Beruf und Familie im Eventbereich: Wie klappt das?

Beruf und Familie im Eventbereich: „Ständige Verfügbarkeit wird mit Leistung gleichgesetzt.“

 

 

Letzte Woche las ich bei EventPartner den Artikel Selbstständigkeit in der Eventbranche. Klasse Gedanken, die ich alle unterschreiben kann. Ein Satz hat mich aber besonders getroffen: „KINDER sind bei Frauen in Agenturen ein RiesenThema.“ Genau das möchte ich zum Thema nehmen: Beruf und Familie im Eventbereich.

 

Meine Tochter Charlotte April ist jetzt zwei Jahre alt. Mit zunehmendem Alter wird die Erziehung immer wichtiger. Meine Frau ist ebenfalls als Kommunikationsberaterin selbstständig. Mein Job ist es als Regisseur unterwegs zu sein. Dabei versuchen wir die Termine so zu legen, dass immer einer von uns beiden zu Hause ist.

 

Der Konflikt ist aber vorprogrammiert. Alles geht nicht: Karriere, Kind, Beziehung. Wie machen das andere Kollegen? Fünf Kollegen/innen aus dem Eventbereich haben geantwortet. Vielen Dank für eure Offenheit!

 

 

1) Carola X. Knoll aus Köln, Architektin:

Architektin Carola Knoll Arbeit und Familie
Steckbrief: Schwerpunkt Messe-und Ausstellungsarchitektur, 6 Jahre Agenturerfahrung, 6 Jahre Selbständigkeit, 2 Jahre Messegesellschaft, Mutter seit 2011

 

 

Wie organisierst du dich, damit Job und Erziehung klappt?

Ich bin im Büro früh am Start und wir profitieren von den kurzen Wegen zwischen Wohnung, Kita und Job. Nach 16.00 Uhr gehört die Zeit unserer Tochter – geschäftliche Mails und Telefonate müssen dann warten. Meist sitze ich Abends wieder am Rechner, bearbeite meine freien Projekte und regle den Familienalltag.

Wichtig: Digitaler Familienkalender, klar geregelte Abläufe – mein Mann und ich teilen uns die Aufgaben, ein gutes Netzwerk aus Großeltern, Babysittern und Kindergarteneltern, die aushelfen, wenn’s brennt. (An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN! an die Genannten.)

 

In einer idealen Welt: Was würde dir helfen, besser alles unter einen Hut zu bekommen?

Nahezu perfekt: Meine Zeiten kann ich sehr flexibel und eigenverantwortlich planen.

Homeoffice ist ein wichtiges Thema. Ein weiteres Thema sind flexiblere Betreuungszeiten – vor allem in den 2-3 Wochen vor den Messen. Die städtischen Kindergärten können den erweiterten Zeitrahmen nicht abdecken, aber es gibt einige Einrichtungen, die eine Back-up-Betreuung für Ihre Schützlinge anbieten.

 

Welche Erfahrung hast du gemacht, die anderen weiterhelfen kann? Was muss sich ändern?

Als Teilzeitkraft mit 35 Wochenstunden habe ich meinen verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Job lange suchen müssen. Was sich ändern muss?

Das Vertrauen in die Kompetenz und Belastbarkeit von Müttern im Job fehlt in unserer Branche.

Ständige Verfügbarkeit wird mit Leistung gleichgesetzt.

 

Welchen Sinn gibt dir Arbeit und welchen Sinn geben dir Kinder?

Vor 10 Jahren war meine Arbeit Alles für mich.
Seit 5 Jahren ist meine Tochter Alles für mich.

 

 

2) Iliana Jonkova aus Heidelberg, Texterin & Konzeptionerin:

 

Event Beruf und Familie Iliana JonkovaSteckbrief: Ich bin ab August 35 Jahre, single und kinderlos. Aktuell an drei Tagen mit 22,5h bei einer Marketing und PR Firma. So habe ich vier Tage Zeit. Zeit in der ich an der inneren Ruhe arbeite. Zeit um für zwei Familien zu babysitten. Zeit für Projekte des Herzens. Das sind eine Yogalehrer-Ausbildung, Text & Konzept Freelance und ein kleines Comedy Programm.

 

 

Wie organisierst du dich zwischen Arbeit und Babysitter-Kindern?

Wäre ich Mutter, wäre die Selbstständigkeit der einzige Weg für mich, weiter kreativ zu arbeiten. Aktuell mache ich ein Projekt mit einer Frau, die 3-fache Mama ist. Egal wie gut man organisiert ist, am Ende geht es um kleine Menschen, die weinen, wenn die Mutter nicht da ist. Deadlines und cholerische Chefs oder notorisch überarbeitete Kollegen würde ich mir versuchen zu sparen. Interessanter Weise hängen immer noch viele Agenturen an der Präsenzarbeitszeit im Office statt Flexibilität und Homeoffice zu ermöglichen, auch wenn Leistung erbracht wird. In meinen Augen hängt das stark an zähen Prozessen, zeitraubender Meeting-Kultur und wenig Vertrauen in Mitarbeiter.

 

In einer idealen Welt: Was würde dir helfen, besser alles unter einen Hut zu bekommen?

In einer idealen Welt sind Arbeit und Kind nicht zwei Welten. Wenn eine Frau sich nicht entscheiden muss zwischen Kind und Karriere, dann ist das ideal. In der aktuellen Welt versuchen Frauen oft (oder es wird stark von ihnen erwartet) ihren Mann zu stehen. Frauen sind aber Frauen und haben andere Zugänge oder Methoden, die dabei völlig weggedrückt werden. Damit meine ich nicht, dass Frauen die kleinen Hände haben um in den Ecken zu putzen :). Ich meine eher, dass Frauen monatlich an Ihre Gebärfähigkeit erinnert werden und hormonell einem anderen Rhythmus folgen. Eine ideale Arbeitswelt nimmt darauf Rücksicht. Eine ideale Arbeitnehmerin nützte das nicht aus.

 

Welche Erfahrung hast du gemacht, die anderen weiterhelfen kann?

Sich kennen mit seinen Stärken und Schwächen, das kann sehr viel helfen. Jedoch ist das gerade für Berufseinsteiger sehr schwer. Klar kommunizieren, was man braucht, statt auf der Agentur-Toilette zu weinen, weil man sich missverstanden fühlt. Die eigenen Grenzen kennenlernen ist sehr wichtig und dann gegenüber Chefs vertreten. Gerade als Mutter, die beide Seiten „bedienen“ muss ist das schwer. Das schlechte Gewissen begleitet einen täglich. Ich glaube, dass mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz gefragt ist. Statt ein Arbeitsgesicht und ein privates Gesicht zu pflegen (oder eben pflegen zu müssen).

 

Was muss sich ändern?

Oft fehlt es an weiblichen Führungspersönlichkeiten in vielen Agenturen. Der Mensch lernt durch Nachahmung. Für mich war es sehr schwer meine Stärke zu finden und sie zu stehen, weil um mich nur Männer waren, die meine Vorgesetzten waren. Es gab Situationen, in denen mir im Meeting gesagt wurde: „Wenn ich spreche, schweigst Du!“ oder „Wenn Du 10% weniger lachen könntest, wäre das gut!“ Das ist verstörend. Es ist bekannt, dass Kreative oft sehr sensible Menschen sind, die feinfühlig und empfindsam sind. Sobald der Kreative in einer Angst lebt zu scheitern oder ausgelacht zu werden, ist es auch mit der Kreativität nicht gut bestellt. Dann gibt es noch das Arbeitspensum, dass von einem in der Agentur abverlangt wird, das Familie sehr schwer möglich macht. Als Freelancer ist das einfacher zu gestallten – mit Partner. Ist man Alleinerziehend, geht wieder die Schuld-Schere auf: Bin ich genug Mutter, bin ich genug Karriere?!

 

Welchen Sinn gibt dir Arbeit und welchen Sinn geben dir Kinder?

Bei vielen Müttern sehe ich den Wunsch nach „Selbstverwirklichung“ wenn das Kind oder das jüngste Kind das 2-te Lebensjahr erreicht. Ich denke, das ist ein Alter in dem das Kind immer mehr: „selber“ und „alleine“ sagt und Frau spürt, dass neben Muttersein auch Frau- und Menschsein eine große Rolle spielen.

Persönlich glaube ich, dass beides, Kinder und Arbeit, Prozesse sind, die das Neue in die Welt bringen. Deshalb lässt sich ja auch oft genug das eine mit dem anderen ersetzen.

Wenn ich meine Zeit mit Kindern verbringe, renne, klettere, fangen spiele, male, baue und zerstöre, dann versuche ich die Welt durch die Augen und Fähigkeiten des Kindes zu erleben. Natürlich bringe ich Ideen und Einflüsse mit, aber im Spiel wird dadurch etwas völlig Neues. So entstehen Beziehungen zwischen zwei Menschen.

Wenn ich arbeite haben wir oft eine Idee davon was richtig ist. Und oft streiten wir dann mit Kunden und Projektleitern um die „Wahrheit“. Ich würde mir mehr Spiel und weniger Ego in Arbeitsprozessen wünschen, dann würden daraus sehr schöne Verbindungen entstehen – zwischen Marke und Mensch.

 

 

Frauen im Beruf und Familie Event

 

 

3) Martin Kloss aus München, Schauspieler und Moderator:

Moderator Job und Kinder Martin Kloss
Steckbrief: Vater zweier Kinder, seit bald 20 Jahren als zweisprachiger Schauspieler (Deutsch / Englisch), Moderator und Musiker vor der Kamera und auf den Bühnen dieser Welt unterwegs, Schauspiel- & Business Coach, bietet Workshops zum Thema Selbst- & Fremdwahrnehmung an

 

 

Wie organisierst du dich als Selbstständiger im Eventbereich, damit Job und Erziehung passen?

Für mich war es eine Frage wo ich die Prioritäten setze. Als meine Frau schwanger wurde, wusste ich für mich ganz klar, dass ich die Zeit mit meinem Kind bewusst erleben und da sein will. Ich habe dann einige Zeit vor der Geburt unseres ersten Kindes vor 3 Jahren meine Jobs reduziert und grundsätzlich nichts mehr angenommen bei dem ich länger als 2-3 Tage von Zuhause weg sein würde, so dass ich 70-80% der Tage im Monat zuhause bin. Da meine Frau auch freiberuflich ist, sind wir beide die meiste Zeit zuhause und bei den Kindern. Vor einem Jahr wurde unser zweiter Sohn geboren und so werde ich diese Einteilung auch noch ein paar Jahre weiter machen. Natürlich bedeutet das finanzielle Einschränkungen und auch, dass ich derzeit nicht an meiner Karriere arbeite. Aber dafür sehe ich meine Kinder aufwachsen, muss sie nicht in die Krippe geben und bin bei den ersten Schritten, den ersten Worten und allen anderen ersten Dingen dabei.

 

In einer idealen Welt: Was würde dir helfen, besser alles unter einen Hut zu bekommen?

Ein gerechtes Elterngeld Gesetz bei dem nicht das Datum des Geldeingangs sondern der Leistungserbringung zählt. Elternzeit als Freiberufler ist sehr schwierig, da ich ständig versuchen musste Kunden zu überreden meine Rechnungen früher oder später zu begleichen, weil es Gelder aus Jobs von vor 6 oder 8 Monaten waren (faire Zahlungsfristen würden hier natürlich auch helfen). Und gleichzeitig musste ich in der Elternzeit arbeiten, damit ich Geld für die Zeit nach der Elternzeit habe. Das macht so keinen Sinn.
Aber ich glaube auch nicht, dass das Ziel ist „alles unter einen Hut“ zu bekommen. Der Tag hat nur 24 Std. und entweder will ich mit meinem Kind Zeit verbringen oder arbeiten gehen. Beides geht nicht. Das finde ich falsche Herangehensweise der Diskussion. Ich muss mich entscheiden wie viel Zeit meiner Tage den Kindern gehören und wie viel meiner Arbeit. Und wenn der bedeutet finanzielle Einschränkungen oder eine Karrierepause hinzunehmen, dann sollte man sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden, aber nicht versuchen beides zu schaffen, ich glaube sowas endet im Burn-Out.

 

Welche Erfahrung hast du gemacht, die anderen weiterhelfen kann?

Ich habe Jobs abgesagt, weil ich für die Geburt meiner Kinder da sein oder auch danach einfach Zeit mit ihnen verbringen wollte. Darauf habe ich, auch gerade als Mann, nur positive Rückmeldungen von Kunden bekommen. Ich habe es immer klar kommuniziert, dass ihr Projekt eben gerade nicht so wichtig für mich ist, wie meine Kinder und dafür immer Verständnis bekommen. Ich glaube Klarheit und Ehrlichkeit vor sich selbst und dem Kunden zahlt sich aus.

 

Was muss sich ändern?

Die Diskussion läuft für mich oft in eine falsche Richtung. Ich glaube es geht um das Miteinander von Beruf, Karriere und Familie und darum wie wir für uns diese Lebensinhalte bewerten und uns als Eltern, egal ob Mann oder Frau, damit auseinandersetzen. Was ist mir wie wichtig und wo setze ich Prioritäten bzw. bin ich bereit Kompromisse einzugehen. Wir haben in Deutschland traumhafte Zustände mit Dingen wie Elternzeit, Elterngeld, Mutterschutz usw. die es in kaum einem anderen Land der Welt gibt. Natürlich können Unternehmen mehr für Festangestellte mit Kindern tun, Freiräume schaffen durch flexible Arbeitszeiten, Home Office usw. aber als Selbständiger muss ich zuerst mich selbst in die Pflicht nehmen, zu entscheiden was mir wirklich wichtig ist und das zu leben was mich glücklich macht.

 

Welchen Sinn gibt dir Arbeit und welchen Sinn geben dir Kinder?

Ich liebe meine Arbeit, die ich nie als Arbeit gesehen habe, da ich das Privileg habe mit meinen Leidenschaften Schauspiel und Moderation Geld zu verdienen. Ich liebe meine Kinder, die ein Teil von mir sind, wie ein Arm oder Bein, ohne die ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen kann und will. Einen Sinn gibt mir die Arbeit nur für mich selbst in dem Moment der Ausübung insofern als das sie mir viel Spaß macht, aber sie erfüllt keinen höheren Sinn. Meine Kinder hingegen geben meinem ganzen Leben einen Sinn wie ich es nie gedacht hätte, das geht weit über meine egoistische Selbstverwirklichung hinaus und bedeutet mir daher auch viel mehr.

 

 

4) Marissa Franke aus Köln, Projektleiterin:

Projektleiterin Marissa Franke Beruf und Kinder
Steckbrief: Mutter zweier Kinder, aktuell in einer digitalen Performance Agentur tätig

 

 

Wie organisierst du dich im Eventbereich, damit Job und Erziehung funktioniert?

Ob selbstständig oder nicht…eiserne Disziplin, gesunde Ernährung – krank sein können wir uns nicht erlauben.
Man muss den Alltag als eingespieltes Team, vergleichbar mit einem Schweizer Uhrwerk, bestehen.
Von wegen – Leben mit Kindern ist eben auch Event und erfordert neben Organisation auch noch etwas Improvisationstalent.

 

Was würde dir helfen, besser alles unter einen Hut zu bekommen?

In einer idealen Welt hat man viele Hüte, die alle riesengroß sind, damit alles drunter passt. In einer idealen Welt wüsste unser Schul- und Erziehungssystem, was praktisches Arbeiten, auch zu unkonventionellen Arbeits- und Einsatzzeiten, ist. Die Eventbranche ist da oft besser, denn in der passen Konzeption und Realisation tatsächlich auch mal zusammen.

 

Welche Erfahrung hast du gemacht, die anderen weiterhelfen kann?

Es ist okay Hilfe anzunehmen oder auch mal selbst danach zu fragen. Mal Danke an dieser Stelle; liebe Freunde – ich mach das wieder gut, wenn ich reich und berühmt bin.

 

Was muss sich ändern?

Mein Konflikt ist, dass ich am liebsten so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen möchte – aber ich arbeite auch sehr gerne. Beides zusammen zu bringen geht erst dann, wenn typische Arbeitsstrukturen der Lebensqualität mit Kindern nicht länger widersprechen. Ich fände es klasse, wenn Kinder mehr im beruflichen Alltag eingebunden werden können und unser gesellschaftliches System das akzeptiert oder sogar befürwortet. Glücklicherweise habe ich da bisher bei meinen Arbeitgebern sehr gute Erfahrungen gemacht, sind aber auch alles selber Eltern.

 

Welchen Sinn gibt dir Arbeit und welchen Sinn geben dir Kinder?

Ich finde den Spaß in der Arbeit und mit den Kindern wichtiger als den Sinn. Aber das ändert sich vielleicht im Alter, dann sollte es ja eigentlich neben all dem Spaß auch sinnvoll sein, Kinder zu haben.

 

 

5) Christine Mack aus Köln, Showkonzept + Text:

Beruf und Familie im Eventbereich Konzeptionerin Christine Mack Eventjob und Kids
Steckbrief: 37, 1 Tochter 17 Monate, Freiberufliche Konzeptionerin mit Agenturerfahrung seit 15 Jahren, selbstständige Yogalehrerin, lebe 50% in Deutschland und 50% in Portugal

 

 

Wie organisierst du dich im Eventbereich, damit Beruf und Familie klappen?

_ Strukturiertes Timing (Arbeit vs. Kind vs. Betreuung).
_ Home Office (als Konzeptionerin möglich, sehe ehrlich gesagt keine Möglichkeit als Mutter gleichzeitig in den Agenturen zu arbeiten bzw. mit auf dem Job vor Ort zu sein)
_ Realistische Deadlines für Konzeptabgabe mit den Agenturen im Vorfeld klären
_ ½ Tage + abends und am WE arbeiten, genügend Off Tage einplanen

 

In einer idealen Welt: Was würde dir helfen, besser alles unter einen Hut zu bekommen?

_ Realistische Deadlines
_ Flexible Teamarbeit
_ Rücksicht auf das Dasein und den damit verbundenen ‚Problemen‘ einer Mutter (> Kind krank, etc.)

 

Welche Erfahrung hast du gemacht, die anderen weiterhelfen kann?

_ Home Office Arbeit top
_ Babysitter Betreuung macht flexibles Arbeiten möglich
_ Kosten für Betreuung auch bei Kalkulation der Tagessätze einbeziehen

 

Was muss sich ändern für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ändern?

_ Eigenverantwortung übernehmen, nicht zu allem JA sagen (> Grundproblem bei Dienstleistungsjobs…)
_ genügend Off Tage zur Regeneration einplanen bzw. realistische Einschätzung Mama vs. arbeitende Mama 😉

 

Welchen Sinn gibt dir Arbeit und welchen Sinn geben dir Kinder?

Familie hat für mich die oberste Priorität. Diese Erfahrung habe ich gemacht, seit meine Tochter geboren wurde.
Meine Arbeit ist mir trotzdem sehr wichtig, da ich das große Glück habe, mich in beiden Berufen verwirklichen zu können. Ich versuche aus beidem Kraft zu schöpfen, denn nur so lässt sich Familie und Beruf meiner Ansicht nach vereinen.

 

 

Event Job und Kinder Eventbranche Danke Thank you

 

 

Beruf und Familie im Eventbereich:

Wie gehst du mit dem Spagat von Beruf und Familie um? Welche Lösung oder Kompromiss hast du gefunden?

Über deinen Kommentar unterhalb freue sicher nicht nur ich mich… 😉

 

Probenplan: 10 Tipps für reibungslose Events & worauf es beim Proben ankommt!

10 Tipps für reibungslose Events & worauf es beim Probenplan ankommt!

 

 

Mit weit über 1.000 Shows im TV- und Eventbereich habe ich alles erlebt, was eine Show reibungslos auf die Bühne bringt – dabei aber auch alles schief laufen kann. Aus diesem Erfahrungsschatz teile ich 10 Tipps für einen effektiven Eventablauf. Diese Ratschläge werden 100% zu besseren Events verhelfen:

 

 

1. Probenplan – schafft Orientierung!

 

Wie schon in dem Wort Probenplan drin steckt: Es gilt einen Plan für die Proben zu haben. Sowohl im Kopf, aber auch auf Papier. Dieser unterscheidet sich von einem Aufbauplan oder einem Regieplan (eine Vorlage gibt es übrigens hier). Vor allem muss er aber im Vorfeld mit allen Gewerken und mitwirkenden Akteuren abgestimmt sein. Kommt jedes Gewerk mit der geplanten Zeit und der inhaltlichen Reihenfolge vor Ort so aus? Jeder weiß mit einem Probenplan, was er für wann wie vorzubereiten hat. So schafft der Probeplan Orientierung.

 

 

2. Teammeetings – für bessere Kommunikation.

 

Das Regiemeeting zu Beginn eines jedes Events ist die Basis für das weitere Vorgehen. In diesem lasse ich jeden im Team kurz mit Name und Funktion vorstellen. Dann kommuniziere ich als Regisseur zunächst die „Big Idea“ sowie das Ziel der Veranstaltung. Dieses hilft allen Mitwirkenden im späteren Verlauf hilfreiche Ideen einzubringen oder auch zu hinterfragen, ob das was wir machen die gewünschte Wirkung erzielt. Gemeinsam besprechen wir den Regieplan und schauen uns den Probeplan an. Hier können unkompliziert Rückfragen gestellt und schnell interdisziplinäre Lösungen erarbeitet werden.

 

Darüber hinaus installiere ich ein regelmäßiges Statusmeeting im weiteren Probeverlauf. Egal ob Morgens vor oder Abends nach den Proben – dies sorgt für die nötige Grundkommunikation, die unbedingt notwendig ist.

 

 

Es muss eine Vision der Dinge geben – diese gilt es hemmungslos durchsetzen. So werden Dinge exzellent!

 

 

3. Probenablauf – eine Vision haben und diese umsetzen.

 

Für das Gelingen der Show sind Proben unumgänglich. Was nicht geprobt wird, findet nicht statt. Dazu muss es einen klaren inhaltlichen Probenplan geben. Dieser sollte vor der Probe von einzelnen Programmpunkten zunächst an alle beteiligten Gewerke klar kommuniziert werden. Dann kann dies technisch eingerichtet werden. Am Beispiel der Rednerposition: Man kann den Redner nicht einfach auf die Bühne schicken und los geht’s. An welcher Stelle kommt dieser auf der Bühne gut rüber? Das liegt am Bühnenbild, wo er sauber im Licht steht, die Kamera ihn gut einfangen kann (gerade auch der Hintergrund ist dabei wichtig) und es kein Ton-Feedback gibt. Neben den technischen Aspekten sollte auch der Redner wissen, von wo er wann auftritt und wo genau er stehen soll (eine Markierung auf dem Boden hilft immer). Außerdem sollte er vor der Probe wissen, wo sich zum Beispiel der Teleprompter und Kameras befinden etc.

 

Also erst kommunizieren, dann einrichten der kritischen Stellen und dann erst Proben. Danach kann man dem Redner Feedback geben und Anmerkungen der technischen Crew einfließen lassen (vielleicht wirft der Redner einen Schatten auf die Rückwand hinter ihm, könnte aber 1m weiter weg von der Rückprojektion stehen…).

 

 

Probenplan - Was nicht geprobt wird, findet nicht statt - Event Zitate

 

 

4. Content Check – verschafft Zeit!

 

Damit man am Probentag keine wertvolle Zeit verliert bietet es sich an, am Vorabend mit dem Kunden alle Inhalte zu überprüfen. So können Tippfehler in Charts entdeckt, Fehler eliminiert, Tonpegel von Filmen angeglichen und Lichtszenen sowie Übergänge definiert werden. Wichtig für die Operator ist dazu eine saubere Content-Übergabe. Am besten mit einer kompakten Liste, die Dateititel benennt und klärt, an welche Position diese im Veranstaltungsablauf gehören. Das spart viel unnötigen Ärger. Über Nacht können dann nötige Änderungen vorgenommen und noch vor Probenbeginn aktualisiert werden.

 

 

5. Geheimtipp – auf die Übergänge achten.

 

Zentral für das Gelingen einer reibungslosen Veranstaltung ist nicht nur die Einzelprobe. Idealerweise hat man dabei immer gleich auch schon den Übergang von der Situation davor und danach im Blick. In den Details und richtigem Timing liegt die Kunst. Wie lange ist beispielsweise der Auftrittsjingle für die Rednerin, wann geht sie genau los, damit sie perfekt getimt auf ihrer Position ankommt. Wie unterstützt das Licht diese Sequenz, aus welcher Stimmung kommt es, wie endet es? Wie verändern sich die Medieninhalte an dieser Stelle. Wie wirkt der Übergang im Gesamten? Oft wird nur die Rede an sich geprobt, aber sobald die Rednerin einmal steht, ändert sich ja nicht viel. Daher unbedingt das Vorher und Nachher im Blick haben und mitproben.

 

 

6. Generalprobe – sonst geht es schief…

 

Erst in der Generalprobe sieht man den gesamten „Flow“ der Show. Idealerweise läuft der Ablauf schon jetzt reibungslos über die Bühne. Vielleicht fallen hier aber noch Stolpersteine auf, die vorher so nicht auftauchten. Auf jeden Fall gibt die Generalprobe allen Beteiligten Sicherheit und Routine. Es gilt das alte Gesetz aus dem Theater: Lieber eine fehlerhafte Generalprobe als eine vermasselte Uraufführung. Leider sind viele Events einmalig, da muss es natürlich sitzen…

 

Event Prozesse Probenplan

 

 

7. Notfallplan – was, wenn es doch schief geht…

 

Wenn man beim Auftreten einer Störung erst anfängt zu überlegen, wie die Lösung sein könnte, ist es schon zu spät. Daher sollte vorher über einige denkbare Szenarien nachgedacht werden. Diese müssen zwischen den Entscheidern abgestimmt sein. Zentral ist, wie man als Verantwortlicher reagiert – möglichst schnell, souverän, klar. Anschreien bringt dabei übrigens gar nichts, wie ich es bereits bei den Prinzipien wirkungsvoller Teamkommunikation formuliert hab.

 

Hier ein paar Klassiker und der Lösungsansatz: Was geschieht, wenn

…das Mikrofon ausfällt? // Ein Ersatzmikrofon liegt in Bühnennähe bereit, dass gleich reingereicht wird.

…ein Video nicht spielt? // Es gibt eine kurze Information an den Moderator über die Bühnenassistenz in der ersten Reihe. Alternativ übernimmt der nächste Redner mit einem spontan-witzigen Kommentar und sorgt so noch für einen Publikumslacher.

…die Präsentation ausfällt? // Der Techniker schaltet sofort auf den Backup Rechner um. Sollte dieser auch nicht funktionieren, gibt es in der Mediensteuerung ein KeyVisual, auf das immer geschaltet werden kann. So fällt dem Publikum der Fehler vermutlich gar nicht groß auf.

…der Redner aus dem Licht läuft? // Die Lichtkollegen haben mehrere Szenen geleuchtet und erweitern den Lichtradius. Zur Not manuell nachleuchten.

…der Raum geräumt werden muss? // Die Moderatorin oder Regisseur machen eine ruhige, aber klare Ansage über die Beschallung. Aktiv formulieren: Was sollen die Gäste machen? Deskalieren, aber bestimmt sein. Bloß nicht für Panik sorgen.

…ein Auto auf der Bühne liegen bleibt? // Natürlich gibt es viele Sonderfälle, die nicht für jede Veranstaltung gelten. Aber da ich mich viel im Automobilbereich bewege, ist dies auch ein mögliches Szenario. Im schlimmsten Fall müssen Bühnenhelfer das Auto auf die gewünschte Stelle schieben. Auch hier gilt – bloß keine Hektik, aber bestimmt und souverän umsetzen. Eben den einen Schritt weiter gedacht haben…

 

Natürlich hilft es, wenn Redner nicht auf dem Fehler rumreiten und sagen: „Oh, hier hätte eigentlich jetzt ein Film kommen müssen.“ Einfach weitermachen.  Wenn was fürs Publikum offensichtlich schief läuft, dann eben locker kommentieren. Auch das ist etwas, was man in der Probe einfach mal proben kann…

 

 

Der Vorteil ist ja, dass das Publikum niemals weiß, wie es eigentlich hätte aussehen sollen.

Sie erleben nur ihr eigenes Echtzeit-Erlebnis. Das spielt uns in die Hände…

 

 

8. Arbeitszeiten – aus gutem Grund einzuhalten!

 

Abgesehen von den Proben gibt es klare gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit, Fluchtplänen, Erste Hilfe. Diese gilt es zu beachten – das zahlt sich einfach aus. Genauso wie der Arbeitszeitenschutz. Es gilt als offenes Geheimnis, dass es hier in der Eventszene oft zu längeren Arbeitsstunden als den vorgeschriebenen maximalen 10h kommt. Aus meiner Sicht gibt es einen guten Grund, warum der Gesetzgeber sagt nach 10 Stunden am Tag ist Schluss. Als Freelancer sind wir in der nächsten Woche auf einer anderen Baustelle, auf der ebenso wieder volle Aufmerksamkeit gefordert wird. Die Konzentration geht einfach nach einer gewissen Zeit flöten. Leider musste ich in meinem Arbeitsleben schon einen Todesfall eines Riggers miterleben und einen Schwerstunfall bei einer Theater-Hebebühne. Ohne das dies konkret mit der Arbeitszeit zusammenhing, finde ich es unangebracht, wenn Auftraggeber die Arbeitszeiten ignorant wissentlich in Kauf nehmen. Hier gilt es in der Event-Szene noch besser zu werden. Es muss ja nicht gleich wie bei amerikanischen Gewerkschaften zugehen – aber 16h am Tag sind nicht hinnehmbar (leider aber immer wieder die Realität…). So wird eine Show definitiv nicht besser.

 

 

9. Fehler vermeiden – keine Last Minute Änderungen.

 

Oft fallen Kunden in letzter Minute noch Änderungspunkte ein. Egal ob dies nervöse Assistenten sind mit kleinen Chart-Änderungswünschen oder inhaltliche Ablaufumstellungen. Wenn in letzter Minute noch mal geändert wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass es schief geht. Entweder hat irgendjemand im Team das nicht mitbekommen und schon ist ein Lichtfehler drin oder das Mikro aus etc. Also klare Regel: Nach der Generalprobe wird nichts mehr geändert!

 

Außerdem ist eine Konstanz im Show Calling enorm wichtig. Das Team spielt sich automatisch auf die Art und Weise des Taktgebers ein. Wenn dann entweder ein Moderator sich auf der Bühne ganz anders verhält oder aber der Regisseur anstatt von „3, 2, 1, GO“ auf einmal zu „Redner, ähm, jetzt los“ wechselt führt das zu Unsicherheit bei Operatern in der Ausführung von CUEs. ‚Soll ich jetzt das Chart klicken oder nicht?‘ Also einfach vorhersehbar bleiben – alles so machen wie auch schon in den Proben der Fall war.

 

 

10. Enjoy – let the show beginn…

 

Nach dem alles gut vorbereitet, geprobt und über Notfallszenarien nachgedacht wurde heißt es: Spaß haben! Natürlich setzt der Adrenalin Kick ein – aber man muss auch genießen, wenn alles auf den Punkt kommt. Und vielleicht ja durch die Reaktion des Publikums noch besser wird, ja buchstäblich zum Leben erweckt wird.

 

Ich habe mir angewöhnt nach der Show darauf anzustoßen. Unsere Arbeit im Eventzirkus ist so flüchtig, dass man die Ergebnisse feiern muss. In anderen Worten: Auf eine reibungslose Show in gelungener Teamarbeit, die Menschen informiert, emotionalisiert und inspiriert, kann man genauso Stolz sein, wie auf die Fertigstellung einer Stradivari.

 

 

FrageWelche Probleme tauchen dir bei Proben auf? Welche Fragen zum Probenplan bleiben?

Auf deinen Kommentar bin ich freudig gespannt! Wenn die Tipps geholfen haben – gerne weitersagen 🙂

 

 

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Ideen brauchen Zeit!

Briefing: Idee gesucht. Ablieferung: bis gestern. Ach ja, revolutionär soll es auch sein… Leute, Ideen brauchen Zeit! Ein Diskurs zur Kreativität.

Auftrittscoaching: Wirkungsvoll Präsentieren

Auftrittscoaching Wirkungsvoll Präsentieren am 20.-21. Oktober 2017 in Köln mit Martin Kloss und Chris Cuhls

 

 

Sie möchten…

Entspannt und sicher vor Publikum auftreten?
Inhalte wirkungsvoll und nachhaltig kommunizieren?
Geschichten erzählen, die faszinieren und im Kopf bleiben?

 

 

Seit Jahren bin ich als Regisseur für Unternehmen-Events tätig und habe dabei unzählige Vorträge erlebt. Von mitreißenden bis zu sehr langweiligen Präsentationen war alles dabei. Leider bleibt vor Ort selten die Zeit, um an einem Vortrag zu feilen, um größtmögliche Resonanz zu erzeugen. Zumal die Wirkung einer Präsentation von vielen Bausteinen abhängt. Genau aus diesem Grund biete ich mit dem Moderator und Schauspieler Martin Kloss das Auftrittscoaching „Wirkungsvoll Präsentieren“ an.

 

 

Worum geht es beim Auftrittscoaching Wirkungsvoll Präsentieren?

 

In der zweitägigen Masterclass beschäftigen wir uns mit den Themenbereichen Mensch (Körpersprache, Rhetorik, Stimme, Atmung) sowie den zu vermittelnden Inhalten (Storytelling, Technik, Bühne, Themen), um die richtigen Werkzeuge für einen wirkungsvollen Auftritt an die Hand zu geben. Mit unser 360° Perspektive als Moderator und Regisseur vermitteln wir relevantes Wissen aus der Praxis und werden Redner durch konstruktiv-ehrliches Feedback auf ein neues Level bringen.

 

 

Zielgruppe: Für wen ist das Auftrittscoaching gedacht?

 

Das Angebot ist für Führungskräfte konzipiert, die ihre Präsentationsfähigkeiten vor Publikum verbessern möchten. Unser Anspruch ist es, den Auftritt und die Präsentation vor Menschen zu einem Dialog zu machen, der dem Vortragenden wie dem Publikum Spaß bereitet. Dabei werden wir aufzeigen, wie jeder entspannt und sicher vor Publikum auftreten kann, um Inhalte wirkungsvoll und nachhaltig zu kommunizieren. Im interaktiven Rahmen der Kleingruppe vermitteln wir das passende Know-How und Handwerkszeug. Anhand von vielen praktischen Situationen gewinnen wir neue Perspektiven und damit Sicherheit.

 

Lernfelder des Auftrittcoaching Wirkungsvoll Präsentieren:

• Spaß am Präsentieren, weil Sie entspannt und sicher vor Publikum auftreten
• Ihren Körper, Atmung und Stimme bewusst und wirkungsvoll einzusetzen
• Ihre Inhalte als spannende und emotionale Geschichte zu erzählen
• Ihre Zuhörer mitzunehmen und Botschaften nachhaltig zu vermitteln
• Praktische Werkzeuge und Visualisierungsmöglichkeiten

 

Wann & Wo:

• Termin: Freitag 20. Oktober von 10-18 Uhr & Samstag, 21. Oktober 2017 von 9-16 Uhr
• Location: Stuntwerk Köln-Mülheim
• Teilnehmerzahl: maximal 10 Personen
• Gebühr: 1.420,- EUR netto

 

Masterclass Auftrittscoaching Wirkungsvoll Präsentieren

 

 

JETZT zum Auftrittscoaching am 20.-21. Oktober 2017 in Köln anmelden:

 

Da wir die Gruppengröße auf acht Teilnehmer reduzieren: Melden Sie sich schnell über die Website Wirkungsvoll Präsentieren an. Interesse an weiteren Tipps zur Inszenierung? Dann könnte mein Buch EVENTS WIRKUNGSVOLL INSZENIEREN genau das Richtige sein!

 

 

Lesetipps für „Wirkungsvolle Präsentation“:

Authentisch Präsentieren // 5-teilige Serie von Moderator Martin Kloss
5 Regeln der Business Präsentation // Wie man erfolgreicher präsentiert!
AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge

 

Event Zitate: Die besten Event Sprüche

Event Zitate – die besten Sprüche in der Live-Kommunikation

 

 

Als Regisseur plane ich nicht nur Events, sondern gebe auch als Show Caller den Ton hinter den Kulissen an.

Am häufigsten geht dabei über die Lippen: „Stand by für …“ und „3, 2, 1, GO.“

 

Je nach Wiederholungsfrequenz von Shows (eine habe ich 188 mal hintereinander gecallt, die letzte auch im „ON“ – hier zu sehen), kennt sowohl das Team als auch ich die Inhalte in- und auswendig. Dabei kommen immer wieder sehr lustige Sprüche zustande, die einen eigenen Blogpost wert wären. Da mich kürzlich mal jemand nach meinen Standard-Sprüchen gefragt hat, dachte ich mir, ich mache einen Blogpost daraus. Wie die Amerikaner sagen:

 

 

Without further ado – here they are…:   Die besten Event Zitate

 

Wer mitdenkt ist klar im Vorteil - Event Zitate

…und mitdenkende Kollegen braucht man bei zeitkritischen Events immer! Mehr davon.

 

Was nicht geprobt wird, findet nicht statt - Event Zitate

Man kann zwar CEO sein und denken, man braucht keine Proben – damit aber dennoch daneben liegen…

 

Vorbereitung ist das halbe Leben - Event Tipps

Leider wahr – pain in the ass und dennoch immer wieder bestätigt 😉

Glück ist übrigens, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft…

 

Stumpf ist Trumpf - Event Weisheiten

Mein Standardspruch für die Penetration von einzelnen Elementen – wie einem Auftrittsjingle. Weniger ist mehr!

 

No risk, no fun! - Mut zur Lücke im Event

Zum Beispiel kürzlich vor der Essensauswahl bei einem Job in Indien – mit gutem Ausgang… Yummy, lecker 🙂

 

No one said it will be easy - Eventsprüche

Manchmal heißt es einfach: Augen zu und durch. Aber als Trostpflaster folgendes Event Zitat:

 

Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. Oscar Wilde

Aufgeschnappt aus dem herrlich unterhaltsamen Film „Best Exotic Marigold Hotel

 

 

Event ZitateWelchen begegnest du immer wieder? Was kommt dir oft über die Lippen?

Zum weiterlesen28 coole Sprüche aus der Werbung und Marketing Zitate.

Klassiker: Das kannste schon so machen, aber dann issses halt Kacke… 😉

 

Event-Konzept: Mit diesen 13 Fragen wird jede Veranstaltung besser…

Event Konzept: Worauf ich bei der Konzeption von Veranstaltungen achte… // Photo: stocksnap

 

 

Die letzten Jahre über habe ich unzählige Shows im Bereich von Corporate Events realisiert. Aus dieser Praxis heraus möchte ich meine häufigsten Fragen an Event-Konzepte weitergeben. Nachdem ich bei diesen 7 Fragen für erfolgreiche Events eher auf die Basics eines Veranstaltungskonzepts eingehe, sind folgende 13 Fragen ganz praktischer Natur und für die Optimierung von Eventformaten gedacht:

 

 

13 Fragen an ein Event-Konzept, die ich immer stelle…

 

 

1. Was ist das Ziel der Veranstaltung? Nur wenn die Ziele klar definiert sind, kann man einen Plan entwickeln, um dort auch tatsächlich hinzukommen… Ein guter Anfang für die Zieldefinition ist die SMART Formel.

 

2. Wer genau ist die Zielgruppe? Umso besser ich die Besucher kenne, desto genauer kann ich mich in ihre Erfahrungswelt hineindenken und aus deren Sicht ein Event-Konzept gestalten, welches für die Zielgruppe relevante Erlebnisse kreiert.

 

3. Was soll nachher anders sein als vorher? Diese Frage definiert die erwünschte Wirkung. Simpel aber wirkungsvoll. Dennoch viel zu selten klar zu beantworten. Daher: Dranbleiben und nachfragen.

 

4. Was ist die Botschaft, wie lautet die Geschichte? Die Verdichtung auf Kernbotschaften ist harte Arbeit, lohnt sich aber immer. Wenn dies alles in eine gute Geschichte verpackt wird, kann man sich diese besser merken.

 

5. Welche Headline steht in der Zeitung und welches Bild wird dazu abgedruckt? Warum ist die Veranstaltung relevant? Sind die Inhalte kernig und klar formuliert, so dass sie am nächsten Tag noch zu erinnern sind? Gibt es einen Moment, auf den sich alles zuspitzt und als DAS Bild festgehalten werden kann, um die Botschaft visuell zu kommunizieren?

 

6. Ist das Event-Konzept abwechslungsreich, überraschend, unterhaltsam? Jedes gute Event-Konzept benötigt eine gute Dramaturgie mit Höhe- und Wendepunkten (Drei Akte: Einleitung, Hauptteil, Schluss). Gibt es eine Dynamik, die für Abwechslung sorgt (Kontraste sorgen für Spannung)? Ist der Anteil von Information und Emotion ausgewogen? Wie sehen die Szenen aus – gibt es aufeinander aufbauende Momente? Ist der Anteil von Reden, Medien, Show und Pausen ausgewogen? Gibt es Längen – egal ob real oder gefühlt?

 

7. Perspektivwechsel: Was kann ich als Außenstehender spiegeln, was die Unternehmensmitarbeiter in der Innenwahrnehmung übersehen? Als Berater kann und muss man manchmal das Bild gerade rücken. Nur Mut, ich lag selten mit meinem Empfinden falsch. Die Außenperspektive hilft oft Dinge auf den Punkt zu bringen.

 

8. Welches Team soll das Event umsetzen? Nur in eingespielten Teams mit den richtigen Stärken können Atmosphären gestaltet werden, die am Ende überzeugen. Daher schaue ich mir genau an, wer für das Licht, Ton, Mediensteuerung etc. verantwortlich sein wird. Welche Kompetenzen haben die Beteiligten Akteuere, wo könnten Engpässe vorliegen?

 

9. Gibt es ein Hightlight? Who is the star? Kann man eindeutig von einem Höhepunkt sprechen? Sofern es einen Star der Show gibt, wird auch klar auf wen sich alle Inszenierung ausrichten muss. Genau auf das Thema muss „alles einzahlen“. Ist der Gesamteindruck der gewollten Aussage bzw. der Inhalte angemessen und bleibt die Inszenierung authenttisch?

 

10. Sind die Übergänge klar und werden diese vor Ort geprobt? Die meisten Probleme tauchen in den Übergängen auf. Selbst wenn die Zeit knapp sein sollte, so bestehe ich immer auf einer Probe für die Übergänge. Auch die Übergänge der Medien sollten genau eingerichtet sein. Im Normalfall plant man aber genügend Zeit ein, um zunächst technisch-medial, dann mit allen Akteueren und abschließend einer Generalprobe zu proben. Auch ganz wichtig: Danach gibt es keine last-minute-Änderungen mehr!

 

11. Wie steht es um die Kommunikation? Nicht nur was die Botschaften an die Gäste betrifft, sondern auch intern im Team. Sind alle Inhalte bei den Leuten angekommen, wurden Probenzeiten kommuniziert? Kennt jeder im Team jeden, so dass auf kurzem Wege auch Leute miteinander Prombleme lösen… Sind bei der Veranstaltung die Kommunikationswege klar (Catering, Hostessen, Workshops etc.)?

 

12. Gibt es genügend Momente der Interaktion? Viel zu viele Event-Konzepte sind zu eindimensional und frontal geplant. Spannend wird es durch eine Partizipation. Im besten Falle gibt es auch am Ende klare Lernpunkte zum mitnehmen und Action Steps zum umsetzen.

 

13. Gibt es Feedback und eine Evaluation? Ich stelle fest, dass das Thema sich zwar viele Unternehmen wie Agenturen auf die Fahne schreiben, in der Praxis aber so gut wie nie statt findet. Persönlich habe ich mir angewöhnt die Fehler und Lernmöglichkeiten daraus jedes mal festzuhalten. So kann ich spätestens im nächsten Jahr daran anknüpfen und vermeiden, dass die selben Fehler passieren.

 

 

Frage: Welche Fragen stellst du an ein Event-Konzept? Ich freue mich über deinen Kommentar unterhalb!

 

 

Was Dich für ein besseres Event-Konzept auch noch interessieren könnte:

Konferenzdesign: Sieben Regeln für die Konzeption innovativer Konferenzen
Seminare & Workshops: 7 Meeting Design Tipps, um Vorträge spannender zu gestalten…
Tipps für die Event-Konzeption von Stephan Schaefer-Mehdi
Wie schreibe ich einen Regieplan? // Eine Muster-Vorlage gibt es hier!

 

TOP Event Blogposts 2015 & mein Jahresrückblick

TOP Event Blogposts 2015 // Mein Highlight: Die IAA mit dem Team Atelier Markgraph (Foto: Stephan Maka)

 

 

 

Wir sehen nicht die Dinge, wie sie sind, sondern wir sehen sie, wie wir sind.“ Talmud

 

 

Wieder kommt ein Jahr zum Ende. Für mich hielt 2015 fantastische Momente bereit. In 36 Projekten habe ich Momente gestalten dürfen, in denen Menschen sich begegnen und Neues entdecken konnten. Das Spektrum reichte von Automobil, Fashion, PR, IT, Pharma über Telekommunikation, Elektronik, Mittelstand, Wissenschaft, Bankwesen und Investment bis zum Stiftungsbereich. Ein breites Themenspektrum welches meine Neugier an Inhalten und Trends nur befeuert hat…

 

Starke Ideen konnte ich dabei in diversen Städten in Szene setzen: von Berlin, Mannheim, Posnan/Polen, Leipzig, Rom/Italien, Gifhorn, Genf/Schweiz, Hannover, Malaga/Spanien, Shanghai/China, Rostock, Mallorca/Spanien, Port Aventura/Spanien, Essen, Frankfurt, Miami/USA, Guangzhou/China, dem Dorf an der Düssel bis zum Epizentrum der Welt: Der Domstadt und Wahlheimat Köln (natürlich habe ich ethisch korrekt meinen CO2 Ausstoß bei Atmosfair kompensiert).

 

Ich bin sehr dankbar für spannende Begegnungen, tolle gemeinsame Erlebnisse und das in mich gesetzte Vertrauen. In fantastischer Teamarbeit führte dies zu erfolgreichen Produktionen. DANKE zuallererst an jeden Kollegen im Team, alle Auftraggeber sowie Agenturen – es hat wirklich großen Spaß gemacht!

 

Wenn ich einen zentralen Gedanken festhalten müsste, dann wäre es die Wichtigkeit Atmosphären zu gestalten. Offensichtlich kreieren wir mit Events besondere Atmosphären. Allerdings gibt es auch die tieferliegende Atmosphäre, die man durch sein SEIN, also die (Arbeits-)Mentalität, gestaltet. Genaueres dazu werde ich im neuen Jahr für den FAMAB schreiben.

 

 

 

2015 – ein spannendes Jahr in der Live-Kommunikation

 

Es ist kein Geheimnis: Ich liebe gut gemachte Showinszenierungen und arbeite leidenschaftlich gern daran, diese in unvergessliche Momente umzusetzen. Ein berufliches Highlight war sicherlich die erneute Ablaufregie für Mercedes-Benz LIVE! auf der IAA (im Auftrag von Atelier Markgraph). Herausfordernd und auf ganz andere Art und Weise sakral (wie die FAZ zur IAA berichtete) war für mich die TechArts-Konferenz.

 

Der Ansatz war es eine eine Plattform für Mitarbeitende in Kirchen zu schaffen, um Gottesdienste wirkungsvoller zu gestalten. Schon weit im Voraus war die Kapazitätsgrenze von 650 Teilnehmern aus den Zielgruppen Techniker, Musiker, Künstler und Moderatoren erreicht. Das große Interesse zeigt, dass es in diesem Bereich viel Willen zur Veränderung gibt. Live-Kommunikation in dieser Form ist auch hier ein Schlüssel für guten Wissenstransfer.

 

TOP Event Blogposts 2015 // Familie CuhlsPersönlich bewegt mich meine mittlerweile 20monatige Tochter. Es ist eine pure Freude immer wieder nach Hause zu kommen und den nächsten Entwicklungsschritt zu erleben. Welch Wunder die Entwicklung eines Menschen doch ist und ja, diese Begegnungen sind die wirklich magischen im Leben…

 

Ebenso führte dies zu verstärkter Arbeit im Bereich Konzeption. Die planerische Gestaltung von Momenten macht nicht nur Spaß, sondern erlaubte mir auch, etwas mehr von Köln aus zu arbeiten. Wie immer im Leben: Die Mischung macht’s. So kann 2016 gerne kommen!

 

 

 

TOP Event Blogposts 2015 – das habt ihr gelesen:

 

Stolz bin ich auch auf 35 neue Blogbeiträge in diesem Jahr. Der stark potenzierte Traffic auf meinem Blog zeigt, dass es großen Bedarf an Wissen wie wirkungsvollen Prinzipien der Showinszenierung, technologischen Entwicklungen und Inspiration in der Live-Kommunikation gibt.

 

Besonders glücklich bin ich über die Veröffentlichung meines Buchs Events wirkungsvoll inszenieren. Darin gebe ich mein gesammeltes Wissen zur Inszenierung weiter. Sieben Experten runden das Bild mit ihren praktischen Tipps zur Event-Inszenierung ab. Das Buch kannst Du einfach formlos über den Link oben bestellen.

 

 

Jetzt aber zu den zehn TOP Event Blogposts 2015:

 

1. Wie schreibe ich einen Regieplan? // Eine Muster-Vorlage gibt es hier!
2. Die 7 Gebote der Inszenierung // Wie gute Shows gelingen…
3. Lichtdesigner // Was man über Lichtgestaltung wissen sollte…
4. Ein Loblied auf die Eventbranche & warum ich meinen Job liebe…
5. Seminare & Workshops: 7 Meeting Design Tipps, um Vorträge spannender zu gestalten…
6. Medienserver: Welchen benötige ich für mein Event?
7. Veranstaltungskonzeption // 7 Kernfragen für erfolgreiche Events
8. 5 Fragen zum Veranstaltungskonzept // Nützliche Tipps – Teil 1
9. Technikbriefing: Worauf es in der Zusammenarbeit ankommt…
10. Event Trend 2015: 23 Experten zur Live-Kommunikation

 

 

2015 war ein fantastisches Jahr – beruflich, persönlich und auch mit diesem Blog. Da Analog das neue Digital ist, plane ich für 2016 eine Umstellung des Blogpost-Veröffentlichungsturnus auf alle zwei Wochen Mittwochs. Dafür möchte ich meinen Beitrag für die Live-Kommunikation im Analogen ausbauen – in Form von zwei MasterClass Formaten in den Bereichen Auftritts-Coaching sowie Kreativität & Inszenierung. Bei Interesse kannst Du dieses gerne schon per Email ankündigen – weitere Details folgen…

 

 

TOP Event Blogposts 2015 Eventregie Chris Cuhls Frohes Neues 2016TIPP: Zum Jahresausklang noch eine gute Frage für den Silvesterabend (entlehnt aus dem Storytelling): Welchen Sieg und welche Niederlage hast du in 2015 erlebt und welche Chancen und Herausforderungen erwartest du in 2016?

 

 

Kommt gut rein ins neue Jahr – ich freue mich auf alles, was da kommt!

 

Event Trend 2016: Experten zur Live-Kommunikation

Event Trend 2016 // Foto: iPhone Kalender © Apple

 

 

In guter Tradition frage ich Eventgestalter zum Jahreswechsel ein und die selbe Frage: Welchen eine/n Trend, Herausforderung oder Möglichkeit siehst du für 2016, der den stärksten Einfluss auf die Live Kommunikation haben wird? Die Trend-Einschätzungen für 2016 in Reihenfolge des Eintreffens unterhalb.

 

Doch zunächst noch ein kurzer Rückblick auf die Trendschau 2015. In der Essenz gab es den Trend zu relevanten Inhaltenüberzeugenden Geschichten und Authentizität. Was davon ist eingetroffen? Wie man auch an der Vergabe des diesjährigen FAMAB Award gesehen hat, sehe ich eindeutig diesen Anspruch. Die wegbahnenden Realisierungen aber noch ausblieben. Um kein verkürzt-pauschales Urteil zu fällen eigentlich Grund genug für einen eigenen Blogpost… Daher jetzt zum Event Trend 2016:

 

 

 

1. Dirk Kielhorn, Leiter Messen und Ausstellungen Mercedes-Benz Cars:

 

Der Trend zur Digitalisierung prägt weiterhin unser aller Alltag und fordert dazu auf, neue Wege zu gehen. Die Premiumhersteller der Automobilindustrie wandeln sich aktuell zu vernetzten Mobilitätsanbietern, die künftig in der Lage sein werden, individueller auf die Anforderungen und Bedürfnisse ihrer Kundschaft zu reagieren. Auch im Bereich der Live-Kommunikation müssen wir diesen Wandel vollziehen: Klassische Live-Formate wie Messen und Events müssen künftig stärker in der Lage sein, maßgeschneiderte Kommunikationsangebote für den Einzelnen zu generieren. Es muss uns gelingen, offline und online Kommunikation sinnvoll und werthaltig zu verknüpfen: Live, authentisch und persönlich.

 

 

2. Christian Schmachtenberg, memories of the future:

 

Trends können nicht erfunden werden! Sie können gehypt, adaptiert, angenommen oder ignoriert werden. Die Herausforderung bleiben herausragende Ideen: Ungesehen, überraschend und herausragend inszeniert. Nach der „hybriden Blase“ werden sich die Macher auf neo-analoge und intelligente Interventionen konzentrieren müssen…

 

 

3. Cristián Gálvez, Keynote-Speaker:

 

Die großen geopolitischen Herausforderungen und die unmittelbare Betroffenheit der Menschen in unserem Land werden auf verschiedenen Ebenen deutlich Einfluss zeigen. Das beginnt bei der Sinnfrage und endet bei den Budgets. Zudem wird die Verschmelzung von Online- und Offline-Welten zum beherrschenden Faktor erfolgreicher Kreation und Eventplanung.

 

 

4. Stefan Schulze-Hausmann, Journalist und Initiator Deutscher Nachhaltigkeitspreis:

 

Es verstärken sich die Trends aus dem letzten Jahr: Krisen ringsherum fordern Relevanz, Sensibilität, Abkehr von falscher Opulenz und nachhaltigen Umgang mit allen Ressourcen (einschließlich der Zeit der Kunden/Gäste).

 

 

5. Bruno Meissner, Geschäftsführer MEISSNER EXPO:

 

Neuer Wein in alten Schläuchen – so kommt es mir einmal wieder vor, wenn jetzt über Storytelling und Content-Marketing sinniert wird, als ob es sich um etwas Neues handeln würde. Inhalte in Geschichten zu verpacken, damit sie emotional aufgeladen in Erinnerung bleiben, wurde immer schon gemacht. Und so müssen wir weiterhin und immer wieder die Marken-Geschichten bei Messe-Auftritten und Marketing-Events zielgerichtet inszenieren!

 

 

6. Katharina Falkowski, Geschäftsführung und Redaktion eveosblog:

 

Nachdem Interaktion, Storytelling, Content Marketing & Co. 2015 genügend in der Theorie besprochen und in der Praxis häufig noch recht rudimentär umgesetzt wurden, hoffe ich auf 2016 als ein Jahr der detailverliebten, zielgerichteten, sinnvollen und intelligenten Ideen.

 

 

7. Annette Beyer, GF und Studienleitung treibhaus 0.8:

 

Die Herausforderung: Den Agenturen laufen die guten Leute weg! Besonders die Kreativen. Kein Wunder: Das Gehalts-Leistungsverhältnis der meisten Agenturjobs war schon immer Unterkante. Aber jetzt haben erfahrene Leute die freie Auswahl. Auch die Selbständigkeit lockt. Und beim Nachwuchs entfällt der Coolness-Faktor. Agenturstress, nein danke! Wenn schon krasses Engagement und familienfeindliche Arbeitszeiten, dann lieber ne NGO!

 

 

8. Christoph Bovenkerk, Unternehmenskommunikation Party Rent Group:

 

Die stärksten Impulse bringen für mich auch in 2016 wieder Digitalisierung, Storytelling und Multisensorik. Das ist nicht wirklich was Neues, aber das ist ja auch der Kern von Event. Mich würde es trotzdem freuen, wenn wir Veranstaltungen bei all diesen Möglichkeiten nicht mehr so überladen. Ein einfaches und echtes Erlebnis in einem schlüssig inszenierten Raum. Dann verzichten die Leute vielleicht auch mal darauf, jede Sekunde des Geschehens für eine nicht interessierte Nachwelt festzuhalten und tun das, was man bei Events am Besten tun sollte: Den Moment genießen.

 

 

Event Trend 2015 Foto: André WirsigQuo vadis Live-Kommunikation?! // Foto: André Wirsig

 

 

9. Claudia Krause, Senior Projekt Management VOKDAMS Hamburg:

 

Ich denke, wir müssen uns ab sofort stärker denn je, mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen. Sicherheit von Destinationen, Locations und vor allem auch die Reisewege dorthin. Konzepte und Logistik werden dadurch einer gewissen Freiheit beraubt.

 

 

10. Philipp Dorendorf, Creative Director facts and fiction:

 

Content Marketing und Interaktivität. Trend 2016: Mehr „Gast gleich Gestalter-des-eigenen–Erlebnisses“. Herausforderung: Liebe Kunden, schaut nochmal Fight Club und hört auf, alles kontrollieren zu wollen. Wunsch 2016: Rookie (und nicht Grand Pa) der Kommunikation sein, denn (Vorsicht) selbst Social Media ver-systematisiert sich gerade, ergo: Die Chancen stehen gut für uns. Schöne Weihnachten.

 

 

11. Wolfgang Doll, Geschäftsführer Bureau Doll:

 

Brand Events werden weiter an Bedeutung gewinnen. Die Unternehmen müssen ihre klassischen und neuen Kommunikationskanäle mit immer mehr relevanten, emotionalen, top-aktuellen Inhalten versorgen. Brand Events und verknüpfte Brand Campaigns werden in diesem Zusammenhang zu mächtigen Content Generatoren, die diese Kanäle kontinuierlich befeuern. Von Bureau Doll in diesem Jahr erfolgreich praktiziert mit Toyota LIVE!

 

 

12. David Korte, Director Planning OSK:

 

Auch 2016 gilt es vor allem echt und authentisch zu kommunizieren. Nur weil alle und jeder ein Thema proklamieren, muss es für mich und meine Kunden noch lange nicht relevant sein. Kurzum: Die Filterfunktion aller Branchenpartner wird bei stetig steigendem Angebot an Technologien und Themen immer wichtiger.

 

 

13. Christian Kohlmann, Konzeption und Regie:

 

Storytelling“ bleibt für mich die Nummer 1.
Inhalte statt Oberflächenpolierung.

 

 

14. Andreas Horbelt, Kreativdirektor: The Year of the Robots

 

2016 wird endgültig das Jahr der Roboter. Wir haben in den letzten Jahren ja schon einige Projekte mit Robotern gesehen: Roboterexponate auf Messen, Robotershows mit LEDs im Koreanischen Pavillon auf der Expo und bei Events von Mercedes und VW, Opern mit humanoiden Robotern und allerorten Dronenballette als Feuerwerk 2.0. Das ist erst der Anfang. Die Technologie ist inzwischen so günstig und gut beherrschbar, dass sich Roboter als „Ersatzmänner“ für die unterschiedlichsten Acts und Funktionen anbieten. Meine Wette: Wir werden 2016 ein paar herausragende Projekte mit Robotern sehen. Ich bin gespannt.

 

 

15. Eva Heid, Senior Consultant Konzept pro event:

 

Eine Herausforderung, der ich selbst immer wieder in Projekten begegne, ist das Verständnis dafür, dass Social Media richtig in Kombination mit Live-Kommunikation eingesetzt wird. („Oh ja, da machen wir eine facebook Seite“ *face palm kopfschüttel*). Ob es die größte ist – keine Ahnung. Aber sie hält sich hartnäckig…

 

 

Event Trend 2016 Foto: André Wirsig

 

 

16. Nadine Imboden, Choreographin und Regisseurin:

 

Auch 2016 wird der Trend dazu gehen, in Form von Geschichten Botschaften zu vermitteln und etwas Überraschendes zu erleben. Spannende Möglichkeiten versprechen technologische Entwicklungen, um virtuelle Effekte mit realen Performances zu vermischen. Ich glaube, dass nach wie vor der Performer dafür sorgt, dass Inszenierungen zu emotionalen Momenten werden.

 

17. Thorben Grosser, General Manager Europe Eventmobi:

 

Der größte Trend wird Gamification. Immer mehr Veranstaltungsplaner nutzen Spielemechaniken um Teilnehmer besser in Events einzubinden und Sponsoren weiter mit an Bord zu holen.

 

 

18. Thorsten Herbrand, Geschäftsführer imagepeople:

 

Das neue Jahr lässt grundsätzlich vieles beim Alten: 2016 wird es aber dennoch verstärkter darauf ankommen, die Strategie und die Content-Kompetenz weiter auszubauen. In der Live-Kommunikation nutzen wir heute mehr Kanäle und Kontaktpunkte denn je – deshalb ist die Verantwortung unserer Arbeit auch noch bedeutender als bisher. Da geht es nicht um die Frage „Online oder Offline?“, sondern um die Verschmelzung beider Welten. Durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung sind wir deshalb auf dem besten Weg zum unterbrechungsfreien Markenerlebnis. Wir gehen seit vielen Jahren konsequent diesen Weg und bilden unsere Mitarbeiter weiter aus bzw. recruiten neue Spezialisten – somit sind wir mit unseren interdisziplinär arbeitenden Teams extrem gut aufgestellt.

 

 

19. Jörn Huber, Geschäftsführer pro event live-communication:

 

2016 werden uns sicherlich die Themen Digitalisierung, Content, Vernetzung und ganzheitliches Denken weiter beschäftigen. Aber der wichtigste „Trend“ 2016 wird sein, weniger über Trends zu reden. Vielmehr geht es darum, klare Zeichen zu setzen. In allen Bereichen. Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Trends werden die Welt nicht verändern. Es sind immer Menschen. Menschen, die einfach anfangen, mutig Erfolg riskieren und als Beispiel voran gehen. Daher erkläre ich 2016 hiermit zum „Jahr der Macher“.

 

 

20. Stephan Schäfer-Mehdi, Art Director LiveCom:

 

Die Vogue hat eine inspirierende Rubrik „Fragen ohne Antwort“, in der eben keine Antworten gegeben, sondern Fragen gestellt werden. Ich habe mit Ausblick auf 2016 auch mehr Fragen als Antworten:

 

Ist Kreativität wichtiger oder Content?
Ist Emotion wichtiger oder Information?
Macht es weiter Sinn durch Software „gedopte“ Autos zu inszenieren?
Brauchen wir einen Ehrenkodex, und würde der etwas bringen?
Was kommt nach 4D-Mapping und ist das überhaupt bedeutsam?
Glaubst Du, die globale Flüchtlingssituation hat Einfluss auf das, was wir tun?
Was muss die MICE-destination Dresden tun, um wieder aus dem Pegida-Schatten zu treten?
Werden wir den Klimawandel mit Greenmeetings ein wenig eindämmen helfen?
Ist Charity ein Bestandteil des sozialen Kitts?
Und wird der soziale Kitt in unserer Gesellschaft halten?

 

 

21. Torsten Fremer, Geschäftsführer KLUBHAUS. Agentur für intelligente Kommunikation:

 

Bisher musste ich meinen Kunden stets empfehlen: weniger Power Point und Frontalpräsentation, dafür mehr Partizipation wagen. Aktuell kommen aber immer mehr Kunden zu mir, die ihre altgedienten Konferenz- und Präsentationsformate auf den Prüfstand stellen und nach neuen Möglichkeiten suchen. Wenn das jetzt kein Zufall ist, könnte ein echter Trend draus werden. Das stimmt mich hoffnungsvoll.

 

 

22. Anke Langhardt, Director Events TRIAD Berlin:

 

Es wird auch zukünftig darum gehen, mittels echter Partizipation und Interaktion ein Event einmalig werden zu lassen. Immersive Medientechnologien wie Augmented und Virtual Reality unterstützen dabei eine Live-Kommunikation, die zum Garant persönlicher und damit nachwirkender Erlebnisse wird. Die intelligente Vernetzung zwischen digitalem System und „realer“ Welt, Spielarten der Industrie 4.0, erlaubt ein umfassendes, mentales wie physisches Gesamterlebnis – und genau das ist Ziel einer gelungenen Eventgestaltung.

 

 

 

Event Trend 2016: Storytelling, Digitalität, Umsetzung

 

Persönlich entnehme ich aus diesen Statements nach wie vor den Fokus auf gutes Storytelling, eine stärkere Vernetzung von Digitalem und Realem sowie innovativer Umsetzung der uns bereits bekannten Möglichkeiten. „Let’s do it“ um Jörn Huber aufzugreifen…

 

Neben diesen Gedanken erreichte mich ein Statement, welches ich gerne hier am Ende hervorheben möchte:

„Ein beständiger Trend sollte für uns alle sein: Respekt untereinander für die jeweiligen Leistungen! Wir müssen nicht immer „Besser-sein-Als“ wir können jeden Tag voneinander ein bisschen mehr lernen und Erfahrungen, Leidenschaften und Kompetenzen teilen.“ Danke René Elberfeld, gut auf den Punkt gebracht!

 

2016 freue ich mich persönlich wieder auf unvergessliche Momente, in denen Menschen sich begegnen und Neues entdecken, sowie gute Ideen ausgetauscht werden können. Das wie gehabt in gutem Teamwork und mit Spaß an der Arbeit. Für die Konzeption von ebendiesen wirkungsvollen Inszenierungen habe ich kürzlich mein Buch „Events wirkungsvoll inszenieren“ fertig gestellt – eines meiner Highlights in 2015. Ich bin gespannt, was uns 2016 bringen wird!

 

 

Frage: Ist ein Trend vergessen oder unterbelichtet? Ich freue mich auf Deinen Kommentar via FacebookTwitter oder LinkedIn!

 

Wie es sonst um den Event Trend 2016 steht:

Eventmanager Blog: Event Industry Trends Report 2016
Wandel und Trends der Kommunikationsbranche

Events wirkungsvoll inszenieren // Geheimnisse der Inszenierung

Events wirkungsvoll inszenieren – damit Botschaften auf der Bühne wirken und Events gelingen // Chris Cuhls

 

 

„Viele Menschen finden Firmen-Veranstaltungen langweilig.

Das muss sich ändern.“

 

 

Als Eventregisseur und mit 15 Jahren Berufserfahrung stelle ich tagtäglich Events auf die Beine. Dank meines Blogs weiß ich, dass sich viele Menschen für das Thema „gelungene Inszenierung“ interessieren. Das Wissen, welches ich mir über die Jahre angeeignet habe, zeigt sich für viele Menschen in und außerhalb der Branche als äußerst hilfreich.

 

Was macht den Unterschied zwischen einer guten und einer beeindruckenden Inszenierung aus? Ist es das Budget, sind es die Durchführenden, das Zusammenspiel, die Idee? Was muss von Anfang an beachtet werden, damit mein Event das erreicht, was ich mir wünsche? Was soll Nachher anders sein als Vorher?

 

Genau diesen Fragen gehe ich in meinen Buch „Events wirkungsvoll inszenieren“ nach. Im ersten Teil gebe ich mit den 7 Geboten einen Überblick zu den Prinzipien und Wirkungsmechanismen. Mit 7 Experten-Interviews vertiefe ich im zweiten Teil das Wissen um wirkungsvolle Inszenierung.

 

 

Wie du Events wirkungsvoll inszenieren kannst – ein Blick ins Buch:

 

Events wirkungsvoll inszenieren - 7 Gebote 7 Interviews

Events wirkungsvoll inszenieren - 7 Gebote der Inszenierung

Events wirkungsvoll inszenieren - Corporate Events inszenieren - Ideen Konzept Dramaturgie

Chris Cuhls: Events wirkungsvoll inszenieren // Fotos: André Wirsig, Gestaltung: Ann-Marie Falk

 

 

Buch hier über Amazon bestellen

 

Events sind besondere Ereignisse. Oft werden Veranstaltungen aber immer noch als Logistik-Aufgabe verstanden, die es gilt, perfekt umzusetzen. Doch damit sich Gäste bei den – eigens für sie gestalteten – Inszenierungen wohl fühlen, braucht es nicht nur leckeres Essen oder beeindruckende Akrobatik. Viel mehr geht es um das gelungene Zusammenspiel zwischen starken konzeptionell-kommunikativen Ideen und der Logistik.

 

Dieses Buch zeigt in 100 Seiten über die Organisation hinaus auf, wie Inszenierung gelingt. Mit dem Wissen aus diesem Buch werden Leser, die bereits im Eventgeschäft arbeiten, einen neuen Wirkungsgrad erzielen.

 

 

7 Gebote & 7 Experten-Interviews – Inszenierung auf den Punkt gebracht

 

Die 7 Gebote der Inszenierung sind anwendungsorientiert formuliert – Inspiration und Rahmengebung statt der klassischen Event-Checkliste. Leser in allen Branchen und Anwendungsgebieten bekommen mit diesem Buch ein Gefühl dafür, was gelungene Veranstaltungen wirklich ausmacht und können es direkt umsetzen – sei es für das große Firmenjubliäum, eine Werbeveranstaltung oder ein internes Mitarbeiter-Event. Gerade durch die beispielstarke Erklärung der Gebote, die Lust auf Umsetzung machen, ist das Buch eine klare Hilfestellung in der Planung und Durchführung einer gelungenen Veranstaltung.

 

Die sieben ergänzenden Interviews mit den ganz Großen aus der Branche vermitteln zusätzliche Kenntnisse und Inspiration. Sie geben Einblick in Insiderwissen zu spannender Inszenierung. Mit dabei sind Ex-Unterhaltungschef Prof. Axel Beyer, TV-Regisseur Frank Hof, aus der katholischen Kirche Pater Manfred Kollig & Dr. Bernward Konermann, Karnevals-Forscher Wolfgang Oelsner, PR-Eventexperte Oliver Schrott, Lichtdesigner Jojo Tillmann sowie Medienkünstler Andree Verleger. Dank der Erfahrung dieser Experten erfährt man bei der Lektüre des Buchs, worauf es wirklich ankommt, um andere mit der eigenen Show zu inspirieren und unterhalten.

 

 

Events wirkungsvoll inszenieren - 7 Interviews Axel Beyer Unterhaltung

TV Regisseur Frank Hof - Events wirkungsvoll inszenierenTheaterregisseur Axel Beyer und TV-Regisseur Frank Hof im Experten-Interview zur Inszenierung

 

 

Das Buch zeigt in seiner Kombination aus Theorie zur Rahmengebung und Statements mitten aus der Veranstaltungsbranche auf, wie bei realistischer Budget-Planung die größtmögliche Wirkung erzielt werden kann.

 

 

Eventplanung: Für wen lohnt sich das Buch?

 

Events wirkungsvoll inszenieren“ richtet sich an all jene Eventgestalter, die logistische Grundkenntnisse haben, aber nicht wissen, wie sie Botschaften und Inhalte wirkungsvoll an ihre Zuschauer vermitteln können. Das Wissen ist entscheidend für Verantwortliche in Agenturen, Projektmanager großer Veranstaltungen genauso wie Eventverantwortliche auf Unternehmensseite. Inspirativ ist es sicherlich auch für Fachleute der MICE-Branche, Manager jeglicher Marketingdisziplin und einfach interessierte Innovatoren.

 

 

Chris Cuhls:
EVENTS WIRKUNGSVOLL INSZENIEREN
7 Gebote und 7 Interviews – mit Prof. Axel Beyer, Frank Hof, Pater Manfred Kollig, Dr. Bernward Konermann, Wolfgang Oelsner, Oliver Schrott, Jojo Tillmann und Andrée Verleger

100 Seiten, farbiges Bildband im Magazin-Charakter, Softcover, 1. Auflage, ISBN 978-3-00-052198-0

 

 

Bestellbar für 22,95 EUR per formloser Email (zzgl. 2 EUR Versandgebühr im EU-Ausland) oder über Amazon.

Event-Urgestein Wolf Rübner hat das Buch hier rezensiert. Weitere Rezensionen bei eveos und FAMAB-Blog.

 

Selbstorganisation in der Eventbranche: Wie organisiere ich mich selbst?

Selbstorganisation und effektives Zeitmanagement in der Eventbranche: Wie organisiere ich mich & meine Arbeit?

 

 

Möglichkeiten sind nicht gleich Verpflichtungen.

// Andy Stanley, Leadership-Buchautor

 

 

In der Eventbranche herrscht konstanter Zeitdruck. Viele sind selbstständig oder müssen innerhalb von Agenturen ihre Zeit selbst organisieren. Die Deadlines sind allgegenwärtig und werden dennoch mit exzellenten Ergebnissen gefordert – gerade wenn es sich um Pitches handelt. Auf der Suche nach hilfreichen Tipps für effektive Selbstorganisation bin ich kürzlich auf diese Liste gestossen.

 

 

Selbstorganisation und effektives Zeitmanagement in der Eventbranche

 

 

1. Lebensziel – was will ich mit meinem Leben erreichen

 

2. Leidenschaft – ein Gefühl von Enthusiasmus bezüglich meiner Bestimmung und Ausrichtung

 

3. Ziele – wo will ich hin

 

4. Pläne – was tue ich, um dort hinzukommen

 

5. Prioritäten – wie ordne ich meine Pläne, um dort hinzukommen

 

6. Zeitplan – wann setze ich dies konkret um

 

7. Umsetzung – just do it, einfach ausführen

 

8. Evaluation – Auswertung dessen, was geschehen ist und wie ich den Prozess verbessern kann

 

 

Diesen ganzheitlichen Zugang zur Selbstorganisation empfand ich hilfreich, weil er vom großen ganzen Bild ausgeht und dann erst auf die konkrete To-Do-Liste kommt. Wer seine Bestimmung und Leidenschaft im Blick hält, dem fällt es sehr viel einfacher Ziele und Prioritäten zu ordnen. Unwichtige Dinge können so besser beiseite gestellt werden. Damit beschäftigt man sich auch nur mit den Dingen, die wirklich wichtig sind. Dies führt zu effektiven Ergebnissen und gleichzeitig wird sich die Zufriedenheit erhöhen.

 

Natürlich ist Selbstorganisation ein konstanter Prozess der Anpassung – aber einer, der sich lohnt. Vielleicht bedeutet es harte Entscheidungen zu treffen und sein Verhalten wie Prioritäten grundlegend zu verändern. Vielleicht tut es auch einfach nur gut sich in Erinnerung zu rufen, warum man das tut, was man tut und wofür man Leidenschaft empfindet. Mir haben diese Punkte jedenfalls ein neues Gefühl von Klarheit und Zufriedenheit beschert.

 

 

Frage: Habt ihr Tipps für effektives Zeitmanagement und Prioritätensetzung? Wie organisiert ihr euch selbst?

Über deine Gedanken und Erfahrungen freue ich mich auf Facebook, Twitter oder LinkedIn zu hören!

 

Warum Perfektion dich killt & Exzellenz dich siegen lässt…

Warum Perfektion dich killt & Exzellenz dich siegen lässt // 7 Tipps für neues Denken und Handeln

 

 

Alles oder nichts“ und „Das Bessere ist der Feind des Guten

// Merksätze von Perfektionisten

 

 

Wer kennt das nicht? Eventmacher haben den Anspruch Veranstaltungen zu perfekten Erlebnissen zu machen. Das kann nur gar nicht gelingen. Denn: Perfektion ist vollkommene Unfehlbarkeit. Wer kann das in unserem eng getakteten Termingeschäft leisten? Und welcher Kunde ist bereit dafür mehr Geld zu zahlen? Abgesehen davon ist Perfektion immer eine subjektive Wahrnehmung.

 

 

Warum Perfektion dich killt…

 

Ich bin selbst ein Perfektionist auf Entzug. Die Wurzeln dafür liegen weit zurück – in meiner Kindheit. Das mag vielleicht komisch klingen, aber der eigentlich gute Merksatz „gleich, gerne, gut“ hat viel Gutes, wenn es darum geht Hausaufgaben zu machen oder zu putzen. Wenn aber vermeintliche Stärken überspitzt werden, dann kippen sie oft ins Gegenteil und werden zum Killer: „Immer, sofort, jetzt“ – das lässt dich nie fertig werden, über deine Kräfte gehen und nie mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es geht noch besser…

 

 

…und Exzellenz dich siegen lässt!

 

Durch meinen Burnout wurde ich zu einem Perspektivwechsel gezwungen: Verhaltensstrukturen erkennen, hinterfragen und neue Denkmuster lernen. Dabei hat mir folgender Gedanke geholfen: Perfektion ist statisch. Ein perfektes Ergebnis ist wie das Wort schon sagt: absolut perfekt. Aber damit bietet es aber auch keinen Spielraum mehr für Entwicklung. Allerdings ist alles in unserem Leben auf Entwicklung ausgelegt: Natur, persönlicher Wachstum, Beziehungen, Erfahrungen…

 

Dabei kommt der Begriff Exzellenz ins Spiel. Denn exzellente Ergebnisse schaffen heißt mit den Ressourcen, die du zur Hand hast, das Beste rauszuholen und dann bewußt einen Punkt zu setzen.

 

Die Ressourcen sind bei jedem Projekt anders gelagert: Das Budget, der zeitliche Rahmen, das Team, dein Wissen und Erfahrungshorizont wird sich immer anders zusammen setzen. Aber genau mit dem, was du in der Hand hast, kannst du das Beste rausholen. Eben exzellent arbeiten.

 

Mich befreit dieser Gedanke und lässt sowohl den Entwicklungsprozess als auch das Ergebnis besser genießen. Beim nächsten Mal kann ich halt dieses oder jenes noch besser machen, muss aber keine absolute Perfektion abliefern. Weil eben auch nicht alles nur von mir und meiner Leistung abhängt. Ein neuer Merksatz könnte klingen: „Ich mache alles so gut ich kann – aber vor allem mit Spaß!

 

 

7 Tipps für exzellentes Arbeiten im Projektmanagement

 

1. SMARTe Ziele setzen. Nur wenn du spezifische, messbare, akzeptierte, realistische und terminierte Ziele setzt, kannst du diese überhaupt erreichen. So hast du Ziele im Blick und kannst diese im Anschluss auch überprüfen.

 

2. Teil dich mit und hol dir Feedback ein. Sprich mit Leuten, denen du vertraust. So können dir Kollegen oder Partner helfen, eine realistische Einschätzung über deine Leistung und Erfolge zu geben. Außerdem können sie ihr Perfektion-VETO einlegen, wenn du über die Stränge schlägst…

 

3. Ergebnisse feiern. Wir Perfektionisten neigen dazu, nur mit dem Endergebnis zufrieden zu sein. Und das nur, wenn sie (nahezu) perfekt sind. Doch dann sind wir meistens mit dem Kopf schon im nächsten Projekt. Daher: Feier die Ergebnisse wie den Prozess, würdige sie, stoß drauf an, genieß das erreichte, lob dich dafür.

 

4. Achte auf dein Kräftehaushalt. Die 80/20 Regel besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit. Ist diese Extrameile immer gerechtfertigt oder kannst du auch mal 5 gerade sein lassen? Deine Kraft ist nicht endlos. Treffe eine bewusste Entscheidung, wie viel Kraft du wann und wo investieren willst.

 

5. Lerne dich selbst besser kennen. Welche Stärken und Schwächen hast du? Was denkst du über dich selbst und wie sehen dich andere? Die Angst vor Ablehnung oder Versagen und das Bedürfnis nach Anerkennung sind oft Motoren, die Perfektionisten antreiben. Diese gilt es zu entlarven und sich anzunehmen, wie man ist.

 

6. Setze Grenzen. Es ist gut dein Bestes zu geben: 100% sind OK, aber eben nicht mehr. Setz dich nicht unter Druck durch zu hohe (unrealistische) Ansprüche. Lass dich nicht über den Tisch ziehen, gerade wenn du spürst das es dich überfordern könnte. Nur du weißt, wann dein Limit erreicht ist und kannst STOPP sagen. Niemand anders wird das für dich tun.

 

7. Finde deine Balance. Die beste Prophylaxe gegen BurnOut ist es, in Balance zu leben – in allen Lebensbereichen: Beziehungen, Arbeit, Gesundheit (emotional, physisch, geistlich), Freizeit. Diese Balance kannst nur du selbst spüren und für die Einhaltung genau dieser sorgen! Tue dir damit selber gutes, um langfristig gesund zu leben.

 

 

 

Frage: Wie geht es dir mit Perfektion? Welche Tipps hast du, um zu exzellenten Ergebnissen zu kommen?

Über deine Gedanken und Erfahrungen freue ich mich auf FacebookTwitter oder LinkedIn zu hören!

 

Wirkungsvoll Präsentieren // Tipps vom Sprechercoach

Wirkungsvoll Präsentieren – damit Inhalte besser ankommen… // Tipps von Sprechercoach Prof. Christoph Hilger

 

 

Immer wieder sitze ich als Regisseur in Vorträgen von Unternehmen und nehme dabei qualitativ sehr unterschiedliche Vorträge wahr. Im Zuge dessen ist mir der Mediencoach Christoph Hilger aufgefallen. Auf einer Veranstaltung erlebte ich wie er einem Topmanager konkret half, seinen Vortrag im Raum zu differenzieren.

 

Die Wirkung und die Pointierung seiner Aussagen nahm schlagartig zu. Deshalb habe ich ihn als Experten gefragt, worauf es bei guten Präsentationen ankommt und wie Redner besser beim Publikum punkten könnten.

 

 

1. Worauf ist beim Präsentieren vor Publikum aus Ihrer Erfahrung zu achten?

 

Viele Präsentatoren denken zu sehr aus ihrer ICH-Perspektive. Viele greifen zusätzlich eher auf geschriebene Vorlagen zurück. Aufgrund meiner Beobachtungen gibt es drei wichtige Grundvoraussetzungen:

 

a) Der Beginn von Rhetorik ist, wenn man für die anderen und nicht aus sich selbst schreibt.
b) Die geschriebene Sprache folgt völlig anderen Gesichtspunkten als der gesprochene Sprache. Manche Präsentationen wirken daher eher wie ‚betreutes Lesen‘ als ein erfrischender Vortrag.
c) Vielen Rednern fehlt das Bewußtsein dafür, dass sie mit einer Präsentation nicht als Mensch oder Führungskraft, sondern als Präsentator gefragt sind.

 

Das Bewußtsein, was ein Präsentator oder Redner darf, wie viel mehr er/sie an Pausen machen darf, wie man ein Publikum ‚in Atem hält‘, veredelt die Funktion des Präsentators erst richtig. Das ist häufig eine Mutfrage.

 

 

2. Sie haben das „Präsentationsdreieck-Modell“ entworfen: Worum geht es?

 

Dieses Modell entstand in der Praxis und aufgrund von etlichen beobachteten ermüdenden Vorträgen, in denen ich mich fragte, wie um alles in der Welt man eigentlich spannende Stoffe hätte spannend halten können…

 

Ein Geheimnis war die Differenzierung des Vortrags in unterschiedliche Haltungen, die sich abwechseln sollten, damit man in seinem Vortrag interessant bleibt. Interessant ist es, dass jeder Punkt in einem Raum auch schon äußerlich eine andere Bedeutungsmöglichkeit gibt. Dieses Wissen findet meist viel zu wenig Aufmerksamkeit.

 

Sobald man einen Raum betritt, um in ihm zu wirken, ist dieser Raum IMMER eine Bühne und sollte mit Bühnengesetzmäßigkeiten behandelt und betrachtet werden. Das bedeutet praktisch, ihn für Präsentationen in 4 Punkte auf 2 Ebenen aufzuteilen (siehe Skizze). Ein Punkt ist reserviert für ein Flipchart oder die Leinwand einer Powerpoint-Präsentation. Drei Punkte bleiben übrig. Jeder Punkt, den man bespielt, steht für eine andere innere und somit auch äußere Haltung.

 

 

Präsentationsdreieck Modell Präsentationscoaching Christoph HilgerWirkungsvoll Präsentieren: Präsentationsdreieck Modell // Quelle: Christoph Hilger

 

 

In der vorderen Ebene ist der direkteste Punkt vor dem Publikum und damit der perfekte PRÄSENTATIONSpunkt für eine ICH-Botschaft, eine Selbstvorstellung oder auch einen Appell, also sehr geeignet für sowohl Einstieg als auch Ausstieg eines Vortrags. Der Punkt hinten neben dem Chart oder der Leinwand, soweit übertragbar, ist der beste Demonstrationspunkt, um gleichberechtigt zum Chart Informationen abzuarbeiten, in denen man selbst etwas hinter den Zahlen oder Fakten zurücktritt. Von dort aus kann man aber schlecht über die Ergebnisse reden. Das kann man am besten vom Moderationspunkt aus. Hier vermittelt der Vortragende zwischen einem Chart und dem Publikum, moderiert die Ergebnisse oder beantwort Fragen.

 

Im guten Zusammenspiel zwischen den 3 Punkten, die sich auf beinahe jeden Raum angepasst übertragen lassen, wird ein Vortrag lebendig und zeigt eine Variabilität und Souveränität des Redners, ohne dass man groß an dem Thema Souveränität arbeiten müßte. Sie ist quasi ein Nebenprodukt, denn: Wer sich überzeugend in einem Raum bewegt, wirkt in diesem Raum souverän mit sich und seinem Thema. Abgesehen davon gibt diese Aufteilung dem Vortragenden die Erlaubnis, sich entschieden und damit frei zu bewegen.

 

 

3. Welche weiteren Tipps können Sie Vortragenden mit auf den Weg geben?

 

Ein weiteres Modell kann ich anbieten: Ich nenne es ein Aufmerksamkeitskreis-Modell. Als Mensch (Kreis 1) in seiner Funktion als Vortragender (Kreis 2) mit einem Publikum (Kreis 3) zu sprechen, heißt, zu wissen, dass man in seiner Funktion komplette Macht über sein Publikum hat. Diese Macht muss ich einsetzen, sonst wirkt mein Auftritt unsicher oder ungenau. Meist ist ein Publikum wohl gesonnen. Fast niemand geht in einen Vortrag, um sich zu langweilen.

 

Machen Sie sich klar, wie Sie sich einen Vortragenden wünschen, damit Sie ihm gerne zuhören – und handeln Sie entsprechend. Lassen Sie sich von allen Stilmitteln anderer Vortragenden inspirieren, die Ihnen selbst am besten gefallen und benutzen Sie sie selbst!

 

 

4. Wo lassen Sie sich in Sachen innovativer Präsentationstechniken inspirieren?

 

Ein Buch finde ich für viele Vortragenden interessant, es heißt Pitch it! Die Kunst, Filmprojekte erfolgreich zu verkaufen. Da sind Ideen für Regisseure und Drehbuchschreiber zusammengefasst – diese müssen ihre Ideen auch in 1-3 Minuten an den Mann bringen können. Es ist ein völlig anderer Ansatz als übliche Präsentationstechniken – so zu denken, macht viel Spaß und öffnet den Kopf.

 

Spannend finde ich auch so etwas wie das Buch Menschen lesen: Ein Fbi-Agent Erklärt, Wie Man Körpersprache Entschlüsselt von einem FBI-Agenten. Auch wenn es amerikanisch ist, ist sicher eine Quintessenz: Das, was ich am meisten versuche, zu verstecken, wird am meisten sichtbar. Und das gilt nicht nur für die Profis. Wer danach noch versucht, seine Aufgeregtheit zu verbergen, ist selber schuld. Aufregung ist teilweise das Salz in der Suppe des Vortragenden, die muss man nutzen!!!

 

 

5. Wirkungsvoll Präsentieren: Was sind die größten Fehler?

 

Parken an einer Stelle, zu bewusst stehenbleiben, ausformulierte Charts, die man abliest. Zu volle Charts. Es gibt selbstverständlich noch viel mehr mögliche Fehler. Überliefert ist der Spruch eines amerikanischen Generals zu einem Chart über den Afghanistan-Krieg: „Wenn wir dieses Chart verstanden haben, haben wir den Krieg gewonnen.“

 

Afghanistan PPTDeath by PowerPoint – ein Bild und seine Geschichte // Quelle: Wired

 

 

 

WIRKUNGSVOLLER PRÄSENTIEREN Sprechercoach Christoph Hilger Mediencoach Wirkungsvoller Praesentieren Christoph Hilger ist Schauspieler, Sprecherzieher und Mediencoach. Nach dem Start auf der Bühne und mit circa 80 eigenen Drehtagen vor der Kamera, war er ab 1994 bis 2006 als Mediencoach für Serien und Moderationsformate tätig. Im Auftrag verschiedener Sender begleitete er Akteuere von der Vorbereitung von Sendungen bis zur Betreuung vor der Kamera. Zwischen 2006 und 2011 war er berufen zum Professor für medienspezifisches Sprechen an der Filmhochschule Babelsberg, zuständigfür die Ausbildung von Schauspieler in stimmlich-sprachlichen Themen und in rhetorischen Fragen für angehende Regisseure und Produzenten. Seit 2003 coacht Christoph Hilger Firmen wie den VW-Konzern, Ikea und vielen andere mit den Themen Körpersprache, Stimme, Sprache und Rhetorik. Dabei hat er viele darstellerische Prinzipien an die besonderen Anforderungen von Menschen in Führungsaufgaben angepasst. Seit 2011 ist er als Professor freiberuflich aus dem Rheinland bundesweit unterwegs. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Präsentationsunterstützung und ‚Signale von Führung‘ in Einzel- und Gruppenprozessen.

Weitere Infos: www.Hilger-Christoph.de

 

 

Frage: Was hilft dir wirkungsvoller zu präsentieren? // Für alle, die mit ihrer Präsentation wirkungsvoller werden wollen empfehle ich das AuftrittscoachingWirkungsvoll Präsentieren„.

 

 

Was dich noch beim Thema „Wirkungsvoll Präsentieren“ interessieren könnte:
5 Regeln der Business Präsentation // Wie man erfolgreicher präsentiert!
AuftrittsCoaching: 12 Tipps für wirkungsvolle Vorträge
Authentisch Präsentieren // 5-teilige Serie von Moderator Martin Kloss

 

Event Blog: Meine Top 20 Beiträge

Meine Top 20 Event Blog Beiträge seit meinem Blogstart // Ablaufregisseur Chris Cuhls

 

 

Seit gut drei Jahren blogge ich. Es geht mir dabei um Inspiration, Ideen und Netzwerk mit Mehrwert für die Arbeit in der Live-Kommunikation. Hier präsentiere ich euch meine Top 20 Event Blog Beiträge:

 

 

Inszenierung, Regie und Persönliches:

 

 

Eventbranche, Produktivität und Werte:

 

 

Prinzipien und Tipps im Event Blog:

 

 

Frage: Welcher Event Blog Post hat euch am meisten inspiriert und warum? 
Über deine Rückmeldung auf FacebookTwitter oder LinkedIn freue ich mich!
Kennst du schon mein eBook zu den „7 Geboten der Inszenierung„?
Nein? Dann trag dich gleich in meinen Newsletter ein und erhalte das eBook kostenlos.

 

 

Event Blog Ablaufregisseur Chris Cuhls

 

Agenturberatung: 10 Thesen für besseres Eventmarketing // Teil 3/3 zur Briefingkultur

10 Thesen für gute Agenturberatung im Eventmarketing // Nele Zwanzig & Christian Schlüter, Volkswagen AG

 

 

 

Nach den Faktoren für ein gutes Technikbriefing und Agentur-Briefing heute Teil 3 in der Serie Briefingkultur:

 

Wie sieht gute Agenturberatung aus? Dazu stellen Nele Zwanzig und Christian Schlüter von der Konzern Kommunikation (Abteilung Events Konzern & Marke) der Volkswagen AG folgende 10 Thesen auf.

 

 

 

10 Thesen zur besseren Agenturberatung im Eventmarketing

 

1.   Generell verstehen wir Beratung als Dialog und Teamwork. Ein ständiger vertrauensvoller und partnerschaftlicher Austausch, auch schon in der Briefing Phase, sind dabei essentiell. Briefings, auf die es keine Rückfragen gibt, darf es nicht geben.

 

2.   Heutzutage sind „Geschichten“, die man mit einer Veranstaltung erzählen möchte, wesentlich wichtiger als reine Logistik Konzepte. Sprich: Jeder einzelne Bestandteil einer Veranstaltung muss einen roten Faden erkennen lassen und auf die Geschichte einzahlen.

 

3.   Agenturen, die gut beraten, lösen Probleme, … – wenn sie denn aufkommen. Trotz bester Vorbereitung gibt es immer auch steinige Abschnitte auf dem Weg zu einer guten Veranstaltung. Als Kunde erwartet man sich Lösungsvorschläge, wie man sich nun aus der misslichen Lage befreit. Allzu häufig kommt es leider noch vor, dass Probleme ungefiltert weiter gegeben werden und vom Kunden erwartet wird diese zu lösen.

 

4.   Agenturen sind unsere Fortbewegungsmittel. Wir sind das (Dialog-) Navigationssystem :-). Eine gute Beratung bedeutet also, dass uns als Kunde mehrere Wege aufgezeigt werden (die natürlich alle befahrbar sind) und wir die Entscheidung treffen müssen ob wir nach links oder rechts fahren… Ab und zu halt auch mal: “Bitte wenden“…

 

5.   Weitblick und Überblick. Oftmals haben wir mehrere Projekte gleichzeitig zu navigieren, was die Sache mit dem Überblick nicht immer einfacher macht. Unsere Lotsen (also unsere Agenturen) müssen dementsprechend zu jeder Zeit, das ihnen zugeteilte Projekt, im Auge behalten und die Übersicht und Weitsicht bewahren, damit das (Dialog-) Navigationssystem mehrere Tanker gleichzeitig steuern kann und keiner dabei unter geht.

 

6.   Der Weg den wir fahren und gehen muss budgetär realisierbar sein. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, aber man kann sich nicht jeden leisten. Einen Weg, den man sich nicht leisten kann, möchten wir gar nicht erst vorgestellt bekommen. Wir wollen immer mit den Füssen am Boden bleiben, auch wenn es manchmal schwer fällt. Die Notgroschen werden (leider) immer weniger.

 

7.   Mut zum Dissens. Wir sind nicht allwissend. Man darf unsere wahnwitzigen Ideen auch gerne mal in Frage stellen. Die Realität ist nämlich: „Wer zahlt schafft nicht immer auch erfolgreich an.“

 

8.   Wir heuern Agenturen an, nicht weil wir Menschen und Teams brauchen die unsere ungeliebten Aufgaben übernehmen, sondern weil wir Experten für viele verschiedene Bereiche brauchen. Wir können nicht in jeder Disziplin einer Veranstaltung selbst der Experte sein… Das wäre vermessen.

 

9.   Unsere Agenturen sollen die (Haupt-) Schnittstelle zu allen Dienstleistern sein, die an unseren Veranstaltungen mitwirken. Sie haben hier eine Steuerungsfunktion und halten alle Fäden zusammen (wieder mit Weit- und Überblick), lösen, bei Bedarf, auch Knoten und stimmen die einzelnen Teile des Orchesters untereinander ab, damit am Ende ein Tophit entsteht.

 

10.   Lasst die Spiele beginnen 🙂

 

 

Frage: Welchen Aspekt würden Sie für bessere Agenturberatung ergänzen? Was wünschen Sie sich mehr?

Über Gedanken und weitere Anregungen auf FacebookTwitter oder LinkedIn freue ich mich!

 

 

 

Nele Zwanzig Volkswagen Event Agenturberatung Briefingkultur VW Konzern Volkswagen Nele Zwanzig ist seit 8 Jahren im Eventbereich des Volkswagen Konzerns tätig. Nach ihrem Studium hat sie im Veranstaltungsteam des Audi Forum in Ingolstadt gearbeitet. Von dort ging es weiter in die Interne Kommunikation der Audi AG, wo sie eigenverantwortlich Incentives für Mitarbeiter aller Standorte der Audi AG organisierte. Seit 2012 ist sie in der Event-Abteilung der Konzern Kommunikation der Volkswagen AG in Wolfsburg tätig. Mit ihr und dem Eventteam entstehen weltweite Presse-Events wie Weltpremieren, Konzernabende, Pressekonferenzen und Internationale Fahrveranstaltungen. In der Vorbereitung ist sie visionär und bestimmt, in der Umsetzung lösungsorientiert und entspannt.

 

 

Christian Schlueter Event Volkswagen K-GK-ME Agenturbriefing Christian Schlueter ist seit 15 Jahren im Eventgeschäft tätig. Nach seinem Studium der Kommunikationswissenschaften arbeitete er bei der Münchener Agentur Avantgarde als Projektleiter für diverse Kunden.
2002 wechselte er zu BMW AG und war dort von 2002 bis 2004 als Projektleiter „Hospitality Programme“ für die Engagements in der Tourenwagen EM und WM verantwortlich. Von 2004 bis 2006 übernahm er die Verantwortung für die Motorsport Nachwuchsprojekte der Formel BMW in Deutschland und Asien. Danach folgte von 2006 bis 2009 der Schritt in die Formel 1 als Manager Sponsoring des BMW Sauber F1 Teams.
Nach dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1 wechselte er in die Konzernkommunikation der BMW AG als Projektleiter internationale Messen und Events. Von 2011 bis 2013 verantwortete er im MINI Brand Management diverse internationale Großveranstaltungen wie Dealer Drives und MINI United. Nach einem weiteren Jahr bei BMW Motorsport als Leiter Sportorganisation wechselte er im Mai 2014 in die Konzernkommunikation der Volkswagen AG in den Bereich internationale Messen und Events und koordiniert hier übergreifend alle Veranstaltungsformate wie zum Beispiel Weltpremieren, Konzernabende, Pressekonferenzen und Internationale Fahrveranstaltungen.

 

Technikbriefing: Worauf es in der Zusammenarbeit ankommt // Teil 2/3

Technikbriefing: Worauf kommt es bei der Technikbestellung an, damit sich das Event-Ergebnis sehen lässt?!

 

 

Events sind dann erfolgreich, wenn Logistik und Idee zusammen spielen.

Nach den Faktoren für ein gutes Agentur-Briefing hier Teil 2 in der Serie Briefingkultur.

 

Zusammenspiel ist auch das Stichwort wenn es um die notwendige Technik geht. Damit die passenden Elemente vor Ort ankommen, bedarf es eines guten Technikbriefings. Dabei sprechen Agentur, Technik-Dienstleister und Kunde oftmals in unterschiedlichen Sprachen. Wie das „perfekte“ Technikbriefing aussieht, das habe ich den technischen Planer Jens Labuschewski gefragt.

 

 

Technikbriefing: Auf das Zusammenspiel kommt es an…

 

Das Zusammenspiel zwischen Kreation, Konzept und Technik beginnt natürlich mit einem ersten Briefing, kann aber nur durch eine intensive, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit perfekt werden. Ein gutes Ergebnis wächst aus dem Prozess und nicht aus dem Einzelereignis. Jeder Beteiligte kann und muss im Team Input aus seiner persönlichen und professionellen Sicht liefern. Jedes Detail kann wichtig sein oder es später werden.

 

Versucht man diesen Prozess wie einen Staffellauf getreu dem Motto: „Mein Teil ist erledigt, jetzt bist Du dran…“ durchzuführen, besteht die Gefahr, in kleinen Schritten immer weiter vom Kurs abzuweichen ohne es zu bemerken. Am Ende kommt dabei eine Veranstaltung heraus, die womöglich handwerklich solide umgesetzt ist, die es aber nicht schafft, eine nachvollziehbare Story zu liefern.

 

 

Crossed Disciplines – übergeordnete Betrachtung aller Bedürfnisse

 

Welchen Planer man zu welchem Zeitpunkt ins Team holt hängt sehr vom Projekt ab. Einen Setdesigner kann man durchaus in einer Pitchphase schon hinzuziehen um kreativen Input zu erhalten. Eine Fachplanung der Energieversorgung wäre zu diesem Zeitpunkt überzogen. Die Zusammenarbeit mit einem Technischen Leiter kann hingegen nicht früh genug beginnen.

 

Crossed Disciplines steht hierbei für eine übergeordnete Betrachtung von technischen und baulichen Bedürfnissen. Anders als bei der Fachplanung einzelner Gewerke gilt unser Augenmerk dem Construction Management, also der Schnittstellenkoordination, die das reibungslose Zusammenspiel komplexer Einzelplanungen erst ermöglicht.

 

 

Was für den Planer wichtig ist:

1) Erzählt uns alles, was Ihr euch denkt und vor allem alles, was Ihr dem Kunden erzählt habt.
2) Lasst uns gemeinsam Umsetzungsideen diskutieren, entwickeln und vervollständigen.
3) Seit konkret bei den Ideen, aber offen bei den Lösungsansätzen. Alternative Technikansätze können sinnvoll sein, sind aber schwer umsetzbar, wenn beim Kunden schon eine sehr konkrete Erwartungshaltung geweckt wurde.
4) Passt bei der Auswahl der Location auf, nicht nur eure Gäste brauchen Platz.

 

 

Neben den Schnittstellen im eigenen Team ist in einer frühen Phase die Wahl der Location von entscheidender Bedeutung. Wenn es hier aus technischer und logistischer Sicht schon Diskrepanzen zwischen dem Konzept und den Möglichkeiten vor Ort gibt steht man vor Herausforderungen, die vermeidbar sein können. Bei einer Umsetzung baulich nicht „mit“ sondern „gegen“ eine Location arbeiten zu müssen kann nur dann ein befriedigendes Ergebnis liefern, wenn man unverhältnismäßig viel Zeit, Energie und natürlich Geld investiert.

 

Die Auswahl der ausführenden Dienstleister geschieht häufig über eine Ausschreibung, die projektabhängig sehr unterschiedlichen Anforderungen unterliegt. Neben gesetzlichen Bestimmungen können hier beispielsweise auch Vorgaben der Einkaufsabteilung des jeweiligen Endkunden maßgeblich sein. Ausschreibungsunterlagen sollten auf einem weit fortgeschrittenen Planungsstand basieren und möglichst präzise alle notwendigen Informationen liefern, damit die Dienstleister ihr Angebot sauber kalkulieren können. Das bedeutet, dass wichtige Details nicht im Kleingedruckten verschwinden, aber auch, dass eine ausreichende Bearbeitungszeit gewährt wird.

 

 

Was für die Ausschreibung wichtig ist:

1) Prüft sehr genau, welche Ausschreibungsregeln für euch gelten. Sobald die VOB oder die VOL ins Spiel kommen werden die Formalitäten deutlich komplizierter. (Relevant sobald öffentliche Auftraggeber oder Fördergelder eine Rolle spielen.)
2) Stellt klare Regeln und Vorbemerkungen auf, aber überfrachtet sie nicht.
3) Schreibt erst aus, nachdem Ihr geplant habt und beschreibt, was Ihr wirklich braucht. Umfassende Änderungen sowie Mehrungen und Minderungen, insbesondere nach der Vergabe, sind nicht unbedingt ein Zeichen für stringente Planung.
4) Gebt den Dienstleistern Zeit zu kalkulieren. Geschätzte Zahlen helfen weder euerm Budget, noch dem Dienstleister und schon gar nicht dem Projekt. Der Satz „Scheiße, wir haben den Job bekommen…“ fällt öfter als man denkt und ist häufig genau so gemeint.

 

 

Bei der Auswertung der Angebote ist dann nicht zwingend der vermeintliche Gesamtpreis ausschlaggebend. Es muss sehr genau untersucht werden, ob die angebotenen Leistungen vollständig und qualitativ akzeptabel sind. Auch absehbare Änderungen am Konzept sollten vor einer Vergabe auf die Auswirkungen beim Preis untersucht werden.

 

In der Praxis erlebt man hier durchaus Überraschungen. Die im jeweiligen Projekt ausschlaggebenden Details können sehr unterschiedlich sein, allgemein gültig kann man aber sagen: Geht man fair mit den Dienstleistern um hat man eine gute Chance, ein hohes Maß an Service zu erfahren. Verhandelt man (zu) hart nach wird man hingegen für die Ungenauigkeiten in der Ausschreibung oder etwaige Änderungen teuer bezahlen müssen.

 

 

Was für die Auswertung wichtig ist:

1) Unten rechts steht ein erstes Indiz, danach kommt viel Detailarbeit. Prüft genau und rechnet nach. Verbindlich sind in der Regel Einzelpreise. Berechnungsfehler in Tabellenblättern liegen dann im Risiko des Ausschreibenden.
2) Ist alles komplett? Habt Ihr das Gefühl, dass der Bieter die Ausschreibung konzentriert bearbeitet hat? Manchmal ist der Bieter, der viele und gute Rückfragen hatte auf dem besseren Weg als der vermeintlich günstigste.
3) Prüft sehr genau, ob und auf welcher Basis Ihr in der Nachverhandlung pauschalieren wollt (wenn rechtlich möglich), oder ob ein prozentualer oder absoluter Rabatt auf bestimmte Positionen mehr Sinn macht. Eine Pauschale ist verlockend für die Projektkalkulation, macht aber die transparente Abrechnung von Mehrleistungen oder Änderungen deutlich komplizierter. Und irgendwas ist bekanntlich immer…
4) Nehmt unter Betrachtung aller Aspekte das WIRTSCHAFTLICHSTE Angebot an – das ist nicht unbedingt das billigste.

 

 

Fazit: Fand die Veranstaltung statt oder hat sie eine Story erzählt?!

 

Natürlich kann es anstrengend sein, wenn Designer und Planer auf ihre mitunter kreative, nerdige oder penible Art schon frühzeitig jedes Detail hinterfragen und manches Mal Ideen äußern, die auf den ersten Blick überzogen oder unrealistisch wirken. Hier bedarf es dann einer guten Technischen Leitung, die alle Details koordiniert und zu einem Gesamtbild zusammenfügt. Im Endergebnis kann aber nur die unnachgiebige Detailverliebtheit aller Beteiligten in der Konzeption und Planung die letzten fünf Prozent aus der Veranstaltung herauskitzeln. Und mehr ist es häufig nicht, was zwischen     „Die Veranstaltung fand statt.“     oder     „Die Veranstaltung hat eine Story erzählt.“     steht.

 

 

Jens Labuschewski technischer Planer Event Technikbriefing Jens Labuschewski ist seit 20 Jahren im Eventbereich tätig. Er leitet das Ingenieur Planungsbüro für Event Construction Management (Crossed Disciplines), ist als Dozent tätig und engagiert sich im Prüfungswesen. Neben der Weiterbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik absolvierte er ein Studium zum Dipl.-Ing. an der TU Dortmund, Abschluss als Bauingenieur mit Schwerpunkt auf Prozessmanagement, Bauorganisation und Baurecht. In der Planung ist er penibel und detailverliebt, in der Umsetzung bekannt für Konzentration und Gelassenheit bei der Zusammenarbeit.

 

 

Hier geht es zum Teil 3: Bessere Agenturberatung im Eventmarketing

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