegenübers wird wie bei keinem anderen Sinn aktiviert. Daher ist die wirkungsvolle Begegnung auf dieser Ebene geprägt vom Zeigen und Erkennen des Wesens, der Stimmung und der Werte der Kommunizierenden.

 

Duft ist das erste Element der Begegnung. Bevor wir mit jeglichem anderen Sinn das Setting erfassen, hat das Riechen, allein durchs Atmen schon wichtige Weichen gestellt: Bin ich sicher? Ist das echt was ich sehe, höre oder fühle? Und vor allem: Woran erinnert es mich?!

 

Und Duft ist das letzte Element der Begegnung. Denn auch kein anderer Sinn verdrahtet im Kopf Erinnerungen so fest wie das Riechen. Diese beiden Faktoren aktiv bewusst zu leben, wird jede Begegnung verändern.

 

 

2. Worauf ist bei der Gestaltung einer Begegnung zu achten?

 

Riechen gehört fest mit in die Planung. Ist die Eventlocation für den Launch einer Nobel-Uhrenmarke beispielsweise neben einer Bio-Hühnerfarm? Passt nicht. Geht es um Outdoormode, dann ist der ländliche Geruch Teil der Inszenierung.

 

Wenn eine aktive Beduftung vorgesehen ist, muss diese den Werten der Unternehmung entsprechen. Eigenwillig gutes Beispiel: Abercrombie und Fitch. Die kommunizierten Firmenwerte sind laut, unverhohlen, auf Äußerlichkeiten bezogen. Genau so ist die Parfumierung der Geschäftsräume. Da wurde alles „richtig“ gemacht.

 

Weniger gutes Beispiel: Bäckerei, die mit „Frischem Backwerk“-Duft parfumiert wird und man am Abend 16 Stunden alte Brötchen bekommt.

 

Dies gilt auch für Menschenbegegnungen. Beispiel: Der Agenturchef kommt am Nachmittag zum Kunden, mit einer perfekten Präsentation. Gegessen hat er seit heut Morgen nichts. Er ging lieber noch zwei Mal alles durch. Sein Hunger-Mundgeruch wird den versammelten Säugetieren (Kunden) verraten, dass dieses gehetzte Tier da vorn noch nicht einmal in der Lage ist, für sich zu sorgen. Das Rudel (welches den Auftrag dann an einen anderen vergibt) also schwächen wird. Riechen ist hemmungslos ehrlich.

 

Begegnung Riechen Geruchsinn Event

 

 

3. Was können Eventgestalter bei der Planung von Begegnungen davon lernen?

 

Wer die Werte des Kunden, Produkts, Zeitpunkts kennt, wird nichts falsch machen. Also sind diese Werte Tagesordnungspunkt 1. Wer dazu dann auch noch die Trigger seines Publikums kennt, macht alles richtig. Also Tagungsordnungspunkt 2. Dann multiperspektivisch denkende Experten ins Boot holen und zur Interaktion miteinander ermutigen.

 

Perfekt schlechtes Beispiel: Die Waldlandschaft einer Streetware-Modemesse, bestehend aus Großformatdrucken und künstlichen Bäumen. Die Beduftung der Halle stellte „Wald“ authentisch dar. Der Lösungsmittelgeruch aus den Drucken und dem Chinaplastikgeruch der Bäume jedoch nicht. Besucher bekamen Kopfschmerzen. Die Verweildauer war zu kurz, die Umsätze der Aussteller schlecht. Diese blieben im nächsten Jahr aus. Der Veranstalter ging fast pleite. Keiner kam darauf, dass es am Geruch gelegen hat.

 

Perfekt gutes Beispiel: Eine Popcorn Maschine an einem Messestand für elektronische Whiteboards bei der Didakta. Die Whiteboards waren so einfach zu bedienen „wie Popcorn“. Das Image des Herstellers gut gelaunt. Man konnte auch Filme auf die Boards projizieren (Kino). Die Besucher hatten einen Duftleitfaden durch die ganze Messehalle. An dessen Ziel stand eine spannende neue Technologie, deren Kern unsichtbar ist. Sie kauten während der Präsentation (Hirndurchblutung 😉 ) und die Finger dufteten danach nach dem Whiteboard-Erlebnis.

 

 

Parfumeur Uwe L. ManasseParfumeur Manasse erschafft in seinem Duftwerk Atelier in Köln unsichtbare Signaturen für Räume, Situationen und Menschen. Persönlicher Lieblingsduft: Die Haut im Frühjahr, wenn zum ersten mal die Sonne darauf scheint.

 

 

 

Weiter geht es mit dem Sinnesorgan Schmecken – dazu hier das Interview mit Max Chocolatier.

Frauen in der Eventbranche: You have, what it takes. Go for it!

Frauen in der Eventbranche – ein unverstellter Blick auf den Status Quo // Photo: Priscilla Bucher

 

 

In meinem Sabbatical besuchte ich mit obiger liebenswürdig-verrückten Feministin die Pinakothek der Moderne in München. Ein herrlicher Streifzug durch die Epochen mit spannenden Gesprächen. Dabei stellte Priscilla mir eine Frage, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht:

 

„Chris, stell dir vor du wachst morgen auf. Du bist noch genau derselbe Chris, der du bist. Einzig dein Körper ist der einer Frau.“

 

Soweit, so gut. Ehrlich gesagt: Ein aufregender Gedanke. 😉 Warum nicht. Tolles Gedankenspiel. Dann der Haken:

 

„Du sitzt bei deinem Chef zum Jahresgespräch. Es geht um deine Lohnverhandlung.“

 

Mir dämmerte es sofort. Scheiße. Das Äußere verändert sofort alles. Einfach, weil ich im Körper einer Frau stecke, schlagen mir Vorurteile ins Gesicht. Ich werde nicht das gleiche Gehalt bekommen, was meinem Kollegen gewährt wird. Ich werde nicht die Anerkennung durch eine Beförderung erhalten, wie sie mein Kollege erhält.

 

Männer – dranbleiben. Ja, es mag stereotyp klingen. Aber wenn wir ehrlich sind: Das ist so. Als Frau werde ich belächelt, muss mich beweisen. Der Weg als Mann ist vorprogrammiert: Die Beförderung samt Lohnerhöhung steht mir natürlich zu. Als Frau muss ich dafür kämpfen, was es nicht besser macht. Das ist unverkennbar: ungerecht.

 

 

Tragödie des Genders – Mann vs. Frau

 

Die Begegnung mit Priscilla und ihre Frage lässt mich seit einem halben Jahr nicht mehr los. Wenn ich den Gedanken weiterdenke, folgen eine Menge herausfordernder Situationen. Gerade für Frauen ist die Eventbranche kein leichtes Eisen. Natürlich ist bei weitem nicht alles stereotyp. Dennoch einige Erlebnisse aus den letzten Monaten:

 

1. Frauenquote in Unternehmen

 

Neulich erst redete sich wieder ein Chef auf einer Veranstaltung um Kopf und Kragen. Leider kann ich die Worte nicht zitieren, wären sie doch zu treffend gewesen. Aber jeder kann sich diese Situationen vorstellen. Alt-Herren-Mentalität par excellence – peinlich bis körperlich schmerzend. Puh. Wäre es nur ein Satz gewesen, hätte Mann wie Frau es vielleicht ertragen können. Aber mit jedem weiteren Satz verstrickte er sich und offenbarte, wie wenig er den Sinn hinter dieser wichtigen Maßnahme verstanden hat. Das offenbart, wie wenig das Thema im Herzen angekommen ist. So wird ein konstruktives, gleichberechtigtes, unvorbelastetes Miteinander sicher nicht gefördert. Es ist Zeit, dass sich daran etwas ändert!

 

Gleichzeitig stelle ich fest, dass aufgrund der Frauenquote in manchen Konzernen Männer mittlerweile das nachsehen haben. Ohne das Thema statistisch validieren zu können stosse ich in letzter Zeit immer wieder auf Kollegen, die einfach frustriert waren. Das als Wahrnehmung, ohne bewerten zu wollen.

 

2. Arbeit als Regisseurin…

 

In dem Gedankenspiel würde ich konsequenterweise als Regisseurin sowohl Vorstände auf der Bühne, aber auch ein zu 98% männliches Technikteam führen. Da muss Frau erstmal ihren Mann stehen. Welches Alphatier im Vorstand lässt sich schon gerne vor der ganzen Mannschaft von einer Frau korrigieren? Das Thema ist sowieso sensibel und bedarf Fingerspitzengefühl: Klar, solide, ruhig kommunizieren. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber folgendes Beispiel bestätigt die Regel:

 

Kürzlich habe ich ein Projekt konzeptionell beraten. Für die Durchführung habe ich einige Regie-Kolleginnen vorgeschlagen. Die Rückmeldung war, dass es definitiv keine Frau sein soll. „Der CEO lässt sich nicht von einer Frau führen.“ Das ist natürlich höchst pauschal und unfair. Julia Möller, Nadine ImbodenMonika Graf, Andreana Clemenz oder Konstanze Agatz machen einen hervorragenden Job als Regisseurin. Vielleicht sind Männer bei euch gerade wegen der Diskretion und Empathie in besten Händen. Mein Respekt, wie ihr eure Aufgabe täglich mit Bravour meistert (oder ist das eine der leichtesten Übungen? Bei der nächsten Begegnung werden wir drüber sprechen…)! Dieses hinterfragen Kundenseits gilt übrigens nicht nur für Regisseurinnen, sondern auch für ModeratorInnen aber auch ProjektleiterInnen, wie mir kürzlich eine Kollegin bestätigte.

 

3. Selbstbewusstsein

 

Ein anderes Phänomen ist für mich das Thema Selbstbewusstsein. Oder anders: Sich seiner selbst bewußt zu sein. Was kann ich, was nicht. Was davon teile ich mit, was nicht. Verbal wie nonverbal. Allein meine Körperhaltung verrät unfassbar viel darüber, was ich mir selbst zutraue. Eine Vorstandsdame erzählte kürzlich beiläufig diese Geschichte: Eine junge Porjektmanagerin entschuldigte sich vor ihrer Präsentation für ihr unperfektes Englisch. In den Köpfen der Zuhörer war sofort verankert: Jetzt kommt schlechtes Englisch. Dabei brillierte sie auf fachlicher wie sprachlicher Ebene. Nur waren die Zuhörer gedanklich gar nicht dabei… Danach kam ein älterer Mann, der sich hinstellte und im breiten Bayern-Kauderwelsch seine englischsprachige Präsentation hielt. Es lagen Welten dazwischen, aber der Mann hat es einfach gemacht. Die Leute haben zugehört. Die Moral: Einfach machen, nicht entschuldigen.

 

Ein Phänomen, welches mir auch im Gespräch mit meiner Frau aufgefallen ist. Als Mann neige ich bei Jobanfragen dazu einfach JA zu sagen – auch wenn ich das fachlich noch nie gemacht habe. Die Entscheidung ist wenig reflektiert, sie ist instinktiv. Traue ich mir zu, mache ich, klar. Meine Frau wägt die Fallstricke eher kritisch ab. Das ist keine Wertung, sondern nur eine Wahrnehmung: Männer sagen einfach Ja, Frauen denken oft (über)kritisch darüber nach. Da können wir uns durchaus etwas von der jeweils anderen Seite abschauen.

 

Frauen in der Eventbranche

„Gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Kraft

Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu trennen.“

 

 

Natürlich geht es dabei nicht darum sich selbst zu überschätzen, sondern zu spüren: Was könnte ich hin bekommen, auch wenn ich davor großen Respekt habe und was ist einfach nicht möglich. Heute weiß ich: Denken hilft. Ich habe gelernt einmal mehr nachzudenken, bevor ich handle. Das bewahrt mich vor mancher Peinlichkeit – ob offensichtlich oder nicht. Aber ohne Mut wäre ich nicht da, wo ich bin. Meine Frau konnte ich genau dazu ermutigen, sich öfter auf das Abenteuer einzulassen. Natürlich hat sie Job-Anfragen immer gekonnt umgesetzt – und war froh, dass sie JA gesagt hat. Manchmal merken wir ja erst beim Tun, was so alles in uns steckt…

 

Mein Punkt: Ich kenne so viele Projektmanagerin im Eventbereich, die einfach unfassbar gut, durchdacht, stringent, souverän und umsichtig agieren. Egal auf welchem Level (und ohne Ranking) – ich bin beeindruckt von Frauen wie Hanna Hasenbank, Alexa Küddelsmann, Weijie Yang, Barbara Zickler, Eva Heid, Stefanie Dieterich, Andrea Bergheim, Sabine Pollmann, Swantje Marquardt, Gabi Garmatz, Claudia Krause, Louise Amelie Leuchtenberger, Eugenie Jung, Julia Arnold, Silja Neumann, Britta Bahlow, Miriam Gundlach, Gaby Bartolomeo, Fran Koetter, Uta Brinksmeier, Antonia Eisert, Vivien Stamm, Stephanie Fottner, Grit Aßmuß, Grit Scholz, Nadja Pohle, Vera Viehöfer, Kerstin Riedmüller, Andela Riedel, Eva Pehle, Anne Reinhardt, Nadja Meister, Yvonne Katz, Kerstin Hoffmann-Wagner, Daniela Seemann, Nadja Bartels, Maren Neumeier und viele mehr, die ich jetzt vergessen habe. You have, what it takes. Go for it!

Update: Katharina Stein vom Eveos Blog reagiert auf diese Gedanken mit diesem Plädoyer zur Haltung.

 

4. Kinderwunsch

 

Als zweifacher Vater erlebe ich die Dramatik, die sich im Körper der Frau abspielt, besser mit. Ich wußte vorher nicht, wie intensiv zum Beispiel die Geburt ist. Viele Freunde hegen seit Jahren einen Kinderwunsch. Nicht die Norm – aber immer öfter bekomme ich mit, wie sich ein Paar auf eine Hormon-Therapien einlässt. Das hat krasse Auswirkungen auf den Körper, aber auch die Seele. Bei vielen anderen Freunden gab es Totgeburten. Ein unvorstellbares Leid. Nicht nur emotional, sondern auch physisch. Das hinterlässt Spuren.

 

Dies ist aber ja nur der erste Schritt. Was ist, wenn dann die Kinder größer werden. Wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt – beziehungsweise eben auch nicht – darüber haben vier Kolleginnen höchst ehrlich geschrieben. Gerade im Eventbereich ist das mit den krassen Arbeitszeiten fast unmöglich. Ok, man könnte meinen egal ob Mann oder Frau: Wer sich für die Eventbranche entscheidet braucht einen toleranten Partner und eine verlässliche Kinderbetreuung. Aber die Frage wer zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, brauche ich gar nicht zu stellen. Natürlich der Mann. Äh…?

 

 

Frauen in der Eventbranche – ein Segen!

 

Vor einiger Zeit habe ich den grandiosen Dokumentarfilm „Where to invade next“ des US-Oscarpreisträgers Michael Moore gesehen. Am Ende des Films stellt er den Einfluss von Frauen in die Gesellschaft Island’s vor. Island wählte die erste Präsidentin weltweit. Die einzige Bank, die die Wirtschaftskrise überstand war eine von Frauen geführte Bank. Moore’s Aufforderung: Frauen an die Macht – denn sie sorgen sich um durchdachte, langfristige und für alle Seiten faire Entscheidungen. Das führt zu Fairness und Nachhaltigkeit. Ich kann ihm da nur beipflichten. Wir müssen Frauen faire Chancen geben.

 

Mein Frauenbild ist grundsätzlich sehr positiv durch meine Oma geprägt worden (hier ein filmisches Porträt). Meine Mutter ist eine sehr starke, mutmachende, lebensbejahende, stringente, verändernde Frau. Auch aufgrund dieser Prägung halte ich immer wieder Ausschau nach Möglichkeiten, wie ich Frauen bei Events fördern kann. Es macht Spaß zu entdecken, wie konsequent ich positiv überrascht werde. Frauen können es, sie brauchen nur öfters die unvoreingenommene Chance. Geben wir Ihnen, was Ihnen zusteht!

 

 

Mit diesen Gedanken möchte ich dazu inspirieren, das Geschlecht als Kriterium unseres (Vor)Urteils zu verbannen! Ein unverstellten Blick (wie Priscilla Bucher in diesem Video vorlebt) tut uns allen gut. Lasst uns offen und fair miteinander Chancen verwandeln. Für alle Männer, die es bis hierhin durchgehalten haben: Nur Mut, ihr werdet überrascht werden! Das gilt auch für euch Frauen – nur Mut, ihr werdet überrascht werden „was alles möglich ist“! Lasst uns das Gute vom anderen Geschlecht abschauen, voneinander lernen, besser im Umgang miteinander werden.

 

 

Frage: Männer wie Frauen: Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema in der Eventbranche gemacht?